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15 Fragen an...

...Thomas Plischke

15. Februar 2009

Thomas Plischke wurde 1975 in Ludwigshafen am Rhein geboren und studierte zunächst Psychologie sowie Sozialwissenschaften in Mannheim, absolvierte dann aber eine Ausbildung als Verlagskaufmann, um schließlich in Hamburg ein Studium der Amerikanistik, Anglistik und Medienkultur aufzunehmen.
Schon seit frühester Kindheit setzte er sich mit der Phantastik in all ihren Spielarten auseinander; mit dem Studium wurde diese Berufung schließlich auch zum Beruf. Er lebt als freier Autor, Journalist und Lehrbeauftragter gemeinsam mit Mann und Frau in der Hansestadt Hamburg.
Zu seinen bisherigen Werken zählen eine Reihe von Romanen (u.a. Die Zwerge von Amboss), zwei preisgekrönte Kurzgeschichten und ein prämiertes Theaterstück.
Weiteres zum Autor: www.im-plischke.de

 

. Frage . Antwort
Mit welchen drei Adjektiven würdest du deinen Beruf beschreiben?
 
Spannend, abwechslungsreich und erfüllend.
Welchen Roman eines anderen Autors hättest du gerne geschrieben?
 
"Fight Club" von Chuck Palahniuk oder "Cryptonomicon" von Neal Stephenson. Beides großartige Geschichten mit viel Tiefgang ohne je langweilig zu werden.
Was war der bisher größte Fehler deiner Karriere?
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Viel zu lange zu zaudern und nicht genug zu wagen.
Welche drei deiner Werke sollte ich unbedingt auf eine einsame Insel mitnehmen?
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Na ja, so viele nennenswerte Werke habe ich bekanntlich bislang noch gar nicht geschrieben. Ich würde vorschlagen, dass Du nur "Das Fest der Vampire" mitnimmst, damit Du etwas Abwechslung hast und zusätzlich dazu meine "neuen und überarbeiteten Versionen" der beiden oben genannten Bücher. Ich mag selber keine unvollendeten Reihen, weshalb ich Dir "Die Zwerge von Amboss" leider nicht ohne die anderen Bände empfehlen kann - und das wären dann ja schon sieben Bücher und für das leichte Reisegepäck zu viel Ballast.
Wo siehst du dich beruflich in zehn Jahren?
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Da wo ich jetzt bin, nämlich als Autor. Vielleicht noch etwas erfolgreicher und in möglichst vielen Sprachen erhältlich. Gerne würde ich mal bei einem PC-Spiel mitarbeiten, einfach um diese Form des Erzählens, die ich mit großem Interesse beobachte, auch aktiv gestalten zu können.
Welches Buch hast du zuletzt privat gelesen? Wie hat es dir gefallen?
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"Before they are hanged" von Joe Abercrombie. Die Reihe ist mir so oft empfohlen worden, dass ich mal einen Blick hineinwerfen musste. Es gibt überraschend viele Parallelen zu den Zwergen - da war ich etwas verwundert. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen hat mir das Buch sehr gut gefallen: Auch Abercrombie schafft es, Unterhaltung hervorragend mit Spannung, Action und einer Prise Gesellschaftskritik zu verbinden. Zugleich ist die Reihe auch klar für Erwachsene geschrieben und macht daraus keinen Hehl.
Welche CD hast du zuletzt gekauft? Wie gefällt sie dir?
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"Day & Age" von The Killers - ein großartiges Stück Musik. Ansonsten kann ich auch Jonathan Coulton wärmstens empfehlen: Sein kluger wie witziger "Nerdrock" versüßt mir fast jeden Tag.
Du gewinnst 20 Millionen Euro im Lotto. Würdest du weiterschreiben? Warum bzw. warum nicht?
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Natürlich würde ich weiterschreiben! Ich schreibe nicht, weil ich damit reich werden will, denn wenn das mein Lebensziel wäre, dann hätte ich wohl Mathematik studiert. Doch natürlich möchte ich auch gelesen werden, denn wenn ich nicht schreiben kann, dann werde ich einfach unleidig - und das will ich weder Ole noch Verena zumuten. Texte verfassen ist zwar mein Beruf, aber auch meine Berufung.
Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger beim Schreiben macht?
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- Nicht genug zu lesen.
- Nicht kritikfähig zu sein.
- Sich selbst für einzigartig und unnachahmlich zu halten.
Welches sind deiner Meinung nach die drei schlimmsten Fehler, die ein Anfänger im Umgang mit Verlagen macht?
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- Zu denken, dass alle Verlage ihn betrügen wollen.
- Für eine Publikation, einen Agenten oder einen Lektor etwas selbst zu bezahlen.
- Unverlangt Manuskripte einzusenden, ohne vorher Kontakte zum betreffenden Verlag aufgebaut zu haben (beispielsweise durch einen Agenten).
Mit welcher literarischen Figur würdest du dich gerne mal unterhalten?
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Mit Enoch Root aus Neal Stephensons Werken: Die Jahrhunderte mitzuerleben, Katalysator und Chronist der Weltgeschichte und zugleich ein echter "Renaissance Man" zu sein, da wird man wohl die eine oder andere nette Geschichte zu erzählen haben.
Welchem Autor (außer dir selbst) würdest du es wünschen, in Deutschland bekannter zu sein, als er es bisher ist?
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Richard Matheson oder Shirley Jackson - beide in Deutschland leider fast unbekannt, aber unglaublich prägend für das Horror-Genre. Beide sind bedauerlicherweise nur durch die filmischen Umsetzungen eines ganz kleinen Teils ihres literarischen Werks bekannt geworden; aber ihre Bücher und Kurzgeschichten sind mehr als lesenswert.
Dir erscheint eine Fee und sagt: „Setz dich hin und schreib ein Buch. Ich verspreche dir, dass es ein Weltbestseller wird.“ Welches Genre würdest du wählen?
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Am ehesten wohl einen Horror-Roman in der Tradition von E.A. Poe, H.P. Lovecraft, Richard Mattheson und Stephen King - oder zusammen mit Ole einen Science-Fiction-Roman in der Tradition von Isaac Asimov und Ursula K. LeGuin. Beide Genres hätten es verdient, dass ein großer Erfolg ihnen neues Leben einhaucht.
Was würdest du deinem Kind sagen, wenn es dir mitteilt, dass es beruflich in deine Fußstapfen treten will?
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Tu es nicht! In die Fußstapfen seiner Eltern zu treten, heißt immer, sich zu vergleichen und zugleich verglichen zu werden - das wiederum sorgt leider viel zu oft für Unfrieden, unabhängig davon, wer denn nun mehr Erfolg hat. Ich bin ein harmonischer Mensch und einen derart schwelenden Konflikt fände ich schrecklich.
Welche drei Romane sollte man in seinem Leben gelesen haben?
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Ich lasse mal die Klassiker aus und springe gleich in die (Post-)Moderne.
"It" von Stephen King als hervorragende Horrorgeschichte, die wiederum viele gesellschaftsrelevante Themen in der Erzählung verpackt, ohne dass die Unterhaltung darunter leidet.
"American Psycho" von Brett Easton Ellis, weil er nicht nur das Lebensgefühl der 80er widerspiegelt, sondern zugleich fast jeden Leser ... hm, sagen wir mal, emotional bewegt. Aber immer im Hinterkopf behalten: Unzuverlässiger Erzähler!
"Die Purpurnen Flüsse" von Jean-Christophe Grangé, ein hochspannender Thriller mit vielen Wendungen, einer fantastischen Sprache und wiederum spannenden Themen neben der eigentlichen Handlung.

 

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