Benjamin Cook wurde am 26. Juni 1969 unter dem bürgerlichen Namen Frank Possmann in Bad Kreuznach geboren.Er besuchte eine normale Hauptschule, errang den entsprechenden Abschluss und absolvierte danach eine Lehre, wie jeder andere auch.Nach diversen schriftstellerischen Aktivitäten begann er 1989, ernsthaft an einer Serie zu schreiben und erschuf die Figur des Helden Alan Demore.Aber auch das Erstellen von Biografien bekannter bis unbekannter Regisseure gehört zu seinem Arbeitsbereich.Seiner Leidenschaft, dem Schreiben, erlag er bereits als Jungendlicher. Vorbilder wie Jason Dark und Stephen King inspirieren den 38jährigen Autor nach wie vor. (Quelle: www.alandemore.de )
: Hallo Frank, zuerst einmal vielen Dank, dass du unsere Fragen beantwortest. Eine turbulente Zeit liegt hinter dir, und genau dazu werde ich dir einige Fragen stellen.
Doch zuerst eine Frage, die uns vom
interessiert, seit wir dich kennen. Wie bist du auf den Namen Benjamin Cook gekommen?
Benjamin Cook: James Cook, ein Seefahrer und Entdecker aus dem 17. Jahrhundert hat mich dazu inspiriert. Er war auf den Weltmeeren unterwegs, erlebte täglich neue Abenteuer und so verhält es sich auch bei mir. Das Schreiben ist wie eine Reise über den Ozean. Ständig öffnen sich vor dir neue Welten, die es zu erforschen gilt.
Der Vorname Benjamin gefiel mir einfach. Außerdem muss man den Namen auf englisch aussprechen. Das hat einen guten Klang, wie ich finde.
: Vor einigen Wochen ist das erste Paperpack der Serie “Alan Demore” bei Romantruhe erschienen. Wie sieht deine persönliche Bilanz aus?
Benjamin Cook: Ich habe nie erwartet, dass mir die Leute das Buch aus der Hand reißen würden. Dies geschieht bei Potter, Herr der Ringe usw.
Alan Demore ist kein Bestseller und wird es auch nie werden. Bisher bin ich mit dem Abkauf der Paperbacks zufrieden. Es zeigt mir, dass da draußen Leute sind, die meine Serie mögen.
Ich vergleiche Demore mit einem kleinen Kind, dass gerade anfängt laufen zu lernen. Die Kunst liegt darin, selbst wenn du hinfällst, wieder aufzustehen.
: Wie waren die ersten Kritiken und wie gehst du damit um?
Benjamin Cook: Allzu viel negative Kritik bekam der erste Band nicht. Es wurde auf Mängel hingewiesen, auf kleine Fehler die sich eingeschlichen haben. Aber im Grunde habe ich mit Rückkehr aus dem Totenreich das erreicht was ich wollte. Und zwar die Leser zu unterhalten.
Kein Buch/Film/CD, sei es auch noch so gut, kommt ohne Kritik davon. Selbst Herr der Ringe wurde oftmals verrissen.
Wenn Kritik konstruktiv ist, nehme ich diese auch an. Ich lerne daraus, mache es beim nächsten Mal besser. Aber im Großen und Ganzen fielen die Meinungen über den ersten Band positiv aus.
: Gab es in den letzten Wochen Momente, in denen du den Schritt zum Paperback bereut hast oder würdest du alles wieder genau so machen?
Benjamin Cook: Noch ist das alles wie ein Traum für mich. So ganz realisiert habe ich es noch nicht. Man ist jahrelang Leser, kauft sich Romane oder Bücher, stellt diese ins Regal und plötzlich wachst du morgens auf und siehst dein eigenes Werk dort stehen. Es ist ein seltsames Gefühl. Natürlich freue ich mich darüber. Auch meine Freunde und Familie sind stolz auf mich, aber ich denke das es noch eine Weile dauern wird, bis ich es völlig verarbeitet habe.
Auf jeden Fall bereue ich diesen Schritt nicht.
: Alan Demore hat sich auf dem Weg zum Buch verändert. Du auch?
Benjamin Cook: Demore hat sich verändert? Nun, vielleicht ist er reifer geworden. Aus einer fixen Idee wurde eine Persönlichkeit. Und daran feile ich noch immer. Ich selbst habe mich dahingehend verändert, dass ich jetzt viele Dinge anders sehe. Denn im Kreise der Autoren werden oft Machtkämpfe ausgefochten. Man springt sich bildlich gesehen an die Gurgel.
Da entstehen wahre Konkurrenzschlachten. Aus solchen Dingen halte ich mich heraus. Demore wurde oftmals von Neidern und Miesmachern attackiert. Von Leuten, die selbst nichts auf die Reihe kriegen, aber denken, sie müssten ihren Senf dazu abgeben. Am Anfang wusste ich nicht so recht wer wirklich hinter mir steht, oder mir in den Rücken fällt. Doch mittlerweile habe ich da meine Grenzen gesteckt und vor allem gelernt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.
: Deine Story basiert zu einem Teil auf der keltischen Mythologie rund um die Legenden König Arthurs. Du nimmst dir die Freiheit, diese Legende sehr frei zu interpretieren. Kenner der keltischen Mythologie könnten das zu Recht kritisieren und bemängeln.
Warum hast du dich nicht an die Überlieferung gehalten und wie rechtfertigst du deine literarischen Freiheiten?
Benjamin Cook: Ich schildere die Tafelrunde, Artus, den Gral, Excalibur aus meiner Sicht. Diese Thematik beruht auf einer Legende, einer Sage. Außerdem gibt es keine handfesten Beweise dafür, dass Excalibur, oder der Gral je wirklich existiert haben. Würde ich über Napoleon schreiben, müsste ich mich an Fakten halten.
