
Filmwelten
 Fackeln im Sturm
Eine Filmbesprechung von Florian Kayser
Teil 2

Unterschiede zwischen Fernsehserie und Romanen
Die Serie basiert auf der Trilogie des Autors John Jakes. Die Originaltitel der drei Bücher lauten: North and South (Buch 1: Die Erben Kains), Love And War ( Buch 2: Liebe und Krieg) und Heaven And Hell (Buch 3: Himmel und Hölle). Die Serie, die in den Jahren 1984, 1985 und 1994 gedreht worden ist, weist gegenüber ihrer Romanvorlage einige entscheidende Unterschiede auf, die im Folgenden kurz dargestellt werden soll.
Die dichterische Freiheit der Drehbuchautoren fand besonders in der Auswahl der Darsteller ihren Niederschlag, denn die Beschreibungen der Hauptcharaktere, wie sie seitens des Autors vorgesehen waren, weichen von der filmischen Umsetzung ab. So beschreibt Jakes beispielsweise die männlichen Mitglieder der Familie Hazard als eher klein und stämmig der Darsteller, James Read, der George Hazard und Jonathan Frakes (1,93 Meter), der dessen Bruder Stanley verkörpert, sind dagegen eher groß und schlank.
Der Bösewicht der Serie, Elkanah Bent, entspricht im Film auch nicht seiner Vorlage, denn Bent wird im Roman als sehr korpulent bis hin zur Fettleibigkeit neigend porträtiert; in der Serie wiederum wird er von dem sportlich hageren Philip Casnoff verkörpert. Außerdem stammt Bent im Film aus Georgia, während das Buch seine Herkunft nach Ohio verortet.
Außerdem beschreibt Jakes in ihm einen sadistischen Menschen, der eher zur Homosexualität neigt, denn zum anderen Geschlecht. Doch die Verkörperung im Film sieht in Bent einen Womanizer, dem die Frauen zu Füßen liegen, vor allem Ashton Main, die in ihm einen Seelenverwandten sieht.
Obwohl die Verfilmung von »Fackeln im Sturm« sehr umfangreich geraten ist, wurde doch gegenüber der Romanvorlage zunächst gekürzt. So fällt auf, dass Orrys Bruder Cooper, der im Buch als ein tüchtiger, aber nur bedingt erfolgreicher Ingenieur beschrieben wird; in den ersten beiden Verfilmungen 1984,1985 überhaupt nicht auftaucht. Im dritten Teil hingegen erscheint er mit einem Mal auf der Bildfläche, aber sein Charakter ist ein vollkommen anderer, was wiederum nicht verwundert, da das Drehbuch einige von seinen Eigenschaften auf die Figur von Orry Main übertragen hatte.
Um die Dramatik der Liebesgeschichte zwischen Orry und Madeline noch mehr zu unterstreichen, nahm man sich in der Verfilmung auch die Freiheit, den tyrannischen Ehemann von Madeline, Justin LaMotte, nicht etwa an einer Blutvergiftung sterben zu lassen, sondern stattdessen im Zuge eines Kampfes mit Orry.
Bei der Verfilmung des dritten Teils waren die Filmemacher vor einige selbstgemachte Probleme gestellt. Hatte man doch, nicht wissend, dass die Serie so ein Erfolg werden würde, viele Figuren einfach herausgelassen oder eine andere dramatische Wendung nehmen lassen, mussten diese jetzt irgendwie im dritten Teil ersetzt werden, sonst hätte die Handlung keinen Sinn mehr ergeben oder wäre zu weit von der Romanvorlage entfernt gewesen. So wurde Orry Main, der laut Buch eigentlich schon tot gewesen wäre, den man aber hatte überleben lassen, nun doch zu Beginn der dritten Verfilmung geopfert, was jedoch lediglich, wie bereits erwähnt, dem Umstand geschuldet war, dass Patrick Swayze nicht mehr mitspielen wollte.
Cooper Main, der bisher noch gar nicht aufgetreten war, musste hingegen eingeführt werden, da er der Haupthandlungsträger im dritten Teil werden sollte. Bei seiner Darstellung stellte sich allerdings auch das Problem, dass Robert Wagner, der ihn verkörpern sollte, für die Rolle eigentlich schon zu alt war, aber auch darüber versuchte man, irgendwie dramaturgisch hinwegzugehen.
Eine weitere Handlungsträgerin des dritten Teils, Virgilia Hazard, war im Film bereits durch ihre Hinrichtung ausgefallen, sodass man sie aus dem dritten Teil herausschreiben und ihre Aufgaben anderweitig verteilen musste.
Die Liste ließe sich noch fortsetzen, aber dies soll nicht Gegenstand des Artikels sein. Doch dürfte offenkundig geworden sein, wie sehr Verfilmungen oftmals von ihren Originalen abweichen, was nicht immer zu dem Vorteil des einen oder anderen sein muss.
Hauptcharaktere
Orry Main
Orry Main, Sohn reicher Plantagenbesitzer aus South Carolina, ist ein wahrer Südstaatengentleman. Als man ihn kennenlernt, ist er noch ein junger Heißsporn, doch im Laufe der Geschichte, die dem Zuschauer ausgebreitet wird, gelangt er zu einer gesetzteren Weisheit, auch wenn diese nichts an seinen Überzeugungen ändert. Er ist ein Verfechter der Sklaverei, die seine Heimat und seine Familie geprägt haben. Dennoch richtet er sich ebenso entschieden gegen die unnötige Ausbeutung und Drangsalierung der Sklaven, die auf seinen Besitzungen arbeiten. Er sieht in ihnen seine Schutzbefohlenen, die zwar zum Gehorsam verpflichtet sind, die jedoch nicht sein Eigentum und damit seiner Willkür unterworfen sind. Durch diese vergleichsweise liberale Haltung, macht er sich bei seinen Landsleuten nicht nur Freunde, besonders sein Nachbar Justin LaMotte sieht in Orry einen Stachel im Fleisch des »wahren» Südstaatengentleman, wobei diese Abneigung zusätzlich durch das Wissen um Orrys Faszination und Liebe für Justins Frau Madeline, genährt wird.
