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Die Phantastische Bibliothek Wetzlar
eine der beiden größten Bibliotheken der Welt für phantastische Literatur

Die Phantastische Bibliothek in Wetzlar wurde 1989 eröffnet. Bis Februar 2006 waren die Stadt Wetzlar, der Förderkreis Phantastik und die Phantastik Stiftung ihre Träger. Seit Mitte Februar 2006 besteht eine Stiftung bürgerlichen Rechts mit dem Namen Phantastische Bibliothek Wetzlar.
Mit einem Bestand von über 200.000 Titeln ist sie neben der Eaton Collection in Riverside, Kalifornien, die größte Bibliothek für Phantastische Literatur in der ganzen Welt. Da sich die Bibliothek in Kalifornien aber vor allem auf Science Fiction spezialisiert hat, während die Wetzlarer Bibliothek alle Sparten der phantastischen Literatur gleichermaßen sammelt, kann letztere Bibliothek weltweit als einmalig angesehen werden.
Die Wetzlarer Bibliothek sammelt aufgrund ihres Archivauftrags alles, was in deutscher Sprache in den Genres Science Fiction, Fantasy, klassische Phantastik, Horror, Utopie, Reise- und Abenteuerliteratur, Märchen, Sagen und Mythen erschienen ist.
Dabei werden auch entsprechende Sekundärliteratur, Zeitschriften, Zeitungsausschnitte, Examensarbeiten und Autorennachlässe gesammelt. Die Bestände stehen für wissenschaftliche und publizistische Zwecke zur Verfügung.
Der Buchbestand der Bibliothek umfasst auch Spezialsammlungen, zum Beispiel den kompletten Bestand der utopisch-phantastischen Literatur der DDR, die documenta-Sammlung aus dem Orwell-Jahr 1984 sowie eine Reihe anderer Raritäten.
Die Bibliothek kooperiert mit Universitäten und Literaturgesellschaften, hilft bei der Lehreraus- und Fortbildung und veranstaltet wissenschaftliche Seminare, Workshops und Tagungen. Zudem forschen Mitarbeiter der Bibliothek auch selbst.
Gründer und Leiter der Wetzlarer Bibliothek ist Thomas Le Blanc, geboren 1951 in Wetzlar. Er studierte in Gießen Mathematik, Physik und Pädagogik, schloss sein Studium 1978 ab und arbeitete dann bis 1987 als Studienrat im Kreis Gießen.
Anschließend war er als freier Publizist und Kulturberater tätig, schrieb sehr viele Artikel für Tages- und Wochenzeitungen und arbeitete zudem als Autor und Lektor für Verlage.
Seit 1981 organisiert er auch die Wetzlarer Tage der Phantastik. Diese widmen sich wechselnden Themen aus den verschiedenen Genres der phantastischen Literatur. Dabei soll neben dem Publikum aus dem Bereich der Wissenschaft ein breiteres Publikum angesprochen werden, das sich mit der Phantastik beschäftigen möchte. Ziel dieser Tagungen ist es, den Bereich der phantastischen Literatur mit anderen Disziplinen zu verknüpfen.
In diesem Jahr werden die 31. Wetzlarer Tage der Phantastik vom 8. bis zum 11. September ausgerichtet. Das Thema lautet:
Neue Welten – Phantasie aus deutscher Feder
Im Rahmen der Tage der Phantastik betreut die Bibliothek seit 1983 den jährlich zu vergebenden Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar, der heute (seit dem Jahr 2002) mit 4000 Euro Preisgeld dotiert ist. Träger dieses renommierten Preises waren bisher u. a. Wolfgang und Heike Hohlbein, Herbert W. Franke, Carl Amery und Cornelia Funke.
Thomas Le Blanc ist außerdem noch Herausgeber der Schriftenreihe und Materialien der Bibliothek und wurde 1990 mit dem Deutschen Fantasy-Preis ausgezeichnet, der seit 1979 vom Ersten Deutschen Fantasy-Club e.V. mit Sitz in Passau an Autoren, Verleger und Übersetzer im Bereich der Fantasy-Literatur vergeben wurde.
Zur Förderung von Schülern und Studenten rief die Bibliothek die Edition Junge Phantastik ins Leben, das heißt, man veranstaltete Wettbewerbe und Seminare, in denen Jugendliche zum Schreiben angeregt wurden. Die Ergebnisse veröffentlichte man dann vor allem in Anthologien, aber auch z.B. als Roman.
Außerdem gibt die Bibliothek eine eigene wissenschaftliche Schriftenreihe heraus. Die mehr als 90 Bände sind über ihre Homepage bestellbar.
Zuletzt sei alle Interessierten ein Besuch der Bibliothek empfohlen. Sie ist Montag bis Donnerstag von 14.00 bis 18.00 Uhr, Mittwoch zusätzlich von 9.00 bis 12.00 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.
Während dieser Zeiten können Privatpersonen Bücher der Bibliothek bis zu 4 Wochen lang zum Lesen ausleihen.
Textquellen:
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Foto von der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, Urheber Wikipedia/ Stefan Flöper, 28. September 2009.
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Einladungsplakat zu den 31. Wetzlarer Tagen der Phantastik, mit freundlicher Genehmigung von Bettina Twrsnick.
Copyright © 2011 by Wolfgang Wiekert
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