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Interview mit Ambros Göller

im Gespräch mit Ambros Göller (mit Video)

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Letzter: 09.09.10 - 06:48 Uhr

Das Interview wurde auf der Leipziger Buchmesse 2008 geführt.
Die Fragen stellten Gerold Schulz. Das Foto wurde vom Persimplex Verlag mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt. Video Wolfgang Brandt.

Sanftmütige Gesichtszüge zeichnen Ambros aus. Wer ist Ambros?
Während der Leipziger Buchmesse 2008 lernten wir Geisterspiegler den Musiker und seine spirituelle Musik am Stand des Persimplex Verlages ein wenig kennen. Passend zum Verlagsprogramm stimmte Ambros Göller, der Meister der indianischen Flöte, die Besucher auf ein audiovisuelles Erlebnis ein.
Der von einer Chayenne-Familie adoptierte Musiker führte während der Buchmesse einige Stücke seines Wirkens und Könnens auf indianischen Flöten vor. Seine spirituellen Stücke werden auch von privaten indianischen Radiosendern in den USA gespielt.
Wir hatten die Möglichkeit, mit Ambros ein Interview zu führen.

: Hallo, zuerst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, uns ein kurzes Interview zu geben. Ich komme gleich zu meiner ersten Frage: Es ist ja nicht allgemein üblich, dass jemand, der in einem mittelständischen Betrieb hier in Deutschland arbeitet, sich mit Lakota beschäftigt. Wie bist du dazu gekommen?

Ambros: Ja, wie jeder Junge habe ich mich mit Büchern beschäftigt und war wie jeder normale Junge in der Zeit damals zumindest nicht grade von Karl May, aber von vielen Indianergeschichten richtig in den Bann gezogen und mitgerissen. Und habe mich halt dann weiter immer für mehr interessiert und dadurch das Interesse an der Kultur immer weiter vertieft. In dieser Zeit ist auch der Traum entstanden, dass ich unbedingt das Land mal kennenlernen möchte, will, wollte.

: Warst du schon vor Ort und hast dein weiteres Interesse an dem Hobby nicht nur aus Internet, Zeitschriften oder sonst irgendwas geholt, sondern warst tatsächlich dort? Kannst du mir dazu bitte etwas sagen?

Ambros: Ja, ich war schon dort und bin dort. Das „Hobby“ ist schon sehr vertieft. Damals entstand der Traum, die Black Hills, die heiligen Berge der Su mal zu sehen. Und das hat sich viele, viele Jahre später einmal ergeben. Ich bin da rüber geflogen als ganz normaler deutscher Tourist, um das Land zu sehen und konnte dort sehr wichtige und sehr gute Verbindungen knüpfen, die mein Leben grundlegend verändert haben.

: Da bist du also praktisch in Kontakt mit diesen Personen, mit diesen Indianern getreten. Kannst du zu deinen näheren Freundschaften etwas Genaueres sagen? Sind es Krieger, Häuptlinge oder Führer? Oder sind es ganz normale „Leute“?

Ambros: Ja, quer durch, quer Beet. Es ist alles dabei. Man muss erst mal sehen, denn hier in Deutschland erzählt jeder von Häuptlingen oder Medizinmännern. Es gibt auch normale Leute, und zwar sehr viele, die auch vor Ort sind und an die man auch herkommen kann. Es ist nicht einfach, Verbindungen zu schließen, wenn man nicht irgendeinen Anlaufpunkt hat. Aber sobald der Knoten mal geplatzt ist, ergibt eins das andere.

: Du hast mir erzählt, dass du dich mit der Mystik und den Lehren dieser Völker beschäftigst. Nimmst du von diesen spirituellen Dingen auch welche mit rüber in den jetzigen Alltag, also den heutigen Alltag hier in Deutschland? Kannst du damit etwas hier anfangen in unserem „modernen Leben“?

Ambros: Ja, sehr viel. Die Begegnungen, die ich unter anderem in Süd Dakota hatte, haben mein Leben grundlegend verändert. Ich bin irgendwie ein ganz anderer Mensch geworden. Ich bin zwar trotzdem noch ich, bin auf dem Teppich, bin nicht der große Indianer. Der werde ich auch nie sein. Deshalb nennt man mich dort drüben den Franconian Fluteman, weil ich denen mal erzählt habe, dass ich aus Franken komme. Und so ergab eins das andere. Ja, ich nehme sehr viel mit. Ich bin ruhiger geworden, ich habe viel von den Leuten lernen können, die sehr gelassen sind und mit Lebenssituationen anders umgehen. Wir machen alles so kompliziert und die machen alles viel einfacher. Und, ja, wie soll ich sagen, es läuft. Ich habe gelernt, loszulassen.

: Jetzt habe ich noch eine Frage, die mich interessiert. Wie kommunizierst du mit diesen Leuten, Hand und Fuß, auf Englisch oder eben in dieser Sprache?

Ambros: Ja, man muss als allererstes Mal sehen, weil viele Leute fragen mich: Sprichst du indianisch? Da sagen die Indianer immer als Antwort drauf: Sprichst du europäisch? Ja man muss sehen, es gibt sehr viele Sprachen. Und ich spreche die Sprache nicht fließend. Ich verstehe ein paar Brocken und man lernt immer etwas dazu. Aber kommunizieren tut man in Englisch.

: Dann bedanke ich mich für die Informationen. Es war recht interessant. Und könntest du zum Abschluss den Usern hier vom irgendetwas, einen Gruß in dieser Sprache übermitteln?

Ambros: Ja, könnte ich. Das wäre jetzt Lakota, die Sprache der Su. Der Gruß ist: Hau kola! Ambros emaciapi ...

: Und was heißt das jetzt genau?

Ambros: Hallo Freund oder Hallo Freunde, mein Name ist Ambros oder man nennt mich Ambros. Ich bin ein Flötenspieler. Ich grüße euch.

: Vielen Dank! Ich wünsche dir eine schöne Zeit hier auf der Leipziger Messe.

Ambros: Danke.

 

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