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Hugues de Payen 1. Großmeister 1118/19 - 1136/37 Er war der Gründer des Templerordens und sein erster Meister. Über sein früheres Leben weiß man so gut wie nichts. Möglicherweise war er verwandt mit dem Grafen der Champagne. Mit ihm kam er jedenfalls in das Heilige Land, zum ersten Mal vermutlich im Jahre 1104. 1113 aufs Neue in Palästina, sammelte Hugues de Payens einige Gefährten, um die Pilger zu beschützen, die durch moslemische Überfälle bedroht wurden und legte so den Grundstein für den späteren Templerorden. Laut der Chronik von Ernoul lebten er und seine Gefährten unter der Obödienz der Kanoniker vom Heiligen Grab. 1119 legten Hugues und seine Gefährten die monastischen Gelübde des Gehorsams, der Keuschheit und der Armut in die Hände des Patriarchen von Jerusalem ab und verpflichteten sich mit einem vierten Gelübde, die Pilger und die Heiligen Stätten zu schützen. Hugues arbeitete selbst die wichtigsten Punkte der Regel aus, die er auf dem Konzil zu Troyes 1128 erläuterte. Um 1129 kehrte er ins Heilige Land zurück und im selben Jahr führte er seine Brüder in die erste Schlacht, in welcher fast alle umkamen. Hugues starb 1136 oder 1137. |
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Robert de Craon 2. Großmeister 1136/37 - 1149 Er entstammte dem französischen Hochadel. Um 1125 verließ er seine Verlobte, um nach Palästina zu ziehen. Dort trat er in den Templerorden ein. 1135 taucht er in einigen Urkunden als Seneschall des Ordens auf. 1136 oder 37 wurde er zum Meister gewählt. Ein Jahr darauf reiste er zu Papst Innozenz II, um ihm die großen Schwierigkeiten darzulegen, in denen sich der Orden und die Christen im Heiligen Land befanden. Seine Anstrengungen erreichten im Jahre 1139 das große päpstliche Privileg »Omne datum optimum« für die Templer. Robert de Craon ließ die lateinischen Regeln ins Französische übersetzen. Während seiner Amtszeit etablierte sich der Orden in Aragon, Kastilien und Portugal. Vielleicht nahm er am Zweiten Kreuzzug und der Belagerung von Damaskus teil. Die Belagerung scheiterte, und einige Chronisten beschuldigten die Templer des Verrates und der Korruption. Robert de Craon starb im Januar 1149. |
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Évrard des Barres 3. Großmeister 1149 - 1152 Evrard de Barres entstammte dem mittleren französischen Adel, vermutlich aus der Champagne oder Burgund. Er war zunächst Provinzmeister von Frankreich. Vielleicht nahm er an der Kampagne gegen die Mauren in Kastilien teil. Er leitete das große Generalkapitel in Paris von 1147, während der Papst Eugen III. den Templern das berühmte rote Kreuz für ihr Habit verlieh. In Zusammenarbeit mit dem französischen König Louis VII. und dem Papst bereitete er den II. Kreuzzug vor. Er begleitete die Kreuzzugtruppen 1147/48 auch nach Palästina. Während der Route durch die kleinasiatischen Gebirgszüge bewies er viele Male seine militärische Erfahrung und rettete Männer und Gut, was der französische König anerkennend in einem Brief feststellte. 1149 wurde er zum Ordensmeister gewählt und begleitete im selben Jahr den König Louis VII. zurück nach Frankreich. Anfang des Jahres 1152 war er genötigt, in den Orient zurückzukehren, denn nach der Niederlage der Christen vor Antiochia hatte der Orden schwere Verluste erlitten. Aber sehr bald schon war er wieder in Frankreich, verließ den Orden und zog sich in das Cistercienserkloster Clairvaux zurück. Er starb als Zisterziensermönch im Jahre 1176. |
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Bernard de Tramelay 4. Großmeister 1152 - 1153 Bernard de Tramelay kam aus dem mittleren Adel Burgunds und wurde 1152 zum Meister gewählt, ohne dass er zuvor irgendein Amt im Orden innegehabt hätte. Der Grund seiner Wahl ist vermutlich darin zu sehen, einen ausgleichenden Faktor zwischen dem König von Jerusalem Balduin III. und seiner Mutter Melisande zu finden, die sich einen erbitterten Krieg lieferten und so die Stabilität des Heiligen Landes gefährdeten. Möglicherweise war er am Bau der Burg Gaza beteiligt, die in dieser Zeit zum Schutz gegen Einfälle aus Ägypten errichtet wurde. Bernard de Tramelay fiel beim Angriff auf Askalon 1153, doch ermöglichte der Einsatz seiner selbst und seiner Ordensbrüder die Eroberung der Stadt, auch wenn Wilhelm von Tyrus ein halbes Jahrhundert später »Habgier« als Grund für diese Aktion Tramelays nannte. |
