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Stories

Bloody Mary was here

Horror-Kurzgeschichte von EINsamer wAnderer

Die vier Schläger demolierten die Wohnung.
Mary war schon wach, seitdem die drei Männer laut grölend die Wohnung betreten hatten. Sie guckte durch das Schlüsselloch, als ihre Mutter von einem großen Kerl vergewaltigt wurde. Die Schläger warfen ihren Vater aus dem Fenster, aber nicht ohne ihn etwas einzuspritzen und ihn ein paar Spritzen in die Hosentaschen unterzujubeln.
Mary hatte genug Filme gesehen, um zu wissen, dass es Drogen waren.
Ihre Mutter schrie und wehrte sich mit Leibeskräften, aber ihr Peiniger war zu stark. Zwei andere schlugen mit ihren Baseballschlägern alles kurz und klein.
Mary konnte sich vom Anblick nicht losreißen, sie fand es faszinierend und abstoßend zugleich. Einer der Kerle hatte beim Betreten der Wohnung einen Benzinkanister neben die Tür gestellt. Nun verschüttete er das Benzin in der gesamten Wohnung.
Der Vergewaltiger zog ein Messer und schnitt Marys Mutter die Kehle durch. Der Mörder half nun, das Benzin zu verschütten. Alle lachten dabei wahnsinnig.
Es macht ihnen Spaß, dachte Mary entsetzt. Als einer von ihnen ein Streichholz anzündete, löste Mary sich aus ihrer Starre. Sie musste weg, bevor sie Opfer der Flammen wurde. Das 17-jährige Mädchen öffnete das Fenster in ihren Zimmer und floh über die Feuerleiter in die dunklen Gassen der Stadt. Sie rannte so lange, bis ihr Körper in einer dreckigen Pfütze zusammenbrach. Zuerst kam nur ein Schluchzen, dann weinte sie, wie sie noch nie geweint hatte. Ihre Eltern waren tot und ihr Zuhause stand wahrscheinlich schon in Flammen und sie hatte nichts dagegen tun können. Auf einmal kam in ihr ein mächtiger Hass hoch. Sie würde die Männer töten und somit ihre Eltern rächen.
»Nicht so stürmisch«, wisperte eine Stimme.
Mary drehte sich nach allen Seiten um, konnte aber niemanden sehen.
»Armes Ding. Welch ein schreckliches Schicksal dir widerfahren ist.«
Mary nahm all ihre Kraft zusammen, damit ihre Stimme nicht zittrig klang. »Wer ist da? Zeig dich!«
Aus dem Nichts tauchte eine Gestalt auf. Zuerst nur verschwommen, wie dicker Nebel, doch nach ein paar Augenblicken sah man sie klar und deutlich. Es war eine brünette Frau in einem weißen Nachthemd, auf dem Blutflecke waren. Das Auffälligste war, dass sie in der dreckigen, mit Müll übersäten Gasse barfuß war. »Ich habe alles gesehen«, sagte die Frau sanft.
Nun konnte Mary das Zittern nicht mehr unterdrücken. »W ... Wer bi ... bist du?«
»Jemand, der dir bei deiner Rache helfen kann«
»Und wie?«, fragte Mary.
Die Frau beugte sich zu Mary hinab. Ihre Nasen berührten sich fast, als sie wisperte: »Weißt du, ich bin ein Rachegeist. Wenn einer von uns Mitleid mit euch Menschen hat, helfen wir ihm.« Die Geistergestalt baute sich zu voller Größe auf und sagte: »Sofern du die Bedingungen erfüllst. Ich überlasse dir meine Kräfte und du darfst mit den Schuldigen verfahren, wie es dir düngt. Ich räume dir eine Woche ein, um meine Kräfte zu beherrschen. Ich weiß, dass sechs Männer an deinem Unglück schuld sind. Die Vier in deinem Hause und zwei Drahtzieher, die sich das Ganze erdacht haben. Solltest du es schaffen, alle in einer Nacht zu richten, darfst du nie wieder einen Gedanken an Rache verschwenden. Solltest du es nicht schaffen, musst du die Überlebenden ohne meine Hilfe verurteilen. Abgemacht?« Der Geist streckte die Hand aus.
Mary schlug ein.

Der Polizeipräsident fuhr zum Tatort. Die Spurensicherung war schon da. Eine Nachbarin hatte die Feuerwehr angerufen. Sie wurde gerade verhört. In dem Apartment war auch schon der Gerichtsmediziner, der die verkohlte Leiche der Frau begutachtete. Die gesamte Wohnung war verbrannt, man konnte kaum noch etwas erkennen.
»Kann ich mal mit dir unter vier Augen reden?«, fragte der Polizeipräsident.
Der Gerichtsmediziner unterbrach seine Untersuchungen und folgte ihm in eine dunkle Gasse, wo sie ungestört von den Beamten reden konnten.
»Lief alles nach Plan?«, fragte der Polizeipräsident ohne Umschweife.
»Nein«, entgegnete der Gerichtsmediziner enttäuscht. »Die Frau hat keine Dosis von dem Heroin verabreicht bekommen. Stattdessen hat sich John mit ihr amüsiert. Bob scheint für den Brand verantwortlich zu sein. Es würde zu ihm passen. Und unser Spitzel Ben hat wahrscheinlich unser Opfer durch das Fenster geworfen. Junkie scheint als Einziger alles richtig gemacht zu haben. Von dem Mädchen fehlt jede Spur.«
Der Polizeipräsident verinnerlichte sich kurz die Informationen. »Irgendwelche brauchbaren Hinweise, die zu uns oder der Drogenszene führen könnten?«
»Nein. Die Trottel haben so viel falsch gemacht, dass sich daraus nichts Vernünftiges machen lässt. Außerdem sind wir den lästigen Drogenermittler und sämtliches belastendes Beweismaterial, das er über uns gesammelt hat, los. Noch ein paar Tage und wir wären aufgeflogen. Du kannst unseren Freunden sagen, dass sie ihre Geschäfte in Ruhe fortsetzen können.«
»Ich will die Tochter tot sehen. Wir ihr das anstellt, ist mir egal. Findet sie also. Ansonsten macht weiter wie geplant und du tust so, als wenn man der Frau auch Heroin verabreicht hätte.«
Die beiden Männer gingen wieder ihrer Arbeit nach, in dem Glauben, dass alles in Ordnung wäre. Aber dem war nicht so. Jetzt fing es gerade erst an.

