
Filmwelten - Stars des Films

In Memoriam Humphrey Bogart
Wiederbegegnung mit einer Kultfigur
17. Januar 2007
von Copolymer
Am 14. Januar 2007 jährte sich zum fünfzigsten Mal der Todestag eines der ganz Großen der Filmbranche, eine Ikone des Zwanzigsten Jahrhunderts.
Mitte der fünfziger Jahre stellten Ärzte bei Humphrey Bogart einen Speiseröhrenkrebs fest. Im Januar 1956 wurde er operiert. Diese Operation hatte jedoch nur lebensverlängernden Charakter. Abgemagert auf 36 kg Körpergewicht starb Humphrey Bogart am 14. Januar 1957 im Alter von 57 Jahren in seinem Haus in Beverly Hills.
Der Schauspieler Humphrey Bogart ist Legende, ist Kult. Frauen fühlten sich zu ihm hingezogen. Was ist bloß dran an Humphrey Bogart, diesem Mann, von dessen "here's looking at you, kid" alle schwärmten? Das lässiges Abstützen seines Ellenbogens am Kaminsims? Oder sein Haifischlächeln? Seine braunen Augen? Ich weiß es nicht, ich bin ein Mann. Apropos Mann. Die Männer schätzten seine Freundschaft.
Seine Welt war die Großstadtbar bei Nacht. Dort trank er harte Sachen und schwieg. Wenn er mal etwas sagte, dann war es meist eine lakonische oder zynische Bemerkung. Frage an ihn: „Welche Nationalität haben Sie?“ Seine Antwort darauf: „Ich bin Trinker.“ Seine Erkennungszeichen waren die im Mundwinkel hängende Zigarette, der tief in die Stirn gezogene Hut, die im Trenchcoat vergrabenen Hände. In den 40er und 50er Jahren wurde dieser Typ des „Bogartian man“ millionenfach kopiert. Alle wollten so lässig rauchen wie er.
Humphrey Bogart war Liebhaber und Gangster, war Rebell, der aussprach, was er dachte. Und sich auflehnte, wenn ihm was nicht passte. Er war aber auch bereit, einzustecken. Humphrey Bogart besaß sowohl Tugenden als auch Laster. Er war zynisch und einfühlsam zugleich. Eben ein Mensch, eine Persönlichkeit.
Humphrey Bogart hatte eine weniger erfolgreiche Schulzeit ohne High School-Abschluss. Er absolvierte 2 Jahre Militärdienst und tingelte durch diverse Jobs, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 1920 bekommt er über Beziehungen seines Vaters einen Handlangerjob beim Theatermanager William Brady und darf zwei Jahre später zum ersten Mal auf die Bühne. Ein mühsamer Weg beginnt.
Humphrey Bogarts Durchbruch kam Mitte der 30er mit der Rolle des Gangsters Duke Mantee in der Broadwayaufführung und Verfilmung des Theaterstücks „Der versteinerte Wald“. Ein Star war
geboren, ein ebenso bedrohlicher wie bedauernswerter moderner Typus, dessen Mythos sich bis heute gehalten hat, und den Bogart selbst häufig variierte. Kriminelle und Loner jedenfalls gab er in einer ganzen Serie von Genreproduktionen - atmosphärische 'Noirs' und Gangsterfilme, darunter Klassiker wie „Die wilden Zwanziger“ und “Chicago - Engel mit schmutzigen Gesichtern“. Mit John Hustons Regiedebüt „Die Spur des Falken“ wechselte Humphrey Bogart die Seiten und machte einen nicht minder modernen Charakter populär - den Privatdetektiv der hart gesottenen Schule, kein besonders sozialverträglicher Mensch, immerhin aber ein heimlicher Moralist und Romantiker. So wie übrigens Rick Blaine, der Inhaber eines Cafés in einer dubiosen Stadt, die der vielleicht populärsten Liebesgeschichte der westlichen Welt den Namen gab: „Casablanca“. Das Drama von Michael Curtiz zeigte Humphrey Bogarts melancholische Seite. In den späten 40er und frühen 50er Jahren schließlich, als sein Privatleben an der Seite seiner Filmpartnerin und vierten Frau Lauren Bacall zur Ruhe kam, erweiterte sich sein Spektrum: Für seine Darstellung als Kapitän in „African Queen“ bekam Humphrey Bogart (1951, mit Katharine Hepburn) schließlich den Oscar.
Quelle: www.dpa.de
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