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Marburg liest vor Frankfurt

Eine Woche vor der Frankfurter Buchmesse 2010 lesen acht Top-Autoren des Persimplex Verlages Wismar in der Waggonhalle Marburg aus ihren anspruchsvollen und hochwertigen Büchern. Sie unterhalten bis kurz vor Mitternacht mit spannender Literatur über aktuelle Konflikte der Sioux-Indianer, historische Westernabenteuer, eine rotzfreche Glückskatze mit sieben Leben, Steampunk-Phantastik-Szenarien und blutigen Horror.
Astrid Gavini
Die Autorin und Illustratorin liest aus ihrem neuen Buch »Yellow Hawk« über aktuelle Sioux-Indianerkonflikte und das Elend der Lakota Indianer in South-Dakota.
South Dakota 1969 - Eine folgenschwere Explosion in den Bad Lands, der angsterfüllte Schrei seines Bruders Lenny, Fragen ohne Antworten ...
Das ist es, was Sergeant Patrick Nielsson als letzte Erinnerung an seine zerrüttete Kindheit in Pine Ridge bleibt, bevor er in die weiße Internatschule deportiert wurde. Doch er hatte Glück im Unglück, da ihn ein schwedisches Ehepaar bald schon durch eine Adoption dort herausholte und somit rettete.
Jetzt steht der junge Lakota vor den Scherben seines noch kurzen Lebens, ohne Identität, jedoch geprägt durch eine weiße Schulbildung, in den Startlöchern zu einer Karriere als Police-Officer beim BIA.
Bisher führte er ein unspektakuläres Leben beim »Büro für indianische Angelegenheiten«, und ist einer der vielen Indianerpolizisten, welche ihre eigenen Leute im Reservat, in einer Zeit des aufkeimenden Widerstandes Ende der 60er Jahre überwachen sollen.
Das FBI überträgt ihm einen gefährlichen Undercoverauftrag, bei dem es nicht nur um die Observierung der »Neuen Traditionalisten« und der geheimen »AIM - Leader« geht.
Bereitwillig übernimmt der junge Sergeant den Auftrag, der bis dahin als einfacher Büroan-gestellter die Anliegen der US Regierung gegen sein Volk durchzusetzen hatte. Recht bald wird ihm bewusst, dass ihn seine scheinbar bewältigte Vergangenheit, - als »Pat Yellow-Hawk«, nie wirklich für die neuen weißen Ideale freigegeben hat, denn der unaufhörliche Schrei des »Gelben Habichts« verfolgt ihn bis in seine Träume und droht ihm sein Herz zu durchstoßen.
Alles, was er zu kennen glaubte, erscheint in einem neuen Licht und treibt ihn in einen immer tiefer werdenden inneren Zwiespalt. Gelingt es ihm, findet er nicht nur die Wahrheit zwischen Korruption, Mord und alten Stammesfehden, sondern auf Umwegen sogar zu seinem Volk und auch zu sich selbst »Yellow Hawk« zurück?
Alfred Wallon
Der Autor zahlreicher Erfolgspublikationen liest aus seinem Erfolgsroman »Quantrill« über den berüchtigten Partisanen-Führer im amerikanischen Sezessionskrieg 1861 bis 1865, der als »The bloodiest man in American history« in die Geschichte einging.
William C. Quantrill, die Geißel des Südens, schrieb vor und während des Sezessionskrieges 1861 - 1865 blutige Geschichte. Mit seinen legendären Raiders versetzte er ganze Landstriche in Angst und Schrecken und terrorisierte über Jahre hinweg das Grenzland von Kansas.
Wer war Quantrill? Ein Teufel in Menschengestalt, oder vielleicht nur eine tragische Figur - ge-prägt von den Ereignissen einer vergangenen Zeit? Welche Motive bestimmten sein grausames Vorgehen in Lawrence/Kansas am frühen Morgen des 21. August 1863, als er eine ganze Stadt niederbrennen ließ und deren Bewohner terrorisierte? Welche Spuren hinterließ diese Politik der Zerstörung und des gnadenlosen Kampfes - und warum ranken sich bis heute noch Legenden um den Anführer dieser brutalen Guerillas der Südstaaten?
