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Engeltod 9 - Verlust

Eine Horror-Kurzgeschichte von EINsamer wANDERER

Endlich da, schrie Baal, auch wenn es nur ein Wispern war.
Dark seufzte erleichtert. Ja, endlich hatte er die Kirche nach mehreren Anläufen gefunden, von welcher der Dämon gesprochen hatte. Nun würde sich herausstellen, ob es eine Falle war oder nicht. Und dann würde sich auch die Frage beantworten, ob Dämonen lieben konnten. Er sah sich um. Sein Blick glitt zu einer kaputten Buntglaskuppel nach oben. Etliche bunte Scherben lagen auf dem Boden. Ein Dämon? Vielleicht. Er sah sich die Statue eines Sensenmannes an. Er hatte Reißzähne und ein mit Runen verziertes Gewand. Seine Skeletthände hielten eine mächtige Sense. Dark sah aus dem Fenster und erblickte ein Gefängnis. Es war von der Polizei abgeriegelt worden, aber keiner der Beamten war zu sehen. Wieder wechselte Darks Sicht der Welt.

Er befand sich auf einer großen Wiese. Vor ihm stand ein großes schwarzgekleidetes Wesen. Es stand mit dem Rücken zu ihm. In der Hand hielt es ein großes Breitschwert. Auf dem Schwert waren Runen, die die ganze Zeit über Blut absonderten. Die rabenschwarzen Haare bewegten sich wie Flammen. Dark musste sein Gesicht nicht sehen, um zu wissen, dass er lächelte. Dark neigte sich zur Seite, um zu sehen, was da vor ihm war. Es war eine Armee. Eine Armee aus Monstern. Kleine, große, mit wenig oder vielen Extremitäten. Jeder von ihnen sah anders aus. Es hätte viel zu lange gedauert, um jeden Einzelnen genauer zu betrachten. All diese Wesen stürzten sich mit geballter Macht und Mordlust auf die schwarze Gestalt. Doch die machte keine Anstalten zu fliehen, lieber stürzte sie sich wie ein Wahnsinniger in die Schlacht. Die Feinde schlugen dem Wesen die Gliedmaßen ab, nur damit sie sich wieder mit dem Rumpf verbanden. Jede Wunde, die ihm beigefügt wurde, zog einen Strahl aus Blut an. Das Blut floss in die Wunde und schloss sie.
Dark sah fasziniert zu, wie dieses Wesen es ganz allein mit einer ganzen Armee aufnahm. Der Tanz aus Blut und Tod war anders, als alle Kämpfe, die er je gesehen hatte. Er wusste, dass seine Kräfte denen des Wesens ähnelten, also war er derjenige, den Baal ihm prophezeit hatte. Dieses Wesen war der Grund für den Besuch in dieser Stadt. Es war der Gegner, der ihn erlösen würde. Ihn töten würde.
Plötzlich zog etwas Dark hinter die feindlichen Linien. Es war ein Dämon. Er war nicht so groß wie die anderen, aber er war mächtiger als alles, was Dark je begegnet war. Ein roter Teufel mit einer brennenden Krone, die über seinem Kopf in der Luft schwebte. Die Schwingen lagen dicht am Körper. Auf seinen Rücken trug er ein zweischneidiges Breitschwert, das genauso groß war wie er selbst. Zwischen Griff und Klinge saß ein schmerzverzerrter Teufelskopf mit brennenden Augen. Auf der Klinge waren ebenfalls brennende Runen zu sehen. Ein Teufelsschwanz peitschte durch die Luft. An seinem Ende war ein rotes Dreieck. Auf seinem Körper zuckten rote Blitze umher. Sowas wie ihn hatte Dark noch nie gesehen. Er schien genauso mächtig zu sein, wie das Wesen, welches gerade eine Armee im Alleingang tötete.

Eine Hand legte sich auf Darks Schulter. Er zuckte vor Schreck zusammen. Seine Vision war weg. Was waren das für Bilder, die ihn forttrugen? Was wollten sie ihm zeigen? Dark drehte sich um und sah in das Gesicht eines Mädchens.
»Hey, Steve träumst du etwa schon wieder? Komm, die anderen haben was gefunden.«
Dark hatte ganz vergessen, dass er nicht alleine hier war. Auf dem Weg zur Kirche war er ein paar Gleichaltrigen begegnet. Sie wollten ihre Abenteuerlust stillen, indem sie diese Kirche erkundeten. Er hatte versucht, sie davon abzuhalten, doch sie hatten sich nicht umstimmen lassen. Also hatte Dark eine seiner neuen Fähigkeiten eingesetzt, die die seltsame Frau in ihm freigesetzt hatte. Er hatte ihnen einreden können, dass er Steve hieß und dass das Trio ihn schon seit Sandkastenzeiten kannte. So hatten sich die vier gemeinsam aufgemacht. Wenn den Dreien etwas passieren sollte, konnte Dark sie immerhin beschützen.
