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Meister Eine Horror-Kurzgeschichte von Sabrina Kowsky
Erschöpft rollte er sich von ihr, rang nach Luft. Feine Schweißperlen zitterten über seine Stirn, die feinen Härchen in seinem Nacken klebten nass an seiner erhitzten Haut, verschafften ihm die nun ersehnte Kühlung. Er rieb sich den Schlaf aus den Augen, glücklich lächelnd wandte er sich zu ihr. Liebevolle Worte flüsterte er ihr zu, doch sie bewegte sich nicht, nur leicht zuckten ihre Schultern und immer noch erklang das leise Wimmern. Langsam, mit irritiert zusammengezogenen Brauen, ergriff er ihre Schulter und drehte sie zu sich. Mit weit aufgerissenen Augen zuckte er zurück, einen leisen Schrei ausstoßend. Ihr Anblick brannte sich in sein Gehirn, bewegungsunfähig stand er da, es war ihm unmöglich, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Er starrte sie einfach nur an. Die schmalen Lippen, welche ihn gestern Abend noch geküsst hatten, waren voll von getrocknetem Blut. Die dunklen Löcher, welche die Fäden zusammenhielt, mit denen man ihre Lippen zusammengenäht hatten, waren tiefschwarz und feine, helle, frische Blutstropfen perlten daraus hervor. Er sah deutlich das Weiße in ihren Augen, die blutunterlaufen und irr umherrollten. Gequält sah sie aus und ihre Laute wurden leiser und leiser. Die Muskeln zuckten, und als er an sich hinunterblickte, da sah er seine erschlaffte Männlichkeit, seine Lenden, welche glänzten, voll von dunklem, verschmierten Blut. Er starrte auf seine Hände und auch sie waren bedeckt mit dem schillernden Lebenssaft. Harter, metallischer Geschmack legte sich auf seine Zunge, eng wurde seine Kehle. Heftig zuckte sein Magen, ihm schwindelte. Dann sah er es. Zwischen ihren Schenkeln floss ein steter, leichter Strom hellen Blutes, sickerte in die weißen Laken, eine perverse, dunkle Lache bildend. Er sackte auf die Knie, presste eine Hand stützend auf das glatte Parkett und übergab sich an Ort und Stelle. Qualvoll brannte es in seinem Hals, Tränen des Entsetzens liefen über seine Wangen. Als er sich röchelnd, schwankend, aufrichtete, sah er die dunkle Gestalt im Türrahmen. Überrascht öffnete er den Mund, ignorierte das pelzige Gefühl auf der Zunge, doch noch ehe er ein Wort sagen konnte, klatschte die Erscheinung in die Hände und seine Augen, seine Glieder wurden ihm schwer. Und dann erklang deren dunkle, heisere Stimme, welche sein Unterbewusstsein klar erkannte und mit einer Intensität willkommen hieß, die dem winzigen Rest klar denkenden Verstandes in ihm panische Angst machte. Ein kleiner Teil in ihm schrie unhörbar voll Qual auf, doch sein Körper ging ruhig auf sie zu, und da war eine Leere in seinen Augen. Das grässliche Kichern der Gestalt begleitete seine Schritte und ihr peinigendes Jammern, Schluchzen. Hell blitzte das Metall im Sonnenlicht auf. Copyright © 2010 by Sabrina Kowsky
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