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Bilderwelten


Ein Beitrag zum 125. Jahrestag des Bestehens von Karstadt

 

Rudolph Karstadt
In diesem Jahr feiert Karstadt das 125. Firmenjubiläum. Aus diesem Anlass möchte ich einen Beitrag zu einem deutschen Vorkriegs-Comic schreiben, den Lesern „Dideldum“ sowie den fast vergessenen Maler Otto Waffenschmied vorstellen.

1.000 Taler haben die Geschwister Sophie-Charlotte, Ernst und Rudolph Karstadt von ihrem Vater geliehen. Damit eröffnen sie am 14. Mai 1881, einem Samstag, in Wismar ein kleines "Tuch-, Manufaktur- und Confectionsgeschäft". Das besondere daran: Karstadts bieten feste Preise. Das kommt zunächst nicht gut an, denn die Leute sind Feilschen und Anschreiben gewohnt. Erst nach drei Jahren stellt sich der Erfolg ein.

 

 

 

Eine der beliebtesten Kinderzeitungen vor dem
2. Weltkrieg war ohne Zweifel die Kinderzeitschrift „Dideldum“.
Noch heute gibt es jede Menge Liebhaber und Sammler dieser mittlerweile sehr selten gewordenen Zeitung.
Meist wurden im „Dideldum“ Bildergeschichten des heute zu Unrecht fast vergessenen Malers Otto Waffenschmied gezeigt. Die Kinderzeitung gab es als Werbegeschenk bei Karstadt, bei anderen Firmen oder man bestellte „Dideldum“ direkt beim Verlag.

Bis Ausgabe 11/1939 hatte das Heft 16 Seiten, ab Heft 12/1939 12 Seiten und ab Heft 18/1939 nur noch 8 Seiten. „Dideldum“ erschien halbmonatlich in folgenden Verlagen:

• 1929-1933 im Belog-Verlag Hamburg
• 1934-1941 im Gerhard Stalling Verlag Oldenburg

 


Bildergeschichten des „Dideldum“

    Muck, Puck und Adelheid, das Katzenjammerkleeblatt

    Lustige Kinderstreiche im Wald

    Max und Mikki – die Weltenbummler

    Spannende Abenteuer rund um die Welt und fremde Planeten

    Käppen Bidebux

    Lustige Abenteuer mit Käppen Bidebux und den unsichtbaren Geistermatrosen Stange und Stöpsel

 

Auch sehr aufschlussreich für die Zeit des Erscheinens von „Dideldum“ ist das nachfolgende Impressum.

Über den Maler findet man fast nichts. Durch Zufall fand ich eine Webseite des Freundeskreises zur Förderung des Werks von Otto Waffenschmied. Freundlicherweise erhielt ich von Herrn Ulrich Birkholz die Genehmigung, einige Passagen des Lebens und Wirkens des zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Malers für diesen Beitrag zu übernehmen.
Otto Waffenschmied wurde am 16.06.1901 als Sohn eines Polizeibeamten in Wien geboren. Sein Vater, Adolf Wawrzyckek, stammte aus Zabrzeg in Schlesien und seine Mutter, Emilie Wawrzyckek geborene Pfingstl, aus Wien. Otto hatte noch eine ältere Schwester und drei jüngere Brüder. Die Familie wohnte zur Zeit seines Studiums im 6. Bezirk in der Luftbadgasse 12. Otto besuchte die Realschule und trat im Oktober 1917 mit dem Berufsziel Innenarchitekt in die Kunstgewerbeschule ein. Seine Lehrer waren die Professoren Boehm, Cizek, Kenner und Larisch. Am 4. Juli 1918 ließ seine Familie den polnischen Namen "Wawrzyckek" in "Waffenschmied" umändern. Otto Waffenschmied und Ida Bohatta erhielten am 30.06.1919 das Abgangszeugnis der Kunstgewerbeschule. Vermutlich haben die Nachkriegswirren in Wien Otto Waffenschmied veranlasst, seine Heimat zu verlassen; am 17.12.1923 hat er sich polizeilich nach Dänemark abgemeldet.

Lange Zeit war von Otto Waffenschmidt nichts zu hören. Als im November 1929 das erste Heft von „Dideldum“ erschien, konnten die jungen Leser folgende Verse lesen:

 

Ich bin der heit’re Dideldum
Und grüß mein Kinderpublikum
Ich bin der Freund von Groß und Klein
Und werde auch der Eure sein.


Ich bin der heit’re Dideldum
Und komm viel in der Welt herum
Und bin ich wieder dann daheim
Erzähl ich viel in Bild und Reim.

 

 

Ich bin der heit’re Dideldum
Ein Kinderfreund ich bin und drum
Hab ich Euch dieses Heft gebracht
Damit Ihr fröhlich seid und lacht.


Ich bin der heit’re Dideldum
Und meine Trommel macht rummbumm!
Zweimal im Monat bin ich da -
Wo Ihr mich kriegt? Das wisst Ihr ja!

 

Im Sommer 1941 wurde „Onkel Dideldum“ einberufen und der Vertrieb der beliebte Kinderzeitung eingestellt. Für viele Kinder stellte dies eine Tragödie dar.

Nach dem Kriege konnten Otto und Eva Waffenschmied wegen der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse nicht mit ihrer Arbeit fortfahren. Otto Waffenschmied war dann im Kunst- und Antiquitätenhandel tätig.

1950 versuchte der Maler, mit einer neuen Folge von DIDELDUM (14.Jahrgang), erschienen im Oldenburger Verlagshaus, (einem Nachfolgeunternehmen von Stalling) an seinen Erfolg in den 30er Jahren anzuknüpfen, aber offenbar mit negativem Ergebnis. Die Zeiten hatten sich geändert: Micki Maus, Donald Duck, Superman, Fix und Foxi und andere Comichelden beherrschten den Markt.

Eva und Otto Waffenschmied starben beide in Hamburg am 11. November 1968 bzw. am 5. Juni 1971.


Bildquellen:

www.karstadt.de

www.dideldum-kreis.de
www.dideldum.gmxhome.de

Textquellen:
www.dideldum.gmxhome.de
www.dideldum-kreis.de

Mein besonderer Dank gilt Herrn Ulrich Birkholz sowie Herrn Claus für die überaus freundliche Unterstützung und deren Genehmigung zur Nutzung ihrer Webseiten.

Ich hoffe, mit diesem kleinen Beitrag bei unseren Lesern Interesse für das Leben und Wirken von Otto Waffenschmied geweckt zu haben.
Weitere Informationen zum Maler nehme ich gern entgegen und werde sie dem Freundeskreis zur Förderung des Werks von Otto Waffenschmied zusenden.

 

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