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15 Fragen an...

...Ullrich Wegerich

1. Dezember 2007

Ullrich Wegerich ist freier Autor und lebt in Berlin. Er wurde 1955 in Mainz geboren, ist in der Neustadt aufgewachsen und hat am Willigis-Gymnasium sein Abitur abgelegt. Dass er in Charlottenburg lebt und dort jede Straße und jedes Haus zu kennen scheint, daraus macht sein Krimi „Berliner Blut“ kein Geheimnis. Mit einem Berliner Stadtplan zur Hand kann der Leser fast jeden Schritt der Handlung mitverfolgen.

Im Bereich der Heftromane schrieb der Autor unter dem Sammelpseudonym Mortimer Grave u.a. die Grusel-Schocker Bände 40 und 61 sowie unter J.F. Way Western-Ass Stories.


Mit welchen drei Adjektiven würdest du deinen Beruf beschreiben?
Selbstbestimmt, kreativ, mühsam.
Welchen Roman eines anderen Autors hättest du gerne geschrieben?

Keine Ahnung, das habe ich mir noch nie überlegt.

Was war der bisher größte Fehler deiner Karriere?
Kann man da überhaupt von Karriere sprechen? Viele Autoren und Übersetzer verdienen ja gerade mal das Existenzminimum. Man frage bei der Künstlersozialkasse nach! Eine Art Mindesthonorarregelung wäre sicher sinnvoll.
Welche drei deiner Werke sollte ich unbedingt auf eine einsame Insel mitnehmen?
Nimm lieber deine Frau oder deinen Mann mit!
Wo siehst du dich beruflich in zehn Jahren?
Keine Ahnung. Aber sicher noch immer in Berlin.
Welches Buch hast du zuletzt privat gelesen? Wie hat es dir gefallen?
Die Marseille-Trilogie von Jean-Claude Izzo (Unionsverlag). Drei absolut empfehlenswerte Krimis.
Welche CD hast du zuletzt gekauft? Wie gefällt sie dir?
Neil Young, "Prärie Wind". Neil Young liebe ich schon immer.
Du gewinnst 20 Millionen Euro im Lotto. Würdest du weiterschreiben? Warum bzw. warum nicht?
Sicher würde ich weiterschreiben. Man kann schließlich nicht ununterbrochen Kaffee oder Rotwein trinken oder durch die Weltgeschichte reisen. Außerdem braucht jeder seine Leidenschaft: Die einen laufen Marathon, die anderen schreiben Romane.
Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger beim Schreiben macht?
Jeder muss seine Fehler, Schwächen, Fähigkeiten und Stärken selbst herausfinden. Das ist dann aber auch schon die halbe Miete beim Schreiben. Man sollte lernen, das zu machen, was man kann.
Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger im Umgang mit Verlagen macht?
Ein Anfänger hat keine große Wahl - er kann froh sein, wenn er einen Verlag findet. Und sicher versteht ein altgedienter Lektor eine Menge vom Handwerk des Schreibens. Also sollte man Kritik und Rat ernst nehmen. Aber man sollte auch genau wissen, was man will.

Zudem: Unterhaltungs- und Heftromanautoren sollten sich besser vernetzen. Etwa in der Art der Krimiautorenvereinigung Syndikat.

Mit welcher literarischen Figur würdest du dich gerne mal unterhalten?
Sherlock Holmes.
Welchem Autor (außer dir selbst) würdest du es wünschen, in Deutschland bekannter zu sein, als er es bisher ist?
Jerome Charyn.
Dir erscheint eine Fee und sagt: „Setz dich hin und schreib ein Buch. Ich verspreche dir, dass es ein Weltbestseller wird.“ Welches Genre würdest du wählen?
Wahrscheinlich Krimi.
Was würdest du deinem Kind sagen, wenn es dir mitteilt, dass es beruflich in deine Fußstapfen treten will?
Es sollte zunächst etwas lernen, was ein akzeptables Einkommen sichert.
Welche drei Romane sollte man in seinem Leben gelesen haben?
Alles von Thomas Mann. Eine Menge von Hemingway. Uwe Johnsons "Jahrestage".

 

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