»Was haben sie denn gefunden?«, fragte er.
»Weiß auch nicht, aber wir müssen es uns ansehen.« Sie ging.
Dark folgte ihr, aber nicht, ohne in das Gefängnis einen Blick zu werfen. Es hatte die Vision ausgelöst, aber warum? Warum hatte er diese Visionen? Was sollte er mit ihnen anfangen? Die beiden stiegen die Treppe zu einer Art Gruft hinunter. Es war dunkel, so dunkel, dass das Mädchen eine Taschenlampe anmachen musste.
»Weißt du was, Steve?«
»Was?«, fragte Dark knapp. Seine Augen hatten sich schon gut an die Dunkelheit, in der er sein Leben fristete, gewöhnt, dass er sah, wie das Mädchen errötete.
»Ich mag dich. Schon damals, als wir uns zum ersten Mal begegnet sind.«
Dark war froh über die Ruhe vor Baals Kommentaren, die seine neuen Fähigkeiten mit sich brachte. Er machte wahrscheinlich gerade Brechlaute, um seine Abneigung gegenüber Gefühlen wie Liebe Ausdruck zu verleihen.
»Ich ...«. Dark wusste nicht so recht, was er antworten sollte. Er hatte solche Gespräche noch nie führen müssen. Liebe hatte er nicht mehr verspürt seit ... Aber wieso liebte sie ihn? Sie glaubte zwar, ihn zu kennen, aber das war eine Lüge. Ihre angebliche gemeinsame Vergangenheit war ein von ihm erdachtes Szenario. Er kannte sie gerade erst seit ein paar Stunden, und in denen hatten sie kaum zwei Worte miteinander gewechselt. Wurde er hier Zeuge des berühmten Liebe-auf-den-ersten-Blickes?
Die beiden trafen mit den beiden Jungen in einem runden Raum zusammen. Dark hatte ihr reges Interesse am Mädchen schnell erkannt. Würde ihn nicht wundern, wenn diese bescheuerte Idee, zur Kirche zu gehen, auf das Konto des Mädchens ging und die Jungen bloß ihretwegen mitgegangen sind. Aber warum hatte sie sich ausgerechnet in ihm verknallt? Sollte sie nicht eher mit den Jungs eine Art Verbundenheit fühlen? Immerhin kannte sie die beiden schon länger.
Die beiden Jungen machten sich an einer Statue zu schaffen. Die Statue war ein Mann, der kniend gen Himmel betete. Sein Gesichtsausdruck zeigte wahre Qualen, wie sie ein normaler Mensch nicht kannte, aber Dark kannte sie, er war nicht normal. Die Jungen klopften sie ab. Das Licht ihrer Taschenlampen raste planlos die Wände entlang. Die Statue schien von innen mit etwas gefüllt worden zu sein.
»Was meint ihr? Was ist drin?« Der Zweite stellte sich neben die Statue und machte Anstalten, sie umzuwerfen. Dark wollte einschreiten. Er erkannte das Böse, dass in ihrem Inneren lauerte, und wollte es nicht in Gegenwart von zwei Halbstarken und ihrer Freundin bekämpfen. Sie würden ihm bloß im Wege stehen.
»Aber, aber«, sagte eine Stimme aus dem Dunkel.
Sofort richteten sich die Lichter der Taschenlampen auf einen alten Mann, der an einer Wand lehnte. Wo war er hergekommen? Dark hatte den Raum doch akribisch nach eventuellen Feinden abgesucht und seine Augen konnten selbst in dieser Dunkelheit problemlos sehen. Der Mann hatte einen Smoking an. Sein grauer Schnurbart war sauber zurechtgestutzt. Die ergrauten Haare waren gegelt. Das Licht ließ Schatten auf seinen Zügen erscheinen, was ihm etwas Diabolisches gab. Genau so hatte sich Dark immer den Leibhaftigen vorgestellt.
»Ihr wollt doch diese Statue nicht zerstören. Da drin ist mein hochgeschätzter Meister.«
Alle waren vor Angst gelähmt, mit Ausnahme von Dark, der eine ungewöhnliche Ruhe ausstrahlte. Die lähmenden Kräfte des Dämons hatten auf ihn keine Wirkung.
»Wusstet ihr, dass hier einst eine große Schlacht zwischen den Mächten des Lichts und der Finsternis stattfand? Damals wurden die Dämonen noch von Amon angeführt. Bis dieser dreckige Bastard uns verriet. Viele Wesenheiten wurden in dieser Stadt eingesperrt und warten bis heute auf ihre Befreiung. Zu denen gehört mein Meister, der von einem Menschen in diese Statue gesperrt wurde und nur alle dreihundert Jahre mit einem Blutritual befreit werden kann. Aber ich langweile euch sicher mit diesen alten Geschichten. Also lasst uns nun mit dem Ritual beginnen.«
Ist der auch irgendwann mal mit seiner Bösewichtrede fertig?, schrie Baal.
