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Interview mit Sven Michael Schreivogel

im Gespräch mit Sven Michael Schreivogel

Sven.JPGVon Kindheit an hat „Dr. Mabuse“ es ihm angetan.hat die Möglichkeit, sich etwas näher mit Sven Schreivogel, Inhaber der Firma Nocturna Audio e.K., zu beschäftigen.
Sven Michael Schreivogel, Jahrgang 1972, absolvierte neben seiner Arbeit als Journalist und Schriftsteller auch eine Schauspielausbildung bei Gilles Tschudi in Göttingen und eine Ausbildung zum Filmemacher an der Kaskeline-Film-Akademie in Berlin. Weiterhin nahm er an Praktika und Seminaren im Film- und Videobereich teil, z.T. in Frankreich und Tschechien. Sein fachliches Spezialgebiet sind die Hörspielproduktionen der Tonträgerindustrie.

Hallo Sven, wir freuen uns außerordentlich, dass du dir für die Beantwortung einiger Fragen unsererseits Zeit nimmst.
„Der Fluch oder: Die Nacht der zwei Monde“ entstand unter deiner Federführung als Film- und Videoproduzent. Als Kulisse diente unter anderem die sagenumwobene Teufelskanzel im Werratal. Was waren deine Beweggründe, den Streifen gerade in dieser Region zu drehen?

Sven Michael Schreivogel: Die Region ist nicht nur meine Heimat, sondern auch ein hervorragender Drehort. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

abt.JPG : Ein weiterer Film, den du produziert hast, ist „Der Seelenspiegel“. Mit Christian Kemmling, Susanne Blatt, Caroline Rapp und Mario Grete in den Hauptrollen drehte dein Filmteam wiederum im Dreiländereck von Nordhessen, Südniedersachsen und Westthüringen. Wovon handelt der Film?

Sven Michael Schreivogel: Der Film – eine Hommage an den deutschen Stummfilm – handelt von einem jungen Zimmermannsgesellen, der seine Seele dem Teufel verkauft. Der Faust-Mythos lässt grüßen ... Diesen Teufel in Gestalt eines Mönchs spielte übrigens der eben erwähnte Mario Grete, der inzwischen auch als Sprecher für Hörspielproduktionen arbeitet.

: Was hat dich dazu bewogen, 2002 in den Hörspielbereich einzusteigen?

Sven Michael Schreivogel: Bei mir ist’s wie bei vielen anderen Produzenten der jüngeren Generation, etwa meinem Kollegen Thomas Birker von Tonstudio Dreamland Productions. Man ist zunächst Hörspiel-Fan und versucht irgendwann, selbst ein Projekt auf die Beine zu stellen. Den Einstieg verdanke ich meinem Freund Konrad Halver, in dessen Graceland Studios ich als Produktionsleiter angefangen habe. Natürlich möchte ich auch Klaus Leuner von der Hamburger Synchron und allen voran Susa Gülzow nicht vergessen, ohne deren Mitwirken sich meine Firma nicht so schnell auf dem Markt etabliert hätte.

: Für die Hörspielproduktion werden ja eine Reihe von Sprechern benötigt. Wie erfolgt deren Auswahl?

Sven Michael Schreivogel: Die Besetzung übernimmt die Regisseurin Susa Gülzow. In der Regel trifft sie bereits beim Schreiben eine Vorauswahl. Dann sprechen wir gemeinsam noch mal darüber und freuen uns – wie im Fall der „Dämonenkiller Edition 21“ –, wenn alle Wunsch-Kandidaten zusagen.

: Verbarrikadiert im Elternhaus hattest du mit zehn Jahren deinen ersten Kontakt zu den Dr.-Mabuse-Filmen. Drei Hörspiele sind bisher erschienen. Wann werden die fehlenden drei Hörspielfassungen produziert?

Sven Michael Schreivogel: Dazu kann ich im Moment leider nichts sagen...

