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15 neue Fragen an ...

... Mara Laue

1. April 2010


Mara Laue, die Autorin unserer Online-Serie »Sukkubus«, wurde am 7. Juli 1958 geboren. Von klein auf waren Bücher ihre besten Freunde. Über das Lesen kam sie bald zum Schreiben. Ihr Interesse für Fantasy und Okkultes wurde durch Märchen und Sagen geweckt und schlägt sich bis heute in den meisten ihrer Texte nieder.
Ihre schriftstellerische Karriere begann in verschiedenen Fanzines, in denen sie über 100 Fantasy-, Science Fiction- und Gruselstorys sowie Gedichte und Sachartikel veröffentlichte. Ab 1992 folgten erste Veröffentlichungen in Zeitungen und Anthologien, bis 1999 ihr erster Lyrikband »Träume im Sternkristall - Ein Jahr in 366 Gedichten« erschien.
Bekannt wurde Mara Laue ab dem Jahr 2004 im Bastei-Verlag. Sie schrieb mit an den Serien »Schattenreich« und »Sternenfaust«, teilweise unter dem Pseudonym M’Raven. Seit Herbst 2008 ist sie Mitautorin der neu aufgelegten und weitergeführten SF-Serie »Rex Corda« des Mohlberg-Verlags. Weitere Veröffentlichungen folgten, so u.a. ihr erster Fantasy-Roman »Zeit der Zauberin« und die Story-Anthologie »Lebensbrüche - Wendepunkte«. Aber auch Kurzgeschichten, Lyrik und Theaterstücke gehören immer wieder zum breiten Spektrum des Schaffens der Autorin.

Mehr über Mara Laue: www.mara-laue.homepage.t-online.de

. Frage . Antwort
Was bedeutet das Schreiben für dich?
 
ALLES! Gut, das ist jetzt etwas übertrieben, ich konkretisiere das also: Schreiben ist für mich nicht nur (mittlerweile Brot-) Beruf, sondern auch meine Leidenschaft, Berufung, Hobby, bis zu einem gewissen Grad mein Lebensinhalt und die schönste (Berufs-)Tätigkeit, die ich mir vorstellen kann.
Welche drei Bücher, die du gelesen hast, haben dir bisher am besten gefallen?
 
