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Spielewelten

Gesucht: Die Lösung des Falls und die unsterbliche Liebe

Nur wenige Wochen vergehen, ohne das »Prime Games« und »Daedalic Entertainment« mit neuen Veröffentlichungen im Suchbild-/Wimmelbild-Genre auf sich aufmerksam machen. Also ist es an der Zeit, mal wieder die aktuellen Games – im wahrsten Sinne des Mauscursors – unter die Lupe zu nehmen.

Tatort London
Die mysteriösen Fälle von Sherlock & Watson

Systemanforderungen (laut Verpackung):

Für PC

Für MAC

  • Windows 7 / XP / Vista
  • 1 GHz Prozessor Pentium 3 oder vergleichbar
  • 512 MB RAM
  • 350 MB freier Festplattenspeicher
  • 3D-Grafikkarte mit 128 MB RAM
  • Altersfreigabe: Ab 0 Jahre
  • OS 10.4.11 / 10.5.2
  • Intel Duo Prozessor
  • 1024 MB RAM
  • 250 MB Festplattenspeicher
  • 3D-Grafikkarte mit 128 MB RAM
  • 7300 GT oder Intel integrierter Grafikchip
  • Altersfreigabe: Ab 0 Jahre

Wo man auch hinschaut, scheint das Thema »Sherlock Holmes« erneut zu boomen. Die Adventures der »Holmes«-Reihe auf dem PC sind mit dem aktuellen Game »Sherlock Homes jagt Jack the Ripper« wieder voll auf dem Erfolgskurs, und auch der diesjährige Kinofilm von Guy Ritchie mit Robert Downing jr. und Jude Law war ein Kassenschlager, der einen action-liebenden britischen Detektiven und einen gewitzten Doktor zeigte. Im Suchbildspiel von »Legacy Interactive« geht es da wieder klassischer – und beschaulicher – zu. In insgesamt 16 Fällen, verpackt in vier Viererblöcke, die man nacheinander freispielt, ermittelt man in der Rolle des Meisterdetektivs aus der Londoner Bakerstreet. Holmes und Watson müssen dabei sowohl in der Theaterszene ermitteln, als auch bei einer archäologischen Ausgrabungsstelle ihr Können unter Beweis stellen. Dabei gibt es auch immer wieder Seitenhiebe und Referenzen zum Werk von Sir Arthur Conan Doyle, z.B., wenn man damit beauftragt wird, die verschwundene Zucht der neuen »Baskerville«-Hunde wiederzufinden.

»Tatort London« präsentiert sich als Suchbildspiel der klassischen Art – aber mit einer deutlich anderen inhaltlichen und spielerischen Gewichtung als seine Genre-Kollegen. Während man in anderen Spielen dieser Art meist unmotiviert und lustlos durch verschiedene Screens klickt und eine Story nur rudimentär vorhanden ist, hat man sich hier wirklich Mühe gegeben. Das fängt bei der liebevollen Gestaltung der Londoner Übersichtskarte an, geht über klasse geschriebene Dialoge, die so manche bekannte Figur aus den Romanen und Erzählungen um den Meisterdetektiv auf den Bildschirm bringen, und endet bei der durchgängig sehr überzeugenden Sprachausgabe, bei der die Sprecher mit schwerem britischen Akzent – gerne auch mal mit irischem – ganze Arbeit geleistet haben. Die Steuerung ist gewohnt simpel: Mit einem Lupen-Mauszeiger klickt man auf die gesuchten Gegenstände, so man sie denn erspäht. Dabei kann man mit einem Klick Bildschirmauschnitte vergrößern – sehr praktisch beim Auffinden kleinerer Gegenstände. Besonderheit: Such-Tipps zu nicht gefundenen Gegenständen gibt es nur, wenn man in der aktuellen Szene Holmes Tabakpfeife erblickt. Zum Glück ist der Schwierigkeitsgrad ausgewogen und stellt auch Neulinge nicht vor unlösbare Aufgaben. Doch die Suchbilder an sich sind es nicht, die dieses Spiel ausmachen. Wie bereits erwähnt, hat »Tatort London« eine andere Gewichtung, und die liegt eindeutig auf den über 50 Minigames und kurzweiligen Spielen, die es in den Fällen zu meistern gilt. »Meistern« ist hier übrigens nicht wörtlich zu nehmen, denn um den Frustfaktor gering zu halten, kann man jedes Spiel auch einfach überspringen. Das sollte man aber vermeiden, denn neben den bekannten Verschieberätseln und Fragment-Puzzles gibt es auch Geschicklichkeitsaufgaben und andere lustige und unterhaltende Sequenzen. Das Schönste allerdings ist, dass beinahe alle gesuchten Gegenstände zu einer verdächtigen Person gehören, die man dann nachher in einem abschließenden Screen per Ausschlussverfahren ermittelt. Dazu gibt es immer wieder nett gezeichnete – und, wie bereits erwähnt, toll gesprochene und intelligent getextete – Zwischensequenzen. Die Fülle von 16 verschiedenen Fällen deutet es schon an – für ein Wimmelbildspiel ist »Tatort London« außerdem üppig ausgestattet. 5 bis 7 Stunden Spielzeit sind für die knapp 20 Euro Anschaffungspreis absolut in Ordnung, zumal die Ausstattung mit Sprachausgabe qualitativ deutlich über dem liegt, was der Markt sonst zu bieten hat.
Abzüge gibt es einzig und allein für die Übersetzung: Die Untertitel muten an einigen Stellen doch etwas seltsam ins Deutsche übertragen an, bisweilen fehlt an einer Handvoll Stellen die Übersetzung einzelner Sätze völlig. Doch wer des Englischen mächtig ist, wird sowieso eher auf die Stimmen der Sprecher hören, als die Untertitel zu lesen. Auch die angeblich freizuspielende Kurzgeschichte habe ich nicht entdecken können. Im Freimodus (den man neben dem Zeitmodus wählen kann) gibt es als Belohnung für das Durchspielen allerdings ein weiteres Minispiel, das allerdings etwas überflüssig anmutet. Dennoch: für Sherlock Holmes-Fans und Wimmelbild-Freunde ein absoluter Tipp!

