A Bridge too Far - Die Brücke von Arnheim
Bevor ich damit anfing, mich für Kino und Kinofilme zu interessieren, kannte ich Filme eigentlich nur vom Fernsehen. Meistens am Sonntag Nachmittag strahlte das ZDF die alten Johnny Weissmuller Filme aus, und die habe ich genossen: Tarzan and the Amazons, Tarzan and the Leopard Woman. Aber im Kino war ich noch nicht gewesen. Aber das sollte sich bald ändern …
Anfang 1975 stand es in den meisten höllandischen Zeitungen: In den Niederlanden sollte ein großer amerikanicher Kinofilm gedreht werden. Das Budget war für die damaligen Verhältnisse eine recht große Summe von 50 Millionen Dollar. Der Film basiert auf den Roman von Cornelius Ryan. In den Sechziger Jahren wurde schon mal ein Buch von ihm verfilmt: The Longest Day. Und das war ein Riesenerfolg.
The Longest Day handelt von der Allierten Landung in der Normandie am 06. Juni 1944, einer der größten Erfolge der Allierten in Zweiten Weltkrieg. A Bridge too Far beinhaltet einen sehr großen Fehler der Allierten, die Luftlandungen um Arnheim und Nimwegen während der Operation Market Garden. Bis Nimwegen klappte es, aber bei Arnheim ging fast alles daneben. Fast 8000 Britsche Fallschirmjäger starben.
Alsbald wurden die Stars bekanntgegeben, die im Film Hauptrollen übernehmen sollten: Sean Connery, Dirk Bogarde, Anthony Hopkins. Und für Robert Redford wurde sogar eine Millionen Dollar bezahlt.
Der Film wurde gedreht in Deventer. Die Originalbrücke in Arnheim war noch immer vorhanden, aber die konnte man nicht benutzen, da zuviel moderne Gebäude danebenstanden. Die Brücke in Deventer sieht die Brücke von Arnheim sehr ähnlich, und neben diese Brücke konnte man auch einige Häuser nachbauen, die man für den Film brauchte.
Im Sommer von 1976 wurde der Film gedreht. Der Regisseur, Richard Attenborough, legte Wert darauf, dass der Film authentisch aussah. Die darzustellenden Soldaten - meistens durch Zivilisten als Komparsen besetzt- mussten zuerst eine Art Militärprüfung über sich ergehen lassen. Die Dakotaflugzeuge, die im Film benutzt wurden, mussten überall auf der Welt gekauft oder gemietet werden. Am Ende standen ungefähr acht Flugzeuge zur Verfügung. Alle Flugzeuge wurden in der Nähe von Arnheim auf Flugplatz Deelen stationiert. Den Fallschirmjägerabsprung, den man im Film sieht, waren englische Paratroopers. Diese Szene ist eines der Aufwändigsten im Film.
Eine andere große Szene, wo Robert Redfoprd die Hauptrolle spielt, ist der Kampf um die Brücke von Nimwegen. Hier wurde die Originalbrücke genutzt. Auch in derUmgebung von Nimwegen wurden viele Szenen gedreht. An einem sonnigen Sontagmorgen wachte ein Holländer auf, hat sich gewundert, was denn für ein Krach da draussen war, hat das Fenster von seinem Schlafzimmer geöffnet und hat nicht schlecht gestaunt, als da 2 deutsche Wehrmachtssoldaten bei seinem Nachbarn im Garten lagen.
Als ich mir den Film dann im Kino anschaute, war ich sehr erstaunt. So etwas hatte ich noch nicht gesehen. Ich kannte zwar das Buch und, obwohl es fast unmöglich erscheint, das ganze Buch zu verfilmen, fand ich diesen Film als eine gute Umsetzung von dem, was damals passiert war. Was mich - auch wieder buchgetreu - sehr gefallen hat, ist die Tatsache, dass man die deutsche Soldaten als normale Menschen in außerordentliche Situationen dargestellt hat. Auch etwas von dem, wofür Attenborough gesorgt hat.
Und jetzt, 33 Jahre später- habe mich mir den Film schon mehrmals angeschaut und noch immer finde ich, dass es ein guter Film ist. Action und Geschichte sind miteinder eng verknüpft und bilden eine homgene Einheit.
Und was man auch nicht vergessen sollte. Damals - im Jahre 1976 - gab es noch keine Digitalcomputertricks. Wenn mann mehr als 5 oder 6 Dakotas fliegen sieht, sind das optische Täuschungen und nicht Computereffekte. Wenn die Brücke brennt, brennt sie wirklich. Man hatte eine Gasleitung an das Brückengelände geschweisst und angezündet.
Die Kritiker waren nicht so ganz begeistert. Die Zeiten von großen Kriegsfilmen waren vorbei, meinten die. Erst später bekam der Film die Anerkennung, die er verdient. Kein Superfilm, aber eine gute Facharbeit.
Und ich war für immer begeistert vom Kino …
Mehr Informationen über den Kampf um die Brücke und die Operation Market Garden unter www.airbornemuseum.org
Bildquelle: www.cinema.de
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