Das ist schwer zu sagen, da ich sehr viel lese. Ich drücke es mal so aus: Im Bereich Fantasy lese ich immer wieder die Bücher von Mercedes Lackey, die sich mit den »Heralds of Valdemar« befassen. Im Bereich Krimi: Jeffrey Deavers »The Bone Collektor« (dt. »Der Knochenjäger«). Das Buch ist fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Im Bereich Grusel: Stephen Kings »Shining«. Das Buch ist 1001-mal besser als der Film.
Welches war deine erste, professionell veröffentlichte Arbeit?
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Du meinst, die erste Arbeit, für die ich bezahlt wurde? Das waren die beiden Gedichte »Black Kali« und »Hecate«, die 1995 in der US-amerikanischen Zeitschrift »Circle Network News« (Nr. 57) gedruckt wurden. Mein erstes Buch war der Lyrikband »Träume im Sternkristall« 1999.
Welches Buch oder welche Geschichte von dir würdest du mir zum Lesen empfehlen und warum?
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Meinen künftigen Bestseller »Das Werkzeug seiner Rache«, sobald er erschienen ist.  Okay, Spaß beiseite. Was ich damit sagen will, ist, dass dieser Thriller (ich arbeite noch daran) so, wie er sich entwickelt, tatsächlich mein bislang bestes Werk werden könnte – quod esset demonstrandum (= was zu beweisen wäre). Ansonsten: Wenn du Krimis magst, die dem psychologischen Aspekt Vorrang vor Action geben: »Die dritte Seite« (ISBN 978-3-9812428-5-0). Wenn du klassische Fantasy (Sword & Sorcery aber modern und mit einer Heldin als Protagonistin) bevorzugst, in der es mehr um die Aufdeckung von Geheimnissen geht als um »Hau drauf«: »Zeit der Zauberin« (ISBN 9783940209269).
Unter welchen Umständen würdest du das Schreiben mit einem anderen Beruf oder Hobby tauschen?
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Freiwillig unter absolut gar keinen! Ich würde es allenfalls mal unter gewissen Umständen (= akute Ebbe in der Kasse) vorübergehend (!) für eine paar Wochen oder wenige Monate zurückstellen, aber niemals dauerhaft tauschen!
Welcher Autor hat dich am meisten beeinflusst?
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Die Frage kann ich so pauschal nicht beantworten, da ich nicht nur in einem einzigen Genre schreibe, sondern in mehreren. Fantasy, Grusel und (Okkult-) Krimi/Thriller sind mir zwar die liebsten, aber ich schreibe auch Science Fiction, Western, Zeitgenössisches (hauptsächlich Kurzgeschichten), Lyrik und Theaterstücke sowie Biografien als Ghostwriterin. Grundsätzlich nehme ich mir jede/n erfolgreiche/n Kollegen/Kollegin als Vorbild (aber NUR was den Erfolg betrifft!) und versuche, ihnen nachzueifern, kopiere aber keinesfalls deren Stil oder gar Ideen. Ich kann auch nicht sagen, dass ich durch eine/n bestimmte/n AutorIn überhaupt auf die Idee gekommen wäre, mit dem Schreiben zu beginnen. Ich habe schon als Kind viel gelesen, fand aber nicht alles gut und störte mich vor allem daran, dass in den Kinder- und Jugendbüchern damals (ich bin Jahrgang 1958) die Helden fast ausschließlich Jungs waren und die Mädchen – sofern sie überhaupt vorkamen – nur als weinerliche Zimperliesen dargestellt wurden. Deshalb habe ich irgendwann eigene Geschichten geschrieben, in der die Mädchen/Frauen die Heldinnen waren (und immer noch sind). Die allererste Story (da war ich gerade zwölf) handelte von einem Pferd und war – entgegen dem Herkömmlichen – aus der Perspektive des Pferdes erzählt. Dabei habe ich festgestellt, dass Geschichten zu erfinden dermaßen viel Spaß macht, dass ich nicht mehr damit aufhören konnte. So bin ich zum Schreiben gekommen. Dass aber ein/e einzige/r AutorIn oder einige wenige mich besonders dabei beeinflusst hätten, kann ich wirklich nicht sagen.
In welchem anderen Genre würdest du dich gern aus-probieren?
