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Mythen und Wirklichkeiten

Remember the Alamo

Und kein Soldat trat über die Linie...

Die Schlacht um Alamo ist wohl eine der bekanntesten und auch blutigsten in der Geschichte Amerikas gewesen. Alamo endete in einem Gemetzel − und war doch gleichzeitig ein Sieg für die Freiheit. Heute ist Alamo ein Mythos, ein Symbol für Ehre, Mut und Liebe zum Vaterland.

Während des Dominion-Krieges in »Deep Space Nine« verbindet Dr. Bashir und Miles O'Brien etwas ganz Besonderes: Sie spielen nicht nur in einem Holoprogramm die Schlacht nach, sondern sie haben ein Modell des Forts gebaut und versuchen immer wieder, das Gefecht durch verschiedene Szenarien zu einem anderen Ende zu führen. Doch auch die beiden müssen erkennen, dass die Verteidiger von Anfang an gewusst haben, dass diese Schlacht nicht zu gewinnen war. Nicht so jedoch der Krieg.

Im Jahre 1836 sagt sich die texanische Bevölkerung von Mexiko los und erklärt das Land zur Republik. Als der mexikanische Diktator Santa Anna daraufhin mit einer Armee von 7000 Mann anrückt, um die Erhebung niederzuschlagen, verschanzt sich eine Gruppe von rund 180 Freiwilligen in einer alten Missionsstation, um den übermächtigen Gegner so lange aufzuhalten, bis ein eigenes Heer aufgestellt ist.


1832 wurde der General Antonio Lopez de Santa Anna Oberbefehlshaber der mexikanischen Streitkräfte.

Um die Geschichte von Alamo verstehen zu können, muss man ein wenig weiter in der Zeit zurückgehen. 1820 stand Texas noch unter spanischer Herrschaft. Stephan Fuller Austin wurde 1793 geboren und wuchs im damals spanischen Missouri auf. Später ging er nach Texas, um dort eine Siedlung zu gründen. Einige Zeit später bat Austin die mexikanischen Behörden, ihm das Land zu schenken. Man sagte ihm zwar zu, aber Mexiko war inzwischen unabhängig von Spanien, und durch die in diesem Zusammenhang entstandenen Unruhen verzögerte sich diese Schenkung. Erst im Jahr 1823 wurden ihm die Rechte auf dieses Land übertragen.

Danach aber kamen mehr und mehr Einwanderer, sodass mexikanische Truppen nach Texas geschickt wurden, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. 1832 wurde der General Antonio Lopez de Santa Anna Oberbefehlshaber der mexikanischen Streitkräfte. Im Jahr darauf ging Stephen Austin nach Mexiko City, um mit Santa Anna zu sprechen, wurde dann aber bei seiner Rückkehr verhaftet. Erst 1835 wurde er wieder entlassen. Die Unruhen in Texas verstärkten sich nun, und die Beziehungen zu Mexiko wurden immer gespannter, bis es dann zum längst erwarteten Zusammenstoß kam. Nachdem Santa Anna eine neue Verfassung erließ und die den USA eingeräumten Rechte wieder aufhob, entbrannte ein offener Aufstand der Amerikaner. Sie vertrieben sämtliche mexikanische Truppen aus Texas und nahmen das Fort Goliad und die Hauptstadt San Antonio ein. 1836 hatte Santa Anna eine Armee von 7000 Mexikanern. Mit dieser Armee kehrte er zurück, um San Antonio zurückzuerobern. Die Amerikaner hatten sich in eine alte Mission (Alamo) zurückgezogen. Ihre genaue Anzahl ist unbekannt, aber sie wird auf 182 bis 188 geschätzt.



El Alamo in San Antonio de Béjar


Jim Bowie, der Erfinder des berühmten Jagdmessers, kam bereits 1828 nach Texas und schloss sich schon früh den Aufständischen an.

Das Alamo war eine von Franziskanern angelegte Mission. Sie hatte mehrere Aufgaben: die Indianer zum Christentum zu bekehren, die Siedler zu erziehen und sie gegen die ständigen Attacken der Indianer zu schützen. Die Mission erhielt den Namen »Mission de San Antonio de Valero«. Woher nun der Name Alamo kommt, ist bis heute nicht eindeutig zu bestimmen. So ist Alamo einmal der spanische Name für Birke − und diese Bäume überschatteten die Mission. Aber es war auch eine Abteilung spanischer Soldaten aus Alamo del Parras dort einquartiert.

James »Jim« Bowie

Sam Houston, der Oberbefehlshaber der texanischen Streitkräfte, gab knapp drei Monate zuvor dem Grenzer Jim Bowie den Befehl, die Mission zu zerstören, da er der Ansicht war, dass diese einer Belagerung nicht standhalten würde. Jim Bowie, der Erfinder des berühmten Jagdmessers, kam bereits 1828 nach Texas und schloss sich schon früh den Aufständischen an. Den Befehl von Houston führte er aber nicht aus. Stattdessen widerrief der Gouverneur Henry Smith Houstons Befehl und schickte William B. Travis mit seinen Truppen zur Alamo-Mission, um diese zu verteidigen. Auch der Milizsoldat und Kongressabgeordnete aus Tennessee, Davy Crockett, befand sich im Alamo. 13 Tage lang belagerte Santa Anna die Mission, bis er schließlich am 6. März 1836 angriff. Zweimal konnten die Verteidiger ihn zurückschlagen. Erst beim dritten Angriff brachen die Mauern und Santa Anna ließ jeden Mann töten. Travis, der bis zum Schluss nicht aufgeben wollte, wurde durch einen Schuss tödlich getroffen. Bowie verteidigte sich vom Krankenbett aus mit Revolver und Messer, bevor er von einem Bajonett durchbohrt wurde. Davy Crockett soll zunächst gefangen genommen und später grausam umgebracht worden sein. Der Legende nach hatte Travis kurz vor der Schlacht sein Schwert gezogen und eine Linie in den Sand gezeichnet. Jeder, der gehen wollte, brauchte nur über diese Linie zu treten. Aber niemand tat es.

Nach dem blutigen Ende der Schlacht war Alamo das Symbol für den Freiheitskampf geworden. Unter dem Schlachtruf »Remember the Alamo!« gewannen die Texaner drei Wochen später die kriegsentscheidende Schlacht von San Jacinto am San Jacinto River. Es folgten noch mehrere Schlachten mit hohen Verlusten auf beiden Seiten, bis Texas 1845 von den USA als 28. Bundesstaat aufgenommen wurde. Das allerdings löste den Krieg mit Mexiko aus, der bis 1848 dauerte und in dem die endgültige Grenzlinie zwischen den Staaten festgelegt wurde.

In the southern part of Texas near the town of San Antone
Like a statue on his pinto rides a cowboy all alone
And he sees the cattle grazin' where a century before
Santa Ana's guns were blazin' and the cannons used to roar
And his eyes turned sort of misty and his heart begins to glow
And he takes his hat off slowly ... to the men of Alamo
To the thirteen days of glory ... at the siege of Alamo.

Letzte Strophe des Liedes »Ballad of the Alamo«, gesungen von Marty Robbins.
Der Wilde Westen

Text- und Bildquellen:

Copyright © 2010 by Melanie Brosowski

 

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