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Nikolaus Freiherr von Knatter alias Nick Knatterton
Die Aussage „Kombiniere“ wurde ab dem 3. Dezember 1950 in der Illustrierten "Quick“ in so manchem Haushalt bald zum Kult. Jener, der das Wort aussprach, war ein Meisterdetektiv mit den Namen Nikolaus Freiherr von Knatter alias Nick Knatterton aus dem ersten deutschen Comicstrip. Nick`s Markenzeichen sind sein kantiges Kinn mit Hakennase, karierte Knickerbocker, Schiebermütze und Pfeife, die etwas an Sherlock Holmes erinnern. Erfunden wurde Nick Knatterton von Autor und Zeichner Manfred Schmidt, der mit Knatterton nach eigener Aussage eigentlich die amerikanischen Superman-Comics parodieren wollte, denn in der Illustrierten "Quick“ hatte er sich an der Vorlage amerikanischer Comicstrips orientiert. Was viele nicht wissen ist, dass er bereits Jahre zuvor, genauer gesagt im Jahr 1935, schon einmal Abenteuer mit Nick Knatterton veröffentlichte. Damals in der Illustrierten „Grüne Post“. Nick Knatterton seines Zeichens Meisterdetektiv in Chicago. Dort orientierte sich Manfred Schmidt beim Inhalt und Stil überwiegend an Groschenromanen. Aber erst als Comicstrips konnte sich Nick Knatterton durchsetzen und wurde zum Kassenschlager. Damit, dass die QUICK-Leser ganz wild auf die wöchentlichen Fortsetzungen waren, hatte sein Erfinder nicht gerechnet. Er zeichnete bis 1956 weitere Abenteuer. So gab es ab 1952 Sammelbände, in denen jeweils zwei bis drei der Knatterton-Episoden in überarbeiteter Form veröffentlicht wurden. Außerdem kamen Fanartikel wie Faschingsmasken und Schallplatten in den Handel.
Dass die Serie so einen Erfolg hatte, lag sicherlich daran, dass das dargestellte Geschehen witzig-ironisch auf das damalige politische Geschehen Bezug nahm und dass Nick eine Auswahl an kuriosen Gegenständen besaß z.B. schusssichere Jacke, den Fallschirm im Bart oder den in seinen Schuhabsätzen montierten Warnleuchten, künstlichen Hinterkopf etc...
Doch langsam wollte sich Manfred Schmidt beruflich verändern und so hatte er sich vorgenommen, mit den Geschichten um Knatterton aufzuhören. Deswegen wurde sein Held prompt mit Lind Knips verheiratet und musste seiner Frau versprechen, seinen Beruf als Detektiv an den Nagel zu hängen. Doch Herr Schmidt hatte die Rechnung ohne die empörten Leser gemacht. Massenweise Leserbriefe gingen beim Verlag ein, die ihn aufforderten, weiter zu zeichnen. So machte er weiter bis 1959. In dieser Zeit kam auch der erste Film von Nick Knatterton heraus, als deutsche Produktion der Knatterton-Realfilm: „Nick Knattertons Abenteuer - Der Raub der Gloria Nylon“,
mit Karl Lieffen und Gert Fröbe, den Kabarettisten Wolfgang Müller und Wolfgang Neuss, Günter Pfitzmann und vielen anderen. In den 80er Jahren wurde von Manfred Schmidt in dessen eigenem Studio auch Zeichentrick verfilmt. Die insgesamt 15 Episoden sind mittlerweile auf 2 DVDs erhältlich.
Im Jahr 1959 hörte Manfred Schmidt endgültig mit Nick Knatterton auf, aber der Detektiv lebte trotzdem weiter. So wurden in den siebziger Jahren die Geschichten zunächst zu zwei Bänden zusammengefasst, anschließend dann in einem Band als "Gesamtausgabe" veröffentlicht, in welcher jedoch zwei Episoden fehlten.
Erst mit der Jubiläumsausgabe von 1999 ist eine wirkliche Gesamtausgabe erhältlich. Leider sind jedoch auch hier die Geschichten nicht in der chronologischen Reihenfolge enthalten.
2001 wurden die Abenteuer in 15 Ausgaben in der BILD & Weltbild Comic-Bibliothek neu veröffentlicht, diesmal in richtiger Reihenfolge.
Zwischen 2000 und 2001 wurde ein weiterer Film von Nick Knatterton gedreht (Nick Knatterton - Der Film), der aber erst 2005 veröffentlich wurde. Der Hauptdarsteller war Jens Schäfer.
Bis heute hat Nick Knatterton nichts an seiner Spannung verloren und es gibt noch viele Fans.
Der Autor und Zeichner
Manfred Schmidt (Foto: Lappan Verlag), ein wahrer Meister in Sachen Humor, wurde im Jahre 1913 geboren. Er wuchs in Bremen auf. Nach der Kunstgewerbeschule arbeitete er für den Ullstein Verlag. In der Nachkriegszeit fing er zunächst in der "Pinguin"-Redaktion bei Rowohlt an, dann begann seine Tätigkeit bei der Illustrierten "Quick". Manfred Schmidt starb am 28. Juli 1999 im Alter von 86 Jahren.
Die Charaktere und einige Ausschnitte aus den Comics
Nun zeigen wir euch noch kleine Ausschnitte aus den Comicstrips.