Millennium
Wenn es es ein oder mehrere Bücher gibt, die das letzte Jahr geprägt haben, dann ist dies wohl die Millennium-Trilogie des schwedischen Autors Stig Larsson. Schon über ein Jahr stehen die 3 Bücher in den Top 10 der bestverkauften Bücher des letzten Jahres. Aus diesem Grund konnte eine Verfilmung nicht lange auf sich warten lassen.
In Schweden wurden die Bücher mehrmals ausgezeichnet, zum Beispiel mit dem Goldenen Schlüssel für den Besten Thriller des letzten Jahres.



Der Regisseur, den man zuerst fragte, war Niels Arden Oplev, der schon einige Preise gewonnen hatte. Aber zuerst hat er daran gezweifelt, ob er sich an die Verfilmung wagen sollte. Er hat erst zugestimmt, als er das erste Buch gelesen hatte und wusste gleich, dass man für die Rolle von Lisbeth Salander eine besondere Schauspielerin benötigen würde.
Und gleich stand damit seine Auswahl fest: Noomi Rapace, die in Schweden und Dänemark bekannt war für einige Filme aus dem Arthouse Bereich. Weiter hat sie einige Sachen für das Fernsehen gedreht. Für die Millennium-Filme nahm Rapace Unterricht, wie man auf einem Motorrad fährt. Während der Dreharbeiten des ersten Teils bemerkte Niels Arsden Oplev, dass Rapace zu einigen Szenen ihre eigene Meinung hatte. Gerüchte zufolge hat sie sich ziemlich oft mit ihm gestritten.
Für die männliche Hauprolle wurde Michael Nyqist verpflichtet, ein in Schweden bekannter Schauspieler.
Die Verfilmung der Millennium-Trilogie wurde auf 3 Teile verteilt. Neils Arden Oplev sollte den ersten Teil drehen und der Däne Daniel Alfredson die Teile 2 und 3 übernehmen.
Der erste Teil »Mann som hatar Kvinnor« (Verblendung) startete letztes Jahr in Europa und war sehr erfolgreich in den Kinos. Obwohl man einige Sachen geändert hatte, war es eine gute Verfilmung des Buches.
Der zweite Teil »Flickan som lekte med Elden« (Verdammnis) läuft gerade in den Kinos an, und wiederum ist es den Machern gelungen, das Buch gut im Film umzusetzen. In diesem Teil erfährt man mehr über das Leben von Lisbeth Salander, wie sie das geworden ist, was sie jetzt ist.
Der dritte Teil »Luftslottet som sprängdes« (Vergebung) wird am 03. Juni 2010 in die deutschen Kinos kommen. Ich hatte das Glück, den Film schon in einem Millenium-Marathon zu sehen. Im dritten Teil werden die letzten Fäden zusammengeknüpft und damit die Trilogie abgeschlossen ... Oder ...?



Mittlerweile spielt sich in Schweden eine sonderliche Geschichte ab. Wie man weiß, ist der Auto Stig Larsson leider verstorben. Larsson war nicht verheiratet, aber lebte schon seit 30 Jahren mit seiner Freundin zusammen. Aber im schwedischen Gesetz wird das nicht anerkannt, und das Geld, das Larsson mit »Millennium« verdiente, geht nicht an seine Freundin, sondern an seine Familie, mit der er kaum in Kontakt stand. Die Freundin nahm sich mittlerweile einen Anwalt. Die Familie von Larsson hat ihr ein Angebot von 2 Millionen Euro unterbreitet, was sie als lächerlich empfindet und es abwies. Die 3 Bücher verkauften sich ja viele Millionen Mal, nicht nur in Schweden, sondern auch in Europa und sogar in Amerika, wo man Steve Zaillian beauftragt hat, eine Scriptfassung für das amerikanische Kino zu schreiben.
Und 3 Teile??? Die Freundin von Stig Larsson soll noch seinen Laptop haben, und wenn man den Gerüchten Glauben schenkt, soll da angeblich schon das Manuskript des vierten Teiles auf der Festplatte sein. Einem noch größeren Gerücht zufolge (wenn man alles glauben soll …) soll Larsson von den 3 Romanen nur ein »Outlibe« geschrieben haben und die Freundin den Rest ...
Und was ist Wahrheit? Keiner weiß es genau. Genießen wir also die Bücher, die gut und spannend geschrieben sind und genießen wir die Filme. Sie sind es wert.
Das »Millennium« geht weiter … aber zuerst im Kino.
© Wim Aalderink