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André de Montbard 5. Großmeister 1153 - 1156 Geboren um 1103 war er ein Onkel des Heiligen Bernhard von Clairvaux und schloss sich um 1130 den Templern an. Vor seiner Wahl zum Meister im Jahre 1153 übte er die Ämter des Gonfalonier und Seneschall aus. Einige Briefe, die er mit Bernhard austauschte, sind erhalten, doch man weiß kaum etwas über seine Amtszeit. Allerdings scheint er sich häufig am Hof der Könige von Jerusalem aufgehalten zu haben, denn er ist in zahlreichen Urkunden als Zeuge vermerkt. André de Montbard starb 1156. |
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Bertrand de Blanchefort 6. Großmeister 1156 - 1169 Er stammte wahrscheinlich aus Südfrankreich. Die Ämter, die er im Orden vor seiner Wahl zum Meister 1156 innehatte, sind nicht bekannt. Im selben Jahr seiner Wahl nahmen ihn die Sarazenen gemeinsam mit 87 anderen Ordensbrüdern gefangen, als er versuchte, König Balduin III. von Jerusalem zu Hilfe zu kommen. In Anerkennung für diese Hilfe schenkte der König später dem Orden die Burg Safed. Bertrand 1159 wurde im Austausch gegen einen moslemischen Offizier frei gelassen. In den folgenden Jahren stand er im Kampf gegen Nur-ad-Din. 1168 stimmte er gegen den von König Amaury von Jerusalem geplanten Angriff auf Ägypten, möglicherweise, weil es ein Templer gewesen war, der den alten Vertrag mit Schawar von Ägypten ausgehandelt hatte, möglicherweise aber auch aus Zorn gegen den Ordensmeister der Johanniter, der für den Angriff votierte. Bertrand de Blanchefort starb 1168. Fünf Briefe dieses Meisters an den französischen König Louis VII sind erhalten. In ihnen beklagt er die Situation der Christen im Heiligen Land und bittet um Unterstützung. |
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Philippe de Milly 7. Großmeister 1169 - 1171 wurde in Palästina geboren. Sein Vater Guido de Milly gehörte zur hohen Aristokratie des Landes. Philipp wurde das erste Mal namentlich als Zeuge am 5. April 1138 in einer Urkunde König Fulkos erwähnt. Schon in jungen Jahren erlangte er das Vertrauen der Königin Melisende und auch der Großen des Königreiches Jerusalem. 1145 führte er gemeinsam mit Manasse de Hierges ein Heer nach Edessa. Zu dieser Zeit nannte er sich bereits Philipp von Nablus, nach seinem Lehen bei Nablus. Auch während des Streits zwischen Königin Melisende und Balduin III. blieb Philipp bei der Königin und ging erst dann an den Hof Balduin III., nach dem sich Melisende von der Herrschaft zurückgezogen hatte. |
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Eudes de Saint-Amand 8. Großmeister 1171 - 1179 Eudes de Saint-Amand war Vasall des Königs von Jerusalem, ab 1156 sein Marschall und ab 1160 Vizegraf von Jerusalem und Vertrauensmann des Königs. Er trat zwischen 1167 und 1171 dem Templerorden bei. 1171 wurde er zum Meister gewählt. Mit Eudes de Saint-Amand begann die Zeit der politischen Unabhängigkeit des Ordens gegenüber dem König von Jerusalem; dies zeigen die Differenzen des Meisters mit König Amaury I. 1177 nahm Saint-Amand mit 80 Rittern am Feldzug Balduins IV. gegen Saladin teil. Nach einem Augenzeugen war es sein Mut, der den Sieg der Christen bei Montgisard entschied. Während seiner Amtszeit wurde die Burg von Le Chastelez erbaut. Eudes de Saint-Amand wurde von Saladin während der Schlacht von Maj Ayun 1179 gefangen genommen. Er starb im selben Jahr in Gefangenschaft. Seine Handlungen zeigen ihn als einen Mann mit administrativer und militärischer Erfahrung, an der Seite des Königs von Jerusalem, aber auch bewusst der Würde seines Ranges. Das Urteil Wilhelms von Tyrus über ihn ist nicht objektiv. |
