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... Jörg Olbrich

1. April 2011


Jörg Olbrich wurde 1970 im schönen Mittelhessen geboren, wo er noch heute mit seiner Frau und vier Kindern lebt. Beruflich umgibt er sich als Controller im Gesundheitswesen mit Zahlen, um sich in seiner Freizeit mit dem geschriebenen Wort zu befassen. Neben dem Lesen und dem Schreiben ist sein größtes Hobby die Freiwillige Feuerwehr, der er seit über 20 Jahren angehört.
Nach seiner ersten Veröffentlichung (Herbst 2003) in einem Kinderkalender hat er sich immer intensiver mit dem Schreiben beschäftigt und seitdem einige Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht. Jörg Olbrich gehört zum Team der Edition Geschichtenweber, ein lockerer Zusammenschluss von Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die gemeinsam Anthologien, das heißt Sammlungen von Kurzgeschichten zu bestimmten Themen, planen, erarbeiten, gestalten, Verlagen zur Veröffentlichung anbieten und vermarkten.
Sein erster Roman Das Erbe des Antipatros erschien im Scratch-Verlag und belegte bei der Wahl des DPP 2010 den 3. Platz in der Rubrik »Bestes deutschsprachiges Romandebüt«.

(www.joerg-olbrich.de, www.scratch-verlag.de)



. Frage . Antwort
Was bedeutet das Schreiben für dich?
 
Als ich vor knapp 10 Jahren meine ersten Schreibversuche unternommen habe, war das noch rein zum Spaß. Ich hätte niemals erwartet, dass sich das Ganze so entwickeln würde, wie es das getan hat. Der Stellenwert, den das Schreiben in meinem Leben eingenommen hat, ist dann von Jahr zu Jahr gewachsen. Heute geht es nicht mehr ohne.
Welche drei Bücher, die du gelesen hast, haben dir bisher am besten gefallen?
 

Von den neueren Büchern hat mir Die Arena von Stephen King am besten gefallen. Er beweist in diesem Werk einmal mehr, warum er als der Meister des Horrors gilt.
Eine der fesselndsten »Storys« war für mich Otherland von Tad Williams. Auch wenn das fast viertausend Seiten sind, zähle ich das hier jetzt einfach mal als ein Buch.
Der absolute Klassiker ist natürlich Der Herr der Ringe. Es gibt kein anderes Werk, das mich derartig fasziniert und beeindruckt hat.

Welches war deine erste, professionell veröffentlichte Arbeit?
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Meine erste Veröffentlichung war 2004 eine Kurzgeschichte in einem Kinderkalender. Darauf folgten drei Storys in der Zeitschrift Kurzgeschichten und zwei in Anthologien.
Als erste professionellere Arbeit würde ich aber meine KG Die Krone von Nauron aus der Anthologie Alea³ - Der Weltenwürfel bezeichnen. Das Buch war mein erstes gemeinsames Projekt mit den Geschichtenwebern und ich war als einer von zwei Herausgebern mitverantwortlich dafür. Es war für mich das erste Mal, dass eine Story vor der Veröffentlichung ausgiebig lektoriert wurde.

