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Space Days 2008
Am 6. und 7. September in Darmstadt-Eberstadt

Ein Eventbericht von Erik Schreiber

Der äußerst aktive Science Fiction Treff Darmstadt unter der Leitung von Roger Murmann und der Science Fiction Club Deutschland e. V. präsentierten zum sechsten Mal die Space Days. Der klingende Name ist eine Modellbau-Ausstellung für Science Fiction, Fantasy und Raumfahrt im südhessischen Darmstadt-Eberstadt.
Am 6. und 7. September wurden auf 300 qm Ausstellungsfläche jede Menge Modelle vorgestellt. Dabei war ich überrascht, mit welchen Mitteln, angefangen von kleinsten Modellen bis hin zu Kostümen, die Damen und Herren ihre Ausstellungsstücke herstellten. Die Vorlagen, die den Modellbauern zur Verfügung standen, begannen bei der eigenen Phantasie über kleinste Vorlagen in Form von Bildern bis hin zu Modellbaubögen. Die eingesetzten Materialien waren Papier, Plastik, Styropor, Schaumstoff und alles, was nicht mehr einer geregelten Verwendung zugeführt werden konnte.
Um bei den Kostümbildnern anzufangen, ich konnte mich ein wenig mit der Kostümschneiderin Mara unterhalten, die Star Wars Kostüme herstellt. So erzählte sie mir, dass für ein Kostüm Meterweise Stoff drauf ging, weil der Stoff nicht so reagierte wie gewünscht. Es ging darum, aus einem Samtstoff Muster heraus zu brennen, was mit einer säurehaltigen Paste bewerkstelligt werden sollte. Wofür es keine Informationen gibt, muss man dem Gesetz des 'probieren geht über studieren' folgen, was sie auch ausgiebig tat. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.
Für manche Kostüme benötigt sie wenige Tage, für andere steht wochenlange Arbeit an. Sie erzählte aber auch, bei der Star Wars Premiere des letzten Kinofilms wären sie und Freunde mit Kostümen aufgetreten, die erst in diesem Film zu sehen waren. Als Vorlagen dienten etwa 9 x 9 cm große Bilder.
Der Blickfang bei Star Wars war aber in jedem Fall die Buttercremetorte. Eine dreistöckige Torte, deren jedes Stockwerk wiederum aus sieben Schichten bestand. Dazu selbst gegossene Star Wars Figuren aus Schokolade und ein Marzinpandeckblatt mit Yoda als Abbildung. Allein vom Duft habe ich ein Kilo zugenommen.

