
15 Fragen an...

...M'Raven (Mara Laue)
15. Februar 2007
Mara Laue alias M´Raven ist Autorin beim Bastei Verlag und schreibt seit 2005 mit an der Serie „Sternenfaust“. Davor war sie beteiligt an der Reihe „Schattenreich“, ebenfalls bei Bastei.
Darüber hinaus gilt Mara Laues großes Interesse der Lyrik. Gedichte von ihr findet man unter anderem in „Lyrische Glanzlichter“ Bd. 3, Hrsg. v. Ivonne Straub, Verlag Lyrikecke, Magstadt.
Mehr über die Autorin: www.mara-laue.homepage.t-online.de

1. Mit welchen drei Adjektiven würdest du deinen Beruf beschreiben?
1. Schreiben 2. Schreiben 3. Schreiben
2. Welchen Roman eines anderen Autors hättest du gerne geschrieben?
Jefferey Deaver’s „The Bone Collector“ ; aber bis ich mal derart gute Krimis schreiben kann, muss ich noch eine Menge lernen und üben! (Keine Ahnung, wie der Roman auf Deutsch heißt. Die Werke englischsprachiger Autoren lese ich immer auf Englisch, da die deutschen Übersetzungen meistens unter aller Sau sind.)
3. Was war der bisher größte Fehler deiner Karriere?
Dass ich nicht schon sehr viel früher so konsequent daran gearbeitet habe, wie ich es jetzt tue.
4. Welche drei deiner Werke sollte ich unbedingt auf eine einsame Insel mitnehmen?
1. „Dämonenblut“
2. „Träume im Sternkristall – Ein Jahr in 366 Gedichten“
3. „Die Zeit der Zauberin“ (sobald er erschienen ist)
5. Wo siehst du dich beruflich in zehn Jahren?
Eine Stufe „höher auf der Leiter“, ansonsten HIER und genauso glücklich und zufrieden wie jetzt.
6. Welches Buch hast du zuletzt privat gelesen? Wie hat es dir gefallen?
Ralf Isau: „Der silberne Sinn“. Klasse! Toll! Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, gekonnt geschrieben und wahnsinnig gut recherchiert.
7. Welche CD hast du zuletzt gekauft? Wie gefällt sie dir?
Welche war das doch gleich?... Keine Ahnung! Aber alle, die ich mir jemals gekauft habe, gefallen mir gut bis sehr gut.
8. Du gewinnst 20 Millionen Euro im Lotto. Würdest du weiterschreiben? Warum bzw. warum nicht?
Natürlich! Ich habe so viele „kreative Hummeln im Hirn“, die alle raus wollen, dass ich selbst dann immer weiter schreiben würde, wenn ich genau wüsste, dass niemals wieder ein Werk von mir veröffentlicht werden würde.
Aber Gegenfrage: Was – außer Spenden – sollte ich denn mit 20 Millionen???? Ich lebe glücklich und zufrieden mit relativ wenig Geld.
9. Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger beim Schreiben macht?
1. Seine Werke und Ideen an die anderer (renommierter) Autor/innen anlehnen, statt seinen eigenen Stil und Ideen zu finden.
2. Zu glauben, dass die Verlage nur noch auf SEIN Werk gewartet haben.
3. Mangelnde Kritikfähigkeit
Rein schreibtechnisch:
1. Verwechseln der gesprochenen Sprache mit der Schriftsprache, d. h. genauso zu schreiben, wie man umgangssprachlich redet.
2. Häufige Wortwiederholungen (bestes Beispiel: „und dann...“), geringer Wortschatz und mangelnde Kenntnis der Grammatik.
3. Bandwurmsätze oder sein Pendant die abgehackten Sätze im Telegrammstil sowie endlose Absätze, die über eine halbe Seite oder noch länger reichen.
10. Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger im Umgang mit Verlagen macht?
1. Nicht zu wissen, wie ein Manuskript formal richtig gestaltet sein muss (Stichwort: Normseite!) oder sich schon im Anschreiben (das ebenfalls einer gewissen Form unterliegt); Stichwort: DIN 5008! als Anfänger/in zu outen, indem man z. B. die Inhaltsangabe des Werkes ins Anschreiben verfrachtet, statt es ins Exposee zu schreiben oder gar sein Werk anpreist nach dem Motto „So was gab es noch nie!“ (selbst wenn das stimmen sollte).
2. Ein Manuskript auf „doofen Dunst“ an einen Verlag schicken, ohne sich vorher nach dessen Verlagsprogramm, dem entsprechenden Ressort und dem für das Genre zuständigen Lektor/in erkundigt zu haben.
3. Gleich das gesamte Manuskript zu schicken. Profis schicken nur das Anschreiben, das Exposee und die ersten ca. 20 – 30 Seiten als Leseprobe (oder eine ausgewählte Szene mit entsprechender Länge). Wenn die Leseprobe nicht überzeugt, tut es der Rest des Werkes auch nicht.
11. Mit welcher literarischen Figur würdest du dich gerne mal unterhalten?
Miss Marple. Das gäbe einen hoch interessanten Klönschnack (nebst Tee und Kuchen...)!
12. Welchem Autor (außer dir selbst) würdest du es wünschen, in Deutschland bekannter zu sein, als er es bisher ist?
Da gibt es etliche! Aber die hier fallen mir da ganz spontan ein:
1. Mercedes Lackey (schreibt meiner Meinung nach bessere Fantasy als Marion Zimmer Bradley)
2. Tony Hillerman (seine Krimis um die beiden Navajo-Cops Chee und Leaphorn sind einfach spannend)
3. Aleksandra Marinina (russische Krimis vom Feinsten! Und man lernt nebenbei noch das Leben in Russland ganz gut kennen.)
13. Dir erscheint eine Fee und sagt: „Setz dich hin und schreib ein Buch. Ich verspreche dir, dass es ein Weltbestseller wird.“ Welches Genre würdest du wählen?
Fantasy oder Grusel/Okkult-Krimi. (Oder doch lieber Krimi? Science Fiction? Western? Historical? Romantica?)
14. Was würdest du deinem Kind sagen, wenn es dir mitteilt, dass es beruflich in deine Fußstapfen treten will?
Ein kreativer Beruf ist immer toll! Ich werde dich nach Kräften unterstützen. Aber sei dir bewusst, dass weltweit nicht einmal 2 % aller Autor/innen vom Schreiben leben können. Also erlerne nebenbei einen zweiten Beruf, der bis zum Erscheinen deines ersten Bestsellers dafür sorgt, dass du nicht von Hartz IV leben musst. Denn fast alle Schreiberlinge haben ihre Karriere beruflich als etwas ganz anderes begonnen.
15. Welche drei Romane sollte man in seinem Leben gelesen haben?
Da fallen mir mindestens 100 ein! Aber gut, nur 3:
1. Josef Martin Bauer: „So weit die Füße tragen“
2. Catherine Clément: „Theos Reise“
3. Harper Lee: „To Kill A Mockingbird“ (deutsch: „Wer die Nachtigall stört“)
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