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Arnaud de Toroge 9. Großmeister 1180 - 1184 Arnaud de Toroge entstammte dem katalanischen Adel und war mit dem aragonesischen Königshaus verwandt. Vor seiner Wahl zum Ordensmeister hatte er bereits 13 Jahre lang Erfahrung als Provinzmeister der Provence und Kataloniens gesammelt. Seine Amtsführung ist in einem großen Kartular überliefert. Er wurde in Abwesenheit gewählt, ein Verfahren, das durch die schweren Verluste des Ordens in den Einsätzen gegen Saladin 1179 und 1180 notwendig geworden war: Im Orient fand sich kein geeigneter Mann mehr für dieses Amt. Erst 1181 kam Arnaud de Toroge ins Heilige Land, aber schon 1184 wurde er nach Europa gesandt, um Hilfe für das bedrohte Königreich Jerusalem anzuwerben. Er starb noch im selben Jahr in Verona. |
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Gérard de Ridefort 10. Großmeister 1185 - 1189 Er stammte aus Flandern und war um 1170 in den Orient gekommen. Zunächst trat er in die Dienste des Grafen von Tripoli. Laut der Chronik Histoire d'Eracles l'Empereur verließ er den Dienst, nachdem der Graf von Tripoli die ihm versprochene Frau einem anderen gegeben hatte, und rächte sich 20 Jahre später mit der Unterstützung von Gui de Lusignan. Eine Legende, die nicht bewiesen werden kann. Jedenfalls war Ridefort ab 1179 Marschall des Königs von Jerusalem Balduin IV. Wenig später trat er in den Templerorden ein und war 1183 bereits Seneschall. Das Oberste Kapitel wählte ihn Anfang des Jahres 1185 zum Meister, nach dem Tod seines Vorgängers Arnaud de Toroge. Nach dem Tod des disignierten Königs Balduin V. im Jahre 1186 befand sich Gerard de Ridefort im Lager der Königinmutter, der Prinzessin Isabelle und dessen Ehemanns Guido von Lusignan gegen den Anwärter Raimond von Tripolis. Er unterstützte die Krönung von Lusignan zum neuen König von Jerusalem und wurde dessen erster Berater. 1187 stellte er sich bei Cresson allein mit den Templern von La Fève, einigen Johannitern und den in Nazareth anwesenden weltlichen Rittern der Armee von Sultan Saladins Sohn entgegen, der ein Verbündeter Raimonds von Tripolis war. |
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Walter von Spelten 11. Großmeister 1189 - 1191 folgte Gerard de Ridefort nach dessen Tod im Kampf um Akkon im Amte nach. Möglicherweise übernahm er als Ordensmarschall interimistisch das Amt, bis die reguläre Wahl durch den Konvent durchgeführt werden konnte. Walter von Spelten erlebte die Eroberung von Akkon nicht mehr, er fiel im Kampf. |
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Robert IV de Sablé 12. Großmeister 1191 - 1193 Robert de Sablé stammte aus dem Anjou und tat sich mit zahlreichen Schenkungen und Stiftungen hervor, unter anderem gründete er das Prämonstratenserkloster Le Bois-Renou. Er war Admiral des englischen Königs Richard Löwenherz und kam mit ihm ins Heilige Land auf dem III. Kreuzzug. 1191 trat er in den Templerorden ein und wurde noch im selben Jahr zum Meister gewählt. Er kaufte Zypern von König Richard, doch die Templer scheiterten an der Inbesitznahme der Insel und waren gezwungen, sie wieder zu verlassen. Robert de Sablé bemühte sich unter anderem, die Genuesen und Pisaner zu versöhnen, die ihren Krieg auch in den Orient getragen hatten. Er starb 1193. |
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Gilbert Hérail 13. Großmeister 1194 - 1200 Er stammte vermutlich aus der Provence. 1183 nennt ihn eine Urkunde »Komtur von Jerusalem«. Von 1185 bis 1189 war er Provinzmeister der Provence und Kataloniens sowie von 1190 bis 1193 Meister der überseeischen Gebiete. 1193 wurde er zum Ordensoberhaupt gewählt. Bereits 1196 traf man ihn erneut in Spanien, um die Vereinigung des Ordens von Montjoy mit dem Templerorden zu ratifizieren. Gilbert Hérail starb im Jahre 1200. |
