Lucky Pik
Das Würfelspiel „Lucky Pik“, auch „Glückshaus“ oder „House of Fortune“ genannt, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Beliebt war es besonders bei Söldnern und Soldaten, die sich in den Feldlagern damit die Zeit vor der Schlacht vertrieben.
Eigentlich wurden Glücksspiele jeglicher Art durch die Kirche verboten, doch die Söldner scherten sich nicht darum.
Die Spielregeln:
Zum Spielen benötigt man ein Spielbrett, das aus den 11 Feldern mit den Zahlen 2 – 12 besteht. Das Feld Nr. 2 ist mit einem Glücksschwein versehen, das Feld Nr. 7 mit Glücksglocken, das Feld Nr. 11 mit einem Bischof und das Feld Nr. 12 mit einem König oder Kaiser. Und selbstverständlich zwei Würfel.
Gespielt wird „Lucky Pik“ von mindestens zwei Spielern. Je mehr Spieler im Spiel sind, um so höher ist natürlich am Ende der Gewinn.
Der erste Spieler beginnt zu würfeln und legt eine Münze in das Feld, dessen Zahl er gewürfelt hat. Danach würfelt der nächste.
Liegen in einem Feld bereits Münzen und ein Spieler würfelt die entsprechende Augenzahl, kann er sich diese Münzen vom Spielbrett nehmen, in den eigenen Geldbeutel stecken und sich über den „Geldsegen“ freuen.
Und der nächste Spieler würfelt weiter.
Wird eine „Sieben“ gewürfelt, legt der Spieler seine Münze auf die „Glücksglocken“, würfelt man eine „Zwölf“, kann der entsprechende Spieler alle Münzen, die auf dem Brett liegen, nehmen, nur nicht die Münzen auf dem Feld Nr. 7.
Wird eine „Zwei“ gewürfelt, nimmt man sich den Geldbetrag, der auf dem Feld Nr. 7 liegt.
Solange die anderen Mitspieler nichts mitbekommen, kann man bei „Lucky Pik“ schummeln und Münzen klauen, was das Zeug hergibt. Dies ist während des Spielens erlaubt.
Da Glücksspiele eigentlich verboten waren, traf der Besitzer des Spielbretts eine Abmachung mit dem Lagerhauptmann. Dieser sollte des öfteren vorbeischauen. Der Spielführer reagierte dabei ganz erschreckt, packte eilig das Brett und die darauf befindlichen Münzen zusammen und verschwand. Da sich die anderen Spiele auch nicht erwischen lassen wollten, rannten auch sie panisch fort, ohne sich dabei Gedanken über den Verbleib ihrer Münzen zu machen.
Der Besitzer des Spielbretts traf sich danach mit dem Lagerhauptmann und teilte sich mit ihm den Gewinn.
Bild- und Textquelle: www.dasmittelalterboard.de
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