Der Dämon schnappte sich den Arm des Jungen, der ihm am nächsten war, und riss ihm die Hand ab. »Das reicht«, sagte er. Er wedelte mit der Hand vor der Statue und spritzte das Blut auf die steinerne Oberfläche, eine uralte Litanei vor sich singend.
Der Junge schrie und kippte um. Seine Taschenlampe fiel und zerbrach auf dem Boden. Die anderen beiden waren sofort an seiner Seite. Der Zauber war gebrochen, denn der Dämon brauchte ihn nicht mehr.
Dark stand entschlossen da. Wenn er sich bewegen würde, dann nur um den Dämon zu töten, der in der Statue eingesperrt war. »Bringt ihn ins nächste Krankenhaus. Ich halte euch den Rücken frei«, sagte Dark düster.
»Bist du irre? Der Typ bringt dich um!«, entgegnete das Mädchen fassungslos.
»Da wär ich mir nicht so sicher«, konterte er. Er schaute sie lächelnd an. »Keine Sorge. Mir passiert schon nichts.«
Die drei verließen die Kirche.

Gut so, dachte Dark. Die Show kann beginnen. Kaum gedacht begann die Statue, rissig zu werden. Kleine Gesteinsstücke bröckelten ab.
Dark lächelte, wollte den Kampf gewinnen, ohne Baals Kräfte zu aktivieren. Der Dämon sollte seine Kräfte für das große Finale mit dem schwarzgekleideten Wesen aufsparen.
Die Statue zerbrach. Ein schwarzes Etwas sprang heraus. Es raste auf den Diener zu und sprang in seinen Mund. Der Diener schluckte es hinunter. Sein Magen begann zu rumoren. Zuckend fiel er auf den Boden. Sein Körper war von wilden Krämpfen gepeinigt. Er wuchs und wuchs. Dark ging sicherheitshalber ein paar Schritte zurück. Muskeln bildeten sich und brachten die Haut zum Platzen. Darunter kam glänzende, dunkelblaue, fast schwarze Haut zum Vorschein. Doch damit nicht genug: Inzwischen war der Dämon größer als die Kammer. Er wurde immer größer und größer. Dark flüchtete in den ersten Stock. Was sein Glück war. Der Dämon durchbrach den Boden. Sein Oberkörper ragte aus dem zerstörten Untergeschoss. »Hahahahaha. Endlich frei! Seit viel zu langer Zeit war ich darin eingesperrt.« Er schaute hinunter zu Dark, der entschlossen vor seinem Gegner stand. »Ah, ein Mensch. Ich habe heute einen guten Tag. Du kannst es dir aussuchen. Sterben oder mir dienen. Du hast die freie Auswahl.«
Dark ging in Kampfstellung. »Weder noch«, antwortete er düster.
Der Dämon machte einen erstaunten Gesichtsausdruck. »Die letzten Menschen, denen ich begegnet bin, waren nicht mal im Ansatz so dreist wie du.«
»Kann ich mir vorstellen«, sagte Dark knapp, aber mit einer gewissen Provokation dahinter. Er maß die Größe des Dämons. Ohne Baal konnte er diesen Brocken niemals schaffen. Baal, sagte er.
Ich weiß schon!, schrie der Dämon. Einmal das Übliche. Bitte, so wird dir gegeben, was du begehrst.
Schwarze Dunkelheit floss durch Darks Adern, wie ein Fluss, dessen Druck einen Damm eingerissen hatte. Seine Augen leuchteten und wurden blutrot. Ein gemeines Grinsen umspielte seine Lippen.
Der Dämon schien jetzt noch verblüffter zu sein. »Solche Menschen habe ich nicht mehr gesehen seit ...«
Dark ließ ihn nicht ausreden. Die Kräfte des Dämons machten ihn ungeduldig. Er wollte Blut sehen. Und zwar jetzt! Das Gelaber hörte er eh in den letzten Atemzügen dieses Versagers. Sein Puls raste. E r sprang auf den Dämon zu.
Der schlug ihn wie eine lästige Fliege zu Boden.
Dark stemmte die Hand hoch, packte sie und riss dem Dämon den Arm ab. Er schrie vor Schmerz. Sein blauglitzerndes Blut spritzte gegen die Wände. Dark warf den Arm beiseite. Der Sensenmann fiel ihm ins Auge. Er riss ihn aus seiner Verankerung. Mit übermenschlicher Kraft hielt er ihn wie eine Keule in den Händen. Er sprang gerade in die Höhe, die Statue zum Schlag hoch erhoben.

Der Dämon sah, was auf ihn zukam, seine Züge verrieten Entsetzen.
