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Das verräterische Herz Eine Krimi/Thriller-Kurzgeschichte von Marc Hartkamp
Ich kann nicht erklären, wann dieser Verdacht in mir entstand. Doch einmal geboren, fraß er sich in meine Gedanken, verbreitete sich wie ein unheilbarer Krebs und quälte mich Tag und Nacht. Meine Frau betrügt mich! Ich legte meine Hand auf ihre Brust und ließ sie dort verweilen. Es war kein Herzschlag zu spüren. Ihre ehebrecherischen Blicke würden mich nie mehr foltern. Erleichtert, fast vergnügt, machte ich mich daran, den Leichnam zu entsorgen. Den Kadaver aus dem Haus zu schaffen, hätte sicherlich die Aufmerksamkeit irgendwelcher Nachbarn auf mich gelenkt, also schaffte ich den Körper ins Bad, entkleidete ihn und legte ihn in die Wanne. Ich zerstückelte die Leiche und verpackte Gliedmaße, Kopf und Torso separat in Kunststoffsäcke und versteckte sie in einem zu Wartungszwecken genutzten Hohlraum unter dem Fußboden im Wohnzimmer. Nichts deutete auf meine Tat hin, weder Blutstropfen, Flecken oder dergleichen. Zufrieden über das vollendete Werk ließ ich mich in einen Sessel im Wohnraum nieder, als es an der Tür klopfte. Befreit ging ich in den Flur und öffnete, schließlich hatte ich nichts zu befürchten. Es handelte sich um zwei Polizeibeamte. Ein besorgter Nachbar hatte einen Schrei vernommen und sie alarmiert. Nun waren die Männer beauftragt, die Sache an Ort und Stelle zu überprüfen. Lächelnd ließ ich die Ordnungshüter herein und erlaubte ihnen sich umzusehen. Den Schrei, sagte ich, hatte ich wohl im Schlaf ausgestoßen und meine Frau sei mit einer Freundin ausgegangen. Mein lockeres Verhalten hatte die Polizisten überzeugt. Ich führte sie in mein Wohnzimmer und bat ihnen höflich etwas zu trinken an. So setzten wir uns und kamen ins Plaudern, als ich plötzlich ein leichtes Summen im Kopf spürte. Das Geräusch hielt an, begann sich schließlich zu steigern und wurde stetig deutlicher. Ich erhob mich aus meinem Sessel, doch die Beamten blieben unbeeindruckt sitzen und schwatzten weiter. Dann bemerkte ich, dass dieser Klang nicht nur in meinem Kopf war. Er tönte aus der Kaverne im Boden meines Wohnzimmers! Ein leiser, schnell pochender Laut, der ständig an Lautstärke zunahm. War es möglich, dass die Männer es auch hörten? Schweiß bildete sich auf meiner Stirn. Meine Gebärden wurden sichtlich nervöser, doch die Polizisten machten keine Anstalten zu gehen. Das Pumpen ertönte lauter, immer lauter! Mein Gott, was sollte ich tun? War es denn möglich, dass sie es nicht hörten? Oder wussten sie bereits, was ich getan hatte und fanden ihren Spaß an meiner Verzweifelung? Gefangen in diesem Alptraum wechselte mein Blick von dem verfluchten Loch im Boden zu den Männern, die fröhlich plauderten. Ich konnte dieses heuchlerische Lächeln nicht mehr ertragen und war dem Schreien nahe. Das Pulsieren schallte lauter! Copyright © 2011 by Marc Hartkamp
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