Die Freundschaft zwischen Orry und dem typischen Nordstaatler George ist eine sehr innige, auch wenn sie immer wieder durch die doch sehr konträr zueinanderstehenden Ansichten auf eine harte Probe gestellt wird, überdauert sie die Zeit und den Krieg, da Ehre und Aufrichtigkeit die Hauptelemente der charakterlichen Eigenschaften beider Männer darstellten.
Orrys Liebe zu Madeline ist nicht nur ein tragendes Element der Dramaturgie des Stücks, sondern sie trägt auch entscheidend zum Geisteswandel von Orry bei, da Madeline, wie er erst später erfährt, Tochter einer »farbigen« Prostituierten ist, ein Umstand, den Orry eigentlich in seiner Position nicht tolerieren dürfte, den er aber gerne übergeht, weil die Liebe zu dieser Frau stärker ist.
Dargestellt wird Orry Main von dem unverwechselbaren und leider kürzlich verstorbenen Patrick Swayze. Ihm zu Ehren wurde dieser Artikel verfasst. Nähere Informationen zu ihm möge der Leser bitte dem auf geisterspiegel.de verfassten Nachruf entnehmen.
George Hazard
George Hazard ist ein junger Nordstaatenamerikaner, der aus einer reichen Industriellenfamilie stammt. Sein Vater besitzt eine der größten Stahlwerke des Landes und gehört damit nicht nur zu den reichsten, sondern auch einflussreichsten Familien des Landes. Er freundet sich mit Orry Main, dem jungen Südstaatengentleman an, was bei seiner Familie wohlwollend aufgenommen wird, obwohl Orrys Familie ihren Wohlstand durch Sklaverei erworben hat. Allein Virgilia, Georges Schwester, die einen militante Anti-Sklaverei Aktivistin ist, macht den beiden Freunden das Leben sehr schwer. Doch George, ein Mann von Prinzipien und Ehre, lässt sich nicht beirren und steht, auch wenn er viele Ansichten seines besten Freundes nicht teilen kann, in den entscheidenden Phasen ihres Lebens, fest an seiner Seite.
Zielstrebig und dem amerikanischen Pioniergeist verpflichtet, verfolgt George während seiner ganzen Entwicklung, seinen Weg und erreicht durch Fleiß und Opferbereitschaft seine Ziele, somit wird er zusätzlich als Symbolfigur der Strebsamkeit und des Erfolges des »american ways of life«.
George Hazard wird von dem amerikanischen Schauspieler James Read verkörpert.
Read wurde am 31. Juli 1953 in Buffalo im Bundesstaat New York geborgen. Seinen Hang zur Schauspielerei entdeckte er bereits während seines Studiums an der Universität von Oregon, die er 1976 mit einem Abschluss in Jura verließ. Er begann hiernach seine Schauspielausbildung in Denver und New York und schlug sich zunächst mit diversen Engagements an kleineren Theatern, aber immer in den Hauptrollen besetzt, durch.
Erste TV-Erfahrung sammelte er in der Fernsehserie »Remington Steel«, aber auch in anderen kleineren Rollen, ebenfalls im Rahmen von Serien.
Seinen richtigen Durchbruch erlangte er durch seine Darstellung des George Hazard in »Fackeln im Sturm«, danach folgten diverse Rollen in amerikanischen Fernsehserien, wie beispielsweise »Charmed«. Für die Rolle des George Hazard musste Read reiten lernen, was er auf der Ranch von seinem Kollegen und Freund Patrick Swayze unter dessen Anleitung tat.
1988 heiratete Read seine Schauspielerkollegin Wendy Kilbourne, die er bei den Dreharbeiten zu »Fackeln im Sturm« kennen und lieben gelernt hatte. Das Paar hat zwei Kinder.
Madeline Eugenie Fabray LaMotte Main
Madeline ist eine der tragischen Figuren dieser Geschichte. Tochter einer afro-amerikanischen Prostituierten und eines »verarmten» Südstaatengentleman, wird sie wider Willen mit dem herrschsüchtigen und sadistischen Plantagenbesitzer Justin La Motte verheiratete, der, Gott sei Dank, ebenso wenig von Madelines wahrer Herkunft weiß, wie sie selbst. Ihre Liebe jedoch gilt Orry Main, der sie einst aus einer misslichen Lage befreit hat.
Madeline besitzt von Anfang an eine ausgeprägt soziale Ader, die sich vor allem auf die unterdrückte Masse der versklavten Afro-Amerikaner bezieht. Für sie sind sie wahre Freunde und somit gilt ihr ganzes Bemühen, das Leben dieser Menschen zu verbessern, damit sie die Drangsal der Sklaverei besser überstehen mögen. Auch wenn sie nicht militant gegen die Sklaverei vorgeht, so wie Virgilia Hazard, so sind ihre Taten dennoch dazu geeignet der Sklaverei nach und nach ihre Machtgrundlage zu entziehen und den Menschen, die von ihr betroffen sind, ein neues Selbstwertgefühl zu vermitteln.
Mit großer Begeisterung, so scheint es, mit Leidenschaft und Liebe zum charakterlichen Detail, verkörpert Lesley-Ann Down die große Liebe von Orry Main, Madeline.
Lesley-Ann Down wurde am 17 März 1954 in London (England) geboren. Schon als Kind begann sie als Schauspielerin und Modell auf der Bühne zu stehen und ist dieser Leidenschaft bis heute treu geblieben.
Bekanntheit erlangte sie vor allem durch ihr Mitwirken in der britischen Serie »Upstairs, Downstairs« (1973 – 1975). Filmrollen folgten bald, sodass sie an der Seite von Schauspielern wie Laurence Olivier, Sean Connery, Donald Sutherland u.v.a. ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen konnte. Doch »Fackeln im Sturm« bedeutete auch für sie den wahren Durchbruch. Privat hat Lesley-Ann Down ein ebenso bewegtes Leben gehabt, wie beruflich. Mehrere Beziehungen, drei Ehen und so manche familiäre Katastrophe haben ihren bisherigen Weg begleitet, dennoch blieb sich die Schauspielerin stets treu und begeistert auch heute noch ihr Publikum. Seit 1985 ist sie nun mit Kameramann Don E. FauntLeRoy verheiratet und hat ein Kind mit ihm.