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Philippe du Plaissis 14. Großmeister 1201 - 1209 Er wurde 1201 zum Meister gewählt. Wie sein Amtsvorgänger war er im Konflikt mit dem armenischen König Leon II. wegen der Nachfolge im Fürstentum Antiochia und der Burg Gaston. Der angebliche »Krieg zwischen Johannitern und Templern« zu dieser Zeit fand niemals statt. Philippe du Plaissis starb 1209, vermutlich während des Feldzuges gegen Al-Adil. |
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Guillaume de Chartres 15. Großmeister 1210 - 1219 Er trat kurz vor 1193 in den Orden ein und kam sehr bald ins Heilige Land. Dort wurde er zum Kommandanten von Safed ernannt. 1210 wurde er zum Meister gewählt. Zu dieser Zeit waren die militärischen Ressourcen des Ordens sehr begrenzt. König Leon von Armenien plünderte und verwüstete die Besitzungen der Templer in seinem Land. Während einer dieser Kampagnen wurde auch Guillaume de Chartres verletzt. 1212 besiegelte der armenische König seinen Frieden mit den Templern, aber erst 1216 gab er die Burg Gaston an den Orden zurück. Zur gleichen Zeit verloren die Templer viele ihrer Besitzungen in Griechenland, deren sich Kaiser Heinrich VI. und dessen Vasallen bemächtigten. Grund für diese Aktion war möglicherweise die Weigerung der Templer, den Kaiser als Oberlehnsherr in Thessalien anzuerkennen. 1218 belagerten die Templer mit ihrem Meister an der Spitze Damiette, gemeinsam mit den übrigen Kreuzrittern. Während einem der Kämpfe wurde Guillaume de Chartres schwer verwundet und war gezwungen, sein Amt niederzulegen. Er starb drei Wochen später. Unter seiner Herrschaft wurde das Château de Pélerin erbaut. |
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Pierre de Montaigu 16. Großmeister 1219 - 1232 Aus Aragon stammend blieb er sein ganzes Leben ein geschätzter Freund des Königs Pedro II. Er wurde während der Belagerung von Damiette 1219 zum Meister berufen und rettete mit seinen Brüdern die Christen vor der vollständigen Niederlage. In Übereinstimmung mit dem Meister der Johanniter und dem Apostolischen Legaten sprach er sich gegen den von El-Kamil vorgeschlagenen Vertrag aus, die eroberten Ländereien des Königreichs Jerusalem mit der Heiligen Stadt im Austausch gegen Damiette zurückzuerstatten. Nach dem Chronisten Jacques de Vitry handelte er so, weil er die üblen Absichten von El-Kamil gekannt habe. 1220 kehrte Pierre de Montaigu nach Akkon zurück. 1221 war er einer der Unterhändler, die die endgültige Rückgabe von Damiette nach der Schlacht von Mansura aushandelten. Während des Kreuzzuges des Kaisers Friedrich II. war Pierre de Montaigu aufseiten des Papstes, des Patriarchen von Jerusalem und der Johanniter gegen den Exkommunizierten. Der Meister war bekannt für die strenge und unparteiische Anwendung der Regel. 1232 starb er. |
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Armand de Périgord 17. Großmeister 1232 - 1244 Man kennt sein Geburtsland nicht genau. 1229 war er jedenfalls Provinzmeister von Sizilien und Kalabrien (Italien-Süd). 1232 wurde Armand de Périgord zum Meister gewählt, möglicherweise, weil man einen Mann an der Spitze haben wollte, der auch Friedrich II. genehm war, um den Frieden in Italien zu sichern. Wahrscheinlich im selben Jahr seiner Wahl kam er ins Heilige Land, wo er mit seinen Truppen, den Johannitern und den einheimischen Franken an Kämpfen in Syrien teil. Während seiner Amtszeit wurde mit dem Bau der Festung Safed begonnen. 1233 begleitete Armand de Périgord Bohemond V. von Antiochia in dessen Feldzug gegen den Konnetabel von Armenien, der die Templer angegriffen hatte. 1243 schloss er in Übereinstimmung mit der Kirche und den mächtigsten Baronen des Heiligen Landes einen Vertrag mit Ismail, Herr von Damaskus, der den Christen Jerusalem, Bethlehem und einige andere Städte restituierte. Aber bereits ein Jahr später wurde Jerusalem von den Choresmiern erobert, die Einwohner massakriert und die Stadt zerstört. Die noch verbleibenden militärischen Kräfte sammelten sich mit ihren moslemischen Alliierten bei La Forbie. Während der für die Christen katastrophalen Schlacht fiel Armand de Périgord oder wurde gefangen genommen. Lediglich 4 Ritter und einige Knappen konnten dem Gemetzel entkommen. |