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GRINS!!! In meinem Fall müsste die Frage eher lauten: »Welches Genre hast du NOCH NICHT ausprobiert?« Tatsächlich habe ich mich schon in jedem Genre versucht. Wirklich in JEDEM. Einfach um auszuprobieren, welches mir am besten liegt. (Es war sogar schon ein pornografischer Roman darunter ;-) , den ich allerdings nie veröffentlichen würde – zumindest nicht unter meinem eigenen Namen ...) Die Ergebnisse waren/sind allerdings nicht immer veröffentlichungsreif ;-) Meine Favoriten siehe oben unter Frage 6.
Das Einzige, was in meinem Repertoire noch fehlt, ist das Schreiben von Hörspielen und Drehbüchern. Aber auch da lese ich mich bereits in die Fachliteratur ein und besuche entsprechende Seminare, um irgendwann die ersten entsprechenden Versuche zu starten. Unter anderem deshalb, weil in meinen Verträgen die Option festgeschrieben ist, dass ich im (gegenwärtig noch nicht akuten) Falle einer Verfilmung das Drehbuch schreiben soll. Falls es je so weit kommt, sollte ich also zumindest schon mal geübt haben und mir die Materie nicht mehr fremd sein.
Hörst du beim Schreiben Musik und wenn ja, welche?
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Manchmal, wenn ich nicht gerade einen derart komplizierten Plot bearbeite, dass mich die Musik nur ablenken würde. Welche ich jeweils höre, hängt von meiner Stimmung ab und von dem Manuskript, an dem ich gerade schreibe. Beim Krimi bevorzuge ich meistens klassische Musik (Violinkonzerte, ruhige Klavierkonzerte, Nocturnes oder Flötensonaten), bei allem anderen am liebsten Folksongs oder Country. Rockmusik mag ich zwar teilweise auch sehr gern, aber sie passt klangmäßig nicht zu jedem Genre.
Welche Story von dir könntest du dir auch als Film am besten vorstellen und wer sollte die Hauptrolle darin spielen?
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Auch das ist eine Frage, die ich nicht pauschal beantworten kann. Da (fast) jede/r SchriftstellerIn davon träumt, dass ihre/seine Werke mal verfilmt werden, würde ich am liebsten sagen: »Alle!« Aber im Ernst: Ich habe schon verschiedentlich von kompetenter Seite (Verleger, Lektoren) gehört, dass mein Krimi »Die dritte Seite« und auch sein Nachfolger »Schwarze Dame Tod« (der voraussichtlich Ende des Jahres erscheint) sich gut zum Verfilmen eigenen würden. Was die Besetzung der Hauptrollen betrifft, so habe ich da keine konkreten Vorstellungen, würde aber – sollte ich ein Mitspracherecht haben (das AutorInnen ja nahezu nie bekommen) – Wert darauf legen, dass es Schauspieler sind, die zum im Roman festgeschriebenen Typ passen bzw. den überzeugend verkörpern können.
Was inspiriert dich?
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Also für einzelne Ideen genügt manchmal etwas ganz Banales, z. B. ein Satz in einem Buch oder Film, der Anblick einer Landschaft oder eines Menschen, an dem mir irgendwas auffällt oder eine Begebenheit, deren Zeugin ich zufällig wurde oder die ich in der Zeitung/Zeitschrift gelesen habe usw. Manchmal fliegt mir auch eine Idee wie aus heiterem Himmel urplötzlich zu, aber das kommt relativ selten vor. Ich habe sogar schon aus einem Stück halb verrotteten Bindfadens, das ich in einem Rinnstein gesehen habe sowie aus einem abgerissenen Jackenknopf eine Story gemacht.
Zum Schreiben selbst brauche ich keine Inspiration, sondern nur eine gewisse Disziplin, da es mein Beruf ist, dem ich wie jede/r normale ArbeitnehmerIn jeden Tag zwischen 6 und 12 Stunden nachgehe(n muss) einschließlich der Zeit für Recherchen (mein Rekord liegt bei 16 ½ Stunden nonstop – da hatte mich die Muse sehr kräftig geküsst!). Allerdings habe ich im Gegensatz zu angestellt Arbeitenden kein freies Wochenende und muss – Stichwort »Abgabetermine« – auch im Urlaub ein gewisses Pensum arbeiten (wie fast alle Freiberufler). Jedoch schreibt es sich MIT Inspiration natürlich erheblich leichter und vor allem schneller, als wenn ich über jeden Satz/Absatz erst lange nachdenken muss.