Elkanah Bent
Elkanah Bent ist der klassische Bösewicht, der durch und durch von Schlechtigkeit durchsetzt ist. Keine gute Seite scheint an diesem Mann zu finden zu sein. Er ist von Ehrgeiz und Selbstüberschätzung ebenso zerfressen, wie von versteckten Minderwertigkeitskomplexen und Selbstzweifeln. Sein ganzer Hass, richtet sich auf Orry Main und George Hazard, obwohl dieser Mann eigentlich alles und jeden hasst, das oder der ihm und seiner, wie er glaubt, mehr als verdienten, Karriere im Weg steht. Er ist rücksichts- und skrupellos, schreckt vor den brutalsten Mitteln nicht zurück und versucht nicht nur einmal, seine direkten Widersacher durch heimtückischen Mord aus dem Weg zu räumen.
Auch wenn die filmische Figur nicht jener der Beschreibung des Buches entspricht, so ist mit Philip Casnoff diese Rolle bestens besetzt, da er den frauenverzehrenden Widerling mit einer derartigen Überzeugungskraft verkörpert, dass es einem kalt den Nacken herunterläuft.
Philip Casnoff wurde am 3. August 1949 in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania geboren. Seine schauspielerische Karriere begann er 1972-73 im Rahmen der Tour zum Musical-Stück »Godspell«. 1976 gehörte er zu Stammcrew des Rockmusicals »Rockabye Hamlet«, jedoch wurde das Stück bereits nach sieben Darbietungen abgesetzt.
Casnoff blieb dem Genre des Musicals treu, jedoch meist mit nur sehr geringem Erfolg. Im Fernsehen gelang ihm sein eigentlicher Durchbruch mit seiner Rolle in »Fackeln im Sturm«, danach folgten diverse Engagements, allerdings meist nur im Rahmen von bekannten Fernsehserien.
Casnoff ist seit 1984 mit der Schauspielerin Roxanne Hart verheiratet und hat zwei Kinder mit ihr.
Virgilia Hazard ältere Schwester von George Hazard
Virgilia Hazard ist das schwarze Schaf der scheinbar ehrbaren Industriellenfamilie aus dem Norden. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit versucht sie die Familie zu blamieren, indem sie oftmals beleidigend den Gästen ihrer Eltern oder ihres Bruders gegenüber auftritt, wenn es darum geht, die Rechte der Sklaven zu verteidigen. Besonders Orry und seine Familie haben unter den Attacken von Virgilia zu leiden. Rein aus Protest gegen die Konventionen ihrer Familie und um des Skandals willen, den sie damit auslösen wird, heiratet sie den entflohenen Sklaven Grady und schließt sich zusammen mit ihm, dem militanten Sklavengegner John Brown an. Nach Gradys gewaltsamen Tod driftet Virgilia immer mehr in das Halbkriminelle ab und distanziert sich somit immer weiter von ihren Wurzeln. Nur durch die Hilfe eines Verehrers kann sie diesem Sumpf kurzfristig entfliehen, als sie aber erneut, diesmal nicht aufgrund ihres Verschuldens, aber doch wegen ihres zweifelhaften Rufes, abstürzt, wird ihr nur noch geholfen, weil sie sich verkauft. Damit ist ihr gesellschaftlicher Niedergang besiegelt und das dramatische Ende, was der Film für sie bereithält, unausweichlich.
Für die Verkörperung dieser sehr schwierigen Figur konnte man wohl kaum eine geeignetere Darstellerin, als die amerikanische Schauspielerin Kirsten Louise »Kirstie« Alley finden. Alley wurde am 12 Januar 1951 als Tochter eines Sägewerksbesitzers in Wichita im Bundesstaat Kansas geboren. Ihre Schulzeit verbrachte sie auf der Wichita Southeast High School, wo sie sich besonders als Cheerleader der Schulmannschaft hervortat. Ihre Studienzeit, die sie vor Beendigung eines Abschlusses abbrach, verbrachte sie an der Kansas State University und der University of Kansas. Doch die Schauspielerei lag ihr mehr, so dass sie zum Fernsehen und Film wechselte. Ihre ersten großen Fernsehauftritte hatte sie in der Star Trek Verfilmung »The Wrath of Khan«, wo sie die Romulanerin Lieutenant Saavik verkörperte. Im dritten Teil spielte sie jedoch nicht mehr mit, da ihre Gagenforderungen nicht erfüllt wurden und sie außerdem nicht langfristig in die Schublade der Science-Fiction Darstellerin gesteckt werden wollte. »Fackeln im Sturm« bot ihr somit auch die Chance nicht Gefahr zu laufen, dass dies passierte. Der Erfolg der Serie trug auch zu ihrem eigenen Erfolg bei, so folgten diverse Auftritte in anderen Filmen, so beispielsweise in den Komödien »Guck mal, wer da spricht« an der Seite von John Travolta.
Alley war zweimal verheiratet, ihre letzte Ehe, die mit dem Baywatch-Star, Parker Stevenson, der auch in »Fackeln im Sturm« mitwirkte, wurde 1997 nach 14 Jahren geschieden.
Alley erlangte 2005 zusätzliche Bekanntheit dadurch, dass sie stark an Körpergewicht zugelegt hatte und dies dazu nutze, sich selbst, eine übergewichtige Schauspielerin, die mit den daraus resultierenden Problemen nicht fertig wird, in einer Fernsehserie darzustellen. Nach der Serie nahm sie dramatisch ab und tritt seit diesem Zeitpunkt gegen Adipositas ein. Ein weiteres privates Engagement besteht darin, dass sie seit Jahren eines der führenden Mitglieder der »Church of Scientology« ist.
Justin LaMotte
Justin LaMotte, ist ähnlich wie Elkanah Bent, der perfekte Bösewicht, der durch und durch schlecht ist. Im Gegensatz zu Bent gründet sich sein überbordendes Selbstbewusstsein, auf ein beachtliches Vermögen, welches er durch sein rigides Regiment auf seiner von Sklaven bewirtschafteten Plantage zusammengerafft hat. Justin liebt es, seine Mitmenschen zu demütigen und seine Untergebenen zu quälen. Scheinbar edelmütig für jene, die ihm nutzen, wird er zur giftigen und hinterhältigen Natter für alle jene, die ihm in die Quere kommen. Er stellt für Orry und dessen Liebe zu Madeline eine gewaltige Bedrohung dar und spielt auch mehr als einmal eine sehr unheilvolle Rolle für die Familie Main.
