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Filmwelten - Stars des Western

RANDOLPH SCOTT
(1898 – 1987)

Randolph Scott war Produzent und ein gut aussehender Mann, der sich zu einem der größten und beliebtesten Western-Stars Hollywoods entwickelte.
Am 23. Januar 1898 als George Randolph Crane während eines Besuches des Ehepaares George und Lucy »Scott« Crane in Orange County, Virginia, geboren, wurde er von seinen Eltern in Charlotte, North Carolina, aufgezogen.
Nach seinen Pflichtjahren im Militärdienst während des Ersten Weltkrieges kehrte Scott nach Hause zurück und besuchte das Georgia Institute of Technologie. Aufgrund einer Verletzung, die sich Randolph Scott während eines Fußballspiels zuzog, wechselte er an die University of North Carolina und promovierte dort als Textil- und Fertigungsingenieur.
Während seines Studiums entdeckte Scott seine Liebe für die Bühne, die ihn im Jahr 1928 zusammen mit seinem besten Freund Jack Heath und einem Empfehlungsschreiben seines Vaters an den millionenschweren Filmemacher Howard Hughes in der Tasche nach Kalifornien zog. Scott traf Hughes, und dieser half Scott, indem er ihm die Möglichkeit gab, sich als Kleindarsteller in verschiedenen Filmen sein Talent unter Beweis zu stellen. Ein Empfehlungsschreiben von Hughes brachte Randolph Scott zu Fox, wo er 1929 sein Debüt als Helms in »The Far Call« gab. Aufgrund seiner Herkunft und seiner Rollen als Kleindarsteller wurde Cecile B. DeMille auf Scott aufmerksam und schickte ihn für zwei Jahre an das Pasadena Community Playhouse, um schauspielerische Erfahrungen zu sammeln. Cecile B. DeMille testete Scott für die Hauptrolle in »Dynamite« (1929), setzte aber Joel McCrea als Marco, der Scheich ein. Randolph sieht man lediglich als Bergarbeiter.
Scott wurde als Gary Coopers Dialog-Coach eingesetzt und spielte als Reiter eine kleine Rolle im Film »The Virginian« (1929).

Paramount-Scouts sahen ihn in einem Theaterstück und boten ihm einen Vertrag an. Scotts sanfte Stimme sowie sein Südstaaten-Akzent waren sehr gut für die gesprochenen Dialoge geeignet, und er nahm Nebenrollen in »Women Men Marry«, »Sky Bride« (beide 1931) und »A Successful Calamity« (1932) an. Vor der Vertragsunterzeichnung mit Paramunt spielte Scott lässig-romantische Hauptrollen wie zum Beispiel in »Hot Saturday«, »Hello Everybody!« (beide 1932), »Murders in the Zoo«, »Supernatural«, »Cocktail Hour« und »Broken Dreams« (alle 1933) und übernahm die Hauptrollen in der umfangreichen Serie von B-Western, welche auf Zane-Grey-Romanen basierten. Man sah ihn in solchen bekannten Filmen wie »Wild Horse Mesa« (1932), »Heritage of the Desert«, »To the Last Man«, »Man of the Forest«, »The Thundering Herd«, »Sunset Pass« (alle 1933), »Wagon Wheels«, »The Last Roundup« (beide 1934), »Home on the Range« und »Rocky Mountain Mystery« (beide 1935).

Mitte der 30er Jahre begann Randolph Scott damit, für sich bessere Rollen an Land zu ziehen, sowohl romantische Hauptrollen als auch als Co-Star.
Ebenfalls in den dreißiger Jahren wurde Scott Mitbewohner von Cary Grant in einem Strandhaus, scherzhaft als Bachelor Hall genannt. Die enge Freundschaft zwischen Scott und Grant sowie die Frauen, welche dort ständig ein und aus gingen, waren Anlass dafür, dass seit Jahren viele Gerüchte um Scott und Grant kursieren.

Sein Durchbruch kam, als er im Jahr 1936 als Hawkeye die Hauptrolle in »The Last of the Mohicans« bekam, und in »Western Union« (1941) gelangte Randolph Scott zu Ruhm und Ehre.
Bei RKO trat er mit Fred Astaire und Ginger Rogers in »Roberta« (1935) und »Follow the Fleet« (1936) auf - das Wort Swell konnte kein anderer so gut aussprechen wie Scott -, er spielte den furchtlosen Abenteurer Leo Vincey in Merian C. Coopers aufwendiger Neuverfilmung von »She« (1935), ein H. Rider Haggard-Adventure-Klassiker.
Diese Auftritte sowie seine Hauptrolle als Hawkeye in der Edward Small-Inszenierung von »The Last of the Mohicans« verhalfen Scott, aus dem Schatten der B-Western zu treten und sich zu einem echten Star zu entwickeln.
Randolph Scott arbeitete als Filmpartner von Mae West in »Go West, Young Man« (1936), von Irene Dunne in »High, Wide und Handsome« (1937), und von Shirley Temple in »Rebecca of Sunnybrook Farm« (1938) und »Susannah of the Mounties« (1939). Neben Tyrone Power und Henry Fonda trat er als Marshall Will Wright in »Jesse James« (1939) auf und war in »Frontier Marshal« (1939) als Wyatt Earp zu sehen.
Trotz allem gelang es Randolph Scott, in Western wie »Virginia City«, »Daltons Rode« (beide 1940), »Western Union« und »Belle Starr« (beide 1941) nicht nur die beliebtesten, sondern auch die spektakulärsten Parts zu übernehmen.
Scott spielte auch Militärs wie zum Beispiel in »Coast Guard« (1939), »To the Shores of Tripoli« (1942), »Bombardier«, »Corvette K-225« and »Gung Ho« (alle 1943). In der Komödie »My Favorite Wife« (1940) trat Randolph Scott in der Rolle des Steve Burkett mit Irene Dunne auf, danach zusammen mit John Wayne und Marlene Dietrich in zwei Action-Dramen, »The Spoiler« und »Pittsburgh« (beide 1942). Er spielte den Scheißkerl Alexander McNamara im ersten und den netten Kerl John Cash Evans im zweiten Drama.

