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Allerdings führt dieser Detailreichtum auch dazu, dass gerade grenzwertig ausgestattete Rechner sich sehr zu mühen haben, um einen ruckellosen und fließenden Spielablauf gewährleisten zu können. Immer schwieriger wird dies selbstredend in jenem Moment, da mehr Spieler und entsprechend auch mehr Figuren und Gebäude auf der Bildfläche erscheinen.
Wenn sich die Nebel des „Fog of war“ lichten, kann es schon mal zu der einen oder anderen bösen Überraschung kommen und damit beziehe ich mich nicht ausschließlich auf die Entdeckung von unübersehbaren Massen von gegnerischen Einheiten, sondern gerade auch auf das Phänomen von zeitweise auftretenden Standbildeindrücken.
Dieser Eindruck wird dann noch zusätzlich verschärft, wenn es zu den ersten Scharmützeln zwischen den eigenen und den gegnerischen Einheiten kommt, denn auch hier haben die Grafiker und Programmierer nicht an Details gespart.
Ausgestattet mit einem „physical engine“ erster Garnitur, eröffnet sich dem militärbegeisterten Zocker, erstmals in der Geschichte von „Age of Empires“, ein Bild „individuell gestalteter Zerstörung.“
War man es noch aus den Vorgängern gewohnt, dass jedes Gebäude, welches von einer bestimmten Einheitenkategorie angegriffen und zerstört wurde, in gleicher Weise der Zerstörung überantwortet wurde, man also den Eindruck von Zerstörungsklonung gewinnen musste, haben wir nun bei AGE of EMPIRES III, je nach Einheit und je nach Trefferpunkt, eine individuell ausgestaltete „Vernichtungshistorie“, so dass das Gesamtbild einer Schlacht an Authentizität zu gewinnen scheint. Allerdings trifft hier, in noch größerem Maße, vorstehende Aussage zu, dass es nämlich nun noch häufiger zu Standbildern kommen kann.
Feuert beispielsweise ein Kriegsschiff seine Kanonen ab, so vernimmt der Spieler nicht nur das charakteristische dumpfe Knallen, dessen sonore akustische Eigenart auf die Ohren drückt, sondern er sieht dann sowohl das fliegende Geschoss, als auch den aufsteigenden Pulverdampf. Im Moment des Einschlages wiederum bricht sich nicht nur besagte „individuelle“ Zerstörung Bahn, vielmehr geht auch diese mit einer entsprechend authentisch wirkenden Geräuschkulisse einher. Wenn man nun auch noch über entsprechendes technisches Gerät im Bereich der Akustik verfügt, kommt man sogar noch in den 3-D Genuss, in dieses virtuelle Scharmützel historischen Vorbilds hineingesogen zu werden.
Wie gesagt, eine hohe Anforderung an die Technik, wobei jeder Rechner neueren Datums spielend damit zurecht kommen dürfte, ältere Modelle hingegen, gerade jene, die zum Zeitpunkt, da das Spiel auf den Markt gekommen ist, als besonders neu galten, werden an ihre Grenzen herangeführt, was teilweise zu störendem Ruckeln führen kann.
Neben der grafischen und akustischen Neuerung, finden sich selbstverständlich auch noch einige Details, die das Gesamtbild eines neuen Spiels, alter Bauart, abrunden.
So wird dem Spieler nun die Möglichkeit eingeräumt, dass er im Laufe seiner diversen Zocksessions, soweit er einer Nation hierbei treu bleibt, die jeweilige Heimatstadt dieser Nation ausbaut, um in dieser einige technische, wie auch kulturelle, Innovationen anzusiedeln, die; und auch hier findet sich eine Neuerung; er im Verlauf eines Spiels von Form, von „Schiffsladungen“ aus der Heimat abrufen kann, denn AGE of EMPIRESE III sieht vor, dass in Abständen aus der jeweiligen „Heimat“ Hilfslieferungen an die Kolonien gesandt werden, um diese in ihrem Aufbau oder Fortbestand zu unterstützen.
Je nachdem, welche taktische Variante man für sich selbst als Spieler wählt, können auch hierbei Schwerpunkte gesetzt werden, ob diese Hilfslieferung eher in Form von Naturalien (also Ressourcen) oder in Form militärischer Grund- oder gar Spezialeinheiten erfolgen.
So kann man beispielsweise durch die gezielte Verwendung von „Karten“, die man sich im Laufe diverser erfolgreich abgeschlossner „Einsätze“ erwerben konnte, dazu hinarbeiten, dass der eigenen Nation, irgendwann im Laufe ihrer Entwicklung aus der Heimat, die Grundeinheit zur Errichtung einer „Fabrik“ zugesandt wird. Diese Fabrik wiederum versetzt den Spieler in die Lage, seine Nation weitgehend autark von jedweder natürlicher Ressource zu halten. So kann man Holz, Fleisch oder auch Gold in diesen Hallen produzieren. Jedoch nicht gleichzeitig, sondern immer nur als Alternative.
Zwar steht in Form eines „Handelsweges“, der jedem Spieler zur Verfügung steht und dessen „Handelsstationen“ man sich aufbauen und gegen den Gegner verteidigen muss eine ähnliche „freizugängliche Option“ dieser Art offen, doch ich persönlich präferiere die erstgenannte Option, lässt sie sich doch einfacher in die eignen Verteidigungsanlagen, ganz zentral im Siedlungsinneren, ansiedeln.