: Beim Blitz-Verlag erscheint die „Sherlock Holmes Criminal Bibliothek“. Wie viele und vor allem welche Folgen werden bei Nocturna Audio als Hörbuch auf den Markt kommen?

Sven Michael Schreivogel: Es ist geplant, alle Buchtitel auch in Hörbuchfassung herauszubringen. Die zweite Folge, „Holmes und der Kannibale“, gibt’s demnächst auf CD.

: Die Fortführung der „Dämonenkiller Edition 21“ scheiterte an der Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Zaubermond-Verlag. War diese Situation für Nocturna Audio ein Verlust und ein Schritt zurück?

Sven Michael Schreivogel: Natürlich ist es schade, dass unser Team, das mit Begeisterung für diesen grandiosen Stoff ans Werk gegangen ist, nicht weitermachen wird. Aber wir haben genug andere Projekte, so dass wir jetzt nicht in ein Loch fallen oder ähnliches.

Ron_Kelly1.jpg : Das jüngste Kind in der Nocturna-Audio-Familie ist „Ron Kelly - Schattenmächte“ nach der Vorlage von Dan Shocker. Wie umfangreich, aber auch wie schwierig gestaltet sich diese Hörspielproduktion, besonders nach dem Tod von Jürgen Grasmück?

Sven Michael Schreivogel: Die Original-Tonbänder waren in einem schlechten Zustand und konnten nur durch die Erfahrung der Firma Pauler Acoustics ein letztes Mal abgespielt werden. Mit Karin Grasmück haben wir gerade vereinbart, dass wir die Serie fortsetzen dürfen. Die zweite Staffel soll Mitte Mai als Download erhältlich sein.

: „Ron Kelly“ wird gemeinsam mit SDK Media Musik- und Hörbuchverlag Göttingen produziert. Wie bewertest du die Zusammenarbeit mit Thomas Körber?

Sven Michael Schreivogel: Thomas Körber ist einfach der beste Geschäftspartner, den man sich denken kann: energiegeladen, kompetent, professionell, verlässlich, witzig. Darüber hinaus ist er seit vielen Jahren ein guter Freund von mir.

: Im Hörspiel-/Hörbuchprogramm von Nocturna Audio findet der geneigte Hörer Horror, Krimi, Märchen, Zeitgeschichte ... Sind Überlegungen vorhanden, dass ihr euch auch mal an die Genres Fantasy und Science Fiction wagt?

Sven Michael Schreivogel: Ein Fantasy-Projekt für Kinder befindet sich in Vorbereitung.

: Im modernen Multimedia-Zeitalter powern die großen Verlage verstärkt auf die Bereiche E-Book, Hörspiel und Hörbuch. Nicht nur in der altbewährten Buchhandlung findet man die Silberlinge, sondern mittlerweile auch in Discountmärkten, an Tankstellen und sogar in den ATU-Filialen. Könnt ihr mit den „Großen“ mithalten oder sucht ihr euch Randnischen, die nicht abgedeckt werden?

Sven Michael Schreivogel: Man sollte nicht dem Irrglauben unterliegen, dass man als kleiner Verlag gegen die „Großen“ antreten könnte. Wir versuchen zum Beispiel durch verschiedene Aktionen und interessante Produkte auf uns aufmerksam zu machen.

: Welche neuen Projekte wird es bei Nocturna Audio geben?

Sven Michael Schreivogel: Zu Einzelheiten darf ich zwar noch nichts sagen, aber in Kürze werden wir zwei neue Projekte im Horror-Genre ankündigen.

: Sven, wir bedanken uns für das interessante und aufschlussreiche Interview und wünschen dir und deinem gesamten Team weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung eurer Vorhaben und Ideen.

Sven Michael Schreivogel: Vielen Dank. Auch ich wünsche euch weiterhin alles Gute für euer Fanzine.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Sven Schreivogel

 

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