Von den Kostümen zu den Kostümträgern ist es nicht weit. Die Damen und Herren liefen zum Teil in Uniformen von Star Wars, Star Gate und mehr herum. Generäle, Startrooper, Yedi, Soldaten der SG1 bis X, ich habe keine Ahnung, wie viele SG-Teams es gibt. Nur ein junges Mädchen lief in einem Kostüm herum, welches ich nicht einordnen konnte.
Für den Sonntagnachmittag war eine Preisverleihung der besten Kostüme angesagt. Doch auch die Modelle sollten prämiert werden. Auf den in mehreren Reihen aufgestellten Tischen im großen Saal wetteiferten die Modelle im stillen Wettkampf miteinander. Die Zahl der Serien und Spielfilme, die mit ihren Modellen vertreten waren, war überschaubar. Natürlich fanden sich viele Modelle, die aus Bausätzen gebastelt waren. Der Millennium Falcon fand sich daher bestimmt ein halbes Dutzend Mal auf den Tischen.
Von Papier über Draht und Styropor bis hin zu Plastik und Metall fanden sich alle Materialien, die zum Basteln Verwendung finden können. Eines der imposantesten Ausstellungsstücke war die SOL aus dem Perry Rhodan Universum. Das Raumschiff hatte eine Länge von fast zwei Metern und besaß im Inneren einen großen Leuchtkörper. Die Löcher in der Ummantelung vermittelten den Eindruck, als gäbe es beleuchtete Fenster. Im Vergleich dazu gab es weitere Modelle zu sehen, die im Universum Rhodanum schon als groß galten, im Vergleich zur SOL jedoch eher mickrig wirkten. Ein Mensch hätte im Vergleich zur ausgestellten SOL etwa die Größe eines halben Stecknadelkopfes gehabt, und das ist schon übertrieben.
Die meisten Modelle jedoch sah man eindeutig zu Star Wars. Da gab es die Figuren von Lego und die entsprechenden Bausätze. Und hier sei der Hinweis auf die Lego-Filme gestattet, die im Internet bestehen. Mit Lego-Figuren nachgestellte Szenen, die aufwändige Filme ergeben.
An anderer Stelle fand sich ein Hangar mit Figuren etwa im Maßstab 1:87. Auch dieser hatte eine sehr unübliche Länge von mehr als einem Meter Länge und gut 50 cm Tiefe und überraschte mit sehr vielen Einzelheiten. Je länger man hinsah, desto mehr konnte man entdecken.
Nur ein paar Schritte weiter gab es einen Stand, an dem die Kopfbedeckungen von Startroopern ausgestellt waren.
Wie auch die noch zu erwähnenden Herr der Ringe Szenarien gab es für Star Gate fertige Figuren zu kaufen, die ebenfalls zu Dioramen umgebaut wurden. Eindrucksvoll war die Szene, wo das SG1-Team durch ein Star Gate kommt. Neben den vier Hauptpersonen war noch einer dieser Erkundungsroboter liebevoll gestaltet. Andere Star Gate Szenarien wurden mit kleinen Püppchen zusammen gestellt. Sogar ein aktives Stargate wurde dargestellt und so brauchte dieses Diorama gut zwei Meter Tischlänge mit Fluggeräten, der Wand mit den Kopfsaugern, der Landszene mit den Goa'uld und dem unterirdischen Star Gate Center auf der anderen Seite des Wurmlochs.

Aus dem Bereich Fantasy blieb es nicht aus, viele Modelle vom Herrn der Ringe vorgestellt zu bekommen. Die fertigen Figuren, ich habe keine selbst gemachten gesehen, wurden zu Dioramen zusammen gestellt, meist in düsteren Szenen. Aber auch der Ur-Held, der Fantasy-Krieger Conan von Robert E. Howard, zeigte sich in wilden, kämpferischen Posen.

Das Technikmuseum Speyer war ebenfalls mit Modellen Vertreten. Eine große Rakete, die ich gar nicht weiter beachtete, weil schon zu oft gesehen, stand dort und daher ging ich gleich zur Raumstation ISS über. Ein phantastisches Modell, im wahrsten Sinn des Wortes. Auf diese Weise erhielt man einen Einblick, wie die Station aussieht. Mir fehlte lediglich eine menschliche Figur im Vergleich, damit man das Größenverhältnis besser erfassen konnte.
Nachdenklich machte mich ein einfaches Modell zum Film 2001. Links ein stehender Raumfahrer, rechts ein Affe und dazwischen nur die schwarze Tafel als Artefakt. Mit ganz einfachen Mitteln brachte der Modellbauer den ganzen Film auf den entscheidenden Punkt.