David Carradine verkörpert die Figur des Justin LaMotte ebenso diabolisch überzeugend, wie sein Kollege Casnoff die andere Bösewichtfigur des Stücks.
John Arthur »David« Carradine wurde am 8. Dezember 1936 als Sohn des Schauspielers John Carradine in Hollywood im Bundesstaat California geboren. Er besuchte nach seiner Zeit am Oakland Junior College das San Francisco State College, wo er Schauspiel studierte.
In den sechziger Jahren machte sich David Carradine durch diverse Auftritte in TV-Serien, vor allem Western, einen Namen als Serienstar. 1972-1975 manifestierte er dann seinen bis zu seinem Tod im Jahr 2009 anhaltenden Ruf als Kung-Fu Star in der gleichnamigen TV-Serie. Für sein Engagement erhielt er unter anderem den Emmy und den Golden Globe. Es folgten viele Engagements in unterschiedlichen Verfilmungen, unter anderem als Justin LaMotte in »Fackeln im Sturm«. Oftmals wurden die Produktionen, an denen er mitwirkte, heftig ob ihrer schlechten Qualität kritisiert, doch tat dies seiner Karriere keinen Abbruch.
Privat führte Carradine ein sehr unruhiges Leben, war insgesamt fünf Mal verheiratet, hat diverse leibliche, aber auch adoptierte Kinder. Seine Ehe scheitert an ihm, bzw. wie eine seiner Exfrauen behauptete, an seinen abartigen sexuellen Neigungen. Diese wurden ihm wohl auch letztendlich zum Verhängnis, denn am 4. Juni 2009 wurde David Carradine erdrosselt in seinem Hotelzimmer in Bangkok, wo er zu Dreharbeiten weilte, aufgefunden. Selbstmord wurde nicht ausgeschlossen, wobei die Einschränkung ob des Auffindungszustandes von Carradine, getroffen wurde, dass es sich um eine versehentliche Selbsttötung, im Zuge sexueller Praktiken gehandelt haben könnte.
Mitglieder der Familie Main
Clarissa Main (Orrys Mutter)
Jean Merilyn Simmons geboren am 31. Januar 1929 in Crouch End, London (England) verkörpert die Mutter von Orry Main in »Fackeln im Sturm«. Simmons ist eine weit über die Grenzen Großbritanniens bekannte Schauspielerin. Ihre diesbezüglichen Qualifikationen erhielt sie am alteingesessenen »Bristol Old Vic« Theater, 1950 bereits verließ sie ihr Heimatland, um in den USA weiter Karriere zu machen. Diverse Filmrollen folgten dieser Entscheidung und leisteten ihrem beruflichen Fortkommen weiteren Schub. Ab den 70er Jahren konzentrierte sich Simmons auf Theater und Fernsehrollen, so kam sie auch zu »Fackeln im Sturm«. Sie war zweimal verheiratet, jeweils mit deutlichen älteren Männern. Ihre erste Ehe mit dem Schauspielerkollegen Stewart Granger dauert von 1950 bis 1960 und die zweite Ehe mit dem Regisseur Richard Brooks, wurde nach 17 Jahren 1977 geschieden. Seitdem lebt sie allein.
Tillet Main (Orry Vater)
Der bekannte amerikanische Fernsehstar Mitch Ryan wurde für diese Rolle auserkoren. Mitch Ryan wurde am 11. Januar 1928 in Louisville Kentucky geboren. Während seiner Zeit in der Navy kam er mit der Schauspielerei in Berührung und blieb ihr seit diesen Tagen treu. Ab Anfang der 1970er Jahre erhielt Ryan die Möglichkeit sein Können einer breiten Masse näher zu bringen, da in dieser Zeit viele Fernsehfilmengagements auf ihn warteten. Er war zweimal verheiratet und hat drei Kinder.
Ashton, Orrys Schwester (das Biest)
Erschreckend überzeugend gab Terri Garber, die Frau mit den durchdringenden Augen, die Bestie Ashton in Fackeln im Sturm. Mit einer gehörigen Portion an Hinterhältigkeit, gepaart mit einem gefährlichen Sexappeal schlug sie die Zuschauer in einen unheilvollen Bann. Terri Garber wurde am 28. Dezember 1960 in Miami Florida geboren. Ihren ersten Fernsehauftritt hatte sie 1982 als »Allison Linden« in der Soap »Texas«. 1984 kam dann der Durchbruch auf der Leinwand mit dem Actionfilm »Toy Soldiers«. Hierauf folgte eine ganze Reihe kleinerer Nebenrollen, bis zu »Fackeln im Sturm«, hier konnte sie einmal mehr ihr Talent voll zum Tragen bringen. Dank des Erfolgs der Serie stellte sich auch für Terri der berufliche Erfolg ein und manches weitere Serienengagement folgte. Trotzdem sie auch heute noch der Schauspielerei nachgeht, hat sie sich erfolgreich ein zweites Standbein als Immobilienmaklerin aufgebaut. Sie war zweimal verheiratet und hat eine Tochter.
Brett Main (Orrys liebliche Schwester)
Die etwas naive aber liebenswerte Brett Main wurde wundervoll von der amerikanischen Schauspielerin Genie Francis, die seit 1988 mit dem Star Trek Star Jonathan Frakes verheiratet ist, verkörpert. Francis wurde am 26. Mai 1962 als Tochter des Schauspielers, Ivor Francis, in Englewood, New Jersey geboren. Bereits als Teenager wurde sie in der TV-Serie »General Hospital« einem breiteren Publikum ein Begriff. In der Serie »Family« spielte sie sich als Laura in die Herzen ihres Publikums und wuchs im wahrsten Sinne des Wortes mit ihrer Rolle. Mit der Fernsehserie »Fackeln im Sturm« erlangte sie zusätzliche Berühmtheit, die ihren Namen auch über die Grenzen ihrer Heimat hinaus bekannt werden ließ. Neben diversen Rollen hat Genie Francis aber auch ihr Hobby zum Beruf gemacht und führt seit einigen Jahren ein erfolgreiches Einrichtungsgeschäft in Belfast, Maine.