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Richard de Bures 18. Großmeister 1244/45 - 1247 Er war Kastellan von Safed im Jahre 1241. Das Jahr seiner Wahl zum Ordensmeister ist nicht genau bekannt, wahrscheinlich 1244 oder 1245. Nach der Niederlage des Kreuzfahrerheeres bei La Forbie, wo der Großteil der Templer umkam, war es schwierig gewesen, die für die Wahl juristisch notwendigen Personen zu versammeln. Richard war Komtur der Festung Safed und hatte in seiner Funktion einen Vertrag mit Bohemund V. und den Johannitern unterschrieben. Später war er einer der Schiedsmänner im Streit der Templer mit den Johannitern um Besitzungen in Tripolis und Margat. Sein Vorleben und die Umstände seines Todes konnten nicht erforscht werden. Sie liegen im Dunkeln. |
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Guillaume de Saunhac 19. Großmeister 1247 - 1250 Guillaume de Saunhac wird urkundlich genannt als Komtur von Auzon bei Poitiers im Jahre 1224. Von 1236 bis 1246 hatte er das Amt des Provinzmeisters von Aquitanien inne. 1247 wurde er zum Meister gewählt und kam mit dem Kreuzzug König Louis IX. in den Orient. Ein Brief des Meisters berichtet von der raschen und unvorhergesehenen Okkupation Damiettes. Als der Bruder des Königs Robert d'Artois im Februar 1250 versuchte, Mansourah einzunehmen, folgte ihm Guillaume de Saunhac mit seinen Ordensbrüdern. Fast alle Templer fielen in der Schlacht, und der Meister wurde schwer verwundet. Er starb bei einer anderen Schlacht am 3. Juli 1250 bei dem Versuch, Louis IX. zu schützen. |
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Renaud de Vichiers 20. Großmeister 1250- 1256 Renaud de Vichiers war Vasall des Königs von Frankreich, ehe er in den Orden eintrat. 1240 wird er als Komtur von Akkon genannt, doch von 1242 bis 1248 befand er sich aufs Neue in Frankreich, und zwar im Amt eines Provinzmeisters von Francien. Mit dem Kreuzzug Louis IX. kam er in den Orient, wo er schließlich das Amt des Marschalls übernahm. 1250 nach der Rückkehr von Louis IX. nach Akkon wurde er zum Meister gewählt. Wenig später entsandte der neue Ordensmeister seinen Marschall Hugues de Jouy nach Damaskus, um mit dem dortigen Sultan in Verhandlungen zu treten. König Louis IX., dem diese Autonomie des Ordens missfiel, erzwang die Annullierung des Vertrages und eine öffentliche Demütigung der Templer. Doch diese Affäre schadete dem allgemein guten Einvernehmen zwischen König und Meister nicht. Renaud de Vichiers wurde Pate des Königssohnes, der im Château Pélérin auf die Welt kam. Der Meister verlor sein Leben während eines Feldzuges in den Süden im Jahre 1256. |
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Thomas Béraud 21. Großmeister 1256- 1257 Er war vermutlich englischer oder italienischer Herkunft. Freund des englischen Königs Heinrich III. und dessen Sohn Edward I., rettete er ihm sogar während dessen Heilig-Land-Aufenthaltes das Leben. Thomas Béraud wurde 1256 zum Ordensmeister gewählt. Während des Krieges von Genua mit Venedig war er und mit ihm der Orden auf venezianischer Seite. In einigen Briefen, die er 1260 in den Okzident sandte, fordert Meister Thomas Béraud Hilfe gegen die Angriffe der Mongolen, die die letzten noch verbleibenden festen Plätze des Königreichs Jerusalem bedrohten. Unter seiner Herrschaft wuchs die militärische und politische Bedeutung des Ordens, aber trotz allem verloren die Templer beinahe alle ihre Besitzungen im Orient. Ohne Unterlass mühte sich Thomas Béraud um den Frieden unter den Christen des Heiligen Landes. Vielleicht war er es auch, der Marco Polo von Jerusalem nach Armenien begleitete. Thomas Béraud starb 1273. |