Welches Buch oder welche Geschichte von dir würdest du mir zum Lesen empfehlen und warum?
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Ich würde dir Das Erbe des Antipatros empfehlen, weil es mein 1. veröffentlichter Roman ist.
Unter welchen Umständen würdest du das Schreiben mit einem anderen Beruf oder Hobby tauschen?
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Gar nicht. Wie gesagt, wird der Stellenwert, den das Schreiben in meinem Leben annimmt, von Jahr zu Jahr größer. Ich hätte gerne mehr Zeit dafür und würde die wenige, die bleibt, nicht für andere Hobbys verwenden wollen.
Welcher Autor hat dich am meisten beeinflusst?
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Stephen King. Er ist für mich der absolut Größte.
In welchem anderen Genre würdest du dich gern aus-probieren?
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Insgesamt werde ich wohl innerhalb der Phantastik bleiben. Dort ist außer SF eigentlich alles denkbar. Das Erbe des Antipatros ist ein Art antiker Abenteuerroman. Im Herbst erscheint ein historischer Roman. Die meisten Kurzgeschichten dürften in die Kategorie »Fantasy« fallen. Festlegen möchte ich mich da nicht, werde mich aber wohl auch künftig in diesen Genres bewegen.
Hörst du beim Schreiben Musik und wenn ja, welche?
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Beim Schreiben höre ich keine Musik, aber ab und an beim Überarbeiten. Dann ist es sehr von meiner Tagesstimmung abhängig, was ich höre. Das geht von den aktuellen Charts über 80er Jahre zu Rock.
Welche Story von dir könntest du dir auch als Film am besten vorstellen und wer sollte die Hauptrolle darin spielen?
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Im Herbst wird ein historischer Roman erscheinen, der an tatsächlich vorhandenen Schauplätzen spielt. Im Zuge der Recherche bin ich einige Male dort gewesen und konnte mir die Szenen meiner Story sehr gut bildhaft vorstellen. Ich denke, dass diese Geschichte am besten verfilmt werden könnte.
Klingt vielleicht ungewöhnlich und ich kann nicht genau sagen warum, aber in den Hauptrollen würde ich dann gerne Jimi Blue Ochsenknecht und Sarah Gries (beide aus Die Wilden Kerle) sehen.

Was inspiriert dich?
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Alles was so um mich herum ist. Die besten Ideen habe ich immer dann, wenn ich eigentlich nicht an meine Geschichten denke. Oft schnappe ich irgendwo etwas auf, denke gar nicht weiter darüber nach und später macht es dann »klick«. Meistens ist das im Auto auf der Heimfahrt von der Arbeit.
Schreibblockaden gehören oft zum Alltag eines Autors. Wie gehst du damit um?
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Das Problem hatte ich bisher glücklicherweise nicht. Mir geht es eher so, dass mir oft die Zeit zum Schreiben fehlt und ich, wenn ich dann dazu komme, das runtertippe, was die ganze Zeit schon in meinem Kopf rumgegeistert ist.
Welchen guten Rat hast du für junge Autoren/Hobby-autoren?
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Ich denke, es ist sehr wichtig, sich Kritiken zu den eigenen Texten geben zu lassen und diese ernst zu nehmen und in die Geschichten einzuarbeiten. Es hilft nicht, wenn Freunde und Bekannte alles toll finden, weil sie sich nicht trauen, ihre wirkliche Meinung zu sagen, damit sie den Autor nicht verletzen. Natürlich wird jeder, der eine Geschichte schreibt, total davon begeistert sein und sie als absolut gelungen ansehen. Dann will man es nicht hören, wenn ein Kritiker den Finger in die Wunde legt. Genau da liegt aber der Fehler, den viele Autoren machen.
Wenn jemand eine Geschichte kommentiert, muss der Autor davon ausgehen, dass der Kritiker ihn nicht ärgern, sondern ihm helfen will, das Beste aus der Story herauszuholen. Wer das versteht, hat einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan. Keine Geschichte ist fertig, wenn sie die Feder des Autors verlässt. Kritiker sind Leser und geben ihre Eindrücke von der Story wieder. Wer sich damit nicht auseinandersetzen will, sollte sich ein anderes Hobby suchen. Testleser sind wichtig. Sie haben zwar nicht immer recht, aber sie geben gute Hinweise.
Es gibt im Netz zahlreiche Plattformen, auf denen man Geschichten einstellen kann und Kommentare dafür bekommt. In einem solchen Forum habe ich nach meinen ersten Schreibversuchen etwa 250 Kurzgeschichten kommentiert und die Kommentare von anderen zu den Storys gelesen. Dadurch habe ich ein besseres Gespür dafür bekommen, ob eine Geschichte funktioniert oder nicht. Ich habe sehr viel über das Schreiben gelernt, was ich vorher einfach nicht wissen konnte.