Orrys Cousin Charles Main in den Staffeln 1 und 2
Orrys schwieriger, aber sehr beherzter Cousin Charles wird einfühlsam von Lewis Smith porträtiert. Smith wurde am 1. August 1956 in Chattanooga, Tennessee geboren. Seine größte Bekanntheit erlangte der Schauspieler durch seine Rolle als Charles Main in Fackeln im Sturm. Danach folgten einige Kurzauftritte in Serien und Nebenrollen in Filmen, aber es blieb weitestgehend ruhig um Lewis Smith. Seine eigentlicher Verdienst liegt in der Gründung der »Actors Academy« in Los Angeles, die sich die Nachwuchsförderung für Film und Fernsehen zur Aufgabe gemacht hat.
Kyle Chandler ist Charles Main in Staffel 3
In der dritten Staffel von »Fackeln im Sturm« stand Lewis Smith nicht mehr für die Rolle als Charles Main zur Verfügung, weshalb Kyle Chandler die Rolle übernahm. Chandler wurde am 17 September 1965 in Buffalo im Bundesstaat New York als Sohn einer Hundezüchterin und eines Pharmareferenten geboren. Er besuchte die University of Georgia und wurde 1988 von einem Talentscout der ABC Filmgesellschaft entdeckt. Von da an begann seine Karriere als Serienstar.
Chandler ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Mitglieder der Familie Hazard
Constance Flynn (Georges Ehefrau)
Wendy Kilbourne spielt die Frau an der Seite von »George Hazard«. Kilbourne wurde am 29 Juli 1964 in Los Angeles California geboren. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle als Constance Flynn in »Fackeln im Sturm«. Bei den Dreharbeiten zur Serie lernte sie ihren jetzigen Mann James Read (George Hazard) kennen, den sie 1988 heiratet. Das Paar lebt heute in Santa Barbara und hat zwei Kinder. Kilbourne hat sich, nachdem der große Hollywood Erfolg ausgeblieben ist, unterdessen von der Leinwand und den Fernsehschirmen verabschiedet und ist nur noch Hausfrau und Mutter.
Stanley (Georges Bruder)
George Hazards phlegmatischer aber von seiner Ehefrau zu Untaten angestifteter Bruder, Stanley, wird von dem allen als »Commander Riker« aus Star Trek bekannten Jonathan Frakes verkörpert. Frakes wurde am 19 August 1952 als Sohn eines Englischdozenten und seiner Frau in Bellefonte, Central Pennsylvania geboren. Bereits als Kind begann Jonathan, sein künstlerisches Talent und seine Liebe zum Jazz zu entdecken. Er spielt seit dieser Zeit Posaune. Während seiner High School Zeit spielte er in einer Band. Seinen universitären Abschluss als Psychologe machte er an der Pennsylvania State University.
Bereits während des Studiums spielte er aber auch leidenschaftlich gern Theater, weshalb er von seiner Umgebung angehalten wurde, auch noch einen Abschluss in Schauspielerei dranzuhängen. 1976 machte er seinen Master an der Harvard University. Anfangs tat er sich schwer Engagements zu erhalten, weshalb er sich als Kellner und Umzugshelfer finanziell über Wasser halten musste, nebenbei schauspielerte er weiter, um nicht ganz in Vergessenheit zu geraten. Durch »Fackeln im Sturm« konnte er sich wieder richtig in den Vordergrund spielen, so dass er 1987 seine Bewerbung für die Serie Star Trek rausschickte. Er bekam die Rolle als William Riker und wurde so zum Serienstar.
Isabell (Stanleys Ehefrau)
Isabel ist die durchtriebene Ehefrau von Georges Bruder Stanley. Sie ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass ihr zurückhaltender Ehemann seinen Bruder hintergeht, indem er, während dessen Abwesenheit – er ist Offizier in der US-Army – minderwertigen Stahl für die Produktion von Kanonen verwendet, um den eigenen Profit zu maximieren. Um sich gegen eine etwaige Entdeckung zu schützen, sorgte sie darüber hinaus noch dafür, dass alle Beweise gegen George sprechen würden. Ihr Interesse gilt allein dem Geld und der Befriedigung ihrer Machtgelüste, die besonders genährt werden durch ihre Minderwertigkeitskomplexe, die sie gegenüber dem erfolgreichen und charismatischen George und dessen intelligenten und schönen Frau Constance hegt.
Mary Crosby spielt diese wichtige Nebenrolle sehr überzeugend und gibt damit dem Gesamteindruck von »Fackeln im Sturm« einen zusätzlichen dramaturgischen Glanzpunkt.
Crosby wurde am 14. September 1959 als Tochter des Hollywood-Stars Bing Crosby und dessen Schauspielerkollegin Kathryn Grant in Los Angeles California geboren. Nach ihrer High-School Ausbildung ging sie auf die University of Texas, verließ diese aber nach einigen Jahren ohne einen Abschluss. Stattdessen trat sie in die Fußstapfen ihrer Eltern und wurde Schauspielerin. Erste Fernsehauftritte hatte sie bereits als Teenager, vor allem in den Weihnachtsfernsehsendungen ihres Vaters. Bekannt wurde sie durch die Fernsehserie Dallas, in der sie etliche Jahre lang die durchtriebene Schwester von Sue Ellen Ewing spielte. Hier konnte sie ihr schauspielerisches Talent als das personifizierte Böse sehr überzeugend geben. Auch wenn es heute eher ruhig um sie geworden ist, tritt sie immer mal wieder auf der Leinwand in Erscheinung.
William (Billy) Hazard (Georges kleiner Bruder und Brett Mains Ehemann)
In der ersten Staffel von Fackeln im Sturm wird die Rolle des smarten Bruders von George von dem Schauspieler John Stockwell bekleidet. Stockwell wurde am 25. März 1961 in Glaveston Texas geboren. Seine internationale Karriere begann John als Model. Nach diversen Rollen in Komödien und teilweise zweitklassigen Fernsehfilmen gelang ihm mit Top Gun und Fackeln im Sturm ein Durchbruch. Doch er blieb nicht allein bei der Schauspielerei, sondern konzentrierte sich auf die Regie und Produktion, wo er sein eigentliches Talent entdeckte. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.
