

: Hallo Richard, ich freue mich, dass du dir die Zeit nimmst, uns ein paar Fragen über Werkzeugs zu beantworten.
Was genau verbirgt sich hinter Werkzeugs?
Richard Haxel: Plakativ gesprochen: WerkZeugs macht Zeugs zum Werk. Das bedeutet, dass wir alle möglichen Produkte, wie zum Beispiel T-Shirts, zu Büchern, aber auch zu den Kunstwerken von Illustratoren und Künstlern entwerfen, produzieren und vertreiben. Darüber hinaus veranstalten und betreuen wir Events wie das WerkZeugs Lesecafé.
: Wie kam es zu der Idee, Werkzeugs zu gründen?
Richard Haxel: Die Idee für das Ganze entstand auf einem Tag der offenen Tür von Schattenmond (szeneübergreifender Onlinestore www.schattenmond.com). Damals kam es zur Idee, zunächst zu den Büchern von Mahet Zitate seiner Protagonisten wie »Danke mir nicht für meine Milde« auf T-Shirts zu drucken. Diese anfängliche Bierlaune wurde noch am selben Abend sehr ernst diskutiert und WerkZeugs war im Grunde geboren.
: Wonach sucht ihr die Autoren und Künstler aus, zu deren Werken ihr das Zeugs macht?
Richard Haxel: Das ist sehr unterschiedlich. Manche werden uns von Agenten oder Verlagen empfohlen, andere haben wir selbst entdeckt. Zunächst lesen wir das Buch – im besten Fall das Manuskript vor Erscheinen des Werkes - und überprüfen es auf verwertbare Zitate oder Motive.
: Werkzeugs ist auf den Buchmessen und auch verschiedenen Cons vertreten. Was genau erwartet ihr von diesen Präsentationen? Welche Erwartungen habt ihr bei diesen Liveauftritten und inwiefern erfüllen sich diese?
Richard Haxel: Da wir ein junges Unternehmen sind, ist es für uns natürlich wichtig, an möglichst vielen Orten und zu möglichst vielen Gelegenheiten Präsenz zu zeigen. Neben dem rein wirtschaftlichen Faktor, also dem Verkauf unserer Produkte, nutzen wir solche Veranstaltungen in erster Linie zur Kontaktpflege – es ist erstaunlich, wie viele Projekte sich auf diese Art ergeben! Darüber hinaus haben wir auf den meisten Cons auch einfach Spaß – einer der Vorteile, wenn man Berufliches und Privates miteinander verbinden kann.
: Euer Angebot reicht vom T-Shirt über Taschen, Aufklebern, Buttons bis hin zu Feuerzeugen. Ich nehme an, dass eure Ideen damit noch lange nicht erschöpft sind. Gibt es bei euren Produkten so etwas wie eine Top Ten Liste? Und plant ihr derzeit etwas ganz Neues?
Richard Haxel: Neben den signierten Büchern sind momentan die T-Shirts der klare Verkaufsschlager, was verständlich ist, da diese Produktgruppen unseren momentanen Schwerpunkt bilden. Natürlich arbeiten wir auch schon an weiteren Produkten, die in den kommenden Monaten online gehen sollen. Darüber hinaus planen wir gerade ein besonderes Event im Zusammenhang mit dem im nächsten Frühjahr erscheinenden Buch »Judassohn« von Markus Heitz ...
: Wie verläuft ein Arbeitstag hinter den Kulissen von Werkzeugs? Arbeitet ihr zusammen in einem Büro oder läuft das auch alles weitestgehend über das Internet?
Richard Haxel: Wir haben 2 Büros im Saarland, eins in Dillingen und eins in Saarbrücken. Eine bilaterale Kommunikation läuft zum Beispiel über ein einfaches Forum, in dem wir viel Sinn und Unsinn schreiben, ganz wie es in der Natur eines Forums ist. Wichtige Dinge besprechen wir im Team mit viel Kaffee.
: Wie kann ich mir die Zusammenarbeit mit den Autoren/ Künstlern vorstellen? Wie wichtig ist da vor allem der persönliche Kontakt?
