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15 neue Fragen an ...

... André Wiesler

15. Oktober 2010


André Wiesler wurde am 25. 9. 1974 in Wuppertal geboren und ist seiner Stadt bis heute treu geblieben, wenn auch keiner, der Wuppertal kennt, so recht weiß warum.
Hier machte er sein Abitur und verfolgte ein Studium der Germanistik, Anglistik und Allgemeinen Literaturwissenschaft, bis es ihm nach erfolgreicher Zwischenprüfung doch noch entkam.
Schon während dieser Zeit schrieb er für’s Fernsehen und bestückte Sendungen wie »Verstehen Sie Spaß?« oder »RTL Samstag Nacht« mit Gags. Mittlerweile hat er dem Fernsehen den breiten Rücken gekehrt (und bei der Gelegenheit auch gleich dem Drehbuchschreiben die Küche gefeudelt) und arbeitet als Übersetzer und Autor. Mittlerweile sind zehn Romane aus seiner Tastatur erschienen, der elfte – Raumhafen Adamant: Die vergessene Schlacht – erschien im September 2010.
Er arbeitet zudem als Spieleentwickler und hatte lange Jahre die Chefredaktion der Rollenspielprodukte Envoyer und LodlanD inne.
Er ist allen Unkenrufen zum Trotz mittlerweile verheiratet und hat einen Sohn namens Lorenz. Er lebt mit Frau, Kind und diversem Viehzeug (nur selten sind Parasiten darunter) in Wuppertal.

(Quelle: www.andrewiesler.de)

. Frage . Antwort
Was bedeutet das Schreiben für dich?
 
Schreiben ist für mich fester Bestandteil meines Lebens. Ein Tag ohne Schreiben ist wie ein trüber Regentag. Ab und an ganz nett, aber wenn sich zu viele aneinanderreihen, drückt es die Stimmung.
Welche drei Bücher, die du gelesen hast, haben dir bisher am besten gefallen?
 