In der zweiten Staffel wird Billy von dem Baywatch-Star Parker Stevenson gemimt.
Historische Persönlichkeiten
Der Hintergrund vor dem die Dramatik von »Fackeln im Sturm« entworfen worden ist, ist einer im höchsten Maße historischer, daher finden sich einige historische Persönlichkeiten in dem Buch wie auch der Verfilmung wieder. Soweit es die ersten beiden Staffeln betrifft, legte man noch großen Wert auf eine gewisse historische Umgebungsauthentizität, während in der dritten Staffel, die Entwicklung der beiden Familien derart zentral entworfen wurde, dass die historische Umgebung notgedrungen absolut an den Rand gedrängt worden ist. Hierdurch nahmen auch historische Persönlichkeiten keinen Anteil mehr an der Entwicklung der Dramaturgie.
In Staffel 1 und 2 finden sich aber nun Persönlichkeiten wie:
Abraham Lincoln (Hal Holbrook)
Abraham Lincoln war der 16. Präsident der Vereinigten Staaten und diente in dieser Funktion seinem Land von 1861 bis zu seiner Ermordung am 15. April 1865. Zu seinen besonderen Verdiensten gehörte Abschaffung der Sklaverei sowie eine konsequente, aber nicht klassische Siegerpolitik nach Beendigung des Amerikanischen Bürgerkrieges. Lincoln vertrat als Patriot die Ansicht, dass die USA nur als Gemeinschaft und nicht als ein innerlich zerstrittenes Land die vor ihr liegenden Aufgaben bewältigen konnte, so dass er zwar hart gegen die Sezession der Südstaaten vorging, jedoch ebenso konsequent versuchte die Nordstaaten immer wieder daran zu erinnern, dass es ein Krieg gegen Brüder war und man nach der Beilegung des Konfliktes schnellstmöglich zu einem friedlichen Miteinander zurückkehren sollte. Seine Ermordung wirkt vor diesem Hintergrund noch tragischer, da er ein Opfer seines eigenen Patriotismus wurde, aber auch, weil damit seine Bemühungen um eine Aussöhnung Lügen gestraft wurden.
In »Fackeln im Sturm« sehen wir Abraham Lincoln in seiner Funktion als unfreiwilligen Kriegsherren, der offen seine Zweifel äußert und dennoch hart in seiner Politik der Befreiung und der Durchsetzung liberalerer Politik ist. George Hazard ist sein militärischer Berater und ihm ist es zu verdanken, dass wir als Zuschauer einen kurzen, aber auch intimen Einblick in die Beweggründe des großen amerikanischen Präsidenten Lincoln erhaschen können.
Jefferson Davis (Lloyd Bridges)
Jefferson Finis Davis wurde am 3. Juni 1808 in Fairview, Kentucky geboren. Von 1824 bis 1828 besuchte er wie viele junge Männer seiner Zeit die Militärakademie West Point. Im Anschluss an seine dortige Zeit diente er als Offizier in der US-Army und konnte in dieser Zeit auch einige praktische Erfahrung sammel. 1835 heiratete er die Tochter des späteren US-Präsidenten, Zachary Taylor, und trat aus der Armee aus. Er wurde Mitglied im Repräsentantenhaus, dem er bis zu seinem Widereintritt in die Armee, im Zuge des Krieges gegen Mexiko 1846 als Abgeordneter treu blieb. 1847 wurde er Senator für den Staat Mississippi, eine Bewerbung für das Amt des Gouverneurs scheiterte jedoch kläglich. Unter Franklin Pierce (14. US-Präsident), dessen Kandidatur er unterstützt hatte, wurde Davis Kriegsminister und weiter in die politischen Netzwerke eingeflochten.
Zunächst war Davis gegen die Sezessionsbestrebungen der südlichen Staaten Amerikas, aber nachdem Abraham Lincoln zum Präsidenten gewählt worden war und South Carolina seinen Austritt aus der Union erklärt hatte, schloss Davis sich an und erklärte am 21. Januar 1861 den Austritt Mississippis aus dem Staatenbund.
Am 9. Februar 1861 wurde Davis von der verfassungsgebenden Versammlung der abgespaltenen Südstaaten Amerikas zum provisorischen Präsidenten der Konföderierten Staaten von Amerika gewählt. Am 6. November desselben Jahres wurde diese Wahl vom Volk bestätigt. Seine Amtszeit konnte er jedoch nicht vollständig ausfüllen, da die Konföderation im Sezessionskrieg den Truppen des Nordens unterlag. Davis wurde abgesetzt, auf der Flucht verhaftet und bis 1867 inhaftiert. 1869 wurde ein Verfahren wegen Verrates gegen ihn eingestellt. Weitere politische Engagements blieben ihm versagt, da man ihm seine Staatsbürgerschaft aberkannt hatte, wodurch ein politisches Engagement undurchführbar gemacht worden war.
Seine letzten Jahre verbrachte er mit Reisen und dem Schreiben diverser Bücher über die Geschichte der Südstaaten und die Entwicklung der Sezessionsidee.
Davis starb am 6. Dezember 1889 in New Orleans im Bundesstaat Louisiana.
Verkörpert wird die unglückliche Figur des »Verräterpräsidenten« von dem unverwechselbaren Lloyd Bridges, der hier ungewohnt ernst die tragische Figur des Konföderierten Präsidenten verkörpert.
