
Der Leitartikel

Aktuelles Thema...
Neid, Frust oder berechtigte Kritik?
Wer den in vergangener Zeit aufmerksam gelesen hat, wird sicher bemerkt haben, dass wir ein nichtkommerzielles Online-Magazin sind. Und dass wir jungen Autoren eine Chance bieten, ihre Werke der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Nichtkommerziell heißt in dem Fall natürlich auch ohne Bezahlung. Alle Redakteure, Mitarbeiter und all die Menschen, die uns ihre Publikationen zur Verfügung gestellt haben und stellen, tun dies freiwillig und ich vermute mal ganz stark, auch gern. Der hat sich zu einem für alle Beteiligten lohnenden Hobbyprojekt entwickelt und alle Beiträge und Geschichten entstehen in der Freizeit der jeweiligen Autoren.
Im letzten Jahr dann geschah etwas, womit keiner der Beteiligten schon gerechnet hatte. Ein Autor wurde auf unserer Internetpräsenz entdeckt und für so gut befunden, dass der Verleger ihn unter Vertrag nahm. Die Rede ist natürlich von Benjamin Cook und seiner Serie „Alan Demore“. Das führte damals schon zu heißen Diskussionen in diversen Foren und Gästebüchern, doch der Erfolg des Autors, dessen Bücher seit Oktober bei der Romantruhe veröffentlicht werden, lässt sich im Nachhinein nicht bestreiten und erfüllte und erfüllt uns schon ein wenig mit Stolz.
Die Qualität vieler unserer Stories und Serien brachte uns wenig später auf die Idee, dass wir unser 2jähriges Bestehen mit einer ganz besonderen Aktion begehen wollen. Es kam zur Ausschreibung für die 1. Geisterspiegel-Anthologie „Dark Future“, die am 5. Juni ebenfalls bei Romantruhe erscheinen wird. Auch hier konnten wir Joachim Otto als Verleger gewinnen, und wenn so eine Persönlichkeit einen Vertrag mit uns macht, obwohl er nicht eine Geschichte davon kennt, dann denke ich, dass er genug Vertrauen in unsere Arbeit hat, um diesen Schritt zu gehen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, und Joachim Otto ganz herzlich für dieses Vertrauen danken. Genauso danke ich allen, die sich an der Ausschreibung beteiligt haben. Mit dieser Resonanz hatten wir in unseren kühnsten Träumen nicht gerechnet.
So weit, so gut.
Die Anthologie ist fast fertig, das 2jährige Jubiläum des wird momentan vorbereitet, doch es dauert nicht lang, dann steht das 3jährige Bestehen an. Auch darüber wurde nachgedacht. Und nach einer Anthologie gehen wir noch einen Schritt weiter und bieten eine Romanausschreibung an.
Möglich wurde dies aufgrund unserer guten Erfahrungen und Zusammenarbeit mit dem Persimplex-Verlag, dessen Inhaber wir auf der Frankfurter Buchmesse kennen und im Lauf der Zeit schätzen gelernt haben. Persimplex ist ein noch kleiner, aber sehr engagierter Verlag, von dessen Qualität wir uns natürlich überzeugt haben. Nicht zuletzt auf der Leipziger Buchmesse, wo wir uns einen intensiven Einblick in die Bücher und in die Verlagspolitik verschaffen konnten. Als die Idee mit der Romanausschreibung aufkam, bestand überhaupt kein Zweifel daran, dass wir dieses Projekt mit dem Persimplex Verlag bestreiten.
Doch plötzlich werden die Stimmen in den oben schon erwähnten Foren wieder laut.
Eine Hand voll Leute schreien plötzlich nach Geld. Und fühlen sich beinahe persönlich angegriffen, weil sie einige Bedingungen der Ausschreibung nicht verstehen oder verstehen wollen oder weil da keine Zahl hinter dem Honorar steht.
Für mich als Herausgeberin stellt sich diesbezüglich die in der Überschrift genannte Frage und natürlich die Frage nach dem WARUM?
Da tun einige anonyme oder weniger anonyme User so, als wären sie durch uns verpflichtet worden, jetzt einen Roman zu schreiben.
Ich stelle hiermit klar: Die Teilnahme an dem Romanwettbewerb ist überaus freiwillig!
Niemand wird gezwungen, einen Roman beim Persimplex-Verlag zu veröffentlichen!
Es sollte nur derjenige sein Manuskript einreichen, der auch in einem noch kleinen Verlag für ein dementsprechendes Honorar sein Buch in den Händen halten möchte.
Soll heißen, wer wirklich Spaß am Schreiben hat, bekommt hier eine Chance.
Doch es ist jedem Autor freigestellt, sein Manuskript auch sofort an einen der großen Publikumsverlage zu senden. Bei Absage ist der jedoch nicht verantwortlich für anfallenden Frust, für den Neid auf den Gewinner unseres Wettbewerbes oder gar für Kritik, durch die es zur Ablehnung kam.
© Anke Brandt
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