Michael Endes »Unendliche Geschichte«, »Das Unsterblichkeitsprogramm« von Richard Morgan und das jeweils aktuelle Buch der »Dresden Files« Reihe von Jim Butcher – die werden einfach immer besser.
Welches war deine erste, professionell veröffentlichte Arbeit?
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Das hängt stark davon ab, was man als »professionell« bezeichnet. Wenn es dabei vor allem um ein Honorar geht, dürfte das mein erster Roman »König der Diebe« gewesen sein, aber ich bin schon weit vorher in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht worden.
Welches Buch oder welche Geschichte von dir würdest du mir zum Lesen empfehlen und warum?
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Das kommt natürlich darauf an, was du magst. Wenn es SciFi sein soll, habe ich den Leserstimmen nach mit »Altes Eisen« einen recht originellen Shadowrun-Roman über altgewordene Verbrecher abgeliefert. Soll es Mystery sein, halte ich den dritten Band der »Hagen von Stein«-Reihe für empfehlenswert, weil hier zahlreiche Spannungsbögen zusammenlaufen. Und natürlich müsstest du in dem Fall auch die ersten beiden Bücher der Reihe lesen. Bin ich nicht ein Fuchs?
Unter welchen Umständen würdest du das Schreiben mit einem anderen Beruf oder Hobby tauschen?
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Da müsste schon jemand meine Familie mit einer Waffe bedrohen, ansonsten kann ich mir keine Umstände ausmalen, unter denen ich das Schreiben gänzlich aufgeben würde. Einen anderen Beruf zu ergreifen und dann »in der Freizeit« weiterzuschreiben könnte ich mir allerdings beim richtigen Jobangebot durchaus mal für ein paar Jahre vorstellen. Ich bin immer offen für Neues und es gibt einige Berufe, die ich gerne mal ausprobieren würde.
Welcher Autor hat dich am meisten beeinflusst?
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Da liefern sich vermutlich Michael Ende und Stephen King ein dichtes Kopf-an-Kopf-Rennen.
In welchem anderen Genre würdest du dich gern aus-probieren?
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Ich leiste mir ja die Freiheit, die Genres je nach Idee zu wechseln ... aber ich habe bisher noch keinen Krimi geschrieben.
Hörst du beim Schreiben Musik und wenn ja, welche?
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Früher habe ich immer Musik gehört, je nach Stimmung der zu schreibenden Szene. In den letzten Wochen habe ich bemerkt, dass ich schneller schreibe und mehr schaffe, wenn es gänzlich still ist. Vielleicht liegt es am Alter.
Welche Story von dir könntest du dir auch als Film am besten vorstellen und wer sollte die Hauptrolle darin spielen?
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Das sind ganz klar die Hagen-von-Stein-Romane mit Johnny Depp als Inquisitor von Vitzthum, The Rock als böser Werwolf und Brandon Lee als Hagen - wenn wir schon träumen, dann richtig.
Was inspiriert dich?
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Meine Familie, das Leben und die Medien – nicht unbedingt in dieser Reihenfolge und mit wechselnder Gewichtung.
Schreibblockaden gehören oft zum Alltag eines Autors. Wie gehst du damit um?
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Ich schreibe etwas anderes. Oft sind Schreibblockaden ja eher Motivationsprobleme als wirkliche Schaffenskrisen. Mir hilft es dann oft, das Projekt ohne schlechtes Gewissen ein paar Tage beiseitezulegen und andere Sachen zu schreiben. Aber wichtig ist, dass ich weiterschreibe. Wenn ich gar nicht mehr in die Tasten haue, werden aus ein paar Tagen schnell Wochen.
Welchen guten Rat hast du für junge Autoren/ Hobby-autoren?
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Sucht euch kritische, aber wohlmeinende Testleser und schreibt, was das Zeug hält. Dabei sollte man nicht in die Falle tappen, nach dem Markt zu schielen. Nur wer schreibt, was ihm wirklich am Herzen liegt, wird die Leser auf Dauer überzeugen können.
Lesungen gehören zur Tätigkeit des Autors. Wie bereitest du dich darauf vor und was bedeuten sie dir persönlich?
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Sie sind ein toller Weg, um mit dem Publikum in Kontakt zu kommen und zu sehen, wie die Ideen und Geschichten beim Empfänger ankommen. Ich bereite bei jedem neuen Buch eine Standardlesung vor, die ich dann je nach Kulisse oder Anlass variiere. Am Wichtigsten ist es natürlich, die Texte so oft zu lesen, bis sie sicher sitzen und man sie spannend und ansprechend vortragen kann.
Wie recherchierst du für einen neuen Roman/ eine neue Story?
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Zuerst einmal verschaffe ich mir im Internet einen Überblick über die Materie. Wenn ich dann weiß, was sich alles zu wissen lohnt, erstelle ich mir eine Bibliographie, die ich dann in den Bibliotheken durchstöbere oder die entsprechenden Bücher bestelle. Wenn es zu einem Thema ausgewiesene Fachleute oder Zeitzeugen gibt, nehme ich Kontakt mit ihnen auf und unterhalte mich telefonisch oder privat mit ihnen. Und am Ende wird dann alles destilliert und zu einem kleinen Nachschlagewerk für die konkrete Arbeit zusammengefügt. Beim Hagen, der ja im Mittelalter, dem 17. Jahrhundert und heute spielt, ist da eine Menge zusammengekommen.
Woran arbeitest du derzeit? .
Aktuell schreibe ich einen lustigen Mystery-Roman. Bisher haben die Verlage noch nicht angebissen, weil man allgemein der Meinung ist, Mystery-Leser würden keine komischen Geschichten lesen wollen. Stimmt das? Ich werde es merken, wenn das Buch fertig ist, aber ich glaube, das hat man vor Pratchett über die Fantasy auch gesagt.Hier würden mich aber die Lesermeinungen sehr interessieren.

 

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