Richard Haxel: Den persönlichen Kontakt halte ich für sehr wichtig. Nicht nur wenn wir selbst Lesungen organisieren bieten wir allen Akteuren stets Kaffee, Kekse und einen Süßigkeitenteller an und einen Platz, um ihre Sachen zu deponieren. Irgendwann hat sich der WerkZeugs Stand auf Messen und Cons als Anlaufpunkt für Autoren und Künstler etabliert. Wenn Ihr also mal auf der Suche nach einem bestimmten Autor seid – einfach mal bei uns vorbeischauen. 
: Auf der Homepage von Werkzeugs steht, dass die Mitarbeiter sich u.a. durch ihre Leidenschaft für Fantasy und Rollenspiele aus-zeichnen und die Liebe zu Büchern teilen. Fantasy und Liebe zu Büchern kann ich nachvollziehen, doch welche Rolle spielt bei Werkzeugs das Rollenspiel? Ich frage das, weil Rollenspiele auf dem Geisterspiegel (noch) kein großes Thema sind.
Richard Haxel: Insbesondere Tanja und ich sind begeisterte Rollenspieler. Nach einigen Jahren P&P hat es uns zum Live Rollenspiel hingezogen. Wenn Sie nicht als Elfe oder Zigeunerin und ich nicht als Rondrageweihter oder Magier mit Samtrobe und Spitzhut unterwegs bin, organisieren wir auch selbst Cons. Wir sind beide im Vorstand von Rollenspielvereinen (Nebelwölfe e.V. und Madara e.V.)
Davon abgesehen wird es auch bei WerkZeugs demnächst Merchandise zu einigen bekannten Rollenspielen geben.
: Derzeit boomt das Genre Fantasy gerade im literarischen Bereich. Sicher profitiert auch Werkzeugs von diesem Boom. Was wäre, wenn es plötzlich einen Wandel gäbe und Fantasy zu einer Randerscheinung auf dem Buchmarkt »verkommen« würde, was hoffentlich nie geschehen wird. Hättet ihr einen Plan B und könntet euch ohne weiteres einem anderen Genre zuwenden?
Richard Haxel: Zum Glück machen wir keine T-Shirts mit Bis(s) oder Stäbe für Hogwarts-Schüler. Wir richten uns an »echte« Fans, die ihrem Hobby auch ohne Boom treu bleiben. Viele unserer Shirts werden aber auch von Menschen gekauft, die gar nichts mit dem Thema am Hut haben. Eine »Gefallene Göttin« oder Männer mit »einer Schwäche für Frauen, die einen an der Waffel haben« finden sich auch außerhalb der Fantasyszene.
Wir fühlen uns allerdings auch in anderen Genres recht wohl. Mit Perry Rhodan sind wir in die Welt des Science Fiction eingetaucht und haben mit Sabine Ebert auch mit historischen Romanen angefangen.
: Blicken wir schnell wieder in die Gegenwart zurück, die uns derzeit jeden Monat wunderbare neue Bücher im Phantastikbereich beschert. Welchen Autor oder Künstler hättest du gern noch bei euch im Programm und warum ausgerechnet gerade diesen?
Richard Haxel: (lacht) Natürlich gibt es da schon noch den einen oder anderen Autor, den wir noch gerne dabei hätten (teilweise liegen die Ideensammlungen schon in der Schublade ...) aber dazu kann ich momentan nichts weiter verraten. Schön wäre, zukünftig mehr ausländische Autoren unter Vertrag nehmen zu können.
: Wie sehen eure Pläne für die nahe Zukunft aus? Kann man euch demnächst wieder live erleben?
Richard Haxel: In den Wintermonaten sind wir weniger unterwegs, als nächste Veranstaltung ist im Februar der»Markt der Epochen« in Rheinberg geplant, wo wir unter anderem Lesungen mit Markus Heitz und Sabine Ebert organisieren werden. In der Zwischenzeit werden wir natürlich nicht untätig sein: Wir planen für 2010 diverse Veranstaltungen und arbeiten derzeit auch an neuen Kollektionen, wie etwa zu Büchern von Andrejz Sapkowski (The Witcher) und den Gemälden des Künstlers Edgar Ende.
: Ich danke dir, dass du dir die Zeit für die Beantwortung der Fragen genommen hast und wünsche dir alles Gute und weiterhin viel Erfolg.
Das Interview führte Anke Brandt.

Einen Werkstattbericht zu WerkZeugs findet man HIER