Er war zwar eine angenehme Gestalt in Komödien, Dramen und gelegentlichen Abenteuern, jedoch war dies nicht die Erfüllung von Scott, sodass er sich auf Western konzentrierte, die ihm mehr Ruhm und Anerkennung einbrachten.
Nach einer schlecht beratenen Rolle in dem langweiligen Haudegenfilm »Captain Kidd« (1945) und seinem Part als Ltn. Bill Smith in »Home, Sweet Homicide« (1946) besann sich Scott für den Rest seiner Karriere darauf, nur noch Rollen in Westernfilmen mit großem Budget zu übernehmen und ritt in diesen eine Weile auf seinem schönen Palominopferd Stardust. Einige von ihnen waren »Abilene Town«, »Badman's Territory« (beide 1946), »Trail Street«, »Gunfighters« (beide 1947), »Albuquerque«, »Coroner Creek«, »Return of the Badmen« (alle 1948), »The Walking Hills«, »Canadian Pacific«, »The Doolins of Oklahoma« (alle 1949), »The Nevadan«, »Colt .45«, »Cariboo Trail« (alle 1950), »Sugarfoot«, »Santa Fe« and »Fort Worth« (alle 1951).

Sein Image in den dreißiger Jahren hatte sich verändert, Scott wurde als eine stoische, schroffe und kompromisslose Figur, als hart gesottener Mann gsehen.
Er wurde zu einem der Top Ten Box-Office-Stars der fünfziger Jahre in Western von Budd Boetticher für Ranown Productions, die Randolph Scott besaß, inszenierte und produzierte mehrere Filme, beginnend mit »Man in the Saddle« (1951).
Scott arbeitete fast ausschließlich in Westernfilmen seiner eigenen Firma Ranown, ging mit Produzenten-Altmeister Harry Joe Brown eine Partnerschaft ein. Während der 1950er Jahre produzierte das Team viele der besten mittel- budgetierten Western, die je gemacht wurden. Scott war noch immer in Top-Kondition, aber sein Gesicht war müde geworden und verwittert. Dieser physische Aspekt, kombiniert mit einer absichtlich leise gesprochenen, fatalistischen, aber höchst selbständigen Charakterisierung eines Western Though Guy brachte eine neue Dimension der Scott-Performances hervor, die leider bis noch vor wenigen Jahren ignoriert wurde.
Die Darstellung dieser Zähigkeit kommt in Filmen wie »Carson City«, »Hangman's Knot« (beide 1952), »Man Behind the Gun«, »The Stranger Wore a Gun«, »Thunder Over the Plains« (alle 1953), »Riding Shotgun«, »The Bounty Hunter« (beide 1954), »Ten Wanted Men«, »Rage at Dawn«, »Tall Man Riding«, »A Lawless Street« (alle 1955), »Seven Men From Now«, »Seventh Cavalry« (beide 1956), »The Tall T«, »Shootout at Medicine Bend«, »Decision at Sundown« (alle 1957), »Buchanan Rides Alone« (1958), »Ride Lonesome«, »Westbound« (beide 1959) and »Comanche Station« (1960) zum Ausdruck. Diese Filme überzeugten durch Qualität und mehr Erwachsensein als die meisten Westernfilme und betreffend der Actionszenen ebenbürtig mit diesen, welche die Fans auch erwarteten. Die besten dieser Filme wurden von Burt Kennedy (Drehbuch) und Budd Boetticher (Regie) geleitet. Insgesamt machte er 41 Filme.

Scotts letzter Film war wohl einer seiner größten: »Ride the High Country« (1962), von Sam (Bloody Sam) Peckinpah geleitet, zusammen mit seinem alten Freund und Kollegen Joel McCrea in einem rührenden, eleganten Märchen über alte Revolverhelden, jetzt auf der entgegengesetzten Seite des Gesetzes stehend in einem letzten Abenteuer vereint. Für Randolph Scott war die Rolle des gealterten Westernhelden Gil Westrum bestens geeignet, seine Karriere zu beenden und zog sich im Jahr 1962 aus dem Filmgeschäft zurück.
In einer bürgerlichen Familie geboren und stets darauf bedacht, seinen persönlichen Reichtum auszubauen, brachten ihm mehrere Hundert Millionen Dollar als Folge der hervorragenden Investitionen ein. Seine verbleibenden Jahre verbrachte Scott zum größten Teil damit, um Golf zu spielen und mied die Geschäfte der Filmindustrie.
Er starb als ein sehr reicher Mann am 2. März 1987 in Beverly Hills, Los Angeles, Kalifornien, hinterließ seine zweite Frau Patricia und seine beiden Kinder Christoph und Sandra. Randolph Scott wurde in Charlotte, North Carolina, beigesetzt.

Text- und Bildquellen:

  • Jessica Johnston, Reinhard Weber: Randolph Scott. Eine Bio- und Filmographie. – Reinhard Weber, Fachverlag für Filmliteratur, Landshut 2005

Copyright © 2010 by Wolfgang Brandt

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