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MarburgCon 2011
Gestern fand nach der Pause im letzten Jahr wieder der MarburgCon statt und ich kann nur sagen, wer nicht dabei war, hat etwas verpasst. Die engagierten Veranstalter hatten sich wieder mächtig ins Zeug gelegt, um alle Gäste wie in einem gemütlichen Zuhause zu empfangen, zu bewirten und sich wohlfühlen zu lassen. Aber der Reihe nach …
Schon Freitag wurde der MarburgCon eingeleitet mit dem beliebten Vortreffen, dem Phantastik-Stammtisch im Café Journal in Marburg. Dort hatten die Teilnehmer alle Zeit der Welt für intensive Gespräche, um sich eventuell das erste Mal persönlich kennenzulernen und sich schlicht auf den eigentlichen Con einzustimmen. Auch Wolfgang und ich waren in diesem Jahr zum ersten Mal beim Vortreffen dabei und waren angenehm überrascht von der gemütlichen Atmosphäre, die dort herrschte. Der Fachsimpelei von Markus K. Korb und Thomas Backus über Horrorfilme zu lauschen, war eine sehr aufschlussreiche Erfahrung für mich, denn sie führten mir vor Augen, dass ich in diesem Bereich einen sehr großen Nachholbedarf hätte, wenn ich das denn alles schauen wollte. Will ich aber nicht, dafür ist mir mein ruhiger Schlaf zu wichtig, um den ich mich mit Sicherheit bringen würde … Ebenso ein großes Thema waren Zombies und die Diskussion um sonst was und ob es in Bücher gehört oder nicht. Aber wie es bei Phantasten üblich ist, drehten sich die Gespräche natürlich nicht nur um phantastische Themen, sondern um alles, was irgendwie der Rede wert war. Insgesamt also ein gelungener Abend, den ich nicht vermissen möchte.
  