Dark rammte ihm den Sensenmann direkt ins Gesicht. Mit einem widerlichen Knacken brach der Schädel. Der Schlag pulverisierte die Statue zu Staub. Von der Wucht betäubt fiel der Dämon in die untere Etage zurück. Dark fiel in die Tiefe, genau ins Gesicht des Giganten. Böse lächelnd schaute er ihn an. So einen Großen hatte er selten erlegt. Aber leider war seine Kraft im Vergleich zu seiner Körpergröße eher klein geraten. Es wurde Zeit, dem ein Ende zu setzen.
Plötzlich schlug der Dämon die hasserfüllten Augen auf. Er stemmte sich in die Höhe und packte Dark mit seiner schlangenähnlichen Zunge. Klebrig wickelte sie sich um sein Bein. Der Dämon baute sich zu voller Größe auf und durchbrach die Decke des Gebäudes. Dark wollte ihm die Zunge herausreißen, doch Baals Kräfte waren versiegt. Er hatte sie sich falsch eingeteilt. Baal, Nachschub, sagte Dark gehetzt.
Sorry, aber ich bin k.o. und dein Seelenvorrat war wieder leer. In Baals Stimme lag ein Hauch von Langeweile.
Dark fluchte innerlich. Er musste sich etwas anderes ausdenken. Zuerst einmal musste er freikommen, ohne Dämonenkräfte. Schnell packte er die Zunge, die sich um sein Bein gewickelt hatte, und zerrte daran. Doch sie bewegte sich keinen Zentimeter. Der verbliebene Arm des Dämons kam langsam aber sicher immer näher. Dark versuchte es erneut. Das ganze Gebäude drohte einzustürzen. Die Hand begann langsam ihn einzuschließen. Jeder Winkel von Darks Wesen wollte den Dämon tot sehen. Er fühlte sich wie eine Ratte, die in die Enge getrieben worden war. Wieder setzte der Junge etwas in sich frei. Ein seltsames Licht ging von seinen Händen aus. Der Dämon schrie. Überall auf seinen Körper tauchten Zeichen aus Licht auf. Die Zeichen wurden heller. Der Dämon schrie immer lauter. Seine Haut dampfte. Dark spürte in sich eine seltsame Wärme und Geborgenheit. Schutt begrub die beiden unter sich.
Dark schlug die Augen auf. Wie lange war er diesmal ohnmächtig gewesen? Oder war er jetzt endgültig tot? Nein, du Idiot. Zum hundertsten Mal, DU BIST NICHT TOT!, fuhr Baal ihn an. Der Dämon schien jetzt nicht mehr schreien zu müssen, um verstanden zu werden.
Dark fand das sehr interessant. Wann würde sich das wieder ändern? Hoffentlich bald. Er befreite sich aus den Trümmern. Er schaute sich den Schutt an, der einst eine Kirche war. Unter ihm lag der dunkelblaue Dämon. Er war tot. Dark starrte gedankenversunken auf seine Hand. Was war das gewesen? Woher kamen diese Kräfte? Baal war auf jeden Fall nicht der Verursacher. Aber wenn er es nicht war, wer dann? Hatte Dark etwa noch weitere Dämonen in sich, von denen er nichts wusste? Er tat den Gedanken als unsinnig ab und schüttelte den Kopf. So kurz vorm Ziel durfte er sich von nichts ablenken lassen.

»Was soll das denn heißen?« Lucy stierte wütend auf das Schild, das vor der Eingangstür der Bar Engeltod befestigt worden war.
Darauf stand: Die Bar ist aus persönlichen Gründen auf unbestimmte Zeit geschlossen.
»Was soll die Scheiße?«, brülle Lucy in den Himmel. Hat sich der gute Raphael etwa aus dem Staub gemacht? Feige Sau!, beschimpfte sie den Halbengel in Gedanken.
Leonardo steckte sich eine Kippe in den Mund. Er streckte Lucy die Packung hin. »Auch eine?«, fragte er.
»Nein, danke«, sagte Lucy. »Ich kann nicht rauchen.«
Leonardo setzte die Brille zurecht. »Du kannst nicht rauchen? Du meinst wohl, du darfst nicht rauchen.«
»Nein«, antwortete Lucy, ohne das Schild aus den Augen zu lassen. »Ich kann nicht rauchen, weil ich keine Lungen habe. Wir Engel haben eine andere Anatomie als ihr. Es ist ja nicht so, als ob ich es noch nie versucht hätte, aber es klappt einfach nicht.«

Sam und Mark sollten sich eigentlich mit ihnen hier treffen, doch etwas schien sie aufgehalten zu haben.