Lloyd Vernet Bridges Jr. wurde am 15. Januar 1913 in San Leandro in California geboren. Schon während seiner Schulzeit begann Lloyd zu schauspielern, und obwohl sich sein Vater nichts sehnlicher gewünscht hatte, als dass sein Sohn Jura studieren sollte, schlug Bridges einen anderen Weg ein. Er widmete sein Leben vollends der Schauspielerei. Bereits in den 30er Jahren wirkte er, ohne jedoch größere Aufmerksamkeit zu erlangen, an mehreren Filmen mit und verdiente sich seine ersten schauspielerischen Sporen. Vor allem an der Seite namhafter Darsteller wie Grace Kelly und Gary Cooper brilliert Bridges in Nebenrollen und dient sich so langsam und allmählich in der Hollywoodhierarchie nach oben. Ende der 70er Jahre machte er sich dann immer mehr einen Namen in diversen Verfilmungen, gerade den jüngeren Fernsehzuschauern ist Bridges in eher komödiantischer Weise in der Erinnerung geblieben, da er als vertrottelter General in den Hot Shots Verfilmungen mitwirkte.
Seinen letzten Film drehte er 1998, die Komödie »Mafia – Eine Nudel macht noch keine Spaghetti«. Die Rezeption dieses Filmes hat er jedoch nicht mehr miterlebt, denn er starb nur wenige Wochen nach Drehende am 10. März 1998 in Los Angeles.
Ulysses Simpson Grant (Anthony Zerbe)
Bekanntheit erlangte Ulysses S. Grant als Oberbefehlshaber der Unionsarmee im amerikanischen Bürgerkrieg. Geboren wurde der pragmatische und geniale Heerführer am 27. April 1822. Recht steil war seine militärische Laufbahn, die 1864 mit der Übertragung des Oberfehls über die US-Army ihren Höhepunkt erreicht. 1869 wurde Grant dank seiner Popularität, die ihm im Zuge seines Erfolgs während des inneramerikanischen Konflikts zuteilgeworden war, zum 18. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Dieses Amt bekleidete er bis 1877. Seine Amtszeit war vor allem von dem gescheiterten Versuch gegen die innerstaatliche Korruption vorzugehen, überschattet. 1880 kandidierte er erneut für das Amt, scheitert aber. Er zog sich daraufhin aus der Öffentlichkeit zurück und widmet sich seinen Memoiren. 1884 wurde ihm eröffnet, dass er unheilbar an Lungenkrebs erkrankt sei. Zwei Tage, nachdem er seine Memoiren, die sich auch heute noch großer Beliebtheit und weit gefächerten Interesses erfreuen, fertiggestellt hatte, verstarb Grant gerade einmal 63-jährig am 23 Juli 1885.
In »Fackeln im Sturm« wird er als der pragmatische und zielstrebig sture Feldherr porträtiert, der er wohl laut historischer Faktenwidergabe auch gewesen sein soll. Der Schauspieler Anthony Zerbe, der vor allem für seine Darstellung eher sinisterer Figuren bekannt ist, legte sich hier sehr ins Zeug, um dem historischen Vorbild gerecht zu werden, wirkt jedoch vor dem Hintergrund seiner Aufgabe eher blass.
Anthony Zerbe wurde am 20 Mai 1936 in Long Beach California geboren. Nach seinem Dienst in der United States Air Force begann er seine Ausbildung in den Stella Adler Studios in New York. Zerbe gelang es sehr schnell im Fernsehen und dann auch im Film Fuß zu fassen, meist fielen ihm die Bösewichtrollen zu, aber wirklich bekannt wurde er durch seine Hauptrolle in dem Film »Omega Man«, der auf dem Roman von Richard Matheson »I am Legend« basierte. 1989 wurde er nochmals sehr stark in den Fokus des Internationalen Filminteresses gerückt, da er in der James Bond Verfilmung »Lizenz zum Töten« den Bösewicht Milton Krest verkörperte.
Robert E. Lee (William Schallert)
Robert E. Lee war der Oberbefehlshaber der Konföderierten Armee. Lee, der am 19 Januar 1807 auf der Stratford Hall Plantation in Westmoreland County Virginia geboren wurde, war das fünfte Kind von Henry Lee, der im amerikanischen Befreiungskrieg zum Helden geworden war und seitdem den Spitznamen »Light Horse Harry« trug. Robert E. Lee wurde in eine Offiziersfamilie geboren, so kann es kaum verwundern, dass er in die Fußstapfen seiner Vorväter trat und ihnen alle Ehre zu machen versuchte. Als Spitzenabsolvent von West Point stand ihm eine militärische Topkarriere bevor, doch er versuchte sich auch als Ingenieur zu verdingen, was ihm ebenso erfolgreich gelang. Ursprünglich war Lee für das Oberkommando der gesamten US-Army vorgesehen worden, aber als sein Heimatstaat Virginia sich vom Norden lossagte, lehnte er Präsident Lincolns Angebot ab, folgte dem Ruf seiner Heimat und wurde so zum Führer der Südstaatentruppen. Anfangs gelangen Lee auch einige militärische Glanzstücke, doch die Übermacht des industrialisierten Nordens wendete bald das Kriegsglück gegen ihn. Am 9. April 1865 ergab sich Lee mit seinen Truppen im Appomattox Court House, Virginia, der Delegation unter der Leitung von Ulysses Grant. Nach seiner Kapitulation nahm Lee auch seinen Hut und kehrte der Armee den Rücken zu. Es folgten zunächst Prozesse wegen Landesverrates, Enteignungen seiner Besitztümer, Amnestie und diverse Auf und Abs in seinem persönlichen Umfeld. Nach dem Krieg setzte sich Lee jedoch aktiv für die Politik der »Reconstruction« und der Aussöhnung zwischen Nord und Süd, wie sie von Präsident Andrew Johnson angestrebt wurde ein. Besonders vehement richtet sich Lee gegen alle Gegner der Sklavenbefreiung und jene, die der afro-amerikanischen Minderheit im Lande das Wahlrecht absprechen wollte. Am 28. September 1870 erlitt Lee einen Schlaganfall und war von diesem Zeitpunkt an stumm. Am 12. Oktober 1870 erlag er dann den Folgen einer schweren Lungenentzündung. Auch wenn Lee seine Berühmtheit als Südstaatengeneral erlangt hat, war er doch vor allem ein amerikanischer Patriot und ein ehrbarer Soldat, der letztendlich aber auch gegen seine eigenen politischen Überzeugungen, aber für das Wohle seiner Heimat in den Krieg gezogen ist. Nach dem Krieg versucht er dann seine »Fehler« wett zumachen, indem er nun seinen politischen Überzeugungen die oberste Priorität einräumte.
