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Mythen und Wirklichkeiten

Das Neujahrsfest

Neujahr ist eines der ältesten Feste der Welt und lässt sich bis zur prähistorischen Ära zurückverfolgen. Um die Geschichte des Neujahrfestes zu verstehen, bedarf es unfangreiche Nachforschungen, da sie selbst eine Reihe von Veränderungen im Laufe der Zeit durchgemacht hat, um ihre derzeitige globale Form zu erreichen.
Der Drang, Neujahr als ein lebendiges Fest zu feiern, ist so alt wie der Beginn der menschlichen Zivilisation. Derzeit wird Neujahr am 1. Januar gefeiert. Es stellt einen wesentlichen Bestandteil kultureller und traditioneller Praktiken der verschiedenen Gemeinschaften der Welt dar. Diese liegen nicht in denen der letzten Jahrhunderte begründet, sondern haben ihre Wurzeln weit in der Vergangenheit. Daher ist dies der Hauptgrund, dass die Neujahrstraditionen von Land zu Land variieren. Das früheste Beispiel von Neujahr wurde in der mesopotamischen Kultur gefunden. Etwa 2000 v. Chr. verwendeten die Menschen von Babel den Begriff Silvester am Tag der Frühlings-Tagundnachtgleiche, die Mitte März beobachtet wurde. Erst die Römer nahmen den 1. März als Neujahrstag in ihrem Kalender auf. Damals gab es nur zehn Kalendermonate, das Jahr begann mit dem Monat März. Die Relevanz dieser Tatsache kann man heute noch in den Namen von einigen Monaten, die nach ihrer jeweiligen Reihenfolge im Kalender vorgezeichnet worden waren, finden. In den Kalendern der heutigen Zeit sind die Monate September bis Dezember als neunter, zehnter, elfter beziehungsweise zwölfter Monat festgesetzt, zuvor wurden sie als der siebte, achte, neunte und zehnte Monat des Jahres positioniert. Im Lateinischen bedeutet Septem sieben, Octo acht, Novem neun und Dezem zehn.

Für den römischen Kalender wurden eine Reihe von Nachbesserungen verabschiedet. Dem Kalender wurden 153 v. Chr. von Numa Pontilius, zweiter römischer König, die Monate Januar und Februar zugeordnet. In dieser Zeit wurde das Neujahrsfest auf den Monat Januar verschoben, obwohl die Menschen noch einige Zeit danach Neujahr am 1. März begingen.
Dies ist immer noch nicht das Ende der Neujahrsgeschichte. Mehrere neue Kalender wurden ausgearbeitet. Die Ägypter bauten ihren Kalender auf der Grundlage eines reinen Sonnenjahres von 365 Tagen (12 Monate zu je 30 Tagen) auf, die zum Mondumlauf keine strenge Beziehung hatten und 5 Zusatztage besaß. Dieser Kalender wurde in verbesserter Form von Julius Cäsar übernommen. Das Christentum maß der Neujahrsfeier eine neue zusätzliche Bedeutung zu: Heiligabend, Mariä Verkündung oder Ostern galten zu verschiedenen Zeiten als Neujahrsbeginn. Erst Papst Gregor XII. positionierte den 1. Januar als Neujahr fest im Gregorianischen Kalender. Dieser wurde von Katholiken und Protestanten und entwickelte sich langsam aber stetig zu einem Feiertag in der ganzen Welt.

Eine Geschichte aus dem alten Persien

Es war an der Zeit, das Neujahrsfest vorzubereiten. Der König wies seine Leute an: »Ich möchte, daß es ein wirklich königliches Fest wird. Die Gästeliste soll überquellen von illustren Persönlichkeiten. Die Tische sollen sich biegen unter Delikatessen, und der Wein soll nur aus erlesenen Trauben und besten Jahrgängen bestehen.«
Die Mitarbeiter schwärmten aus und brachten aus allen Landesteilen nur das Köstlichste. Aber der König war nicht zufriedenzustellen. »Im letzten Jahr habe ich ein durch nichts zu überbietendes Fest gegeben. Aber die ganze Stadt sprach nur von dem Fest bei Ramun, dem Maler. Da wurde getrunken und gelacht die ganze Nacht bis zum Nachmittag des nächsten Tages. Im Jahr davor war es dasselbe. Ebenso im Jahr davor und davor. Einmal muß es mir doch gelingen, diesen Wurm zu übertrumpfen, denn ich, ich bin der König.«
Einer der Mitarbeiter, ein kluger Mann, verneigte sich tief und fragte: »Mein König, habt Ihr je mit dem Maler gesprochen? Es muss doch einen Grund geben, warum die Leute sein Fest so lieben, obwohl sie in schäbiger Hütte ihre mitgebrachten Happen essen und den billigsten Wein trinken müssen.«
Der König nickte stumm und sagte: »Gut, schafft mir diesen Ramun heran.«
Und so geschah es.
»Warum lieben die Menschen so dein Neujahrsfest?«, fragte der König.
Worauf der Maler antwortete: »Wir sind Freunde und brauchen einander - aber mehr brauchen wir nicht. Deshalb sind wir reich.«

(Verfasser unbekannt)

Quellen:

Copyright © 2010 by Wolfgang Brandt

 

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