  
Samstag um 10.00 Uhr öffnete dann das Bürgerhaus in Niederweimar nahe Marburg seine Pforten für die Besucher des MarburgCons. Vorweg muss ich leider gleich sagen, dass sich der Ansturm sehr in Grenzen hielt. Für den Marburger Verein für Phantastik, die den Con veranstalteten, tat es mir sehr leid, denn ihnen hätte ich von ganzem Herzen ein richtig volles Haus gegönnt. Für die Teilnehmer hingegen hatte es den Vorteil, dass der Con zu einem gemütlichen Familientreffen wurde. Es war tatsächlich Zeit, sich mit fast allen Gästen ausgiebig zu unterhalten, was wir den Tag über auch taten. Zwischendurch besuchten Wolfgang und ich aber auch immer wieder die Lesungen. Schließlich hatten sich alle Autoren auf diesen Tag vorbereitet, da war es selbstverständlich, dass keiner von ihnen wegen der geringen Besucherzahl allein im Lesungsraum blieb.
11.00 Uhr stellte Roselinde Dombach ihr Buch Auf den Schwingen des Todes vor und las daraus eine Vampirgeschichte. Anschließend stellte sie zusammen mit Thomas Backus die Kinderbuchreihe Geschichten von der Märchenwiese vor. Dass die Geschichten von kleinen Tieren nicht nur Kinder begeistern können, stellten sie mit ihren Vorträgen deutlich unter Beweis.
Danach lasen Achim Köppen aus seinem Fantasy-Roman Die Erben des Lichts und Petra Hartmann aus Der Fels der schwarzen Götter. Diese beiden Lesungen verpassten wir leider, aber ich bin sicher, dass sich darüber in den nächsten Tagen Berichte auf anderen Seiten finden lassen werden.
14.00 Uhr begann dann das Heimspiel für die Apokalytischen Schreiber. Wieder erschienen sie nur zu dritt, weil der Krieg seinen Dienst verweigerte. Es wurde angedeutet, dass sich die drei Apokalytischen Schreiber derzeit Gedanken um einen neuen Krieg machen. Hoffen wir also, dass sie bald wieder zu viert ihre Lesungen bestreiten können. Sie können es natürlich auch zu dritt, wie sie wieder bewiesen haben, obwohl es diesmal nicht ihre beste Lesung war, die ich besucht habe. Was aber auch kein Wunder ist, wenn man die Jungs vor einem Jahr zur Leipziger Buchmesse erlebt hat. Da hängt die Messlatte nun mal ganz schön hoch. Dennoch war es natürlich wie immer ein Erlebnis, die Apokalyptischen Schreiber in ihren Kutten bei einem ihrer Auftritte zu erleben.
Gleich im Anschluss fand die Lesung von Markus K. Korb und Bernd Rothe statt. Markus‘ Lesungen sind immer ganz besondere Leckerbissen, er kann die Zuhörer einfach begeistern. Bernd hingegen überraschte mich total. Ich kenne Bernd Rothe seit einigen Jahren, immer wieder begegneten wir uns auf Cons, wechselten ein paar Worte. Als ich dann der für mich ersten Lesung von ihm lauschte, war ich hin und weg. Die angenehme Stimme, deutliche Aussprache, das Erzähltempo und die wohldosierte Betonung waren Balsam für die Ohren. Doch, das hat mir sehr gut gefallen, was ich da gehört habe.
Ähnlich erging es Wolfgang, der die Lesung von Torsten Low besuchte. Sein Fazit: »Torsten liest seine Bücher nicht, er lebt sie.« Leider ist mir dieses Erlebnis entgangen, weil ich mich nochmals auf meine eigene, gleich darauf stattfindende Lesung einstimmen wollte. Diese fand im Anschluss statt und ich hatte das Gefühl, dass es ganz gut gelaufen ist. Dank Gunters Test und meiner Stimme brachte ich die Zuhörer zum Lachen, was will man mehr bei der 2. Lesung seines Lebens? ;-)
Die Veranstaltungen von Michael Schmidt zu seinem Horror-Magazin Zwielicht und von Mark Staats zu Werwölfe sind auch nur Frauen. Und Heldinnen auch besuchten wir dann nicht mehr, denn die Zeit bis zu den Preisverleihungen wollten wir nutzen, um uns mit anderen Gästen zu unterhalten und vielleicht das eine oder andere Thema für den Geisterspiegel mitzunehmen. In dieser Zeit unterhielt ich mich dann ausführlich mit Jörg Kleudgen, dem Überraschungsgast, den man nicht allzu oft auf Cons antrifft. Für mich war dieses Kennenlernen eine sehr angenehme und schöne Erfahrung, aus der natürlich Beiträge für den Geisterspiegel hervorgehen werden. Während wir redeten, signierte Jörg in seiner ganz eigenen Art seine Bücher, die er jeweils mit einer exklusiven kleinen Illustration aufwertete. Ihm dabei zuzusehen, war ein Genuss.
Die letzten Programmpunkte des MarburgCons waren dann die Preisverleihungen des Vincent-Preises und des Marburg Awards. Michael Schmidt und Elmar Huber verlasen die Gewinner des Vincent-Preises, anwesende Autoren und Künstler nahmen sie freudig entgegen. Alle Gewinner des Vincent-Preises kann man nachlesen unter www.vincent-preis.blogspot.com.
Im Namen des Geisterspiegel-Teams gratuliere ich allen Gewinnern von dieser Stelle aus ganz herzlich.
Den Marburg Award 2011 gewann Susanne Haberland mit ihrer Geschichte Der Zopfpullunder des Schicksals vor Gabriele Behrend mit Gefühlsecht und Thomas Backus mit seiner Geschichte Des Keysers neue Kleider. Auch ihnen gratuliere ich im Namen des Geisterspiegel-Teams ganz herzlich. Alle Geschichten des Marburg Awards sind abgedruckt im diesjährigen Marburger Magazin für Phantastik, welches man u. a. problemlos über die Homepage www.phantastik-forum.de bestellen kann.
Traditionell wurde nach der Verleihung des Marburg Awards die Siegergeschichte verlesen, und weil Thomas Backus von den Gewinnern der einzig anwesende Autor war, las er seine Geschichte ebenfalls vor.
Damit ging ein wunderschöner Con zu Ende. Ich habe den Tag genossen, es war einfach toll. Zum Schluss bedanke ich mich auch im Namen von Wolfgang ganz herzlich bei den Veranstaltern Thomas Vaterrodt und Thomas Will sowie ihren Ehefrauen Michaela und Simone für die Vorbereitung und Ausrichtung dieses unvergesslichen Tages. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass sie ihre Gäste auch ganz lecker bewirtet haben.
  
  
  
Copyright © 2011 by Anke Brandt
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