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Guillaume de Beaujeu 22. Großmeister 1273- 1291 Er stammte aus dem Forez oder Burgund und taucht im Jahre 1271 erstmalig als Komtur von Tripolis in Palästina in den Quellen auf. 1273 war er Provinzmeister von Apulien, eine Funktion, die er bis zu seiner Wahl zum Ordensmeister am 13. Mai 1273 innehatte. Der Hauptsitz der Templer im Heiligen Land befand sich damals bereits nicht mehr in Jerusalem, sondern in Akkon und die gesamte Lage der lateinischen Christen in der Region war mehr als prekär. Aus diesem Grunde nahm Guillaume de Beaujeu auch am 1274 einberufenen Konzil von Lyon teil, auf dem ein erneuter Kreuzzug beschlossen und die Wiedervereinigung mit der getrennten Ostkirche in Angriff genommen wurde. Allerdings zeigten die in eigene Machtkämpfe verstrickten europäischen Fürsten letztlich wenig Interesse an den Belangen des Heiligen Landes. |
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Thibaud Gaudin 23. Großmeister 1291- 1293 Thibaud Gaudin war Adjutant des Meisters Guillaume de Beaujeu und übernahm in der turbulenten Zeit kurz nach dessen Tod bei der Verteidigung von Akkon 1291 das Kommando über den Orden und wurde erst einige Zeit später auf Zypern, wohin sich die Reste der Templer aus dem Heiligen Land zurückgezogen hatten, formell zum Ordensmeister bestimmt. Er amtierte nur bis April 1293. |
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Jacques de Molay 24. und letzter Großmeister 1294- 1314 Jacques de Molay wurde um 1243 aus niederem burgundischen Adel geboren. 1265 trat er in Beaune dem Templerorden bei und verbrachte einige Jahre in aktivem Kampf in Palästina. 1294 - drei Jahre nach dem Fall von Akkon - wählte ihn der Konvent zum Ordensmeister und gleich zu Beginn seines Amtswirkens setzte er sich für die Rückeroberung des Heiligen Landes ein. 1294 und 1295 unternahm Jacques de Molay eine Reise durch die abendländischen Ordensprovinzen, die nur einen Zweck hatten: soviel Kapital wie nur möglich für die geplante Rückeroberung des Heiligen Landes flüssig zu machen. Besonders der König von Aragon-Katalonien unterstützte diese Projekte, denn durch eine angebahnte Allianz mit den Mongolen erschien die Rückgewinnung des Heiligen Landes von den Muslimen wieder im Bereich des Möglichen. Jayme II. von Aragon verhandelte mit dem Ilkhan von Persien, dem König von Armenien und dem König von Zypern um Unterstützung. 1300 gelang einem Kontingent aus Templern unter ihrem Ordensmeister und weltlichen Rittern unter dem katalonischen Grafen von Entenca tatsächlich, sich auf der der syrischen Stadt Tortosa vorgelagerten Insel Rouad festzusetzen. 1301 wandte sich Jacques de Molay an den König von Aragon und schilderte ihm die politisch-militärische Situation in Syrien, die ein Eingreifen jetzt profitabel mache. Papst Bonifaz VIII. vermachte den Templern aufgrund ihres Eifers zur Rückgewinnung des Heiligen Landes die übrige Hälfte der eroberten Insel, die eigentlich der Kirche gehörte. Doch die Ankunft der Mongolen verzögerte sich und trotz einer Reihe von Befestigungen konnten die Templer die Insel nicht halten. Im September 1302 wurde sie nach einem erbitterten Abwehrkampf von den Mameluken zurückerobert und die noch lebenden Templer trotz gegenteiligem Versprechen eingekerkert, alle übrigen auf der Insel anwesenden Christen in die Sklaverei verkauft. Jacques de Molay und der zypriotische König organisierten in aller Hast eine Rettungskampagne, kamen aber mit ihren Schiffen zu spät. |
Anmerkung: Die Wappen von Walter von Spelten und Richard de Bures sind historisch nicht überliefert. Ich wählte des Gesamtbildes entsprechend das allgemeine Wappen der Templer.
Vorschau:
Im 3. Teil dieser losen Folge möchte ich ein wenig auf die Ordensregeln eingehen.
Quellen:
Hermann Müller: Die Tempelritter, Hamburg 1982
Hans Prutz: Die Ritterorden, Berlin 1908, Reprint
Monika Hauf: Der Mythos der Templer, Düsseldorf-Zürich 1995
Bulst-Thiele, M. L.: Sacrae Domus Militiae Templi Hierosolymitani Magistri. Untersuchungen zur Geschichte des Templerordens 1118 /19-1314, Göttingen 1974
© W. Brandt