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15 Fragen an ...

... Sascha Vennemann

15. Oktober 2009

Sascha Vennemann, Jahrgang 1981, ist Mit-Autor und Lektor der Science-Fiction-Heftromanserie »Sternenfaust« aus dem Bastei Verlag. Darüber hinaus ist der studierte Soziologe freier Mitarbeiter und Autor für die monatliche Jugendbeilage einer lokalen Tageszeitung und eines Stadtmagazins sowie Texter und Musiker in mehreren Bands (mit deutschlandweit erhältlichen CD-Veröffentlichungen). Als langjähriger Mitarbeiter bei www.geisterspiegel.de hat er sich vor allem durch seine zahlreichen Rezensionen zu Roman und Comics aus dem phantastischen Genre sowie durch seine ausführlichen Interviews mit nationalen und internationalen Schriftsteller-Kollegen hervorgetan. Durch seine Aktivitäten im Fandom und ein Redaktionspraktikum bei Bastei wurde der Verlag auf ihn aufmerksam und bot ihm die Möglichkeit, seine ersten professionellen Schritte als Autor und Lektor zu tun. Sein bisher umfangreichstes Werk, der Roman »Die Schlacht von Trident«, erschien als zwölftes Hardcover zu »Sternenfaust« Anfang 2009 im Hamburger Zaubermond-Verlag. Sascha Vennemann lebt zusammen mit seiner Partnerin und zwei Katzen im schönen südniedersächsischen Göttingen.

. Frage . Antwort
Mit welchen drei Adjektiven würdest du deinen Beruf beschreiben?
 
Als Lektor: spannend, korrigierend, unscheinbar
Als Autor: magisch anziehend, erkenntnisreich, erfüllend
Welchen Roman eines anderen Autors hättest du gerne geschrieben?
 