»Hoffentlich ist ihnen nichts zugestoßen«, murmelte Lucy zu sich selbst. »Ich brauche sie noch.«
Ein Bus hielt auf der anderen Straßenseite an. Eine Blinde und ein Pressefritze entstiegen ihm. »Na, endlich. Das wurde aber auch langsam Zeit.«
»Sorry«, sagte Sam verschmitzt. »Mark hatte kein Geld dabei. Und als der Fahrer mir einen Sitzplatz im vollen Bus verschaffen wollte, weigerte sich ein Kerl, den Platz freizumachen.« »Wieso wollte man dir den Platz geben? Du bist doch gar nicht blind«, bemerkte Lucy.
»Ja schon, aber früher dachten alle, ich wär wegen meiner milchigen Augen blind. Wenn du blind bist, traut dir niemand etwas zu, was nebenbei gesagt ziemlich praktisch ist. Und in den modernen Zeiten kriegt man immer einen Sitzplatz im Bus. Tut mir leid, aber nach fünfhundert Jahren ist man an diese arme-harmlose-Blinde-Tour gewöhnt.«
»Sie sind gar nicht blind?«, fragte Leonardo.
»Nobe«, antwortete Sam kopfschüttelnd.
»Also, um eins klarzustellen.« Lucy starrte in die Runde. »Hier wird nicht gesiezt. Wir sind jetzt ein Team und für solche Höflichkeitsfloskeln haben wir keine Zeit.« Sie schaute zu Mark. »Oh, mit Ausnahme von Mark, der darf sogar mich siezen.«
Mark verkrampfte sich vor Wut. »Damit das klar ist, ich sieze niemanden, der mein Apartment in Brand gesteckt hat!«
Lucy wirkte gelassen. »Du tust ja fast so, als wenn ich deine Bude abgefackelt hätte.«
Marks Gesicht war rot wie eine Tomate. »Das war auch deine Schuld!«
»Ach? Und wer hat den gefallenen Engel reingelassen?«
Marks Gesichtsfarbe änderte sich schlagartig und er wurde ganz ruhig.
Lucy lächelte süffisant. »Also, das sind unserer Ziele. Wir müssen alle auf denselben Stand sein, also passt gut auf. Ich werde es nicht wiederholen. Wir müssen einen Verrückten ausschalten, der ein Tor zur Hölle geöffnet hat. Wir wissen weder wer er ist, noch was er eigentlich will. Außerdem müssen wir das Tor wieder versiegeln. Zudem müssen wir uns um mindestens zwei der vier Reiter der Apokalypse kümmern. Aber unser Hauptziel ist es, den Dämon Azrael wieder einzufangen.«
»Warum töten wir ihn nicht einfach?«, warf Leonardo ein.
Sam nickte zustimmend, während Mark nur resigniert den Kopf schüttelte.
Lucy ließ genervt die Schultern sinken. »Man kann ihn nicht töten! Der Einzige, der das kann, ist der Höllenfürst Amon, Sohn Satans, auch bekannt als der Antichrist.
»Jaja, wir wissen´s alle«, leierte Mark entnervt herunter.
Lucy nahm sofort den Faden wieder auf und ignorierte den Tonfall des Reporters. »Und der sitzt wahrscheinlich irgendwo in der Hölle fest. Aber es geht das Gerücht um, dass er einen Sohn hat. Mit viel Glück ist er genauso stark und hilft uns. Aber das ist eher unwahrscheinlich.«
»Was ist mit den Zombies?«, fragte Sam.
»Sobald Azrael wieder eingesperrt ist, fallen sie einfach um. Aus die Maus. Aber vorher müssen wir uns durch Horden von Dämonen, den eben genannten Zombies und was weiß ich noch alles kämpfen. Ach ja, und wir müssen noch eine Quelle des Lichts finden, um unsere Gewinnchancen zu erhöhen. Und das alles ohne, dass mir hier jemand abkratzt. Schafft ihr das?« Lucy schaute jeden musternd an.
Leonardo stieß den Rauch aus seinen Lungen aus. »Na klar.«
Sam setzte ihre Sonnenbrille zurecht. »Logo.«
Lucy schaute zu Mark. »Das ist deine letzte Chance auszusteigen.«
Mark stöhnte wie jemand, der gerade die Wette seines Lebens verloren hatte. »Zu spät. Ich kann nicht mehr abhauen. Wenn ich es tue, werde ich es bereuen. Ich stecke einfach schon zu tief drin. Aber damit das klar ist, sobald die ganze Sache vorbei ist, will ich damit nichts mehr zu tun haben. Und dich will ich dann nie mehr wiedersehen.«
Lucy machte eine abwertende Handbewegung. »Keine Sorge, noch nie hat ein Mensch zwei Weltuntergänge miterlebt, vorausgesetzt natürlich, er hat den ersten überlebt.«
»Das sind ja tolle Aussichten«, stöhnte Mark.