Schreibblockaden gehören oft zum Alltag eines Autors. Wie gehst du damit um?
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Ganz ehrlich: Ich hatte bis jetzt noch nie eine! (Toi, toi, toi und dreimal auf Holz geklopft!!!) Davon abgesehen kann ich mir eine Schreibblockade als Profi gar nicht leisten, denn ich habe Abgabetermine einzuhalten, die keine Rücksicht darauf nehmen, ob ich gerade inspiriert bin oder nicht. Fakt ist, dass man lernen kann, auch dann zu schreiben, wenn man glaubt, keine Ideen zu haben. Diese »Kunst« gehört zum Handwerk, denn das und nichts anderes ist Schreiben letztendlich. Mark Twain sagte dazu sehr treffend: »Schreiben ist zu 10 % Inspiration und zu 90 % Transpiration« (= Schwitzen = Arbeit).
Ich habe allerdings ab und zu mal Phasen, in denen es mir schwerfällt, den Anschluss an das zuletzt Geschriebene zu finden. Deshalb bin ich »Puzzle-Schreiberin«, d. h. ich schreibe (nicht nur) in so einem Fall einfach eine andere Szene, die später im Roman stattfindet und für die ich gerade eine Idee habe (dass ich absolut GAR KEINE Idee habe, ist mir de facto noch nie passiert) und fülle später die Lücken zwischen den einzelnen Szenen (= »Puzzleteilen«) aus.
Eine andere Methode, mit der ich (zwar nicht absichtlich, aber vermutlich dennoch) eine Schreibblockade vermeide, ist, dass ich mir für meine Romane vorher erst ein Rahmenexposé (für die Gesamthandlung) schreibe und daraus ein Handlungsexposé der einzelnen Szenen bzw. Handlungsstränge entwickle. Das ändert sich zwar im Laufe der Arbeit am Werk immer wieder, aber auf diese Weise weiß ich bereits, wie es weitergehen soll, und stehe nie »wie der Ochs vorm Berg« (in meinem Fall wie die »Kuh« ) mit der (verzweifelten) Frage: »Hilfe, wie soll es jetzt weitergehen???«, sondern kann auf die Skizzen der einzelnen Szenen zugreifen und brauche sie nur noch »auszuformulieren«.
Welchen guten Rat hast du für junge Autoren/ Hobby-autoren?
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1. Lernt das Handwerk, und zwar von der Pieke auf! Ohne dieses Wissen und vor allem Können habt Ihr nahezu keine Chance auf Veröffentlichung. Jeden Beruf muss man in einer Lehrzeit/Studienzeit von ca. 2 – 8 Jahren lernen. Das Schreiben bildet da keine Ausnahme!
2. Üben, üben, üben, üben, üben und nochmals üben! Und danach: WEITERÜBEN!!!
3. Wenn Schreiben wirklich Euer Traum ist, dann gebt ihn niemals auf, egal wie viele Absagen von Verlagen Ihr bekommt! (Oder wie viel Häme von anderen Leuten.)
Lesungen gehören zur Tätigkeit des Autors. Wie bereitest du dich darauf vor und was bedeuten sie dir persönlich?
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Lesungen sind für mich DIE Gelegenheit zum Kontakt mit meinen LeserInnen und jedes Mal eine unglaubliche Bereicherung. Da ich immer im Anschluss daran eine Diskussionsrunde/Fragestunde anbiete, erfahre ich so aus erster Hand, was den Leuten gefallen hat und was nicht. Das ist für mich sehr wichtig, denn an solche Rückmeldungen kommt man sonst nicht heran. Manchmal erhalte ich dadurch auch Anregungen für eine neue Story. Ich bin mir übrigens keineswegs zu schade, auch nur für einen kleinen Kreis oder sogar nur eine einzige Person zu lesen, was (selten) vorkommt, wenn mal wieder die Presse die entsprechende Pressemeldung zu spät oder gar nicht gebracht hat. Gerade bei solchen »Minirunden« entwickeln sich hinterher richtig tolle Gespräche.
Die Vorbereitung für eine Lesung ist bei mir »generalstabsmäßig«. Was die Räumlichkeiten betrifft, so sehe ich sie mir vorher an, weil sich dadurch u. a. entscheidet, ob ich ein Mikrofon brauche oder wo ich am besten sitze, damit alle mich sehen und hören können etc. Darüber hinaus suche ich mir natürlich vorher die Textstellen aus, die ich vorlesen werde (normalerweise nehme ich den Anfang des jeweiligen Buches) und lese sie mir selbst laut vor, wobei ich die Zeit stoppe, um genau sehen zu können, wie lange ich brauche. In der Regel lässt die Aufmerksamkeit des Publikums nach einer Dreiviertelstunde, spätestens nach einer Stunde nach, sodass ich versuche, diese Zeit nicht zu überschreiten. Auch die richtige Betonung, das Lesetempo und vor allem die (verbalen) dramaturgischen Effekte müssen geübt werden, damit sie zur »Stunde X« sitzen und ich nicht anfange zu stocken oder noch schlimmer zu stottern, weil ich mich verlesen oder nicht gut genug vorbereitet habe.
Auch was die Kleidung betrifft, plane ich voraus und probiere mindestens zwei Wochen vorher, ob ich noch überall hineinpasse . Da ich gegenwärtig die Tendenz habe, aus allem heraus zu »schrumpfen« (= abzunehmen!), ist das dringend erforderlich, damit ich notfalls rechtzeitig was Neues kaufen kann. Die Art der Kleidung hängt allerdings davon ab, welches Genre ich lese und wo die Lesung stattfindet. Legt der Veranstalter Wert auf seriöses Auftreten (tun die Meisten), so ist ein Anzug angesagt (ich tage nie Kleider oder Röcke). Beim Fantasygenre vor jungem Publikum trete ich auch schon mal der Story/dem Roman entsprechend im Fantasy-Outfit mit dazu gehörigen Accessoires auf.
