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Interview über Werwölfe mit Christoph Hardebusch

im Gespräch über Werwölfe mit Christoph Hardebusch

: Hallo Christoph, wir kennen dich als Autor der Trolle, mit den Sturmwelten hast du dich als Abenteurer bewiesen, nun mit den Werwölfen bewegst du dich im Bereich der historischen, dunklen Phantastik. Was hat dich besonders am Thema Werwölfe gereizt?

Christoph: Horror, Mystery, Urban Fantasy, oder wie immer man das auch nennen will – das alles sind Bereiche, die mich sehr interessieren. Das sind auch Genres, in denen ich mich schon lange als Leser und auch schreiberisch bewegt habe. Die Idee, einen Roman über Werwölfe zu schreiben, keimte schon seit Längerem, und als ich bei der Arbeit an den Sturmwelten mal wieder auf die Schwarzromantiker stieß, hatte ich den Einfall, das zu kombinieren. Mir schwebte ein Roman vor, in dem verschiedene Seiten der Werwölfe gezeigt werden, da sie ja in den Medien durchaus auch auf ganz unterschiedliche Art präsentiert werden.

: Warum hast du dir als Hintergrund für den Roman genau diese Zeit und vor allem diese historischen Figuren wie Lord Byron, Percy Shelley und Mary Godwin ausgesucht?

Christoph: Ein Aspekt ist sicherlich, dass mir die Zeit und die Personen gefallen. Während meines Studiums bin ich das erste Mal über sie gestolpert, und seitdem habe ich mich immer wieder damit beschäftigt. Der historische Hintergrund ist sehr spannend, da es eine Phase großer Umbrüche ist, in der sich Veränderungen in Richtung Moderne mit den Kräften der Bewahrung messen. Das historische Personal des Romans entspringt natürlich zum einen dieser Zeit, zum anderen liegen viele Grundlagen moderner Phantastik in ihren Arbeiten, und es war mir eine große Freude und ein großer Spaß, das in meinem Text zu verarbeiten.

: Die Verstrickung von Historie und Fiction ist dir in diesem Roman meines Erachtens perfekt gelungen. So etwas funktioniert wahrscheinlich nur durch eine exzellente Recherchearbeit. Wie sah diese für »Die Werwölfe« aus? Besonders interessiert mich natürlich, ob du die Handlungsorte vorher bereist hast, denn die Beschreibungen sind doch sehr detailliert und damit bildhaft gelungen.

Christoph: Ich weiß nicht, ob die Recherche exzellent war; sie war auf jeden Fall sehr aufwändig. Ich habe das zu Beginn ein wenig unterschätzt, weil ich bereits ein Vorwissen mitbrachte. Aber der Teufel liegt in diesen Dingen im Detail. Es sind alltägliche Kleinigkeiten, die oft die meiste Zeit beanspruchen. Dazu kommen die unterschiedlichen Handlungsorte, die natürlich wieder ganz eigene Recherchearbeit mit sich bringen. Ich habe einige wichtige Orte noch einmal besucht, wie Genf und Rom, andere kannte ich von früheren Reisen.

: Obwohl das Buch »Die Werwölfe« heißt, spielt letztendlich doch ein Vampir in Person des Grafen von Karnstein eine tragende Rolle. Dabei gefiel mir beim Lesen die Beschreibung der Wesen besonders, die Unterschiede aber auch die Gemeinsamkeiten. Wolltest oder konntest du auf den Blutsauger nicht verzichten?

Christoph: Ich wollte eine Welt erschaffen, in der es mehr phantastische Elemente als nur die Werwölfe gibt. Werwolf und Vampir haben in vielen Volksmythen ähnliche Wurzeln, und es erschien mir einfach passend, einen Vampir einzubauen.

: In meiner Rezension habe ich es schon erwähnt, mir fiel die äußerst positive Entwicklung deines Schreibstils auf, die du seit dem Buch »Die Trolle« genommen hast. In »Die Werwölfe« gelingt es dir in hervorragender Weise, deinen Stil dem Inhalt anzupassen, ohne gekünstelt zu wirken. Im Gegenteil, das Lesen des Buches ist ein sprachlicher Genuss. Gibt es dafür eine Erklärung oder liegt es einfach am Genre? (Ich frage das so, weil mir das eben auch bei Markus Heitz aufgefallen ist, dass er sprachlich in der Dark Fantasy einfach bedeutend besser bei mir als Leser ankommt.)

Christoph: Ich weiß nicht, ob es allgemein am Genre liegt. Bei »Die Werwölfe« habe ich gezielt versucht, einen etwas altertümlicheren Stil zu pflegen, damit der Roman inhaltlich und stilistisch eine Einheit bildet. Natürlich nicht ohne dabei die Lesbarkeit im Auge zu behalten. Gerade bei Naturbeschreibungen habe ich mich zum Beispiel am Schwärmerischen und Ausufernden der Romantiker orientiert.

: »Die Werwölfe« enden so, dass eine Fortsetzung sich nahezu anbietet. Kannst du uns da schon etwas über zukünftige Pläne verraten? Es wäre ja sogar ein reiner Vampirroman denkbar, wenn ich an das Ende einer Protagonistin denke …

Christoph: Derzeit ist keine Fortsetzung geplant. Theoretisch eignet sich die Welt natürlich für weitere Geschichten, aber die Handlung von »Die Werwölfe« ist ja so angelegt, dass eine direkte Fortsetzung schwierig wäre. Ich sammle Ideen, aber ob sich daraus jemals ein Buch ergibt, kann ich noch nicht abschätzen.

: Auch in diesem Jahr wirst du wieder viel für deine Leser unterwegs sein, wie du auf deiner Homepage schon angekündigt hast. Wo kann man dich in nächster Zeit erleben und worauf freust du dich in diesem Jahr schon besonders?

Christoph: Der nächste Termin ist der 22. Januar in Zweibrücken, wo ich gemeinsam mit Bernhard Hennen lesen werde. Danach geht es im März auf der Buchmesse Leipzig weiter.

: Ich danke dir für das Interview und wünsche dir (bis zum nächsten Mal) alles Gute und allzeit die richtigen Worte.

Christoph: Ich bedanke mich!

Das Interview führte Anke Brandt.

 

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