Lucy wollte gerade eine bissige Bemerkung machen, als die Erde zu beben begann. Der Wachturm, in welchem die Bar Engeltod war, begann sich in die Höhe zu strecken. Er wuchs und wuchs, immer höher schraubte er sich in den mit Wolken behangenen Himmel. Teile der Straße wurden umgegraben und die Diebstahlsicherungen dutzender Autos gingen an. Die Leuchtreklamen fielen zu Boden. Die, die nicht zerbrachen, ergaben das Wort Ende. Inzwischen war der Turm das höchste Gebäude in der Stadt. Das Beben ließ nach.
»Was zum Teufel ist das schon wieder?«, fragte Mark.
»Keine Ahnung«, antwortete Lucy ehrlich. »Aber es muss etwas extrem Cooles sein.« Hunderte kleine Schatten stoben aus der Spitze des Turms. Sie verteilten sich über den Himmel und verdunkelten die Sonne. Ein Schatten stieß auf die Erde nieder und blieb genau vor Lucy in der Luft stehen. Sein Körper war in der Mitte zwischen Dämon und Engel geteilt. Er besaß einen schwarzen und einen weißen Flügel. Das eine Auge war blutrot, während das andere wie flüssiges Gold war. Seine roten Haare wurden von dem aufgewirbelten Wind seiner Schwingen umspielt. Ansonsten war auch der Rest seines Körpers halb Dämon und halb Engel. Auf seinen Körper waren seltsame Zeichen gemalt, die lila leuchteten. In der muskulösen Dämonenhand trug er einen Kampfstab, an dessen Enden jeweils zwei speerartige Klingen befestigt waren.
»Raphael. Ich dachte schon, du wärst abgehauen.«
»Schweig, Wolkenbewohner!«
Lucy hob verwundert eine Augenbraue. Was sollte der Scheiß? Sie betrachtete die Zeichen auf seinen Körper genauer. Raphael schien unter einen Kontrollzauber zu stehen. Jemand steuerte alles was er tat und sagte. Die Zeichen waren zudem nur auf der dämonischen Seite seines Körpers, was viel über den Zauberer aussagte. Es war jemand, der sich jahrelang mit Dämonologie beschäftigt hatte und hochgradig durchgeknallt war. Aber wo war dieser Kerl? Es musste ein Mensch sein. Jeder Dämon oder Engel hätte von einem Halbblut wie Raphael die Finger gelassen. Man wusste nie, wie die andere Hälfte auf die Zauber reagierte. Nur ein Sterblicher konnte verrückt genug sein, so etwas zu versuchen.
»Wer immer du bist, du solltest lieber aufhören, dich mit Mächten wie diesen anzulegen. Es sei denn natürlich, du willst dabei draufgehen.«
»Du hast mir gar nichts zu sagen, Himmelsschlampe.«
Lucy drehte sich zu den anderen um. »Wie hat der mich gerade genannt?«
Mark scharrte mit dem Fuß auf dem Boden. Leonardo fiel plötzlich ein, dass sein Feuerzeug nicht mehr richtig funktionierte. Sam sagte grinsend: »Er hat dich Schlampe genannt.«
Lucys Augen quollen über vor Wut. »Ihr haltet euch da raus. Das ist jetzt etwas Persönliches.«
Der Engel zog seine Pistole und richtete sie genau auf Raphael. »Sorry, Kumpel. Du würdest dasselbe für mich tun.« Lucy fiel mal wieder ein, dass er der einzige Engel war, den sie leiden konnte. Alle anderen hatten sie wie eine ansteckende Krankheit gemieden, er aber nicht. Raphael hatte immer gewusst, wie es war, ein Außenseiter zu sein. Anders zu sein, als die anderen. Das hatte die zwei immer verbunden und war zu einem Grundpfeiler ihrer Freundschaft geworden. Sie fand es toll, wie er sich aus dem Krieg der höheren Mächte raushielt, und hatte sich mehr als einmal dabei ertappt, ihn darum zu beneiden.
»Du erhebst deine Waffe gegen deinen Freund?«
Lucy schüttelte den Kopf. »Nein, ich erhebe die Waffe gegen meinen Feind.« Sie drückte ab.

Die Kugel flog genau auf ihn zu. Der falsche Raphael flog zur Seite. Schnell war er schon mal. Sein gewaltiger Dämonenarm schleuderte den Kampfstab auf Lucy. Wie ein Bumerang flog er sirrend auf den Engel zu. Die von ihm aufgewirbelte Luft fraß sich in den Boden und riss mittlere Brocken heraus. Lucy machte aus dem Stand einen kleinen Sprung in die Höhe. Der Stab flog unter ihr durch. Die anderen hinter ihr wichen ihm gerade noch rechtzeitig aus. Lucy schnalzte mit der Zunge. »Man sollte nie seine einzige Waffe wegschmeißen.« Unerbittlich drückte sie den Abzug. Am Anfang wich ihr Raphael noch aus, aber es fiel ihm immer schwerer, dem Kugelhagel auszuweichen. Sie zielte auf die Dämonenhälfte, um möglichst viel Schaden anzurichten. Qualmend fraßen sich die Kugeln durch seinen Körper, um sich dann zischend in ihm auszutoben. Geschwächt hielt er sich den blutigen Rumpf. Graues Blut tropfte auf den Boden. Er hatte Probleme, sich in der Luft zu halten. Aber Lucy schoss ohne Gnade weiter, diesmal zielte sie auf seine Flügel und Beine. Er sollte keine Chance mehr haben zu fliehen. Keuchend und ächzend stürzte er in den Staub der Straße. Federn flogen durch die Luft, als hätte jemand ein Federkissen in die Luft gejagt.
