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Filmwelten

Ein Quantum Glück
JAMES BOND 007
Ab 06.11.2008 im Kino


Abbildung 1

Der Mann mit der Lizenz zum Töten, dem Hang zu schnellen Autos, schönen Frauen und sarkastischen Sprüchen kehrt ab heute auch auf die deutschsprachigen Kinoleinwände zurück. „Ein Quantum Trost“ ist das neueste Abenteuer für das ehemalige „Fossil“ des Kalten Krieges, welches sich längst vom „steifärschigen Briten“, wie noch Pierce Brosnans Verkörperung des Agenten Ihrer Majestät von einem amerikanischen CIA-Kollegen in der Verfilmung „Goldeneye“ bezeichnet worden ist, zum gewissenlosen und damit aber auch nicht mehr typischen Bond gemauserten MI-6 Killers gewandelt hat, wie Daniel Craig den Doppelnullagenten verkörpert.


Abbildung 2

Mit „Casino Royal“ gab Craig sein Bond-Debüt und wurde seitdem gelobt und geachtet, auch wenn so mancher „wahre“ Bond-Kenner in dem stahlblauäugigen Briten aus Chester eine viel zu nüchterne und platt-brutale Ausgabe des von Sarkasmus, Sexismus, Chauvinismus und Egoismus dominierten Gentleman-Agenten sieht. In der Tat hat Craig in Casino Royal eine schauspielerische Leistung erster Güte abgeliefert, aber doch war seine Interpretation von James Bond einen Tick zu professionell brutal und ließ eine gehörige Portion schwarzen Humors, der doch so herrlich stereotyp britisch ist, vermissen. Darf man dem Kommentar zum Film aus dem Rheinischen Merkur vom 30. Oktober diesen Jahres Glauben schenken, so hält „Ein Quantum Trost“ in dieser Hinsicht keinerlei Überraschungen für den Zuschauer bereit, denn Craig bleibt seiner Interpretation treu. Mag James Bond nach der emotionalen Schlappe in Casino Royal; wir erinnern uns, er hat aus Liebe zu einer „Verräterin“ beinahe seinen Job an den Nagel gehängt; einen gehörigen Riss in seinen scheinbar undurchdringlichen Panzer der Unbarmherzigkeit bekommen haben, so zeigt er in dem nachfolgenden Film, der inhaltlich an seinen Vorgänger anknüpft, da er dort beginnt, wo „Casino Royal“ aufgehört hat; eben diese maßlose Brutalität in Reinform erneut. Was jedoch ungewöhnlich anmuten mag, ist die Tatsache, dass erstmalig ein „Fortsetzung“ eines Bond-Filmes gedreht worden ist.
Während James Bond seinen Rachefeldzug gegen jene Organisation aufnimmt, die er für den Tod seiner geliebten Vesper Lynd verantwortlich macht, stößt er immer tiefer in ein weit verflochtenes Netzwerk aus Intrigen, verbrecherischer Korruption und international organsierter „Ressourcenerpressung“ vor, was den britischen Superagenten nicht nur an solch reizvolle Orte wie Siena oder die Seebühne von Bregenz führt, sondern auch in das weniger bilderbuchhafte, was seine politischen Verhältnisse angeht, Bolivien.


Abbildung 3

Während in den bisherigen Bondverfilmungen der Kalte Krieg und seine Nachwehen doch stets im Mittelpunkt des Interesses gestanden haben und als versteckte Mahnung über die Kinoleinwand flimmerte, verspricht „Ein Quantum Trost“ erstmalig ein neues „Feindbild“, welches die Welt nicht mehr in ein schönes Schwarz und Weiß klar trennt, sondern ein unschönes Grau der sich überlappenden Konfliktlinien hervorbringt. Das „Böse“ ist unter uns, durchzieht alle Gesellschaften und wird, wie könnte es anders sein, vom „großen Geld“ beherrscht. Mag manchen Zuschauer die unverhohlen geäußerte Gesellschafts- und Gegenwartskritik abstoßen, so wird sicherlich das Gros wiederum vom Mysterium James Bond gefesselt werden, allein schon durch die Schnelligkeit und den Actionreichtum, der zum Markenzeichen besonders der Craig-Bond Verfilmungen zu werden scheint. So hat die Drehbuchtrias, Paul Haggis, Neil Purvis und Robert Walde, keine Mühen gescheut den Martini-Conoseur des MI-6 über die Leinwand „jumpen“ rasen und „ballern“ zu lassen.
Nun bleibt nur abzuwarten, ob der Film hält, was die offizielle Webpage, auf der man u.a. so interessante Zusatzinfos wie James Bonds persönliche Akte bereithält, jedoch wirklich interessante Infos, wie den Umstand, dass während der Dreharbeiten ein ¼ Million Dollar teures Auto zu Bruch gegangen ist, keine Erwähnung findet, verspricht.


Abbildung 4

So ist dort zu lesen:
„In einem wahren Minenfeld aus Verrat, Mord und Täuschung schmiedet Bond im Kampf um die Wahrheit neue Allianzen mit alten Freunden. Und während er dem Mann, der für den Verrat von Vesper die Verantwortung trägt, immer näher kommt, muss 007 der CIA, den Terroristen und selbst M stets einen Schritt voraus sein […]“
Es verspricht also spannend zu werden. Viel Spaß im Kino

Literaturgrundlage:

Bildnachweis:

  • Siehe entsprechende Links unterhalb der Fotos

© Florian Kayser

Ein weiterer Beitrag zu dem Thema: SIEHE HIER

 

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