Verkörpert wird General Lee von dem amerikanischen Schauspieler William Schallert. Schallert wurde am 6. Juli 1922 in Los Angeles California als Sohn des Theaterintendanten Edwin Francis und dessen Frau Elza Emily Baumgarten geboren. Schallert ist seit den frühen fünfziger Jahren einem breiten amerikanischen Fernsehpublikum bekannt und seit seinen Filmen an der Seite von Steve Martin, Rod Steiger und Elvis Presley ist er auch einer breiten internationalen Öffentlichkeit als Kinoschauspieler ein Begriff. In »Fackeln im Sturm« ist er seiner ruhigen und besinnlichen Spielweise treu geblieben und kann dadurch auch ein sehr anschauliches Porträt des Südstaatengeneral Robert E. Lee zeichnen, der als ebenso besonnen und ruhig bekannt war.
John Brown (Johnny Cash)
Der am 9. Mai 1800 in Torrington Connecticut geboren war ein amerikanischer Nationalheld, der durch seine militante Anti-Sklavenbewegung eine zweifelhafte Berühmtheit erlangt hat. Bekannt wurde Brown vor allem durch das von seinen Leuten und ihm begangene Pottawatomie Massaker im Jahre 1856 dem fünf Sklavenbefürworter zum Opfer fielen.
Browns brutale Vorgehensweise im Kampf gegen die Sklaverei fand wenig Anklang bei Präsident Lincoln, auch wenn dieser die Anti-Sklaverei Bewegung an sich unterstützte, so sah er doch in Browns Haltung, die eines fanatisch missgeleiteten Geistes. 1859 überfiel Brown zusammen mit einigen Männern, die er um sich geschart hatte, ein Munitionsdepot bei Harpers Ferry in dem heutigen West-Virginia. Die dort stationierten Soldaten unter dem Kommando von Robert E. Lee konnten den Überfall, der dem Zwecke diente, Waffen und Munition für befreite Sklaven zu erbeuten, vereiteln und Brown festnehmen. Ihm wurde der Prozess wegen Hochverrats gemacht. Er wurde schuldig gesprochen und am 2 Dezember 1859 in Charles Town Virginia gehängt. Seine Hinrichtung wurde im Norden mit Bestürzung aufgenommen und wurde später als ein wesentlicher Funke angesehen, der den inneramerikanischen Brandherd des Bürgerkrieges mit entfachte.
Der amerikanische Folk-Sänger Johnny Cash mimt den Anti-Sklavenrebellen Brown sehr überzeugend, auch wenn es letztendlich nur eine Nebenrolle ist.
Cash wurde am 26. Februar 1932 in Kingsland Arkansas geboren und Dyess Arkansas aufgezogen. Schon bald erkannte Cash sein musikalisches Talent und um den ärmlichen Verhältnissen seiner Familie zu entfliehen konzentrierte er sich darauf dieses Talent auszubauen und damit für sich zu nutzen. Anfang der 1950 begann seine Karriere, und auch wenn sein Leben von Drogenexzessen und Alkoholabstürzen gekennzeichnet war, verfolgte er dennoch seinen Weg und wurde allmählich zum Country-Star. Songs wie »Ring of Fire« gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Country and Western Songs.
Die letzten Jahre seines Lebens waren von schweren Krankheiten und den damit verbundenen Gerüchten, die in der Press kolportiert wurden, überschattet. Am 12. September 2003 starb Johnny Cash im Alter von 71 Jahren in Nashville Tennessee.
Man könnte sicherlich noch die eine oder andere Figur nennen, die ebenso ein historisches Vorbild hatte, aber wir wollen es an dieser Stelle bei den oben genannten belassen.
In den ersten beiden Staffeln legten die Produzenten sehr großen Wert auf die historischen Ereignisse und räumten den politischen Entwicklungen den entsprechenden Raum ein. In der dritten Staffel wurde das Augenmerk fast ausschließlich auf das Schicksal der beiden Familien gelegt.
Fazit:
»Fackeln im Sturm« ist ein monumentales Epos, dass mit viel Aufwand und auch mit einer gehörigen Portion Liebesschmalz in Szene gesetzt worden ist. Mit viel Liebe zum Details und so weit es die beiden ersten Staffeln betrifft, auch mit historischer Präzision, wird hier ein Teil amerikanischer Geschichte am Beispiel zweier befreundeter Familien widergegeben. Auch wenn die literarische Vorlage in weiten Teilen verfremdet worden ist, nicht zuletzt, um den Stoff einem breiteren Fernsehpublikum schmackhaft zu machen, so sind Film, wie auch Buch, gleichermaßen »wertvoll«, wenn es darum geht, Fernsehunterhaltung mit historischer Hintergrundkulisse richtig guttieren zu können. Stein des Anstoßes für diesen Artikel war die Würdigung eines Mannes, der vor Kurzem den Kampf gegen seine Krebserkrankung verloren hat, Patrick Swayze. Fackeln im Sturm war sicherlich jener Fernsehauftritt des beliebten Fernsehstars, der Swayze eigentlich vom Image des ewigen »Tanzlehrers« hätte befreien können, denn hier konnte er sein schauspielerisches Talent nicht nur unter Beweis stellen, sondern auch dem Teenager-Publikum ein Stück weit sich selbst entrücken. Auch wenn seine Leistungen in der Serie beachtlich waren; selbst vor dem Hintergrund einer Liebesgeschichte, die bisweilen nur schwer erträgliche Längen bereithielt; vermochte Swayze nicht, seinem Image zu entkommen. Seine wahres Talent war der Tanz und dafür liebte ihn sein Publikum, doch sollte man vor dem Hintergrund seines Lebens nicht die Tragweite seiner schauspielerischen Leistung und die seiner fabelhaften Kollegen, wie sie in »Fackeln im Sturm« zum Tragen kamen, vergessen, im Gegenteil, ihr sollte ein besonderes Augenmerk geschenkt werden, daher mag man diesen Artikel auch als eine Hommage nicht nur an den Schauspieler Patrick Swayze, sondern auch an eine wunderbare Fernsehserie, verstehen.
Quellen:
© Florian Kayser
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