Lucy ging auf ihn zu, um ihn den Gnadenstoß zu versetzen. Ihre Stiefel knirschten durch den Schutt der Straße. Schließlich stand sie vor ihm und schaute wie ein ungnädiger Richter auf ihren einstigen Freund herab. Sie hielt ihm die Pistole an die Stirn.
»Kannst du mich wirklich töten?«, fragte der Mensch, der ihren Freund kontrollierte. Sie rang mit sich selbst. Dieses Gesicht. Diese Stimme. Alles sträubte sich dagegen.
Lucy, wisperte es durch ihren Kopf. Es war Raphael! Ich muss dir was ganz Dringendes sagen. Der Kerl hat fünf Tore zur Hölle geöffnet und nicht bloß ein einziges. Da sie alle gleichzeitig geöffnet wurden, haben wir es nicht mitbekommen. Was aber noch wichtiger ist, der Turm, meine Bar, ist in Wirklichkeit ... Plötzlich durchschnitt ein Sirren die Luft und traf Lucy an ihrer Schulter. Sie ließ vor Schmerz ihre Pistole fallen und hielt sich die schmerzende Schulter. Der falsche Raphael nutzte die Chance, um sich in die Lüfte zu erheben. Seine Wunden waren inzwischen fast wieder verheilt. In der Hand hielt er seinen Speer. Wir werden uns wiedersehen war alles, was er sagte, bevor er sich in den immer dunkler werdenden Himmel zurückzog. Lucy schaute ihm hinterher und hielt sich die schmerzende Schulter. Wieder regte sich in ihr etwas Eigenartiges. Etwas, dass ein Engel eigentlich nicht haben sollte. Trauer. Trauer über den Verlust eines Freundes.

Dark zog durch die nächtlichen Straßen. Die Straßenbeleuchtung war bereits an. Im Gehen kontrollierte er mal wieder seinen Handschuh, ohne einen Riss zu finden. Sein Geist wurde von Fragen gepeinigt. Wo soll ich hin? Wie finde ich dieses Wesen? Was ist, wenn es mich nicht töten kann? Auf der anderen Straßenseite war ein Stau. Alle Menschen flohen aus der Stadt, als bekannt geworden war, dass sich Terroristen mit gefährlichen Biowaffen in der Stadt verschanzt hatten. Wieder eine Lüge der Regierung, um über das Offensichtliche hinwegzutäuschen, dachte er. Aber ihm war es recht. So gab es weniger Menschen, die er in Gefahr bringen konnte. Das Militär war auch schon hier, um die Terroristen zu beseitigen. Dark überkam das Verlangen nach einer Schachtel Zigaretten. Es war schon Jahre her, dass er dieses Verlangen gehabt hatte. Es lag wahrscheinlich an all diesen unbeantworteten Fragen, die ihm durch den Kopf schwirrten. Er rüttelte ungehalten an einem Zigarettenautomaten. Das nötige Kleingeld fehlte ihm leider. Früher hättest du den Automaten einfach aufgerissen und dir genommen, was rechtmäßig dir gehört, sagte Baal und traf mal wieder beabsichtigt einen wunden Punkt bei Dark. Früher hatte er gedacht, dass Baal sein Freund war. Er war so ge-blendet von der Macht gewesen, die ihm der Dämon gab, dass er dessen wahre Natur nicht erkannt hatte.