Stephen Kings »The Stand« wegen seiner Epik, Fülle an wunderbar ausgearbeiteten Charakteren und des postapokalyptischen Szenarios. Und vielleicht »Sommerhaus, später« von Judith Hermann. Das ist zwar eine Kurzgeschichtensammlung, aber die Sehnsucht und Melancholie, die ihre Stories vermitteln, sind unglaublich stark. So würde ich manchmal auch gerne schreiben.
Was war der bisher größte Fehler deiner Karriere?
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Wahrscheinlich, mir noch keinen Agenten gesucht zu haben und weitere Konzepte für Romane zu gestalten und einzureichen, damit ich auch einmal abseits von »STERNENFAUST« und dem Heftromanformat etwas schreiben kann. Aber was nicht ist, kann ja noch werden!
Welche drei deiner Werke sollte ich unbedingt auf eine einsame Insel mitnehmen?
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Hmm, soviel Auswahl gibt es da ja noch nicht ... Mein STERNENFAUST-Hardcover »Die Schlacht von Trident« natürlich, mein bisher längster Roman. Und von meinen STERNENFAUST-Heften Band 81 »Der Hohe Rat« und Band 99 »Das Ziel«.
Wo siehst du dich beruflich in zehn Jahren?
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Schwierige Frage. Entweder in meinem studierten Beruf als Soziologe und nebenberuflich als Autor und Lektor, eventuell auch Übersetzer. Oder selbstständig als Autor, Lektor, Übersetzer und Redakteur (gerne auch nur eins davon oder am liebsten alles zusammen), der von seinen schriftstellerischen und journalistischen Arbeiten ausreichend gut leben kann.
Welches Buch hast du zuletzt privat gelesen? Wie hat es dir gefallen?
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Ich lese ja sehr viel, weil ich gerne Rezensionen unter anderem für den »Geisterspiegel« verfasse. Zuletzt gelesen habe ich Claudia Kerns »Rache«, den dritten und abschließenden Teil ihrer Trilogie »Der verwaiste Thron«. Die gesamte Trilogie gefällt mir ausnehmend gut, das ist Fantasy, wie ich sie so selbst noch nicht gelesen habe und die eine ganz eigene Stimmung vermittelt, weil die Story teils sehr reduziert erzählt wird. »Rache« ist dabei insgesamt gesehen in meinen Augen leider der schwächste Teil, aber immer noch sehr gut! Die Rezension dazu geht sicher bald beim »Geisterspiegel« online, wenn sie nicht schon längst erschienen ist, wenn diese »15 Fragen« erscheinen.
Welche CD hast du zuletzt gekauft? Wie gefällt sie dir?
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»Invaders must die« von The Prodigy. Electro-Triphop-Punk-Rock aus Bristol, England. Als jemand, der in den 1990er Jahren aufgewachsen und an alternativer Musik dieser Zeit interessiert ist, kommt man an denen kaum vorbei. Ich besitze jedes Album von »The Prodigy« und werde ihnen auch weiterhin treu bleiben. Tolle Musik!
Du gewinnst 20 Millionen Euro im Lotto. Würdest du weiterschreiben? Warum bzw. warum nicht?
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Natürlich, dann erst recht! Dann müsste ich mir keine Gedanken mehr darüber machen, wo zwischen den vereinzelten Roman-Honoraren und Lektorats-Rechnungen das Geld für die Miete, Katzen- und eigenes Futter herkommen soll.
Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger beim Schreiben macht?
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Erstens: Nicht zu lesen, sondern einfach drauf los zu tippen. Wie soll man wissen, was einem gefällt, was man selber gerne lesen würde, und welche Schreibstile einem zusagen, wenn man nicht möglichst viele Stories, Romane und Stile miteinander vergleichen kann, indem man so viel wie möglich liest?
Zweitens: Sich nicht eine einigermaßen erträgliche Art der grammatikalischen Satz- und Story-Gestaltung anzueignen und solide mit der Rechtschreibung umgehen zu können. Ein Text kann inhaltlich noch so toll sein: wenn er formal total daneben ist, hat kein Redakteur oder Lektor Lust und Zeit dafür, Manuskripte neu zu verfassen (es sei denn, sie sind von Druckkostenzuschuss-Verlagen *gg*).
Drittens: Sich nicht darüber im Klaren zu sein, was man mit dem Schreiben erreichen möchte. Will ich nur für mich und für Freunde schreiben? Will ich für die Schublade produzieren? Oder will ich mit meinen Geschichten nicht nur eine Menge mehr Menschen erfreuen, sondern auch noch etwas Geld verdienen, denn schließlich ist Schreiben auch manchmal mehr Arbeit als Vergnügen? Wenn man letzteres möchte, dann sollte man sich durch Praktika, Aufbauen von persönlichen Kontakten und Verbindungen in die Lage bringen, seinen Traum auch zu verwirklichen. Das kann Jahre dauern – in der Tat ist es im überwiegenden Teil der Fälle so -, also muss man auch Geduld haben.
Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger im Umgang mit Verlagen macht?
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Erstens: Sich ohne Vorwissen über deren Verlagsprogramm mit vollständigen Manuskripten an irgendwelche Leute zu wenden, die zur Auswahl des Programms nicht im Geringsten beitragen (Pressestelle, Verlagsleitung etc.). Lieber kleine Brötchen backen, Redaktionspraktika anstreben, sich informieren, wie das Autoren- und Roman-Geschäft in dem Genre, in dem man schreiben möchte, läuft.
Zweitens: Sich an Druckkostenzuschussverlage zu wenden, weil man unbedingt sein Manuskript in Buchform in den Händen halten möchte. Wer ein paar tausend Euro zuviel hat und eh nur in der Lage ist Murks zu fabrizieren, für den mag das eine angemessene Lösung sein. Für jeden anderen Autoren gilt: Alles andere ist besser, wenn es darum geht, sich einen Namen zu machen. Rezensionen in Foren und auf Internet-Magazinen, kostenlose Stories im Netz, oder frei downloadbare Audio-Books haben schon so manchen Autor groß gemacht (z.B. Scott Sigler). Warum sollte das nicht auch für andere – für dich! – funktionieren?
Drittens: Nicht beständig lernen zu wollen, Ratschläge von Freunden, Verlegern, Kollegen und Lektoren auszuschlagen und davon auszugehen, das man schon als »fertiger« Autor auf die Welt gekommen ist. Das ist wirklich niemand.
Mit welcher literarischen Figur würdest du dich gerne mal unterhalten?
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Roland, der Hauptfigur aus der »Dunklen Turm«-Reihe von Stephen King
Welchem Autor (außer dir selbst) würdest du es wünschen, in Deutschland bekannter zu sein, als er es bisher ist?
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Ausnahmslos allen, die ich in meinem Leben bisher persönlich kennenlernen durfte und mit denen ich regelmäßig in Kontakt stehe. Natürlich meinen Kollegen aus dem Heftromanbereich sowie die vielen netten Leute, mit denen ich Interviews führte. Ich weiß, dass die meisten von ihnen hart an ihren Karrieren, ihrem Können als Autoren und an ihren Romanen arbeiten. Das kann man nie genug honorieren und bewundern.
Dir erscheint eine Fee und sagt: „Setz dich hin und schreib ein Buch. Ich verspreche dir, dass es ein Weltbestseller wird.“ Welches Genre würdest du wählen?
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Irgendwas im phantastischen Genre. Sci-Fi, Fantasy oder Horror. Mein großer Traum ist es ja, eines Tages einen wirklich stimmungsvollen und epischen Horror-Roman zu schreiben. Ideen dafür habe ich auch schon, mal sehen, ob und wann sie sich verwirklichen lassen.
Was würdest du deinem Kind sagen, wenn es dir mitteilt, dass es beruflich in deine Fußstapfen treten will?
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Habe ich die 20 Millionen Euro aus Frage 8 wirklich gewonnen? Dann nur zu! Papa hat dir genug Knete hinterlassen, dass du machen kannst, was du willst! Ansonsten: Schreiben ist schön, für die finanzielle Lebensplanung allerdings eher riskant. Besser, man baut sich ein erstes (oder zweites oder drittes) Standbein auf.
Welche drei Romane sollte man in seinem Leben gelesen haben?
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Wenn man lesen kann, was man tun sollte, dann sollte man auf jeden Fall mehr als drei Romane gelesen haben. Und zwar aus allen Fachrichtungen, Genres und Themengebieten, die es gibt. Es gibt nichts Schlimmeres für einen Autor, als nicht neugierig auf die Welt zu sein, die einen umgibt. Die literarische – und die echte!

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