| Sie sind hier: Startseite - Background - 15 Fragen - 15 Fragen an Tobias Bachmann | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Tobias Bachmann wurde 1977 in Erlangen geboren, und arbeitet hauptberuflich als Heilerziehungspfleger in einer Einrichtung für Kinder mit geistiger Behinderung. Als Übersetzer und freier Autor hat er sich im Genre der Phantastik spätestens seit dem, gemeinsam mit Markus K. Korb verfassten Episodenroman Das Arkham-Sanatorium fest etabliert. Quelle Kurzvita und mehr über den Autor: www.tobias-bachmann.de
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Mit welchen drei Adjektiven würdest du deinen Beruf beschreiben? |
Ich übe zwei Berufe aus: Heilerziehungspfleger (Adjektive: stressig, zeitaufwendig, unbefriedigend) und Schriftsteller (Adjektive: spaßig, zeitaufwendig, befriedigend). |
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Welchen Roman eines anderen Autors hättest du gerne geschrieben? |
„Kraft des Bösen“ (orig.: „Carrion Comfort“) von Dan Simmons. Nicht, weil es erfolgreich gewesen wäre, oder so, sondern einfach nur weil das Buch unglaublich gut ist. |
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Was war der bisher größte Fehler deiner Karriere? |
. | Texte zu veröffentlichen, die noch nicht fertig waren, einfach nur, weil ich es nicht abwarten konnte. Die Erkenntnis, die man davon tragen sollte: Unveröffentlichte Texte sind keine Schande! |
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Welche drei deiner Werke sollte ich unbedingt auf eine einsame Insel mitnehmen? |
. | „Novalis‘ Traum“, „Das Spiel der Ornamente“ und „Dagons Erben“. |
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Wo siehst du dich beruflich in zehn Jahren? |
. | Auf der Terrasse einer Finca im sonnigen Spanien an meinem neuesten Werk schreibend, der Blick gleitet zwischen den Absätzen meines Textes, über das Meer und die Landschaft, und bleibt schlussendlich an meiner sonnenbadenden Lebensgefährtin haften, deren Anblick mir die Inspiration für den nächsten Absatz liefert (nein, es wird kein schnulziger Liebesroman sein, wie man nach diesen Zeilen vielleicht annehmen könnte). |
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Welches Buch hast du zuletzt privat gelesen? Wie hat es dir gefallen? |
. | „Metro 2033“ von Dmitry Glukhovsky. Ich fand es ausgesprochen originell, jedoch zu sehr auf den Protagonisten bezogen. Ein weibliches Wesen hätte in dem Buch wunder gewirkt, doch Frauen tauchen nur im Hintergrund als Kulisse auf, was schade ist, denn der Roman verliert so an Glaubwürdigkeit, wie ich finde. |
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Welche CD hast du zuletzt gekauft? Wie gefällt sie dir? |
. | „Global Warning“ von Jon Oliva‘s Pain. Harter, aber melodischer Heavy Metal. Jon Oliva schafft es klischeebelastete Melodien so in Szene zu setzen, dass das Herzblut fließt. Und es ist echtes Blut. Nicht so aufgemaltes Kunstblut wie bei Meat Loaf etwa. Nein, Jon Oliva blutet wirklich. Und das hört man. Und ist daher um Längen besser (aber auch härter). |
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Du gewinnst 20 Millionen Euro im Lotto. Würdest du weiterschreiben? Warum bzw. warum nicht? |
. | Dann würde ich erst recht weiterschreiben. Ich könnte endlich meinen Broterwerbsjob (Heilerziehungspfleger) an den Nagel hängen, und mich voll und ganz auf das konzentrieren, was ich schon immer machen wollte, und Zeit meines Lebens machen werde. Das Schreiben ist meine Berufung. |
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Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger beim Schreiben macht? |
. | Zu voreilig sein, wenn es darum geht, einen Text für abgeschlossen zu halten, auf die Überarbeitung verzichten, Kritik nicht ernst zu nehmen. |
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Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger im Umgang mit Verlagen macht? |
. | Sich wundern, warum das Manuskript abgelehnt wurde (dafür gibt es meistens Gründe), den Lektor verteufeln (der hat nämlich meistens wirklich Recht mit den Punkten, die er kritisiert), auf Zuschussverlage hereinzufallen (die gehören aus dem Verkehr gezogen). |
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Mit welcher literarischen Figur würdest du dich gerne mal unterhalten? |
. | Mit „K.“ von Franz Kafka. Ich würde ihn fragen, ob er je herausgefunden hat, warum man ihm den „Prozess“ gemacht hat. |
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Welchem Autor (außer dir selbst) würdest du es wünschen, in Deutschland bekannter zu sein, als er es bisher ist? |
. | Jörg Kleudgen, dessen stilistisches Feingefühl ich bereits bewundert habe, als ich gerade mal meine ernsthaften schriftstellerischen Gehversuche in eine Schreibmaschine hämmerte. |
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Dir erscheint eine Fee und sagt: „Setz dich hin und schreib ein Buch. Ich verspreche dir, dass es ein Weltbestseller wird.“ Welches Genre würdest du wählen? |
. | Die Phantastik, im weitesten Sinne. Es wäre ein Roman, der zu wenig Horror, Science-Fiction oder Fantasy ist, aber gleichzeitig zu viele Elemente dieser drei Gattungen in sich tragen würde, sodass nur die Bezeichnung Phantastik Gültigkeit besitzen kann. Zudem wäre es ein sehr sehr langer Roman. Das Konzept steht bereits, die Handlung ist ausgearbeitet, ein erster, kurzer Rohentwurf wurde vor Jahren von mir bereits begonnen... ...Mit der Erkenntnis, dass es noch zu früh ist, und ich noch nicht bereit dafür bin. Die Fee war noch nicht da, sozusagen, aber die Geschichte hätte diese Fee verdient. |
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Was würdest du deinem Kind sagen, wenn es dir mitteilt, dass es beruflich in deine Fußstapfen treten will? |
. | Nicht Heilerziehungspfleger. Auf keinen Fall! Nein, nein, nein!!! Was? Ach so, du möchtest Romane schreiben. Dann tu dir selbst den Gefallen und erlerne im Vorfeld einen Beruf, der dir eine finanzielle Grundlage und zeitliche Freiräume bietet, das auch wirklich ernsthaft und konsequent durchziehen zu können! |
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Welche drei Romane sollte man in seinem Leben gelesen haben? |
. | Meine Leser werden sich wundern, dass bei dieser Frage kein einziges phantastisches Werk auftaucht: „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse (wegen seines runden Stils), „Wenn ein Reisender in einer Winternacht...“ von Italo Calvino (weil es mit Erzählperspektiven spielt, wie kein anderes Werk das ich kenne), und „Das foucaultsche Pendel“ von Umberto Eco (weil es Spannung und hervorragende Recherche mit einem einmalig subtilen Humor verbindet). |
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