In diesem Teil der keltischen Mythologie sind die Grenzen fließend. Seit Jahrhunderten werden fantastische Geschichten um Artus und seine Tafelrunde erzählt. Ich biete dem Leser ein neues, anderes Kapitel.
: Wie kamst du auf die Figur „Alan Demore“, was hat dich zu der Story-Line inspiriert?
Benjamin Cook: Alan Demore, oder vielmehr die Idee, entstand 1989. Der Name des Helden fiel mir nachts ein. Als ich 12 Jahre alt war, dachte ich bereits über eine Gruselserie nach. Damals hörte ich unablässig die John Sinclair Hörspiele aus dem Hause Braun. Ich wollte unbedingt einen eigenen Kämpfer gegen das Böse erschaffen.
Zuerst wollte ich ihn Paul Newman nennen. Mein Onkel meinte damals jedoch, dass ein Schauspieler bereits diesen Namen trägt.
Und eines Nachts kam dann der Geistesblitz. Ich stand auf und notierte mir den Namen Alan Demore, da ich ihn nicht wieder vergessen wollte. Diesen Spickzettel habe ich mir sogar bis heute aufbewahrt.
Die Serie an sich hat die Tafelrunde als Grundlage. Diese Legenden und Sagen rund um Artus, bieten unglaublich viel Stoff. Nur werde ich diese anders interpretieren. Camelot wird nach meinen eigenen, ganz persönlichen Vorstellungen neu geformt. Und bekannte Figuren wie Merlin oder Galahad in einem völlig anderen Licht dargestellt.
: Dass Jason Dark dein schriftstellerisches Vorbild ist, daraus machst du kein Geheimnis. Neigst du dazu, Jason Dark zu imitieren bzw. wie hast du deinen eigenen Stil gefunden?
Benjamin Cook: Alan Demore wurde und wird von gewissen Leuten als Sinclair-Klon bezeichnet. Das sind aber nur die Leser, welche meine Serie an der aller ersten Folge Die Geisterreiter messen.
Dieser Geschichte merkte man an, dass Jason Darks Geist unmittelbar zwischen den Zeilen schwebte.
Als ich anfing zu schreiben, suchte ich mir ein Vorbild. Und dies war Helmut Rellergerd. Ich mochte seinen Schreibstil und vielleicht kopierte ich diesen zu Beginn in meine Geschichten. Er war gewissermaßen mein geistiger Lehrer.
Doch nach und nach löste ich mich davon. Mit der Zeit fand ich meinen eigenen Stil.
Wie meinte Joachim Otto kürzlich : „Deine Storys brauchen sich nicht hinter denen etablierter Autoren zu verstecken.“
: Seit wann schreibst du eigentlich und was fasziniert dich so daran?
Benjamin Cook: Meine erste Geschichte schrieb ich mit 10 Jahren. Mit Kugelschreiber und kaum zu entziffern.
Am meisten fasziniert mich beim Schreiben meine eigene Fantasie. Schon immer war ich ein Träumer gewesen. Unzählige Dinge gingen oder gehen mir ständig durch den Kopf. Ich sehe zum Beispiel ein uralten Baum. Automatisch formieren sich in meinem Kopf Gedanken, welche sich mit der Geschichte dieses Baumes befassen. Was hat er schon alles gesehen ? Oftmals liege ich wach im Bett und vor meinem geistigen Auge läuft ein Film/Szene ab, die ich dann sofort niederschreiben muss.
Die menschliche Fantasie ist grenzenlos. Nur wissen viele nichts damit anzufangen.
Sie ist neben meiner Gesundheit das teuerste Gut welches ich besitze.
: Wie im
-Forum zu lesen war, hast du den Weggang von „Alan Demore“ dort auch sehr bedauert. Du hast dir die Entscheidung nicht leicht gemacht.
Woran erinnerst du dich gern, wenn du an die Zeit zurück denkst, als „Alan Demore“ noch eine festen Platz beim
hatte?
Benjamin Cook: Zu Beginn ist mir dieser Schritt schwer gefallen. Schließlich verdanke ich dem
den Weg, welchen Alan Demore genommen hat. Ohne die tatkräftige Hilfe von Wolfgang Brandt würden meine Geschichten vermutlich noch immer in der Schublade dahin vegetieren.
Dennoch werde ich dem
niemals den Rücken kehren. Zwar ist Alan Demore gegangen, jedoch werde ich mit neuen Geschichten zurückkommen.
: Und gab es etwas, was sich erst nach Erscheinen des Buches positiv auf die Zusammenarbeit mit dem
ausgewirkt hat?
Benjamin Cook: Die Zusammenarbeit mit dem
läuft nach wie vor wunderbar. Der herzliche Umgang untereinander macht das Team erst aus. Und ich bin stolz darauf, ein Teil des Ganzen sein zu dürfen.
: Was wünscht du dir als Autor für die Zukunft und was kannst du dafür tun? Wie sehen deine zukünftigen Pläne aus? Gibt es bereits Ideen für eine neue Serie oder einen Einzel-Roman?
Benjamin Cook: Klar geht es mit Benjamin Cook weiter. Demnächst erscheint beim
meine neue Serie Apocalypse. Zum anderen arbeite ich an einigen Hörspielmanuskripten für ein Tonstudio. Darüber hinaus schreibe ich mit einem bekannten Autoren an einem Drehbuch für einen Zombiefilm.
Dieses Projekt wird im kommenden Jahr in Angriff genommen. Darauf freue ich mich schon sehr.
Und natürlich geht es mit Alan Demore weiter.
: Ich danke dir für das Interview und wünsche dir auch weiterhin viel Erfolg und alles Gute.