Heidi Busch-Manzel
Die Autorin von Tierromanen, Kinderbüchern und Märchen liest aus ihrem neuen Katzenroman »Alle lieben mich – wen sonst!«.
Ein ägyptisches Sprichwort sagt: Hunde glauben, sie seien Menschen - Katzen glauben, sie seien Götter. So geht es mir.
Das Beste kommt zum Schluss! Ich bin die letzte, die Nummer Sieben im Wurf meiner Katzen-Mama. Die Schönste, die Klügste und die Bunteste, eine dreifarbige »Glückskatze«. Ich bin die Krone der Schöpfung, einmalig und atemberaubend. Ja, das bin ich – ich, Coco, die Glückskatze. Der Star dieses Buches. Menschen sagen, Katzen haben »sieben Leben«. Gerade genug für mich! Ich »verbrauche« sorglos und unbekümmert eines nach dem anderen. Na und? Sind doch genug da!
Meine Menschenfamilie halte ich ständig auf Trab. Mein rot-weißes Katerchen habe ich voll im Griff. Auch mein Labradorhund Max tanzt nach meiner Pfeife. Der Chef bin ich, an mir führt kein Weg vorbei. Wenn alle tun, was ich sage, dann hat jeder bei mir ein gutes Leben.
Ich erzähle auf meine Art fröhlich, frech und spannend, wie ich nach meiner Geburt von einem Bauernhof geholt werde, in meiner neuen Familie mit Menschen und Tieren aufwachse – und sie alle in Atem halte.
Andreas Zwengel
Der Autor von Phantastik- und Horrorliteratur liest aus seinem Siegerroman einer Ausschreibung des Onlinemagazins Geisterspiegel »Die Welt am Abgrund«. Dieser ist laut Verena Wolf von Phantastik-Couch.de ein »neuer deutscher Steampunk«.
Mysteriöse Zeichen, Schäden in europäischen Bergwerken: Ein Sonderermittler des Auswärtigen Amtes und ein Professor der Geschichte machen sich im Berlin der Kaiserzeit auf die Suche nach den Ursachen.
Eine Begegnung in den U-Bahn-Tunnels der Stadt weist auf ein fremdes Volk hin, das in Höhlensystemen Europas lebt ...
Die Apokalyptischen Schreiber
Volker Ilse, Stefan Fels, Thomas Backus und Ralph Haselberger
Autoren von Grusel- und Horrorgeschichten, skurrilen und mystischen Erzählungen sowie aus Fantasie und Mystery SF lesen aus ihrem aktuellen Horror-Highlight »In Blut geschrieben«.
Grauenhafte Träume plagen die Menschheit seit Anbeginn der Zeit und manchmal steckt mehr dahinter, als der faulige Kuss eines Albs.
Die visionäre Kraft besonders schrecklicher Träume trieb vier finstere Gestalten in einer düsteren Nacht zusammen. Einer Eingebung folgend nannten sie sich fortan Die Apokalyptischen Schreiber. Seitdem widmet sich der Eine den kriegerischen Auseinandersetzungen, der Zweite den Visionen des Hungers, ein Dritter gibt sich den Krankheiten und Seuchen hin. Der Letzte betrachtet sich als Epilog all dessen.
Dabei hat jeder der Vier seinen eigenen Stil, der sich mitunter so sehr von dem der anderen unterscheidet, wie die Farben ihrer Gewänder. Eines jedoch haben sie gemeinsam: Sie haben sich alle dem gleichen apokalyptischen Genre verschrieben.
Manchmal so subtil, dass das Grauen erst in der folgenden Nacht an der Oberfläche des Bewusstseins kratzt, ein anderes Mal sehr direkt und aggressiv.
In diesem Buch erwartet den Leser eine Fülle von Albträumen - in Blut auf Papier gebannt. Aber sind es wirklich nur Träume, oder handelt es sich bei den Apokalyptischen Schriften um eine Dokumentation des Grauens?
Nehmt Euch in acht liebe Leser, denn die Antwort könnte Euch den Schlaf rauben.
Die Bücher können am Abend erworben werden.
Die Autoren stehen zu Gesprächen und zum Signieren ihrer Werke bereit.
Die Lesung findet am 29. September 2010 in der Wagonhalle Marburg statt.
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt/Abendkasse: 4,99 Euro
Quellen:
Copyright © 2010 by Wolfgang Brandt
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