
Klangwelten


(Zwischen Gott und Teufel ist immer und überall Musik)
Wachsender Wohlstand und die Stellung der Städte im Mittelalter trugen dazu bei, den Sinn für geselligen, heiteren Lebensgenuss zu fördern. Vielfältig und bunt waren daher die Erholungen und Zerstreuungen. Ob Ritterturniere, Schützenfeste oder auch das bunte Jahrmarkttreiben; überall ertönten lustige Weisen der Zinken, Schalmeien, Trommeln, Dudelsäcke und Posaunen. Frohgelaunte Paare schwangen sich dazu im Tanze. Würfelspiel und Becherklang, Singen und Jauchzen erschallte.
Das „fahrende Volk“ der Spielleute gehörte meist einer ärmeren Klasse an. Sie nahmen bei der Wahl ihrer Zuhörer kaum Rücksicht, und wie gern gesehen sie auch überall waren, achtete man sie doch nicht sonderlich. Liederliches Leben, Trunksucht und dergleichen mochte man wohl manchen unter ihnen nicht ohne Grund zum Vorwurf machen. Der in den Augen des Volkes ihnen anhaftende Makel war: sie nahmen Gut für Ehre; sie gaben für das Gut, das sie empfingen, gleichsam ihre Ehre dahin und wurden darum in den deutschen Rechtsbüchern für ehrlos erklärt.
800 Jahre später zogen in mittelalterlicher Manier mit einem ausgeborgten Esel und einem Handwagen die „Tippelklimper“ Castus Rabensang und Micha Bach durch das brandenburgische Land, streiften entlang der Ostseeküste und beglückten die Thüringer mit ihrer Musik. Sie feierten in Kaffeehäusern mit zwielichtigen Gestalten, lachten bis in die frühen Morgenstunden und vergnügten sich mit der Damenwelt. Für ihr Auftreten wurden sie von der DDR-Obrigkeit verdammt und mit einem halbjährigen Auftrittsverbot belegt.
Venustus und Robert „B.Broiler“ Beckmann (heute bei Inchtabokatables) stießen zur Band. 1987 bekam „Tippelklimper“ die höchste Amateureinstufung und Castus begann, an der Potsdamer Musikschule klassischen Gesangsunterricht zu nehmen. Dies gab er aber wieder auf, da Venustus und Robert der Auffassung waren, „... dass seine Stimme zu theatralisch klänge.“
Der Traum, eine Berufseinstufung bei der Konzert- und Gastspieldirektion Potsdam zu erhalten, platzte wie eine Seifenblase. In Dresden durften die „Tippelklimper“ bei einem Schlagerfestival vorspielen. Man sagte ihnen, „... dass sie zwar professionelle Musik machen und auch gute Musiker seien, aber da sie leider noch nicht bei der Armee waren...“, konnte ihnen eine Berufseinstufung nicht gegeben werden.
1988 erhielt die Band den Auftrag, die Musik für den DEFA-Märchenfilm „Die Geschichte der Gänseprinzessin und ihrem treuen Pferd Fallada“ zu machen. Sie bekamen dafür Gage. Automatisch wurden dafür Steuern abgezogen und der Status als Berufsmusiker damit erreicht.
Ein Jahr später verließ die Band über Ungarn die DDR und zogen über Westdeutschland nach Holland und England. Auf diesem Weg hatten sie bereits mit einer Reihe von Auftritten auf verschiedenen Mittelalterveranstaltungen auf sich aufmerksam gemacht. Das große Ereignis in Berlin konnte die beiden in London nur ungläubig am Bildschirm verfolgen. Venustus war dort in jener Zeit an der School of Furniture zu einem Erfahrungsaustausch zwischen Instrumentenbauern, gab seine Erfahrungen als Dudelsackbauer weiter und nahm an Seminaren anderer Instrumentenbauer teil, während Castus in den Streets of London das nötige Geld verdiente…
Als Castus und Venustus im Dezember 1989 nach Deutschland zurückkehrten, gründeten sie das Duo für mittelalterliche Spielmannsmusik

All die Jahre haben die Musiker die vereinzelt überspielten Melodien mittelalterlicher Spielmannsmusik in Bibliotheken aufgestöbert und studiert, das Leben der Spielleute selbst nachgelebt sowie die alten Instrumente in der eigenen Werkstatt rekonstruiert. Direkt von der Straße aus eroberte Corvus Corax in rasantem Tempo die Bühnen der Welt. Ob auf mittelalterlichen Märkten und Ritterturnieren, in Konzerthallen, bei Festivals bis hin zu Kirchen und Theatersälen.
Überall auf ihren Konzerten in Europa und Übersee begeisterten sie das Publikum. Von den Fans und von den Medien werden sie zu Recht gefeiert als


(Pressefoto)
Gründungsmitglieder:
• Castus Rabensang
Gesang, Dudelsack, Binjou, Schalmei, Bombarde,
Cister, Trumscheit, Drehleier
• Venustus Olere
Dudelsack, Schalmei, Zinken
Ehemalige Bandmitglieder:
• Meister Selbfried (1990 – 2005)
Dudelsack, Schalmei, Bombarde, Flöten
• Der heilige St. Brandanarius (1993 – 2002)
Dudelsack, Schalmei, Bombarde
• Donar Von Avignon (1993 – 2002)
Schlagwerk
• Strahl der Animator (1993 – 2002)
Schlagwerk
Aktuelle Besetzung:
• Castus Rabensang
Gesang, Dudelsack, Binjou, Schalmei, Bombarde,
Cister, Trumscheit, Drehleier
• Venustus Olere
Dudelsack, Schalmei, Zinken
• Tritonus der Teufel (seit 1996)
Dudelsack, Schalmei
• Hatz (seit 1997)
Schlagwerk
• Harmann der Drescher (seit 2000)
Schlagwerk
• Ardor vom Venushügel ( seit 2002)
Dudelsack, Schalmei, Trumscheit
• Patrick der Kalauer (seit 2002)
Davul, Pauke
• Jordon Finus (seit 2006)
Dudelsack, Schalmei
Discographie:
Alben, Singles, Remixe:
- 1989 Ante Casu Peccati
- 1991 Congregation
- 1993 Inter Deum Et Diabolum Semper Musica Est
- 1994 Märchen aus alter Zeit
- 1995 Tritonus
- 1996 Tanzwut (Single)
- 1998 Viator
- 1998 Live auf dem Wäscherschloss
- 1999 Tempi Antiquii
- 2000 MM, Editio Pro Admiratoribus (Fan-Edition)
- 2000 Mille Anni Passi Sunt
- 2002 In Electronica (Remixe)
- 2002 Seikilos
- 2003 Hymnus Cantica (Single)
- 2003 Gaudia Vite – Live
- 2005 Best Of Corvus Corax
- 08.08.2005 Cantus Buranus
- 03.03.2006 Cantus Buranus – Live in Berlin
- 07.07.2006 Venus Vina Musica
DVD, Video:
- 27.10.2003 Gaudio Vite
- 03.03.2006 Cantus Buranus – Live in Berlin

Ausführliche Informationen zur Band und ihrer Arbeit findet Ihr auf der Homepage unter der Rubrik “Biographie”. Dort sind in chronologischer Abfolge interessante Jahresrückblicke zu lesen.
Weiteres über Corvus Corax in Copys Musiktipps
Quellen:
www.corvuscorax.de
www.tanzwuetiger-rabe.de
www.musikbase.de
|