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Der Leitartikel

Dezember 2011

The proven meets the new

Seit Menschengedenken ist die Schrift ein wichtiges Mittel, um sich mit seinen Mitmenschen zu verständigen. Im 4. Jahrtausend vor Christus meißelten wir mühevoll Buchstaben in Steintafeln. Im 3. Jahrtausend vor Christus hielten wir wichtige Informationen auf Papyrusrollen fest. Jede dieser Rollen stellte für die Nachwelt ein wertvolles Unikat dar. Im 2. Jahrhundert vor Christus begannen wir damit, vor der Beschriftung mehrere Papyrus- oder Pergamentblätter seitlich aneinanderzukleben. Der Kodex, eine frühe Form unserer heutigen Bücher und ein erster revolutionärer Schritt zur Vereinfachung der Handhabung des geschriebenen Wortes, löste nach und nach die Papyrusrolle ab.
Um 105 nach Christus wurde das Papier in China erfunden. Das Grundprinzip der Papierherstellung hat sich in der langjährigen Geschichte nicht verändert, wohl aber die Methoden und Verfahren.
In Europa war Papier nur als teure arabische Importware erhältlich. Erst durch die Errichtung von Papiermühlen konnte das Papier zu einem heimischen Erzeugnis werden und die teuren Materialien aus dem arabischen Raum ersetzen. Um Schriften zu vervielfältigen, mussten diese in stundenlanger Fleißarbeit in den Schreibstuben und Kanzleien der Klöster und Städte abgeschrieben werden.
Im Zuge der Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gensfleisch vom Gutenberg um 1446 gewann das Material Papier bei der Veröffentlichung von Büchern und Zeitschriften an Bedeutung, da diese nunmehr in größeren Auflagen hergestellt werden konnten. Damit öffnete sich für die Menschheit ein riesiges Tor zur Literatur. Auch heute noch füllen Bücher über Bücher Bibliotheken und private Sammlungen in aller Welt.
Obwohl bereits seit der Einführung des Personal Computers die Möglichkeit besteht, Textdateien im ASCII-Format zu erstellen, gelten diese nur als einfachste Form eines E-Books. Seit dem Jahr 1971, als das Projekt Gutenberg ins Leben gerufen wurde, etabliert sich das E-Book immer mehr als eigenes Format. Einer der Wegbereiter, Romane in digitaler Form zu vermarkten, ist der Autor und Verleger Wilfried A. Hary. Mit dem Diskoman, wie seine E-Books damals hießen, war in den 1980er Jahren Wilfried weltweit Marktführer, bis die Konkurrenz besser wurde und er das Projekt zugunsten anderer aufgab. Genauer betrachtet kann er als eigentlicher Erfinder des E-Books bezeichnet werden.
Adobe Systems entwickelte 1993 das Format PDF, Dokumente konnten per Adobe Reader kostenlos heruntergeladen werden. E-Books wurden so für die breite Masse interessant. Vertreiber erkannten dies und nutzen vermehrt die neuen Formate.

