
Kunst und Handwerk

Beitrag mit Schnittmuster und dem dazugehörigen
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Die Cotte, auch Kittel oder Cotta
Die Cotta war im Mittelalter ein gängiges Kleidungsstück. Diese wurde von Männern wie auch von Frauen getragen. Sie wurde auch Hemdkleid genannt und über einem unsichtbaren Unterhemd oder unter dem Surcot getragen. Manchmal trug man sie auch ohne Surcot. Vielleicht einigen wir uns darauf, dass es sich hierbei um ein Kleid handelt. Man muss im Hinterkopf haben, dass es zu diesem Kleid auch noch ein “Oberkleid” gibt, wobei Rocksaum, Ärmelbündchen und Halsausschnitt der Cotte sichtbar blieben und deswegen häufig mit Borden und Stickereien verziert waren. Der Halsausschnitt für das Einschlupfen in die Cotte wurde meistens vorne in der Mitte getragen und durch einen „Fürspan“ geschlossen.
Ein Fürspan ist eine Gewandspange aus Metall, mit der im Mittelalter der keilförmige Halsausschnitt des Schlupfkleides (Cotte) am Hals geschlossen wurde. Er ist somit eine Sonderform bzw. ein Nachfolger der Fibel. Der Fürspan ist entweder ringförmig oder viereckig, mit einer Scharniernadel versehen und dient neben seiner praktischen Funktion auch als Schmuckstück.
Die Cotten der Frauen waren knöchel- oder bodenlang, Es galt als ungehörig, die Füße zu zeigen. Die der Männer variierten zwischen knöchel-, waden- oder knielang. Die Länge der Cotta der Männer hing von der Betätigung des Trägers ab. Zum Beispiel trugen Bauern eine kürzere Cotta als Adlige, damit sie während ihrer Arbeit nicht behindert wurden.
Wie stelle ich eine Cotte her, auch für Nähanfänger:
Die Cotte wurde aus Wolle oder Seide hergestellt, sie besteht aus zwei Rechtecken, in die der Halsausschnitt hinein geschnitten wird. Die Ärmel sind leicht angeschrägt, aber man kann die Ärmel auch gerade machen. Seitlich werden die Geren (Keile) eingesetzt, damit die Cotte faltenreich fällt. Halsausschnitt und Ärmelsaum werden mit feiner, goldener Kordel verziert, aber man kann sie auch mit breiter Borde oder Halsstickereien versehen.
Man beginnt mit den Schultern. Diese werden geschlossen und gebügelt. Danach wird der Halsausschnitt bearbeitet. Dieser wird mit einem Beleg verstürzt. Das heißt es wird ein Stoffstück (das die Form des Halsausschnittes hat) belegt. Danach werden die Ärmel und die Geren an das Vorderteil angenäht. Ist das geschehen, kann man die Ärmelnaht schließen. Danach das kleine Stück Seitennaht zunähen und die Geren an das Rückenteil annähen.
Jetzt muss man nur noch den Ärmel- und den Kleidersaum mit der Hand säumen, mit der Borde verzieren und fertig ist die Cotta.
Hinweis:
Man kann die Cotta mit der Hand oder mit der Maschine nähen. Es bleibt jedem selbst überlassen, wie er das machen will.

Schnittmuster der Cotte im Maßstab 1 : 8
Und so sieht sie ungefähr fertig aus:

HIER findet ihr den Beitrag zum Oberkleid oder Surcot.
Beide zusammen ergeben dann ein schlichtes Mittelalterkleid
von Manuela Reutlinger
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