
15 Fragen an...

...Werner K. Giesa
1. Februar 2007
Seine erste Romanveröffentlichung erfolgte 1978 beim Bastei Verlag. Bis heute entstanden fast 800 Romane in den Bereichen Heft, Taschenbuch und Hardcover, vorwiegend für Bastei, aber auch für andere Verlage. Dort schlossen sich Tätigkeiten als Lektor und Redakteur an.
Das Hauptwerk ist nach wie vor die Mystery-Serie "Professor Zamorra", in die Giesa mit Band 111 als einer von vielen Autoren einstieg und unter dem Verlagspseudonym Robert Lamont rasch aus Einzelromanen eine Serie machte, deren Bände fortsetzungshaft aufeinander aufbauen. Mit Band 330 kam dann für viele Jahre die alleinige Autorenschaft dieser Serie. Auch wenn "Professor Zamorra" heute wieder Teamwork ist, hat Giesa immer noch die Steuerung der Serie in seinen Händen.
Zudem war und ist er auch immer wieder für andere Serien und Reihen des Bastei Verlags tätig, wie für die legendäre Abenteuerserie "Trucker-King" oder für "Damona King" und den "Gespenster-Krimi". Auch Western und Frauenromene ("Mitternachts-Roman", "Jennifer") und Krimi-Kurzgeschichten zählen zum weitgespannten Repertoire, außerdem einige Science Fiction-Romane und fünf Taschenbuchbeiträge zur Serie "Perry Rhodan" des damaligen Pabel-Verlags (heute VPM). Hinzu kam die Mitarbeit an der Fantasy-Serie "Mythor" und am legendären "Dämonenkiller"; bei beiden Serien zum Schluss auch als Exposé-Autor. Mitte der 90er verfasste er zusammen mit seiner Kollegin Claudia Kern das nicht weniger legendäre "Motion Book" "Hagar Qim", ein Science Fiction-Roman inklusive Video.
Quelle: www.bastei.de
Mehr über den Autor: www.wk-giesa.de
1. Mit welchen drei Adjektiven würdest du deinen Beruf beschreiben?
Spannend. Schön. Beschissen.
2. Welchen Roman eines anderen Autors hättest du gerne geschrieben?
Keinen. Denn er wäre ganz sicher ganz anders geworden.
3. Was war der bisher größte Fehler deiner Karriere?
Fehler? Ich meine, alles richtig entschieden und gemacht haben. Andere denken darüber vielleicht anders.
4. Welche drei deiner Werke sollte ich unbedingt auf eine einsame Insel mitnehmen?
»Eine Welt für Vampire«, »Mutabor« und … das dritte schreibe ich gerade.
5. Wo siehst du dich beruflich in zehn Jahren?
So weit plane ich inzwischen nicht mehr. Vielleicht bin ich morgen tot. Wenn ich noch lebe, werde ich auch noch schreiben, lektorieren, entwickeln. Was auch immer es sein mag.
6. Welches Buch hast du zuletzt privat gelesen? Wie hat es dir gefallen?
»Babylon – Das Siegel des Hammurabi« von Hanns Kneifel. Ein sehr schöner, sehr gut recherchierter historischer Roman. Außerdem schnuppere ich hin und wieder in den Koran hinein, um diese Religion, die von fanatischen Wirrköpfen pervertiert wird, noch besser verstehen zu lernen.
7. Welche CD hast du zuletzt gekauft? Wie gefällt sie dir?
»Ultimate Kylie«. Hatte mir mehr davon versprochen, aber was soll’s? Ich bevorzuge leichte Kost als Untermalung beim Schreiben, keltische Folklore und hin und wieder Country zum Genießen, und Klassik zu besonderen Stimmungen.
8. Du gewinnst 20 Millionen Euro im Lotto. Würdest du weiterschreiben? Warum bzw. warum nicht?
Ich gewinne? Na, dann aber ganz schnell her mit dem Zaster!
Natürlich würde ich weiterschreiben! Da sind noch so viele Ideen, die niedergeschrieben werden müssen, für die reichen drei Leben nicht aus.
9. Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger beim Schreiben macht?
a) die »Traumgeschichte«: der Held gerät in eine völlig aussichtslose Situation, die nur tödlich enden kann – und der Autor »erwacht und stellt fest, dass er alles nur geträumt hat«. Diese Geschichte hat praktisch jeder von uns zu Anfang geschrieben – ich nicht. Und ich haue sie jedem, der mir damit ankommt, gewaltig um die Ohren. Weil ihm nämlich nix einfällt.
b) Der Autor hat eine Idee, aber kein Konzept. Und spätestens nach 20 Seiten weiß er nicht, wie er die restlichen 80-500 Seiten noch füllen soll. Oder er schreibt eine Kurzgeschichte, die keine Pointe hat. Oder er schreibt über ein Thema, das keiner lesen will (»Das ausgefüllte Liebesleben der drei Stubenfliegen von George W. Bush«).
c) Der Autor beherrscht weder Grammatik noch Orthografie, und in drei Sätzen bringt er mehr Fehler unter als andere in drei Romanen.
10. Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger im Umgang mit Verlagen macht?
a) Er ist zu schüchtern, weiß sich und sein Werk nicht so recht zu »verkaufen«.
b) Er ist zu frech; hinter seiner großen Klappe und gewaltiger Selbstdarstellung steht nur leere Luft.
c) Er bietet sein Werk dem falschen Verlag an (z. B. einen SF-Roman an einen Liebesroman-Verlag, einen Gruselthriller an einen Sachbuch-Verlag).
d) Er nimmt keine Ratschläge des Redakteurs oder Lektors an, weil er ja selbstverständlich der Größte und Beste ist.
Okay, das waren jetzt vier Fehler. Aber in dieser Branche kommt man mit drei Fehlern gar nicht aus.
11. Mit welcher literarischen Figur würdest du dich gerne mal unterhalten?
Mit keiner. Die Unterhaltung könnte sonst vielleicht einige meiner schönsten Vorurteile – negativ oder positiv – ausräumen.
12. Welchem Autor (außer dir selbst) würdest du es wünschen, in Deutschland bekannter zu sein, als er es bisher ist?
Volker Krämer.
13. Dir erscheint eine Fee und sagt: „Setz dich hin und schreib ein Buch. Ich verspreche dir, dass es ein Weltbestseller wird.“ Welches Genre würdest du wählen?
Natürlich die Fantastik, egal ob SF, Mystery oder Fantasy.
14. Was würdest du deinem Kind sagen, wenn es dir mitteilt, dass es beruflich in deine Fußstapfen treten will?
»Sieh zu, dass du erst mal eine vernünftige Ausbildung kriegst, damit du für den Notfall ein anderes Standbein hast. Du kannst zwar einen tollen Roman über eine Bratwurst schreiben, aber von der Beschreibung allein wirst du nicht satt.«
15. Welche drei Romane sollte man in seinem Leben gelesen haben?
»Ein Kampf um Rom« von Felix Dahn, »Ilias und Odyssee« von Homer, und … den dritten suche ich noch.
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