Neben den Modellbauern fanden sich aber auch die Fans, die selbst gern in Kostümen herumlaufen und in Form von Rollenspielen eigene Ideen umsetzen. In Thüringen wird gerade ein Fan-Film zu Star Gate gedreht. Unter anderem mit Robert Vogel, der bereits in der echten Serie als Statist auftrat. Die Star Gate Community Germany ist ein loser Zusammenschluss von Fans, die eigene Veranstaltungen organisieren und sich gern bei anderen Veranstaltungen vorstellen. Star Gate Fans der SG9 hatten es sogar geschafft ein Motorrad so umzugestalten, dass es zur Serie passte. Mit einem kleinen Unterschied, sie nahmen sich nicht ernst. Überall fanden sich auf dem Motorrad Verhaltenshinweise wie Tankdeckel geschlossen halten, Klopapier in einer Halterung und ähnliches mehr.
Neben den an Serien gebundenen Ideen und Modellen gab es aber auch Modellbauer, die mit Einzelmodellen ihre Schaffenskraft unter Beweis stellten. Einzelmodelle zu Aliens oder Mondbasis Alpha Eins waren ebenso zu sehen wie Modelle, die an futuristische Motorräder erinnerten, ein Battletechszenario und Modelle, die nicht so ernst zu nehmen waren. Etwa ein X-Wing Fighter, der aus der Verpackung fertig zusammengebaut ausbrach, zwei kriegerische Wesen auf einer DVD platziert, als seien sie dieser gerade entstiegen, eine überspitzte Darstellung einer Frau, die alles, was man als sexistisch bezeichnet, übertrieb, dafür aber einen Roman von Philip K. Dick las.

Ein anderes Projekt waren die Jungs von Double R Productions. Sie haben bislang drei Episoden einer Serie namens 'Cool Age' gedreht und ein Hörspiel heraus gebracht. Science Fiction in Anlehnung an die bekannten Serien wie Star Wars, Star Trek und anderes mehr wurde von dem deutschlandweiten Independent-Filmverein gedreht. Aber eigenständig in ihren Geschichten. Es wird nicht abgekupfert, sondern eine eigene Geschichte geschrieben. Die Bilder aus einer der Episoden, die ich auf einem Laptop sehen konnte, sind hervorragend gemacht. Die Hintergründe hervorragend in die Geschichte eingepasst. Eine Kombination aus Realfilm und Computeranimation. Auf meine Frage nach Modellen hieß es, es sei, bis auf die Brücke in der Zentrale eines Raumschiffes, alles nur am Computer generiert. Für nächstes Jahr haben sie geplant, einen Spielfilm zu veröffentlichen unter dem Titel „Cool Age Revelations“, der unter anderem in Berlin und Frankfurt seine Premierenfeier haben wird.

Alles zusammen genommen war die Veranstaltung über die zwei Tage sehr gut gelungen. In jedem Fall war sie beeindruckend. Von den Ideen bis zur fertigen Umsetzung dauert es lange Zeit. Manch ein Diorama wächst mit den Ideen, die sich aus dem bereits Bestehenden entwickeln. Die unterschiedlichen Modellbauer bestätigten mir, sie hätten immer wieder eine Idee mehr, die sie noch einbauen möchten.
Die Veranstalter selbst boten noch eine kleine Rundreise an. An verschiedenen Ständen konnte man sich als Reisender einer intergalaktischen Tour ausgeben und sich Stempel auf einer Karte abholen. Die volle Karte nahm dann an einer Verlosung teil. Andererseits gab es natürlich auch die Stimmkarten, auf der man ankreuzen konnte, für welches Modell, Kostüm etc. man seine Stimme abgeben wollte.
Im zusätzlichen Rahmenprogramm gab es Lesungen mit Autoren aus dem Wurdack Verlag. Ein StarGate Fanfilm, Vorträge über Marionettentheater und Phantastik, 30 Jahre Kampfstern Galactica, ein Bericht vom Dragoncon in Atlanta, USA, wie man Asteroiden baut, Filme dreht, und anderes mehr.
Ich persönlich kann die nächste Veranstaltung nur empfehlen, denn für nur 3 Euro Eintritt, Kinder die Hälfte, gab es jede Menge Angebote. Ein vergnügliches Wochenende, an dem man sich zudem mit den einzelnen Besuchern und Ausstellern über gemeinsame Hobbies austauschen konnte.
Zu den vielen Ausstellern gab es auch einige Verkaufsstände, an denen man von Figuren über Fanartikel und DVDs bis hin zu Büchern alles erstehen konnte, was das Herz begehrte.

© Erik Schreiber

 

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