
- Exklusiv

Freitag, 06.0ktober 2006, 3. Tag
von Sascha Vennemann

Maddrax - Meeting auf der BUCON 2006
Nachdem Holger Kappel eine halbe Stunde lang über die kommenden Entwicklungen bei STERNENFAUST sprach, folgte das Panel über MADDRAX. Zwischen den beiden Blöcken gab es ein Quiz zu beiden Serien, bei dem jeweils 15 Fragen zu beantworten waren (also 30 Fragen). Die Fragen wurden in „Wer wird Millionär?“ Manier mit dem Beamer an die Wand geworfen und man konnte auf einem verteilten Blatt eine der vier Antworten ankreuzen. Am Ende des Maddrax Meetings wurden dann die Gewinner bekannt gegeben und mit Preisen überhäuft... ;-) Doch nun zu MADDRAX:
Zugegen waren neben Redakteur und Mit-Autor Michael Schönenbröcher auch die Autoren Susan Schwartz alias Uschi Zietsch, Michael M. Thurner und, zu meiner großen Freude, Jo Zybell!
Zunächst zeigte Mad Mike per Beamer die Cover einiger kommenden Ausgaben:
„Die Enkel der Astronauten“ heißt der Roman, auf dessen Cover man ein Shuttle im australischen Outback landen sieht. Das Cover von „Der ewige Turm“ zeigt Rulfan neben einer Ruine eines bekannten fernöstlichen Hotelkomplexes in Malaysia. „Im Dorf der Telepathen“ zeigt Aruula vor einer Dorfmeute, deren Anführerin eine kahlköpfige Frau zu sein scheint, die man auf einem Royo-Cover eines vor diesem erscheinenden Romans bewundern kann. Ein weiterer Roman wird „Gefangen in der Traumzeit“ heißen, der diese Figur einführt. Dann gab es noch zwei Cover zu sehen für Romane, die noch keinen richtigen Titel haben: Einmal ein Cover, wo man ein paar Drachflieger über der Oper von Sydney kreisen sieht (Arbeitstitel anscheinend: „Die Drachenflieger von Sydney“, hehe) und ein interessantes Cover, auf dem man Aruula in kauernder Haltung an einem Lagerfeuer sitzen sieht, während über ihr wie ein Marionettenspieler visionenhaft sich ein unbekannter Mann beschwörend über sie beugt. Uns erwarten also wieder fantastische Spielorte und spannende Geschichten!
Über den aktuellen Zyklus wurde nicht gesprochen, das Ende des Zyklus bleibt weiterhin ein großes Geheimnis. Wohl aber wurde über den kommenden Zyklus ab Band 200 gesprochen, und da geht es, wie bereits schon bekannt gegeben wurde, nach Afrika. Genauer gesagt nach Südafrika, wo sich eine Hochkultur entwickelt hat. Durch klimatische Veränderungen ist die südliche Hälfte Afrikas durch eine große Wüste mitten durch den Kontinent von der restlichen Welt abgetrennt, deswegen ist auch noch niemand von dort bisher in der Serie aufgetreten und bisher noch niemand diese Barriere mit normalen Verkehrsmitteln überwunden. Diese Hochzivilisation ist von der CF-Strahlung kaum betroffen, und auch der EMP hat die Leute dort relativ kalt gelassen. Da sie von der Kometenkatastrophe ebenfalls nicht verschont wurden, begannen sie ebenfalls wie andere Völker der Welt bei Null. Nun hat sich dort aber über die Jahrhunderte eine ganz eigene Technik entwickelt, die auf Dampfkraft basiert und daher ohne Elektrizität auskommt. Als größeres Transportmittel verfügen die Südafrikaner über Luftschiffe. Ein weiterer Faktor ist, dass ethnische Konflikte, wie sie heutzutage in Afrika herrschen, durch die Aufhebung der Grenzziehung früherer Kolonialmächte überwunden und ein friedliches Miteinander angestrebt wurde. „Ob das so funktioniert, wird sich zeigen“, kommentierte Mad Mike (Mir schwant Böses, hehe! – Siehe letzte MX-Kolumne bei www.geisterspiegel.de). Soviel zum kommenden Zyklus.
Dann sprach Susan Schwartz über „ihren“ Mars. Der Planet hat sie schon immer fasziniert und es machte ihr sehr viel Spaß, die neue Marsgesellschaft mit auszudenken und ein Gesellschaftssystem zu beschreiben, dass sich von den Systemen auf der Erde unterscheidet. Die Aufteilung in sogenannte „Häuser“ wird sich nach den jüngsten Geschehnissen auf dem Mars wohl nicht mehr aufrecht erhalten lassen. Eine neue Ordnung, die jetzt entstehen soll, soll die beiden Marsvölker, also die Stadt- und die Waldmarsianer, wieder näher zusammenbringen. Des weiteren lobte sie Jo Zybells Mars-Trilogien und erwähnte, dass es Unmengen an Ideen nicht in die Romane geschafft hätten, aber auf Datenblättern festgehalten und möglicherweise irgendwann einmal Einzug in die Serie halten könnten, wenn es wieder einmal um den Mars geht.
