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Von der »Geißel des Südens« und den »Native Americans«!

Das Lesecafé in Wiesbaden hat sich inzwischen mit seinen regelmäßigen, monatlichen Lesungen als feste Größe im literarischen Geschehen der Landeshauptstadt etabliert und konnte am 23. Juli 2011 zu seiner 5. Leserunde mit dem Schriftsteller Alfred Wallon und der Autorin und Illustratorin Astrid Gavini aufwarten.

In schon fast familiärer Atmosphäre eröffnete Alfred Wallon den Abend, in dem er aus seinem Buch Quantrill, ein historischer Western, Kapitel las, in denen auch die allseits bekannten James Brüder Frank und Jesse eine tragende Rolle spielen.
Alfred Wallon, der vor etwa 40 Jahren mit dem Virus des Schreibens infiziert wurde, beeinflusst von den Heftromanen der damaligen Zeit, fühlte sich schon früh zum Genre des historischen Westerns hingezogen. Aber nicht nur im Western, sondern auch in anderen Spannungsgenres wie Krimi, Fantasy, Horror und Science Fiction hat Alfred Wallon sein schriftstellerisches Können unter Beweis gestellt. Dazu gesellte sich unter Verwendung diverser Pseudonyme auch der nicht unbeträchtliche Sektor der Frauen- und Heimatromane. Zurückblicken kann Alfred Wallon inzwischen auf die Veröffentlichung von ca. 30 Büchern und 150 Heftromanen.
Von der ungebrochenen Liebe zum klassischen, zum historischen Western zeugt ebenfalls Wallons Roman Quantrill, der im Mittelpunkt dieser Lesung stand. Den Hintergrund bilden die Jahre 1854 bis 1865, der Zeitraum, in den auch der Beginn des amerikanischen Bürgerkrieges fällt. William Clarke Quantrill schlug sich damals auf die Seite der Südstaaten, die die Sklaverei befürworteten, und wurde zum gefürchteten Guerillaführer. Er und seine Truppe operierten jenseits der Grenze von Missouri, im Staate Kansas und verbreiteten dort Angst und Schrecken.
Alfred Wallon, der inzwischen auch Mitglied der Western Writers Of America ist, berichtete u.a. von seiner Zusammenarbeit mit dem britischen Autor David Whitehead und von seinen Buchprojekten mit dem Blitz-Verlag. Auf eine Zuhörerfrage erklärte Wallon, dass die reine Schreibarbeit für einen Roman wie Quantrill ca. drei Monate betrage, für die vorausgehende Recherche aber etwa das Dreifache der Zeit gerechnet werden müsse. Berücksichtigen muss man bei Alfred Wallon in diesem Zusammenhang, dass er seine Tätigkeit als Schriftsteller nicht im Hauptberuf ausübt.
Die Lesung in Wiesbaden sei übrigens so etwas wie Urlaub für ihn, meinte Wallon im Gespräch.

Nach einer Pause, in der sich die Anwesenden mit frischen Getränken versorgen konnten, nahm der zweite Gast des Abends, Astrid Gavini, am Lesetisch Platz.
Frau Gavini stellte ihr zweites Buch Yellow Hawk vor, welches - wie auch ihr Erstling Moondancer - einen etwa 30jährigen Reifeprozess erfahren hat, bis aus ungezählten handschriftlichen Notizen, Übertragungen auf elektronische Medien, Bearbeitungen etc. sowie dem Finden eines Verlags zwei ansprechende Hardcover wurden.
Im Persimplex Verlag sind ihre Werke erschienen und auch Alfred Wallon publiziert u.a. bei Persimplex.
Yellow Hawk fußt ebenfalls auf historischen Fakten. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Indianerpolizist Patrick Nielsson, Mitarbeiter des BIA, des Büros für indianische Angelegenheiten. Als das FBI Patrick Pat Yellow-Hawk Nielsson einen gefährlichen Undercover-Auftrag erteilt, führt dieser den jungen Lakota-Indianer auch auf die Suche nach der Wahrheit über sein Volk und sich selbst.
Gavini betont, dass es ihr bei ihrem Schaffen immer um die Native Americans, die amerikanische Urbevölkerung, gehe. Sie prangert Missstände in den Reservaten an und spricht von gezieltem Völkermord an den Indianern, wofür sie schon herbe Kritik einstecken musste.
Doch Astrid Gavini ist nicht nur Autorin, sondern auch Malerin und Illustratorin. Ihre Werke zieren zahlreiche Buchcover wie auch die Räumlichkeiten des Persimplex Verlags in Wismar. Gavini berücksichtigt bei ihren Bildern auch ganz persönliche Wünsche und Vorstellungen und ist inzwischen mit der Malerei so ausgelastet, dass für das Schreiben vorerst keine Zeit mehr bleibt.
Astrid Gavini, die schon einen langen Tag hinter sich hatte, scheute trotzdem nicht die Anreise nach Wiesbaden und bereicherte so diesen interessanten und unterhaltsamen Leseabend.
Beide Autoren äußerten sich zudem sehr positiv über diesen Event und stellten ihr Kommen auch für 2012 in Aussicht.

 

Weitere Informationen zu den Akteuren und der Location findet ihr unter:

Copyright © 2011 by Stefan Bellack


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