Wertung:

Immortal Lovers - Finstere Liebschaft


Systemanforderungen (laut Verpackung):

Für PC

Für MAC

  • Windows 7 / XP / Vista
  • 1 GHz Prozessor
  • 512 MB RAM
  • 250 MB Festplattenspeicher
  • Grafikkarte GeForce 3 mit 64 MB oder besser
  • DirectX 9 oder höher
  • Maus, CD-ROM-Laufwerk
  • Altersfreigabe: Ab 0 Jahre
  • MacOS 10.4 oder besser
  • 1 GHz Prozessor
  • 512 MB RAM
  • 250 MB Festplattenspeicher
  • 1024 x 768 Bildschirmauflösung
  • CD-ROM-Laufwerk, Maus
  • Altersfreigabe: Ab 0 Jahre

Man kann »Daedalic Entertainment« wahrlich keinen Vorwurf machen, den absoluten Hype um die »Twilight«-Saga und den Vampir-Boom in TV, Kino und Literatur gewinnbringend auszunutzen und einen eigenen Kandidaten mit auffälligen Ähnlichkeiten zu den bekannten Vorlagen ins Rennen zu schicken. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis es ein Suchspiel geben würde, das von einem jungen Mädchen handelt, welches sich in einen Vampir verliebt. In »Immortal Lovers – Finstere Liebschaft« trifft es die junge Valerie, die mit ihren Eltern in den Familienurlaub fahren muss. In einem hübschen Haus in den Wäldern gibt es für sie nur Langeweile, aber als sie im Wald spazieren geht und von einem Wolf angefallen wird, ändert sich alles. Der geheimnisvolle Vincent van den Berk, der mit seinem seltsamen Bruder in einem alten Herrenhaus, tief im Wald versteckt, wohnt, rettet das Mädchen. Doch ein Geheimnis umgibt den Mann, in den Valerie sich langsam zu verlieben beginnt. Was sie nicht weiß: Sie und ihre Familie schweben in höchster Gefahr!

Zur Story von »Finstere Liebschaft« muss man nicht mehr viel sagen: Mädchen, Vampir, Wolf, eine verbotene Liebe, ätzende Eltern, Geheimnisse und Gefahren. Die Versatzstücke haben wir in den wildesten und langweiligsten Mischungen in den letzten Monaten und Jahren bis(s) zum Erbrechen vorgesetzt bekommen. Dennoch: Eine Generation von Fans ist herangewachsen, die gar nichts anderes möchte als ihre Lieblingsstory noch einmal – und sei es nur ein Fitzelchen anders – zu erleben. Und das kann man hier: Suchbilder und Verschieberätsel gibt es in der klassischen Aufmachung. Der Schwierigkeitsgrad ist beinahe durchgängig auf gehobenem Niveau, in den »Finde die Unterschiede«-Screens teilweise abartig und unfair hoch. Nicht selten macht man dabei von der Hilfe-Option Gebrauch, um die teilweise nur wenige Pixel großen Unterschiede ausfindig zu machen. Schnell möchte man an solchen Stellen frustriert abschalten. Erfreulicherweise nutzt man hier die Spiele-Engine, mit der auch schon bei »Wolfgang Hohlbein – Der Inquisitor« arbeitete. So kann man Gegenstände teilweise aus Screens mitnehmen und an anderer Stelle zum Einsatz bringen, um die Rätsel zu lösen. Insbesondere im finalen von insgesamt 5 Kapiteln macht man davon Gebrauch, und die Endsequenz, in der man verschiedene einzelne kryptische Rätsel lösen muss, um das Endrätsel entwirren zu können, ist sogar spielerisch ganz innovativ. Auch ist es der Interaktivität immer zuträglich, wenn man aus verschiedenen Screens zusammengesammelte Items verbinden muss, um weiterzukommen. Eine Tagebuchfunktion, in der auch im Spiel gefundene und zur Lösung mancher Rätsel notwendige Hints gesammelt werden, gibt es ebenfalls. Leider ist der Spaß nach ca. 2 Stunden schon wieder vorbei – ungeübte Spieler brauchen wahrscheinlich nur unwesentlich länger. Und diese »lange« Spielzeit kommt auch nur aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades zustande, der – wie bereits erwähnt – für reine Casual Gamer vielfach einfach zu hoch angesetzt ist. »Einfach und intuitiv«, wie auf der Verpackung angegeben ist, ist vielleicht die Steuerung – die Lösungen der Rätsel sind es bei Weitem nicht immer. Die nur rudimentär vorhandene, unoriginelle Story mit austauschbaren Dialogen und pflichterfüllenden Zwischensequenzen trägt leider nicht dazu bei, den Spielspaß genügend zu erhöhen.
»Immortal Lovers – Finstere Liebschaft« wird so zum Bis(s)-Klon, der für »Twilight«-Fans sicher ein kurzweiliger Spaß ist. Für alle anderen Suchbildfreunde heißt es, bei knapp 20 Euro Kaufpreis noch einmal in sich zu gehen, ob man dieses Spiel wirklich braucht.

Wertung:

Quellen:

Copyright © 2010 by Sascha Venneman

© by 2010
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