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Im Innern der Burgruine Arnstein |
Ausblick auf das Mansfelder Land |
Südwestseite der Burg mit Treppenturm |
Burg Arnstein wurde nach der ersten Mansfelder Erbteilung von 1420 durch die Linie von Mansfeld-Vorderort als Wohnschloss genutzt. Dort verblieb der Edle bis zum Aussterben der männlichen Grafen im 18. Jahrhundert. Auch musste das Adelsgeschlecht der Mansfelder 1442 die kurfürstlich sächsische Lehnshoheit anerkennen.
In den Folgejahren wechselte das Schloss innerhalb der Mansfelder Dynastie häufig den Besitzer: Graf Günther verkaufte es nach 1501 für 5000 Gulden an seinen Bruder Ernst, der das Wohnschloss 1519 an seinen Bruder Hoyer weiterveräußerte. Zeitweise nutzte Graf Hoyer den Arnstein als Wohnsitz und ließ ihn nach den Verwüstungen des Bauernkrieges 1525 instandsetzen. Das Wappen links neben dem Treppenturm an der Südwestseite der Fassade gibt noch heute darüber Auskunft.
Mit dem Tod des Grafen Hoyer Tod im Jahre 1540 ging das Wohnschloss an die Söhne seines Bruders Ernst aus der Heldrunger Linie über. 1563 erhielt deshalb Graf Johann Albrecht aus dem Erbteil Schloss und Herrschaft Arnstein. Er gründete somit die Arnsteiner Linie von Mansfeld-Vorderort.
Unter Johann Albrecht von Mansfeld-Vorderort blühte das Schloss nochmals auf: Da er den Arnstein als seinen ständigen Wohnsitz nutzte, ließ er ihn weiter ausbauen. Davon zeugen noch heute Teile von Wirtschaftsgebäuden auf dem gesamten Gelände des Plateauas.
Nach dem Tode Johann Albrechts im Juli 1586 lebte dessen ältester Sohn auf dem Schlosse, bis auch er am 1. Februar 1601 verstarb. Sein jüngerer Bruder Wilhelm war als nicht direkt erbberechtigter in fremde Dienste getreten und hatte deshalb kaum Gelegenheit, sich um die Arnsteiner Belange zu kümmern. Mit seinem Tode 1615 starb die Arnsteiner Linie aus.
Dennoch wurde das Schloss weiterhin ständig bewohnt. Die Eisleber Linie büßte im Hochsommer des Jahres 1601 ihr Stadtschloss bei einem Stadtbrand ein und nutzte aus diesem Grund den Arnstein.
Während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges diente das Wohnschloss als sichere Zufluchtsstädte. So nahmen zum Beispiel Graf Georg II. und seine erste Frau Barbara Maria etwa 600 ihrer durch plündernde Soldaten hart getroffenen Untertanen auf dem Schloss auf. In diese Zeit fällt auch die Einrichtung einer Apotheke auf dem Arnstein. Am 15. März 1636 verstarb Barbara Maria, etwa einen Monat nach der Geburt ihres Sohnes Hoyer Christoph.
Am 1. November 1637 vermälte sich Georg II. mit Barbara Magdalena, einer Tochter des Grafen David von Mansfeld-Hinterort. Der Wohnsitz wurde auf das Schloss Schraplau, das durch die Hochzeit in Besitz der Eislebener Linie gelangte, verlegt. Dieser Umstand kam für den Arnstein einem Todesurteil gleich. Dieser war von nun an dem unaufhaltsamen Verfall preisgegeben.
1678 wurde die Herrschaft Arnstein, die infolge Insolvenz des Mansfeld-Vorderortes zu 2/5 unter Kursächsiche Verwaltung gekommen war, mit Ausnahme der Burg, des an ihrem Fuße gelegenen Brauhofes und des Harkeröder Vorwerkes an den Freiherren von Knigge verpfändet. Die als Ausnahme genannten Bestandteile blieben bis zu deren Aussterben 1780, als Johann Wenzel Nepomuck von Mansfeld -Vorderort-Bornstedt tödlich bei einer Kutschfahrt verunglückte, im Besitz der Mansfelder Grafen.
1812 gelangten die Freiherren von Knigge durch die Regierung des Königreichs Westfalen in den endgültigen Besitz von Herrschaft und Schloss Arnstein. Es gibt keinen Nachweis darüber, dass die Knigges auf dem Arnstein wohnten. Verbrieft ist jedoch, dass sie um 1700 das Schloss Harkerode in der Nähe des Flüsschens Eine erbauen ließen. Die Herren von Knigge ergriffen Sicherungsmaßnahmen, um den Zerfall der Anlage ein wenig stoppen zu können. Weiterhin leiteten sie eine touristische Erschließung derselben ein.
Die Familie von Knigge wurde 1945 im Rahmen der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone enteignet und ihr Besitz in Volkseigentum umgewandelt.
Heute lässt sich auf der Grundlage der noch vorhandenen Dokumente nicht mehr genau feststellen, seit wann die Burg- und Schlossanlage nicht mehr bewohnt wurde.
Herr von Rohr besuchte 1736 die Burg und bemerkte: »Aus dem weitläufigen Umfange des Schlossplatzes erkennt man, dass vor diesem viele und ansehnliche Gebäude hier müssen gestanden haben; sie liegen aber grösstenteils in ihren Ruinen, und siehet man von vielen nichts mehr als die blossen Mauern.«
Ein anderer Besucher fand 1812 auf dem Arnstein einige verarmte Familien, die sich in den halbverfallenen fensterlosen Gebäuden niedergelassen hatten und unter außerordentlich elenden Bedingungen lebten.
Die Burgruine stellt auf Grund ihrer Größe und ihres Zustandes immer noch eine der imposantesten Anlagen in der Harzregion dar. Ein ansässiger Heimatverein nimmt sich seit 1992 der weiteren Sicherung der Burgruine an.
Wer Lust verspürt, diese interessante Burgruine zu besuchen, findet im gesamten Areal Spuren der ehemaligen Anlage. Über die restaurierte Wendeltreppe im Treppenturm an der Südwestseite gelangt man in die obere Etage des ehemaligen Palas. Von dort hat der Besucher einen eindrucksvollen Blick weit in das Mansfelder Land hinein.
Reste der Burgmauer, des Torhauses und der Wirtschaftsgebäude zeugen von einer ehemals mächtigen Burg- und Schlossanlage. Und wer sich traut, kann einen unterirdischen Geheimgang unter dem Palas begehen. Und Eintritt braucht man auch nicht zu bezahlen, denn die Anlage ist frei zugänglich.
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Reste des alten Wirtschaftsgebäudes |
Blick aus dem ersten Stock auf Sylda |
Im Innern des Geheimganges der Burgruine |
Textquellen:
Informationstafel der Burgruine Arnstein
www.harzlife.de
Bildquellen:
Fotoarchiv des Autors
© W. Brandt