
Beitrag #1
Eine Idee und wie sie umgesetzt wurde
von Alfred Wallon
Begonnen hat es auf dem Buchmessecon in Frankfurt 2007. Dort lief mir Peter Hopf über den Weg. Ich war einigermaßen überrascht, da ich weiß, wie viel er beruflich zu tun hat und ging deshalb davon aus, dass er keine Zeit hatte, dort zu sein. Wir sprachen über das eine oder andere, und Peter sagte: „Ich habe eine Idee.“
Wenn ein Verleger so etwas zu einem Autoren sagt, dann ist höchstes Fingerspitzengefühl angesagt. Denn dann ist etwas am Entstehen.
Drei Tage später rief mich Peter an und fragte mich: „Kennst du die Captain Concho-Serie aus dem Bastei-Verlag?“
„Natürlich“, erwiderte ich. „Ich habe alle Bände damals gelesen und erinnere mich noch gut daran.“
„So etwas stelle ich mir vor“, kam dann Peters Antwort. „Ein Roman, der im Bürgerkrieg spielt.“
„Mit einer Spezialeinheit, die Brücken sprengt und hinter den feindlichen Linien operiert?“, fragte ich daraufhin.
„Genau so“, bestätigte mir das Peter. „Kannst du sowas schreiben?“
„Klar“, erwiderte ich sofort. „Ich könnte Dir sogar schon was zum Lesen anbieten. Innerhalb meiner RIO CONCHO-Heftserie gab es einige Romane, die im Bürgerkrieg spielen, und da war ein gewisser Lieutenant Jay Durango mit einer kleinen Truppe dabei, die brisante Aufträge erledigten. Das ist genau das, was du haben möchtest...“
Peter versprach, mal einen Blick in die besagten Romane zu werfen, und eine gute Woche später rief er mich an, um mir zu sagen, dass er sich das in der Tat genau so vorgestellt habe. Ich solle mir doch mal Gedanken über ein Exposé machen, schlug er mir vor. Und danach würden wir weiter sehen.
Dieses Exposé mit dem Titel TODESKOMMADO bekam Peter dann prompt. Zumal er mir zuvor einen gewaltig interessanten Appetithappen zukommen ließ: alle 27 Bände der amerikanischen Buchreihe THE CIVIL WAR ( von TIME LIFE Books ). Gutes Material zum Recherchieren, und so fand ich schnell ein passendes Thema - nämlich die Schlacht am Antietam Creek in der Nähe des kleinen Städtchens Sharpsburg. Peter fand dieses Exposé sehr interessant und bot mir einen Vertrag an, den ich natürlich mit großer Freude unterzeichnet habe. Somit war die Sache offiziell, und ich konnte mit dem Schreiben beginnen.
Aber bevor ich des tat, las ich auch noch einmal meine alten RIO CONCHO-Romane - das ist ja immerhin auch schon 10 Jahre her - damit ich mir ein Bild von meinen damaligen Helden machen konnte. Und jetzt, wo ich in medias res bin, habe ich wieder alles vor Augen: Lieutenant Jay Durango und seine Männer reiten wieder für die Sache des Südens, und ich hoffe, dass es nicht das letzte Mal ist. Denn es gibt noch sehr viele Geschichten über den Bürgerkrieg zu erzählen.
Zumal es hierzulande überhaupt keine neue Western-Reihe über den Bürgerkrieg gibt. Das hat sich nun wieder geändert - und wenn sich TODESKOMMANDO gut verkauft, dann geht es weiter. Garantiert!
© Alfred Wallon