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Klangwelten

Musik - Black Sabbath

31. August 2006

von Wolfgang Brandt

Wie aus The Polka Tulk Blues Band“ die Band Black Sabbath“ wurde

Meilensteine von

Black Sabbath

Anfang der 60er Jahre spielen die jungen Teenager Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler und Will Ward in lokalen Bands der Stadt Birmingham, ahmen andere britische Working Class-Kids nach. Ozzy covert zu diesem Zeitpunkt mit The Approach Songs von Otis Redding (1941 – 1967), Bill versucht sich in der Combo The Rest als Sänger. Beide sind mit ihren Ergebnissen nicht zufrieden. Es werden neue Bands gegründet.
Ozzy Osbourne nimmt mit der Band The Rare den Experimentalrock in Angriff, zu der auch Gezzer Butler als Gittarist stößt.
Will spielt in der Blues-Combo Mythology, engagiert Tony Iommi. Aber auch diese Versuche bringen nicht den gewünschten Erfolg.

1968 gründen die vier Musiker The Polka Tulk Blues Band. Anfang 1969, die Band nennt sich mittlerweile Earth, verläßt Tony Iommi für kurze Zeit die Band und folgt einer Abwerbung von Jethro Tull.

Zurück von seinem „kurzen“ Ausflug übernimmt Tony die Initiative. Im Proberaum eines Jugendclubs in Birmingham entsteht „Wicked World“. Dieser erscheint auf der B-Seite der Debut-Single „Evil Woman“.
Gegenüber des Band-Proberaumes werden im Lichtspielhaus Horrorfilme aufgeführt.
„Ist es nicht seltsam, dass Menschen Geld für Horrorfilme ausgeben, um sich zu fürchten? Warum machen wir nicht furchterregende Musik?“ ; diese Fragen stellt sich Tony Iommi – Black Sabbath, genannt nach dem gleichnamigen Horrorfilm aus dem Jahr 1963, erblickt das Licht der Welt.
Dieser Film mit Boris Karloff öffnet den Bandmitgliedern den Weg zum Schockrock.

1969 zieht es die Band für einige Zeit nach Deutschland, wo sie im „Star Club“ in Hamburg sogar den Zuschauerrekord der Beatles brechen. Pro Nacht spielen sie bis zu 7 Live-Sets je 45 Minuten. In den nächtelangen Live-Jams entstehen Songs der ersten beiden Black Sabbath Alben „N.I.B.“ und „War Pigs“. „Black Sabbath“, ihr Debutalbum spielen sie innerhalb von zwei Tagen in London ein. Obwohl sie schwer an Auftritte kommen und im Radio nicht gespielt werden, bleibt das Album über fünf Monate lang in den britischen Charts.

Als Mitglieder der Charles Manson-Sekte die schwangere Sharon Tate ermorden gelten Black Sabbath in Amerika plötzlich als Handlanger Satans, worauf eine US-Tour verschoben wird. Um nicht Gefahr zu laufen, plötzlich mit mordeslustigen Banden in einem Atemzug genannt zu werden, nennt man das Album von „Walpurgis“ in „War Pigs“ um, welches letzten Endes jedoch als „Paranoid“ erscheint. Noch Jahre später motzte Ozzy Osbourne rum, was ein Typ mit Schweinskostüm und Schwert in der Hand mit einem Paranoiden zu tun habe!? Den Song „Paranoid“, einen ihrer grössten Hits, schrieb die Band angeblich in fünf Minuten.

Mit den Alben „Master Of Reality“, „Volume 4“ und „Sabbath Bloody Sabbath“ baut die Band in den folgenden Jahren ihren Kultstatus aus. Für die Aufnahmen zu „Volume 4“ zog es die Band in das sonnige Bel Air in Kalifornien, wo sie exzessiven Drogenkonsum frönten. Die Produktionskosten für das Album betrugen 65.000 $, die Kosten für das Rauschgift betrugen 75.000 $.

Mitte der 70er Jahre beschwören Management-Probleme, Schreibblockaden und durch Drogenkonsum bedingte Ego-Kämpfe das baldige Ende der Erfolgsstory herauf. Das '75er Werk „Sabotage" beweist zwar mit Abstrichen noch alte Klasse („Symptom Of The Universe"), doch den folgenden Alben „Technical Ecstasy" und „Never Say Die" können selbst Hardcore-Sabbath-Fans nur noch wenig abgewinnen. Als 1976 die Punk-Bewegung in England losgetreten wird, verschwinden Ozzy und Co. wie alle Vertreter der alten Rockschule (Led Zeppelin, Deep Purple) weitgehend aus dem medialen Scheinwerferlicht, was auf die inzwischen labile Gemütsverfassung der vier Black Sabbath Mitglieder Auswirkungen hat. Dem letzten Ozzy/Sabbath-Album "Never Say Die" spricht die Desillusion schon aus dem stupiden Titel. Als die Band sich auf der anschließenden US-Tour auch noch von ihrer Vorband Van Halen an die Wand spielen lässt, ist es um die alte Sabbath-Konstellation geschehen.