Die Spielintensität und –abwechselung wird durch diese Neuerungen zusätzlich angehoben.
Jedoch darf bei einer „konstruktiven Kritik“ und dies soll diese Rezension sein, auch nicht die negative Seite fehlen.
So empfinde ich es persönlich als störend, dass es ein Limit gibt, u.a. bei dem Gebäudetypus des „Wachturms“. In vorhergehenden AGE of EMPIRES Versionen waren hier, dem expansionistischen Spieler, keine Grenzen gesetzt, die Grenzen seines „Einflussbereichs“ durch ein dichtes Netz von Wach- bzw. Abwehrtürmen zu verstärken. Das ist bei AoE III nicht mehr der Fall. Nachdem 8 Türme gebaut worden sind, stellen die Bauarbeiter den Betrieb so lange ein, bis ein Turm zerstört worden ist oder aber der Spieler selbst die Konstruktion seiner Abwehranlagen überdacht, für suboptimal befunden und neu strukturiert hat, indem er einen Turm an der einen Stelle abreißt, um ihn an der nächsten neu errichten zu lassen.
Man könnte mir nun entgegenhalten, dass dies nicht unbedingt als Manko anzusehen ist, sondern als Mittel, den Spieler, zu einer noch intensiveren strategischen Vorabplanung zu nötigen. Dies mag sicherlich manchem Spieler einen zusätzlichen Anreiz bieten, für mich, der ich eher darauf setze eine defensive Militärstrategie zu fahren, ist diese Limitierung eher hinderlich.
Ein weiterer Kritikpunkt, der an dieser Stelle angebracht sein sollte, ist der, dass auch AoE III noch nicht so weit gediehen ist, als dass es den Programmierern gelungen wäre, ein Tool zu entwickeln, mit dessen Hilfe der „Feldherr an der Tastatur“ seine Truppen möglichst einfach aufeinander abstimmen, sie strategisch positionieren und punktgenau zum Einsatz bringen kann. Noch immer bedarf es hierfür eines ständigen Hin und Herscrollens mit der Maus, auch wenn man bis zu 9 Truppenkontingente, die je nach der dominierenden Waffengattung mit einem entsprechenden Symbol in der linken oberen Bildschirmecke angezeigt werden, mit Shortcut-Tasten (Zifferntasten 1-9) direkt ansteuern kann. Das ist nicht nur mühsam, sondern erfordert auch ein gewisses Geschick, gerade dann, wenn man so heroisch gewesen ist, den Computergegner auf eine höhere Schwierigkeitsstufe gesetzt zu haben. Jede „Nanosekunde“ kann hierbei dann entscheidend sein, denn, und damit wären wir bei einem weiteren Kritikpunkt, die Spielemacher haben es versäumt, eine wirklich nachvollziehbar sinnvolle Abstufung der Schwierigkeitsgrade einzuprogrammieren. So ist der Abstand zwischen Leicht, Mittel und Schwer in einer Weise unrealistisch, dass man letztendlich, wenn man nicht gerade Berufsspieler ist und täglich 10 Stunden am Rechner sitzt, um das gleiche Spiel zu zocken; nur im „Leichten“ Spielmodus gegen den Computer zu bestehen vermag. Der leichte Modus wiederum ist dann aber nach einer gewissen Spielzeit so leicht geworden, dass der Spielspaß schneller abnimmt, als er sich überhaupt aufbauen kann.
Wenn man sich aber zunächst nicht an die Gestaltung von eigenen Welten, dem freien Aufbau von Siedlungen und dem offenen Kampf „Jeder gegen Jeden“ stellen will, hält AoE III wie auch seine Vorgänger, für Missionenspielfreunde wieder ein kleines Bonbon bereit. So kann man durch die Generationen hinweg einem Helden und seinen Nachfahren bei einem spannenden Abenteuer begleiten und durch das eigene spielerische Geschick assistieren und seine Mission zu einem krönenden Erfolg führen, aber hierzu will ich mich, zwecks Wahrung eines gewissen Maßes an Spannung und Neugier nicht weiter äussern, nur so viel sei gesagt: durchaus empfehlenswert.
Alles in allem ist AGE of EMPIRES für Fans dieser Spielegenres sicherlich eine Bereicherung und auch, wenn der Markt für Spiele derzeit immer schnellebiger wird, so kann sich dieser „Oldtimer“ (immerhin ist es schon zwei Jahre alt und das ist offenbar im Computerzeitalter „steinzeitlich“) durchaus noch sehen lassen, vor allem da sich der Preis der Grundversion nun an Marken annähert, die auch dem kleinen Geldbeutel zugute kommen. Was das Add On betrifft, so kann ich hierzu leider derzeit nichts sagen, aber erfahrungsgemäß sind diese erst dann ihr Geld wirklich wert, wenn auch sie dank einer langanhaltenden Marktpräsenz und dem sich potenzierenden Konkurrenzdruck, preislich in die unteren Regionen eingeordnet sind.
So bleibt mir nur all denjenigen, die sich von mir haben anstecken lassen, sich auf dieses virtuelle Abenteuer zu begeben, hierbei „viel Spaß“ zu wünschen.
Screenshots:
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Bildquellen:
http://www.microsoft.com/games/pc/age3.aspx
(vor allem Screenshots)
Links:
http://www.aoe3.de/news.php?id=0
http://www.ageofempires3.com/
http://www.microsoft.com/games/pc/age3.aspx
© Florian Kayser