Mad Mike verteidigte noch einmal Matts „Geistreise“ zu den Hydree. Die Interaktivität von Matts Geist sei aufgrund der Dramaturgie notwendig gewesen, und er erwähnte Captain Picards Geist-Reise aus einer „Star Trek – Next Generation“-Folge als gedankliches Vorbild für diese Idee.
Michael M. Thurner sprach über die Freiheiten, die ein MX-Autor beim Schreiben seiner Romane hat, im Gegensatz zu den sehr eng gefassten Exposés einer Serie wie „Perry Rhodan“, an der er auch mitarbeitet. In diesem Zusammenhang verrat Mad Mike das bisherige Exposé zu Maddrax Band 199: „Daa’tan und Grao zwingen den (?) Victorius (?) ... sie mit nach Afrika zu nehmen.“ Das Serienexposé sei derzeit schon auf 1100 Seiten angewachsen, darin enthalten sind aber auch die Einzelexposés aller erschienenen Bände.
Nach dem Ausstieg von Bernd Frenz als Autor der Serie verhandelt Redakteur Michael Schönenbröcher jetzt mit einem neuen Autoren für die Serie. Er wird im Dezember einen Probetext schreiben, von dem Mad Mike überzeugt ist, dass er gut wird, und will dem entsprechend, wenn alles in trockenen Tüchern ist, zuerst im Internet und dann auf der Leserkontaktseite im Heft bekannt geben, um wen es sich bei dem neuen Autoren handelt.
Claudia Kerns Band über Jed Stuart, dessen Titelbild ja schon letztes Jahr gezeigt wurde, ist immer noch in Planung und wird auf jeden Fall kommen. In welchem Zeitraum das geschieht, ist noch nicht bekannt.
Jo Zybell wies auf eine besondere Idee hin, die Michael M. Thurner beim letzten Autorentreffen im Hochsommer für den Afrika-Zyklus hatte. „Da könnt ihr euch drauf freuen!“ Dann erzählte er von seinem beruflichen Werdegang, der, wie viele wissen, sehr vielseitig und interessant ist. Seine Arbeit als Krankenpfleger, Grabredner und Betreuer in einer psychiatrischen Klinik haben ihn immer in Kontakt mit Menschen gebracht, die auf gesonderte Weise ihr Herz öffnen und von sich erzählen. Das hat Jo Zybell dahingehend beeinflusst, dass er besonders gerne über Charaktere, Figuren und ihre innere Motivation schreibt, Lebensgeschichten erzählt und Charakterprofile ausarbeitet, aber deswegen keinesfalls Actionszenen oder die Handlung an sich vernachlässigt.
Mad Mike machte deutlich, das MADDRAX weiterhin auf der Erde und dem Mars spielen wird. Auch wenn mit dem Strahl der Hydree auf dem Mars jetzt die Möglichkeit besteht, eventuell zu den Sternen zu reisen oder in andere Zeiten, wird das für sehr lange Zeit nicht der Fall sein. „Ich will aber nicht ausschließen, dass der Strahl in Band 8587 mal ins Weltall gerichtet wird.“ Erklärt er augenzwinkernd. Außerdem sei da ja noch die eisbefreite Antarktis, die mit Sicherheit irgendwann einmal in der Serie zum Thema werden wird (auch hier weiterhin keine Zeitangaben, wann das sein wird).
Abschließend noch eine tolle Neuigkeit: MADDRAX gibt es demnächst auf Französisch! Der EONS-Verlag aus Frankreich hat die Rechte an einer französischen Fassung von Band 1 gekauft und will dann mit Band 2 weitermachen. Im Internet wird bereits von potentiellen französischen Lesern eine Diskussion geführt (die teilweise Maddrax schon auf Deutsch gelesen haben und sich jetzt auf eine Veröffentlichung in ihrer Muttersprache freuen). Der erste Band wird gerade übersetzt und dann entweder einzeln oder zusammen mit Band 2 (die ja in ihrer Geschichte eine Einheit bilden) in einem Band veröffentlicht. Das soll im kommenden Jahr der Fall sein. Nähere Infos dazu auf der Internetseite des französischen Verlags www.eons.fr (man sollte allerdings des Französischen mächtig sein um dort zurechtzufinden!).
So endete das MADDRAX-Meeting 2006 nach etwa 45 Minuten mit der Übergabe der Preise für die glücklichen Gewinner des vorangegangenen Gewinnspiels.
© Sascha „Andro“ Vennemann, 8. Oktober 2006
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