Dass wir ein Volk der Dichter und Denker, ja ein Volk des Buches sind, hat mittlerweile fast jeder mitbekommen. Für uns ist das Buch zu einem schützenswerten und unsterblichen Kulturgut geworden. Es lebt, riecht, quillt, wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Seine Seiten bleichen in der Sonne, sie zerfallen zu Asche, wenn man sie verbrennt. Und es verursacht Schmerzen, wenn jemand ein Buch nach einem wirft. Ein Buch besteht mehr als nur aus Nullen und Einsen. Es trägt eine Geschichte und hat selbst eine Geschichte. Und heute? Heute kommt das E-Book daher und schlägt dem Volk Gutenbergs ins Gesicht. Viele von uns scheinen verunsichert zu sein, welcher Weg für sie den besseren darstellt – der alte oder der neue Weg. Einerseits kann man sich einen im Ohrensessel sitzenden, sein Pfeifchen rauchenden und dabei ein E-Book lesenden Menschen nicht wirklich vorstellen, andererseits muss kein Baum mehr sterben und Möbelpacker keine Umzugskartons mit Büchern schleppen. Digitale, literarische Sammlungen schlummern wohlbehütet in elektronischer Form auf Speichermedien und warten auf ihren Einsatz.
Es gibt gedruckte Bücher, welchen man ansieht, dass sie ein Teil meines Lebens geworden sind. Diese möchte ich nicht missen. Doch es gibt auch viele, die einmal gelesen im Regal als Staubfänger ihr Dasein fristen. Bietet da das E-Book eine Alternative? Fakt ist, dass ich im digitalen Zeitalter bereits seit Langem bereit für Veränderungen bin. Die Möglichkeit, Literatursammlung an jedem Ort zu jeder Zeit ständig dabei zu haben, sollte gewiss auf jeden begeisternd wirken, um dieser Technologie offen gegenüberzustehen. Die lieb gewordenen Musiktitel im MP3-Format schleppt man doch auch überall mit, um sie hören zu können.
Das Geschäft mit den E-Books hat gerade erst begonnen und steckt noch in den Kinderschuhen. Obwohl immer mehr Online-Shops die elektronische Variante anbieten, ist lediglich ein Bruchteil der gedruckten Titel in digitaler Form verfügbar. Durch die Buchpreisbindung in Deutschland kosten die elektronischen Varianten meist genauso viel, in wenigen Fällen sind sie 20 % günstiger als die Druckversion.
Unsere Novellen im PDF-, Mobilpocket- und ePUB-Format gibt es bei Beam Books kostenlos und erfreuen sich, wie die aktuellen Downloadzahlen dies dokumentieren, großer Beliebtheit. (Stand: 15. Dezember 2011, 22:30 Uhr)







  • Mörderische Triebe: 8673
  • ePub: 6674
  • Mobipocket: 407
  • PDF: 1592
  • Sechs Bewertungen, Durchschnitt 4,5 von 5
  • Zähl bis drei ...: 6197
  • ePub: 4938
  • Mobipocket: 280
  • PDF: 979
  • Elf Bewertungen, Durchschnitt 4 von 5
  • Falsches Spiel am Rio Blanco: 2158
  • ePub: 1550
  • Mobipocket: 135
  • PDF: 473
  • Vier Bewertungen, Durchschnitt 3,5 von 5

Weitere Geschichten befinden sich in der Pipeline und warten darauf, veröffentlicht zu werden. Wer einen Vorgeschmack auf die kommende Story »Urogk« von Sven Später bekommen möchte, kann sich diesen bereits bei Facebook holen.
Die Autoren haben ganze Arbeit geleistet und spannenden Lesestoff geschrieben. Dafür an dieser Stelle meinen Dank. Danken möchte ich auch unseren Lesern, welche die bisher veröffentlichten Novellen gelesen und bewertet haben. Es zeigt, dass wir mit dieser Schwerpunktsetzung voll im Trend liegen. Natürlich macht es im Vorfeld der Onlinesetzung ein wenig Arbeit, um die Texte zu lektorieren, zu korrigieren, das Layout zu setzen und das Cover zu erstellen. Die Umwandlung der Textdatei in das entsprechende Format ist schnell getan. Unsere Leser suchen nicht nur Artikel und Rezensionen, sondern bedienen sich sehr rege im Downloadbereich an dem Dargebotenen. Ich persönlich vertrete nicht die Meinung, dass der Aufwand, der für ein Manuskript betrieben werden muss, eindeutig zu hoch ist. Vielmehr kommt es darauf an, wie man zu dieser Sache steht. Ich beurteile diese äußerst positiv, denn Aufwand und Ertrag (Anerkennung) stehen in einem gesunden Verhältnis zueinander.
Wenn im kommenden Jahr 2012 die neue Serie »Paraforce« startet, wird man auch sie bei Beam Books finden können. Die Leser können sich somit auch weiterhin auf reichlich kostenlosen Lesestoff aus dem Hause Geisterspiegel freuen. Und wer noch keinen Reader sein Eigen nennen kann - das Weihnachtsfest steht unmittelbar bevor.

In diesem Sinne auch weiterhin eine interessante Lesezeit!

Copyright © 2011 by Wolfgang Brandt

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