Ein paar Jugendliche tauchten aus dem Dunkel auf. Dark kannte das Glitzern in ihren Augen. Sie suchten Ärger. Brutal und grundlos schlugen sie auf Dark ein. Wehr dich!, schrie Baal. Doch Dark weigerte sich. Er hatte keinen Grund, gegen sie zu kämpfen oder gar im Eifer des Gefechts zu töten. Na schön, sie schlugen ihn zusammen, doch wer schon mal verbrannt, enthauptet und in Stücke gerissen worden war, sah über solche Kleinigkeiten hinweg. Baal sah das aber anders. Er übernahm die Kontrolle über Darks linken Arm und versuchte sie zu töten, aber Dark hielt seinen Arm mit aller Macht auf. Sein Puls raste und ein drohender Kampfrausch begann seine Sinne zuvernebeln. Dark biss die Zähne zusammen und versuchte regelmäßig zu atmen. Wehr dich! Wehr dich!! Wehr dich!!! Baals Stimme wurde wieder leiser. Sie war nur noch ein Flüstern in Darks Hinterkopf. Genau so schnell und grundlos, wie ihn die Typen angegriffen hatten, entfernten sie sich lachend wieder von ihm. Sein Puls sank ein wenig. Er lag am Boden, wie schon sooft in seinem Leben. Aber es machte ihm nichts aus. Ohne ein Ächzen oder ein Stöhnen erhob er sich. Er hatte die Schläge noch nicht mal gespürt. Gerade fuhr an ihm ein Zug Soldaten und zwei Panzer vorbei. Er schaute ihnen nach. Darks Blick traf dabei den eines Soldaten und er las etwas Seltsames darin. Einen Ausdruck des Wiedererkennens. Aber woher kannte der Soldat ihn? Sofort hielten die Fahrzeuge an und in kürzester Zeit waren viele kleine, rote Punkte auf Darks Körper. Der Klang von Waffen, die entsichert wurden, drang überdeutlich an sein Ohr.
»Stehen bleiben! Eine falsche Bewegung und ... Dark hörte dem Soldaten nicht mehr weiter zu. Sein Puls raste immer noch und übertönte alles andere. Er hob nur die Hände, um zu zeigen, dass er unbewaffnet war. Zwei weitere Wörter drangen an sein Ohr, Mord und Familie. Das ließ nur einen Schluss zu. Schon oft war er von der Polizei und anderen wegen dieses Unfalls gestellt worden, doch damals hatte er sich in solchen Momenten noch im Griff gehabt. Es fiel ihm schwer, nicht in einen Kampfrausch zu geraten. Einer der Soldaten näherte sich ihm langsam. Wenn er ihn berührte, war das Schicksal dieser Menschen besiegelt. Bitte nicht!, flehte er den Soldaten stumm an. Na, mach schon! Nicht so schüchtern, spornte Baal den Soldaten an. Der Soldat kam näher. Dark begann innerlich zu wimmern, er sah voraus, was passieren würde und es wäre eine Tragödie. Der Soldat war jetzt ganz nahe. Dark wusste nicht, warum, aber er konnte den Mund nicht aufmachen. Na los, mach schon! Nur noch ein Stückchen, sagte Baal vorfreudig. Und es kam, wie es kommen musste. Er berührte Dark sacht an der Schulter und die Bestie in ihm zeigte ihr hässliches Gesicht. Blitzschnell packte Dark den Soldaten und schleuderte ihn in die Menge. Der Junge sprang ins Getümmel. Panisch schossen die Soldaten auf ihn. Die Kugeln durchsiebten seinen Körper, doch den dämonischen Mächten waren sie nicht gewachsen. Er packte ihre Arme, zielte mit ihren Waffen auf ihre Kameraden und drückte den Abzug. Die Soldaten fielen reihenweise. Getötet von ihren eigenen Waffen. Dark schleuderte sogar einen Panzer in eine Tankstelle. Die Explosion erleuchtete seine sadistischen Züge und die Leichen um ihn herum. Die anderen Soldaten flohen, doch damit gab sich Dark nicht zufrieden. Er nahm sich den anderen Panzer, packte das Schussrohr und wirbelte das Gefährt wie eine Keule um sich. Knochen wurden zerschmettert. Leben wurde gewaltsam und aufs Brutalste beendet, doch das reichte ihm bei Weitem nicht. Er wollte mehr. Mehr Seelen, ob nun Mensch oder Monster. Er wollte mehr Macht. Seelen waren Macht, Macht waren Seelen, und wenn er seine eigene dafür opfern musste, war ihm das recht. Sofort verflog der Kampfrausch. Was? Seine eigene Seele opfern?! War nicht einer der Gründe, dass er sterben wollte, nicht der, dass Baal seine Seele nicht in die dreckigen Klauen bekam?
Achtlos und mit entsetztem Blick ließ er den Panzer fallen. Was hatte er wieder angerichtet? Krachend zerstörte der tonnenschwere Panzer die Straße. Und ich dachte schon, dass mich meine Sinne betrogen hätten, als ich dich schmächtiges Etwas sah, wisperte eine Stimme wie der Wind in den Blättern.
Dark drehte sich zu der Stimme um. Es war eine ausgemerkelte, blasse Gestalt. Ihre Haut hatte einen leichten Blauschimmer. Die Hände steckten in viel zu großen Handschuhen, genau wie die Füße. Ein braunes Tuch ließ alle Züge unterhalb der Augen verschwinden. Die himmelblauen Haare bewegten sich, als wenn sie unter Wasser wären. Die blau leuchtenden Augen zeigten Überraschung darüber, dass Dark ihn gehört hatte. »Wer bist du?«, fragte Dark.
»Ich bin der, der deine Seele verschlingen wird.«

Fortsetzung folgt ...

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