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Rückblick und Vorschau

von
Wolfgang Brandt

28. Dezember 2006

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert es, drauflos!

(nach Erich Kästner)

Am Ende eines jeden Jahres ist es mittlerweile in Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen des Lebens zur Tradition geworden, auf Erreichtes zurückzublicken und zu resümieren. Auch ich will diese Tradition nicht brechen. Ist es doch für mich eine erste Gelegenheit, auf das junge Pflänzchen zu schauen.

Mitte Februar 2006 wurde im Sinclairforum darüber nachgedacht, ein Clubmagazin online zu setzen. Es wurde rege über diese Idee diskutiert, gepostet und umgesetzt. Ein Redaktionsteam (anfangs noch recht klein) wurde unter Führung von Koopa als Chefredakteur gebildet. Nach und nach wuchs das Online-Magazin. Anfänglich beschränkt auf den Horrorheftroman kamen neue Rubriken und Genre hinzu. Und Mitarbeiter.

Anfang Mai kam die erste kalte Dusche für das junge Pflänzlein. Es wollte und wollte nicht so recht wachsen. Marc Burggraf aus unserer Technischen Redaktion fiel aufgrund privater Sachverhalte für längere Zeit aus. War damit das Projekt zum Sterben verurteilt? Sollten wir aufgeben? Es schien so.
Doch wie ein Segen Gottes kam die Rettung: Tommy Tohang, einer unserer Nordlichter und passionierter „Webseiten-Bastler“ nahm sich spontan unseres technischen Problems an, kreierte ein aussagekräftiges Design und setzte alle angestauten Beiträge online. Kein Hexenwerk, sondern eine echte Leistung, die manche Tag- und Nachtstunde gekostet hatte.

Immer breiter entwickelte sich das Spektrum an Rubriken und Kolumnen, immer mehr Gleichgesinnte erklärten sich bereit, an unserem Gemeinschaftsprojekt mitzuarbeiten. Neue Ideen reiften unter der Führung von Hotte als Chefredakteur. Und das Team setzte diese in Text, Bild und Ton um.
Mit Darkwing und Dirk Koldir verloren wir aus privaten Gründen zwei Mitarbeiter, die ihre Kolumnen „Fragen an Doc Wing“ und „Koldirs Mattscheibe“ mit Leben erfüllten.

01. September 2006, 14:07 Uhr. Wir wurden auf den Boden der Realität geholt. Ein „Ultimatum“ des ehemaligen Herausgebers von ereilte unser kreatives Schaffen. Die Schließung der Domain wurde angedroht. Ein erneuter Rückschlag. Was sollten wir tun? War es das endgültige Aus?
01. September 2006, 20:00 Uhr. Ein Posting im -Forum sollte richtungsweisend für das weitere Gedeihen des Online-Magazins sein:

„Hallo alle zusammen,
die neuen Herausgeber werden Wolfgang und Anke Brandt sein.
Wir gehen das Risiko mit den Kosten erst einmal ein, um den zu retten.
Für weitere Lösungsvorschläge stehen das Forum und unsere E-Mail-Adressen zur Verfügung.
Wir hoffen, dass mit einer entsprechend reibungslosen Kommunikation alle anfallenden Probleme geklärt werden können, und dass alle Mitarbeiter auch weiterhin viel Spass haben und Engagement zeigen.
Auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit!“

Ohne technische Probleme erfolgte Mitte September die Umstellung der Website auf den neuen Provider mit Datenaustausch im Verhältnis 1:1. Ein Aufatmen ging durch die Reihen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Rettung in letzter Sekunde.

Eine Sternstunde in der noch recht jungen Geschichte von brach in der Zeit vom 04.- 08. Oktober 2006 an. Public relations während der Frankfurter Buchmesse und des BUCON in Dreieich war angesagt. Bei vielen Verlagen, Autoren und Besuchern fanden wir ein offenes Ohr und Interesse für unser Gemeinschaftsprojekt. Kontakte wurden geknüpft, die bis zum heutigen Zeitpunkt Bestand haben.

Als Anke und ich die Herausgabe des Online-Magazins übernahmen, reifte der Gedanke, die „Geisterspiegler“ einmal persönlich kennenzulernen. Langfristig gingen wir an die Umsetzung des Vorhabens. Ort des Treffens sollte Gießen sein. Anfänglich kamen die Zusagen der Redakteure und Mitarbeiter zögernd. Doch am 02. Dezember 2006 konnten wir 9 Redakteure und Mitarbeiter sowie Alfred Wallon, Schriftsteller und Mitglied der Western Writers of America, und Eric Schreiber, Herausgeber des „Phantastischen Bücherbriefes“, als Gäste begrüßen. Das erste Geisterspiegel-Treffen war rundum ein gelungenes Event. Und es wird nicht das letzte sein.

Wie sich weiter entwickeln und welche Richtung einschlagen wird, kann ich auch durch das Hinzuziehen eines Orakels oder einer Wahrsagerin nicht vorhersagen. Auch Wetterprophet Jörg Kachelmann kann mir dabei nicht helfen.
Doch eins steht fest: Bewährtes wird weiter gefestigt und ausgebaut, Nutzloses über Bord geworfen, Neues hinzugefügt. Umstrukturierungen und die Ausrichtung der Verantwortungsbereiche liegen an. Die Genre Literatur, Film und Musik umfassen viele interessante Bereiche, die wir auch weiterhin für unsere Leserschaft beleuchten möchten. Im März werden wir von der Leipziger Buchmesse berichten, wenn es wieder heißt: „Leipzig liest“. Das Hüter-Team wird sich treffen, um die Arbeit an der Story zu koordinieren. So wie im täglichen Leben ist auch bei uns alles in ständiger Bewegung. Lassen wir uns überraschen, was uns das Jahr 2007 bringt. Ein Feedback unserer Leser (im Gästebuch oder Forum) wäre für mich wünschenswert. Für Ideen, Hinweise und Kritiken habe ich immer ein offenes Ohr.

Ich wünsche aller Lesern und Usern, den Redakteuren und Mitarbeitern unseres Online-Magazins einen guten Rutsch, beste Gesundheit sowie einen guten Start ins neue Jahr 2007.

 

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