
Interview mit Ulrike Stegemann 
 im Gespräch mit Ulrike Stegemann

Ulrike Stegemann, Jahrgang 1978, ist gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. Seit September 2000 ist sie in der technischen Abteilung einer Zeitung tätig. Ihre Geschichten veröffentlichte sie bisher in diversen Anthologien, Zeitschriften, Heftromanen, in der lokalen Zeitung sowie als eBooks. Seit März 2004 ist sie Herausgeberin der Elfenschrift. Zudem veröffentlichte sie 2006 mit „Club Noir“ - unter ihrem Pseudonym Emilia Jones - ihren ersten erotischen Vampirroman im Plaisir d’Amour Verlag.
Autoren-Homepage:
www.world-phantastika.de
Weitere Homepages:
www.emilia-jones.de
www.elfenschrift.de
Eine Kurzgeschichte von Ulrike Stegemann beim :
Spieglein, Spieglein...
GS: Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Ulrike: Es überfiel mich bereits in frühester Kindheit und lässt mich seitdem nicht mehr los.
GS: Hast Du ein Vorbild oder eine Lebensmaxime?
Ulrike: Ich möchte niemandem nacheifern - einfach nur ich selbst sein. Aber es gibt schon Menschen, die ich bewundere. J. K. Rowling für das, was sie mit ihrem Zauberlehrling geschafft hat. Cornelia Funke für das, was sie als deutsche Autorin geschafft hat. Terry Pratchett für seinen Humor. Ich könnte noch mehr aufzählen ...
Lebensmaxime: Ständige Veränderungen.
GS: Zusammen mit Deinem Vater gibst Du die "Elfenschrift" heraus. Wie kam es zu
dieser Idee?
Ulrike: Da muss ich Dir widersprechen. Die Herausgeberin bin ich. Mein Vater steuert sozusagen als „freier Mitarbeiter“ seine Illustrationen bei. Er hat nicht wirklich etwas mit den phantastischen Welten am Hut. Aber er bemüht sich, mit „meinen Vorstellungen“ etwas anzufangen ;-)
Die Idee zu einer eigenen Zeitschrift hatte ich schon lange, lange, lange. Aber erst, als Rena Larf zu mir sagte: „Tu s doch einfach.“, habe ich die Idee auch endlich in die Tat umgesetzt.
GS: Welches Bildungserlebnis ist Dir in Erinnerung geblieben?
Ulrike:Dabei handelt es sich um ein Erlebnis, das nichts mit einem Aha-Effekt oder etwas in der Richtung zu tun hat. Wegen einer Bombendrohung mussten wir bei unserer Abschlussprüfung das Schulgebäude räumen. So was kann man einfach nicht vergessen.
GS: Worüber kannst Du nicht lachen?
Ulrike: Über Armut, und wenn Menschen hungern müssen.
Wenn Kinder so viel Leid ertragen müssen, wie es momentan so oft durch die Presse geht.
Und noch über viele andere Dinge.
GS: Was hast Du Dir zuletzt Schönes gekauft?
Ulrike: Damit kann ich ein Frauenklischee erfüllen: Eine Tasche. Ich kam, sah und musste sie haben.
GS: Welches Buch würdest Du niemals weggeben?
Ulrike: Mein Tagebuch.
GS: Wann fühlst Du Dich am lebendigsten?
Ulrike: Draußen – vor allem zu dieser herbstlichen Jahreszeit. Die Luft wird angenehmer und die Farben schöner, ruhiger und wärmer.
GS: Woran glaubst Du?
Ulrike: Das ist eine interessante, aber auch sehr schwierige Frage. Ich würde gerne behaupten, dass ich daran glaube, alles im Leben hätte seinen Sinn. Logisch betrachtet unterliegt allerdings alles mehr dem Zufallsprinzip. Deshalb würde ich sagen, am allermeisten glaube ich wohl an das Leben an sich.
GS: Was, meinst Du, war Deine letzte gute Tat?
Ulrike: Ich bin nicht der Mensch, der über solche Dinge redet. Ich tue etwas oder ich lasse es.
GS: Welche Musik berührt Dich am tiefsten?
Ulrike: Das kann ich schlecht eingrenzen. Ich höre viel aus vielen unterschiedlichen Richtungen. Meat Loaf und Alanis Morissette finde ich gut. Aber ich bin auch ein großer Musical-Fan. Ich habe selbst einige Jahre getanzt, und wenn ich jetzt nur da sitze und mir eine Show ansehe, würde ich am liebsten immer noch aufspringen und mitmachen. Das ist so ein Gefühl, das zu mir rüberspringt.
GS: Was findest Du schwerer: anfangen oder aufhören?
Ulrike: Aufhören.
Ich kann ständig mit allen möglichen Dingen anfangen. Aber wenn ich mich erst einmal richtig mit etwas beschäftige, fällt mir das Aufhören schwer.
GS: Für welche Genüsse lässt Du alles stehen und liegen?
Ulrike: Kaffee. Ganz schlimm.
GS: Wem hörst Du gern zu?
Ulrike: Einer Freundin, die eine sehr erstaunliche Lebensphilosophie ihr Eigen nennt. Es ist beinahe unmöglich, in ihrer Gegenwart schlechte Laune zu haben.
GS: Welches Buch liegt gerade auf Deinem Nachtschränkchen?
Ulrike: Ich lese selten nur in einem Buch. Ich brauche Abwechslung. Im Moment habe ich „Der Fluch des Dämons“ von Dan Abnett & Mike Lee, „Die Pferdelords und der Sturm der Orks“ von Michael H. Schenk und „Purpurfalter“ von Sandra Henke am Wickel.
GS: In welche Romanfigur möchtest Du gern einmal schlüpfen?
Ulrike: Am liebsten in eine Figur ähnlich der Mystique aus X-Men. Dann könnte ich mich auch noch in alle anderen Figuren verwandeln ;-)
GS: Was war Dein schönstes Kunsterlebnis?
Ulrike: Eine Ausstellung mit Werken von Heinrich Zille zu sehen.
GS: Worüber kannst Du Dich freuen?
Ulrike: Schreibtechnisch freue ich mich, wenn mir andere Autoren schreiben oder erzählen, dass sie durch die „Elfenschrift“ in irgendeiner Weise weiter gekommen sind. Wenn ich merke, dass es möglich ist, etwas zu bewegen. Das ist toll.
Und allgemein bin ich ziemlich leicht zu begeistern und freue mich deshalb auch schon mal über irgendwelchen blödsinnigen Kleinkram.
GS: Was ist Dein bisheriger größter Erfolg?
Ulrike: Mein erster eigenständiger Roman „Club Noir“. Es ist ein gutes Gefühl, sein eigenes Buch in der Hand zu haben.
GS: Was möchtest Du in Deinem Leben noch einmal tun?
Ulrike: Viel schreiben, lesen, durch die Gegend reisen und immer wieder Neues entdecken.
Zu vieles, um alles tatsächlich zu schaffen.
GS: Wir bedanken uns bei Dir für das aufschlussreiche und nette Interview und wünschen Dir viele neue Ideen für Dein Wirken als Autorin.
Besonderer Dank gilt Alfred Wallon, der mich mit Ulrike Stegemann bekannt machte.
Copolymer führte das Interview für den .
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