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Interview mit Andreas Schäfer

im Gespräch mit Andreas Schäfer

Andreas Schäfer wurde 1959 in Verden/Aller geboren, studierte in Hamburg Germanistik, Philosophie und Erziehungswissenschaften.

1988 promovierte er  mit einer Arbeit über Max Frisch (Rolle und Konfiguration) zum Dr. phil.

Seit 1991 ist Andreas Schäfer im Hamburger Kelter-Verlag als Lektor tätig. sprach im Rahmen der Erweiterung des Spannungsroman-Programms im Kelter-Verlag mit dem Cheflektor des Hamburger Romanheft-Verlags.

GS: Wie sind Sie Redakteur im Allgemeinen und Cheflektor beim Kelter-Verlag im Speziellen geworden?

AS: Seit 1991 im Verlag; vorher Dissertation über Max Frisch und Ideengeber und Leiter von Literaturreisen.

GS: Was sind Ihre Hobbies?

AS: Literatur, Schach, Berge, Fußball.

GS: Haben Sie selbst Roman(heft)e gelesen?

AS: Schon als kleiner Junge.

GS: Worum wird es in „Al Capone“ genau gehen – wird es einen „roten Faden“ geben, der sich durch die Hefte zieht?

AS: Die Auseinandersetzung zwischen Eliot Ness und Al Capone, die mal im Vorder-, mal im Hintergrund der Handlung steht, ist der rote Faden.

GS: Wird Al Cann einziger Autor sein?

AS: Die Beschränkung auf einen Autor haben wir immer favorisiert.

GS: Wie kam es zur Neuveröffentlichung von „Al Capone“?

AS: Wir glauben, dass die Zeit dafür reif ist. Historische Personen der Kriminalgeschichte bekommen beim Leser immer größeres Gewicht.

GS: Ist geplant in „Al Capone“ alle Romane von „Mr. Chicago“ zu bringen und zwar in der ursprünglichen Reihenfolge?

AS: Die Kompetenz des Autors und die Qualität seiner Romane bestärken uns in diesem Plan.

GS: Werden die Spannungsromane (Capone & Geisterfänger) nicht Korrektur gelesen oder wenigstens notdürftig aktualisiert, damit solche Sätze wie mit „der Neger sprach mit der kehligen Stimme, die seiner Rasse eigen war“ nicht mehr vorkommen?

AS: Die Bewahrung des authentischen Charakters ist uns sehr wichtig, gerade wenn es um historische Dimensionen geht. Ein anderes Beispiel: Sie finden in vielen Romanen (z. B. Epoche Realismus, 19. Jahrhundert) namhafter Schriftsteller wie Wilhelm Raabe, C. F. Meyer oder Gustav Freytag Formulierungen, die sich an der Grenze zum Antisemitismus bewegen. Bei Neuausgaben dieser Werke muss bereits um der Literaturgeschichtsschreibung willen auf Veränderungen im Sinne der Political Correctness verzichtet werden. Authentizität legt den Finger in die Wunde. Natürlich ist das genaue Gegenteil von Rassismus gemeint. – Bei Al Capone folgen wir übrigens der längeren, früher unveröffentlicht gebliebenen Urfassung des Autors. Sein Erzähler ist von Al Cann nie als klassischer auktorialer Erzähler verstanden worden.

GS: Sind für die Zukunft weitere Spannungsromanserien im Allgemeinen und Kriminal- und Gruselromanserien im Speziellen im Kelter-Verlag geplant?

AS: Ja.

GS: Wird es neben den Nachdruckserien (Geisterfänger/Capone/Western) in Zukunft auch (teilweise) neue Romane im Spannungsromane-Sektor geben?

AS: Wir schließen das ausdrücklich nicht aus.

GS: Wird der Romantic-Thriller-Bereich in Zukunft neben den regulären Reihen „Gaslicht“ und „Irrlicht“ ausgeweitet?

AS: Wir würden uns darüber sehr freuen.

GS: Kommt die Serie „Klaus Störtebeker“ in absehbarer Zeit wieder? Auf der letzten Seite des letzten Bandes gab es die Option, möglicherweise noch irgendwann mal neue Romane zu bringen.

AS: Das bleibt abzuwarten.

GS: Warum wird im letzten Heft von „Klaus Störtebeker“ gesagt, die Serie sei "wie geplant" mit Band 12 geendet, das allerdings vorher nie erwähnt wurde?

AS: Die Serie war tatsächlich auf zwölf Bände ausgerichtet. Jedenfalls zunächst einmal.

GS: Wie kommt es, dass die chronologische Reihenfolge der Subserien des Geister-Krimis im Nachdruck innerhalb des „Geisterfängers“ nicht eingehalten werden (z. B. statt dem 1. Roman einer Subserie der letzte zuerst abgedruckt wird usw.)?

AS: Der 'Geisterfänger' will bewusst eine Romanreihe und keine Serie sein!

GS: Wie und von wem und unter welchen Kriterien werden die Romane von „Geisterfänger“ ausgewählt?

AS: Die Kriterien sind Qualität und die Verfügbarkeit von Lizenzen.

GS: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Interview genommen haben!

 

Das Interview wurde geführt von Martin Palm

 

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