Ozzy Osbourne verzieht sich 1979 mit Gitarrist Randy Rhoads (EX-Quiet Riot), Basser Bob Daisley (EX-Rainbow) und Drummer Lee Kers lake (EX-Uriah Heep) ins Studio, um sein Solodebut einzuspielen.
Iommi holt sich den früheren Rainbow Sänger Ronnie James Dio als Ozzy-Ersatz zu Black Sabbath. Mit den Alben „Heaven And Hell“, „Live Evil“ und „The Mob Rules“ gelingt ihnen das, was ihnen niemand mehr zutraut; Black Sabbath kehrt in erfolgreiches Fahrwasser zurück.
Auch der EX-Sänger Ozzy Osbourne findet mit Soloalben zu seiner alten Kreativität zurück.

Nach Dios Ausstieg 1983 holte Black Sabbath den EX-Deep Purple Sänger Ian Gillian für das Album „Born Again“ ans Mikro. Aber als Doom-Legende einen Sänger mit einem Hang zu humorvollen Texten zu verpflichten erwies sich recht schnell als ein Flop. Die Album-Tour mit dem für die meisten Hallen zu großen Stage Set diente sogar als eine Inspiration für die Rock`n`Roll Satire „This is Spinal Tap“. 1989 ist Tony Iommi das einzig verbliebene Original Black Sabbath Mitglied.

Mithilfe des Sängers Tony Martin (seit 1987 dabei) veröffentlicht er „Headless Cross", an dem auch Queen Gitarrist Brian May und Cozy Powell (Rainbow, Whitesnake) mitwirken. Nachdem Dio 1992 nochmal auf "Dehumanizer" röhren darf, wird Martin für die Alben „Cross Purposes" und „Forbidden" zurück geholt. „Forbidden“ gilt als eines der schwächsten Post-Ozzy-Alben, selbst eine Zusammenarbeit mit Ice-T geht dem Rock-Publikum im Grunge-Zeitalter am blanken Hintern vorbei.

Der Traum aller Metal- Fans wird 1997 Wirklichkeit: Iommi entlässt sämtliche Musiker und holt seine drei Mitstreiter der Urbesetzung an seine Seite. Mit zwei viel umjubelten Konzerten in der Hometown Birmingham feierte die Doom Legende ihre Rückkehr!
Das Spektakel wird auf dem Doppelalbum „Reunion“ festgehalten, das auch zwei neue Studiosongs von Black Sabbath enthält. 2000 folgt ein Best Of Album,aber auf eine Tournee oder gar ein neues Studioalbum warten die Fans seit dem verge bens.

Durch Ozzy Osbournes Soap- Erfolg mit „The Osbournes“, über die sich die Meinungen sehr stark unterscheiden, scheinen ein neues Album oder gar eine Tour in immer weitere Ferne zu rücken.


Diskographie

Studioalben

1970 Black Sabbath
1970 Paranoid
1971 Master Of Reality
1972 Vol4
1973 Sabbath Bloody Sabbath
1975 Sabotage
1976 Technical Ecstacy
1978 Never Say Die

Livealben, Compilations & Box-Sets

1975 We Sold Our Souls For Rock ‘N’ Roll (Best Of)
1976 The Best Of Black Sabbath (Best Of)
1977 Greatest Hits (Best Of)
1980 Live At Last (Live)
1983 The Best (Best Of)
1985 The Black Sabbath Collection (Best Of)
1991 The Ozzy Osbourne Years (Best Of)
1994 Iron Man (Compilation)
1998 Reunion (Live + 2 neue Studiosongs)
2002 Past Lives
2004 Black Box (Box-Set mit 8 CDs)

Singles & EPs

1969 Black Mass EP (EP)
1970 Evil Woman (Don’t Play Your Games With Me)
1970 Wicked World
1970 The Wizard
1970 Paranoid
1970 Iron Man
1971 After Forever
1972 Snowblind / Paranoid (Live)
1972 Sabbath Bloody Sabbath / Changes
1972 Wheels Of Confusion
1972 Wicked World
1972 Tomorrow’s Dream
1973 Children Of The Grave
1975 Am I Going Insane
1976 Gypsy
1976 It’s Alright
1978 Hard Road
1978 Never Say Die
1998 Paranoid (Live)
1998 Selling My Soul
1998 Psycho Man

Bildquellen:

Textquellen:

Siehe auch "Copys Musik á la carte"

 

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