Wie recherchierst du für einen neuen Roman/ eine neue Story?
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Grundsätzlich sehr gründlich! Ich stehe auf dem Standpunkt, dass wir AutorInnen unseren LeserInnen gegenüber in gewisser Weise eine Art »Bildungsauftrag« haben, das ist für mich die Verpflichtung, Sachinfos auch korrekt zu (be)schreiben. Wir müssen nämlich immer zwei Dingen Rechnung tragen: 1. der Unwissenheit des einen Teils der LeserInnen, der alles Gedruckte für bare Münze nimmt und unbesehen glaubt, nur weil es irgendwo geschrieben steht, und 2. der Sachkenntnis des anderen Teils, der genau weiß, wenn wir »Mist« geschrieben haben. Das mindert grundsätzlich das Lesevergnügen und macht die betreffenden AutorInnen (zumindest bis zu einem gewissen Grad) unglaubwürdig. Natürlich kann man nicht alles im Detail recherchieren. In solchen Fällen ändere ich meine geplante Beschreibung dahingehend ab, dass die nicht recherchierbaren Details nicht mehr für die Handlung erforderlich sind. Oder ich beschreibe sie so vage, dass sie zwar angedeutet werden, aber nicht der Eindruck erweckt wird, ich wüsste selbst nicht, wovon ich da eigentlich schreibe (obwohl das in so einem Fall zutreffend ist).
Die Medien, die ich für die Recherche benutze, sind in erster Linie Fachbücher, angefangen beim herkömmlichen Konversationslexikon bis zu den speziellen Themen, die ich gerade bearbeite. (Meine neueste Errungenschaft: »Deadly Doses – A Writer’s Guide to Poisons« = »Tödliche Dosen – ein Schriftsteller-Handbuch für Gifte«; brauche ich für mein neues Krimi-Projekt.) Ergänzend dazu nehme ich natürlich das Internet, habe aber festgestellt, dass die Infos, die ich suche, darin oft nur schwer zu finden sind und auch nicht immer ausführlich genug, sodass am Ende doch nur das Fachbuch bleibt.
Als Profi habe ich natürlich auch noch andere Quellen. Für Krimis wende ich mich mit meinen Fragen wahlweise an die Autorenberatung der Berliner Polizei (diese spezielle Pressestelle tut den ganzen Tag nichts anderes, als AutorInnen von Buch und Drehbuch sowie Filmleuten entsprechende Sachinfos zu geben) oder an das Gerichtsmedizinische Institut bzw. meine(n) Interviewpartner bei der Kripo an meinem Wohnort. Außerdem nutze ich das Netzwerk der »Mörderischen Schwestern – Vereinigung deutschsprachiger Krimiautorinnen«, bei denen ich Mitglied bin und unter denen es eine Menge Fachfrauen aus allen möglichen (nicht nur krimirelevanten) Bereichen gibt. Eine der »Schwestern« weiß entweder die Antwort oder kennt jemanden, der sie weiß oder weiß, in welchem Buch, über welchen Internetlink man sie finden kann. Für meinen Roman »Das Werkzeug seiner Rache«, der in den USA spielt, stehe ich z. B. auch in regem E-Mail-Kontakt mit den Pressestellen des FBI und der NSA, die sehr freundlich und geduldig alle meine Frage beantworten. Ansonsten reise ich auch schon mal vor Ort, wenn es um wichtige Recherchen geht, was ich in der Regel mit einem Erholungsurlaub ebendort verbinde ;-) Außerdem interviewe ich gern persönlich die entsprechenden Fachleute, wenn möglich.
Allerdings ist das Beschaffen der Sachinfos manchmal sehr langwierig, besonders wenn es sich um ganz spezielle Dinge handelt, die nicht in jedem beliebigen Geschichtsbuch oder Lexikon und nicht mal in jedem einschlägigen Fachbuch stehen. Beispiele: Seit wann verwendet man Gabeln beim Essen? Wie teuer war Schreibpergament im Jahr 1200? Wie lange dauert es, bis ein 80 kg schwerer gesunder Mensch am Biss einer Sandviper stirbt und wie genau wirkt dieses spezielle Gift? Und so weiter. Deshalb schreibe ich auch keine historischen Romane (obwohl ich es auch schon ausprobiert habe). Der Aufwand für die Recherche ist mir einfach zu groß und nähme zu viel Zeit von meinen sonstigen Projekten weg.
Kurzum: Ich bemühe mich grundsätzlich um sachliche Genauigkeit und korrekte Infos. Nur wenn ich an die überhaupt nicht herankommen kann, erlaube ich mir eine gewisse »dichterische Freiheit«, mache die LeserInnen in dem Fall aber in einem Nachwort eben darauf aufmerksam.
Woran arbeitest du derzeit? .
1. »Das Werkzeug seiner Rache« (Thriller)
2. »Sukkubus 11: Im Bann des Voodoo-Priesters« (Okkult-Krimi)
3. »Code: Smaragdjungfer« (Thriller)
4. »Dáskaruns Flamme« (Fantasy-Trilogie)
5. »Ysandras Blutkelch« (Grusel)
6. »Böses Kind« (Theaterstück)
7. »Paramnesie« (Krimi)

sowie an ein paar Storys und Gedichten für aktuelle Literaturwettbewerbe.

 

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