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15 Fragen an ...

... Ju Honisch

1. Februar 2010


Ju Honisch wuchs in Bayern auf, wo sie zur Schule ging und an der Ludwig-Maximilians-Universität studierte (Anglistik und Geschichte). Ihren ersten Roman schrieb sie schon unter der Schulbank im Alter von dreizehn Jahren, er blieb unveröffentlicht und für immer unter Verschluss. Über einen Magister und zwei Staatsexamina brachte sie ihr Weg dann ins Verlagsgeschäft und von dort zum professionellen Schreiben: Kurzgeschichten, Romane, Gedichte und Lieder.
Inzwischen wohnt Ju in Hessen, wohin sie die Liebe verschlagen hat.
Vieles, was sie schreibt, gehört in den Bereich der Phantastik oder ist nicht weit entfernt davon angesiedelt. Niedliche Feen und romantische Elflein wird man allerdings umsonst in ihren Büchern suchen. Ju Honisch mag es spannend, schwarzhumorig und handfest.
Dass auch die Leser es so mögen, haben sie im Jahr 2009 damit bewiesen, dass sie das Buch »Das Obsidianherz« mit dem Deutschen Phantastikpreis in der Kategorie Bestes Romandebüt ausgezeichnet haben.

Mehr über die Autorin auf ihrer Homepage www.juhonisch.de

. Frage . Antwort
Mit welchen drei Adjektiven würdest du deinen Beruf beschreiben?  
Sucht erzeugend, spannend und bisweilen auch frustrierend
Welchen Roman eines anderen Autors hättest du gerne geschrieben?  
»Guards Guards« von Terry Pratchett. Oder fast alles von Terry Pratchett.
Was war der bisher größte Fehler deiner Karriere? .
Vielleicht ist es ein Fehler, Dinge immer ein bisschen anders zu wollen und zu machen und sich nie so ganz in ein Kästchen einordnen zu lassen. Als »Genre-Mix« wird das, was ich schreibe, mitunter bezeichnet. Und das kästchenverwöhnte Buch-Business weiß manchmal nicht so recht, wo es meine Bücher hinordnen soll. Doch Kästchen sind langweilig. Und Grenzen dazu da überwunden zu werden.
Welche drei deiner Werke sollte ich unbedingt auf eine einsame Insel mitnehmen? .
Nun, ich habe noch nicht so viel veröffentlicht. Also ganz einfach alle: »BISSE« (Gruselgeschichten), »Das Obsidianherz« (Fantasy Roman) »Salzträume Bd.1 und Bd.2« (Fantasy Roman).
Ich selbst würde allerdings auf eine einsame Insel vermutlich eher folgende Bücher mitnehmen: »Wie überlebe ich in der Wildnis«, »Wie baue ich ein Boot« und »Grundkenntnisse der Navigation«. Ich bin nicht so der einsame Inseltyp.
Wo siehst du dich beruflich in zehn Jahren? .
Ich würde mich freuen, wenn bis dahin auch die englischen Versionen meiner Bücher weltweit unterwegs wären. Ich habe meine Romane jeweils in Deutsch und in Englisch geschrieben. Ich bin zweisprachig.
Welches Buch hast du zuletzt privat gelesen? Wie hat es dir gefallen? .
»Unseen Academicals« von Terry Pratchett. Wie immer sehr unterhaltsam, witzig und intelligent.
Welche CD hast du zuletzt gekauft? Wie gefällt sie dir? .
Film Soundtracks von Hans Zimmer. Ich mag seine Musik, besonders die aus dem Film Gladiator. Die CD davor war die Kaffeekantate von Bach. Auch die liebe ich sehr.
Du gewinnst 20 Millionen Euro im Lotto. Würdest du weiterschreiben? Warum bzw. warum nicht? .
Natürlich würde ich weiterschreiben. Dann würde ich erst mal so richtig damit loslegen. Geld ist dazu da einem zu ermöglichen, das zu tun, was man am liebsten macht. Und das ist schreiben.
Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger beim Schreiben macht? .
Sich zu sehr an gegebene Klischees zu halten.
Sich keine zweite Meinung einzuholen.
Sich nicht mit dem Handwerkszeug an sich, der Sprache, auseinander zu setzen.
Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger im Umgang mit Verlagen macht? .
Im Grunde kann man kaum etwas richtig machen. Lasst mich das andersrum/positiv beantworten:
a) Man hat es besonders einfach, wenn man am Puls der Zeit abliest, was gerade „in“ ist. Was »in« ist, ist aber nicht neu. - Ich hingegen finde es auch nicht verkehrt, etwas Neues zu versuchen.
b) Man bekommt weniger Schwierigkeiten, wenn man sich ganz genau einem kleinen Schubfach zuordnen lassen kann. Entscheidungen werden von Marketingleuten gefällt. - Aber sollte man wirklich so schreiben, dass man ein paar Marketing-Fuzzies in die Statistiken passt?
c) Leichter hat es, wer sich einen Agenten ergattern kann. Die kennen die Szene, die Leute und die Telefonnummern der Entscheider. Und die können einem auch sagen, wo es eventuell noch hakt. Aufpassen muss man allerdings. Ein guter Agent lässt sich Leistung bezahlen und nicht Existenz. Wer als erstes Geld von einem Autor sehen will, ist kein Profi.
Mit welcher literarischen Figur würdest du dich gerne mal unterhalten? .
Mit Professor Heinrich Faust, um ihm klarzumachen, dass er eigentlich in einem Fantasy-Buch gelandet ist. Ich sage nur: sprechende Pudel, Dämonen, Hexen, Zeitreisen und auch noch die schöne Helena.
Welchem Autor (außer dir selbst) würdest du es wünschen, in Deutschland bekannter zu sein, als er es bisher ist? .
Oliver Plaschka. Er hat Stil.
Dir erscheint eine Fee und sagt: »Setz dich hin und schreib ein Buch. Ich verspreche dir, dass es ein Weltbestseller wird.« Welches Genre würdest du wählen? .
Fantasy. Man macht immer das am besten, was man liebt.
Was würdest du deinem Kind sagen, wenn es dir mitteilt, dass es beruflich in deine Fußstapfen treten will? .
Ich würde es davor warnen, dass man nur in den seltensten Fällen reich davon wird. Fast alle Autorenkollegen, die ich kenne, fristen ihr Dasein durch Zusatzjobs. Das sollte einen nicht davon abhalten zu schreiben, wenn man wirklich schreiben will. Doch man muss sich im Klaren sein, warum man es tut: weil man schreiben will, oder weil man reich und berühmt sein will. Bei letzterer Option gibt es einfachere Wege, wie die Niagarafälle in einem Holzfass zu überqueren oder Spaziergänge auf dem Starnberger See zu machen.
Welche drei Romane sollte man in seinem Leben gelesen haben? .
Alice in Wonderland (auf Englisch – zum Aufwärmen der Wortmuskeln)
…und dann weiß ich schon nicht weiter, weil ich mich nicht entscheiden kann. Die Welt ist voller toller Bücher, und jeder muss sich seine eigenen Welten finden.

 

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