Wenn die Geschichte dann fertig und von mindestens einem Testleser (bitte nicht Opa und Oma) für gut befunden worden ist, geht irgendwann die Verlagssuche los. Auch diese kann sehr ernüchternd sein. Wenn ein Verlag eine Begründung für die Ablehnung des Manuskripts gibt (nicht immer passiert das), dann sollte man das unbedingt zum Anlass nehmen, eine weitere Überarbeitung durchzuführen und nicht denken, dass man lediglich falsch verstanden wurde. Wenn ein Verlag meint, er ist sehr interessiert, aber der Autor müsste für Lektorat oder sonst irgendetwas einen Zuschuss zahlen – Finger weg!

Lesungen gehören zur Tätigkeit des Autors. Wie bereitest du dich darauf vor und was bedeuten sie dir persönlich?
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Lesungen sind toll. Ich habe in den vergangenen Jahren hier sehr viele positive Erfahrungen sammeln können. Der Autor bekommt die Möglichkeit direkt zu erleben, wie die Zuhörer auf seine Geschichten reagieren. Es macht großen Spaß, mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Es haben sich bei manchen Veranstaltungen auch schon Möglichkeiten zu weiteren Lesungen ergeben. Das ist natürlich dann im doppelten Sinne erfreulich.
Natürlich muss man eine Lesung vorher planen. Ich suche mir die passenden Passagen aus, lese sie mir selbst vor und mache mir Notizen. Trotzdem ist keine Lesung wie die andere. Ich habe einmal vor drei Patienten einer Reha-Einrichtung gelesen. Eine ältere Dame erklärte mir, noch bevor ich angefangen habe, dass sie mit Fantasy nichts anfangen kann. Die Vorzeichen standen also denkbar schlecht. Als die Dame aber dann während der Lesung mit ihrem Stuhl immer näher an mich heranrückte und mir hinterher erzählte, wie spannend sie meine Geschichte fand, war das eine wahnsinnig schönes Gefühl. Das ist mir lieber, als einen vollen Saal zu haben, wo dann einer nach dem anderen rausrennt.

Wie recherchierst du für einen neuen Roman/eine neue Story?
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Sehr, sehr unterschiedlich. Das Erbe des Antipatros spielt in der Antike. Die Story dreht sich um die sieben Weltwunder, die im Laufe der Handlung auch beschrieben werden. Hier war die Recherche sehr aufwendig. Mit Ausnahme der Pyramiden bekommt man im Internet nicht so sehr viel Material über die Weltwunder. Hier bin ich also wirklich noch in die Stadtbibliothek gelaufen oder habe mir Bücher zum Thema gekauft. Die Recherche hat fast genauso viel Zeit in Anspruch genommen wie das Schreiben.
Bei meinem historischen Roman hatte ich die Möglichkeit, mir die Schauplätze anzuschauen, und habe außerdem einiges über die Zeit gelesen, in der die Story spielte.
Bei den meisten Kurzgeschichten habe ich wenig oder gar nicht recherchieren müssen und bin mit den Möglichkeiten, die das Internet bietet, zurechtgekommen.

Woran arbeitest du derzeit? .
Zurzeit habe ich drei Projekte, die unterschiedlich weit fortgeschritten sind. Der schon erwähnte historische Roman ist im Lektorat und wird im Herbst erscheinen. Ein weiteres Manuskript, das in eine ähnliche Richtung wie Das Erbe des Antipatros geht, ist fertig und wird gerade von einem Testleser auseinandergenommen. Außerdem schreibe ich an einer neuen Story, zu der ich jetzt noch nichts Näheres sagen kann. Weitere Projekte spuken in meinem Kopf herum, müssen da aber noch drinnen bleiben.

 

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