Es war eine Woche vergangen, seitdem Mary das Angebot des Rachegeistes angenommen hatte. Sie lernte schnell, die Kräfte zu meistern, der Hass gegen die Männer trieb sie an. Der Rachegeist hatte während des Trainings seinen Wortschatz erweitert. Mary hatte ihr viele neue Wörter beigebracht. Nun in der großen Halloweennacht nagten Zweifel an ihr. Konnte sie es in einer Nacht schaffen, sechs Männer zu töten? Aber sie beherrschte die Kräfte des Geistes schon ganz gut. Außerdem hatte sie jeden Einzelnen beschattet und kannte nun all ihre Gewohnheiten. Sie hatte sich für jeden von ihnen eine ausgefallene Strafe ausgedacht. Nun kam die Nacht der Rache, die Nacht der blutigen Mary.

Ben arbeitete als Spitzel für den Polizeipräsidenten. Durch seine Quellen hatte er von dem Drogenermittler erfahren. Als Belohnung hatte er an Halloween freinehmen dürfen. Er saß auf einer bequemen Liege und sah von seinem Balkon aus auf die brennende Stadt. In der Nacht von Halloween wurden immer Brände gelegt. Die Polizei hatte also alle Hände voll zu tun. Gerade als er sich freute, freizuhaben, kam ein Geräusch aus seiner Wohnung. Es klang, als wenn jemand seine gesamte Wohnung kurz und klein schlug. Er folgte den Geräuschen in die Küche. Als er dort angekommen war, sah er Glasscherben auf den Boden. Es waren natürlich nur die teuersten Gläser gewesen, die er finden konnte. Es zahlte sich eben doch aus, ein Spitzel zu sein. Na toll, dachte er, jetzt muss ich mein Bier aus der Flasche trinken. Jemand zerschlug die Fensterscheiben zum Balkon hin. Diesmal holte Ben seinen Baseballschläger hervor, bevor er zum Balkon ging. Dort waren schon wieder nur Glasscherben und kein Täter in Sicht. »Was zum Teufel soll das?«, brüllte er. Ben hatte das Gefühl, als wenn jemand in sein Gehirn kriechen würde.
Schmeiß den Schläger weg, befahl eine Stimme in seinen Kopf. Bevor Ben sich versah, hatte er den Schläger weggeworfen. Er sah verblüfft, wie die Glasscherben sich, von unsichtbarer Hand gelenkt, zu Buchstaben zusammensetzten. Ein Wesen hatte die vollkommene Kontrolle über Bens Körper. Er konnte nur tatenlos zusehen, als sein Körper sich auf den Rand des Balkons stellte und er aus dem 13. Stock sprang. Als er unten aufgekommen war, ergaben die Glasscherben folgende Worte: BLOODY MARY WAS HERE.

John hatte sich mal wieder ein Mädchen geschnappt, wegen ihrer perfekten Kurven. Der Vergewaltiger hatte sie in eine dunkle, dreckige Seitengasse gelockt und unter einer ebenso dreckigen Laterne wollte er, dass sie seine Liebe spürte.
Wie schon ihre Vorgängerinnen wehrte sie sich heftig, aber John trainierte nicht umsonst so viel. Gerade als er seinen kleinen John rausholen wollte, konnte sich die Frau losreißen. So etwas hatte noch keine Frau bei John geschafft, außerdem hatte er ihr so eine Kraft gar nicht zugetraut.
Als die Frau frei war, umschlang sie sich mit ihren Armen, als wenn sie verhindern wollte, dass etwas aus hier hervorbricht. Sie veränderte sich, ihre Brüste verkleinerten sich. Ihre kurzen blonden Haare wuchsen und wurden schwarz. Ihr Gesicht wurde kindlicher.
John erkannte sie sofort. »Hey! Du bist das Mädchen, das wir suchen! Wie hast du das gemacht? Bist du etwa eine Hexe?«
Sie küsste ihn heftig und drückte seinen großen Körper brutal an die Wand. Dann holte sie den kleinen John hervor.
Nachdem sie ihn vergewaltigt hat, schnitt sie seine Kehle durch und schrieb mit seinem Blut BLOODY MARY WAS HERE an die Wand

Bob kam zufrieden nach Hause. Er hatte in dieser Nacht wieder drei Brände gelegt. Das waren vier mehr als letztes Jahr. Er setzte sich aufs Bett und überlegte, ob er zur Feier des Tages aufhören und einen trinken sollte. Bob entschied sich aber seine Quote noch zu verbessern. Er holte seine geliebte Streichholzschachtel hervor. Er war ein altmodischer Brandleger. Ihn gefiel es, ein brennendes Streichholz in eine Benzinlache fallen zu lassen. Bob zündete ein Streichholz an, das machte er immer, bevor er Brände legte. Es war sein Ritual. Er schaute sich in seiner Wohnung um, sie war fast vollkommen durchschnittlich, mit Ausnahme von den ganzen Bildern über Brände an den Wänden. Es waren selbst gemalte, gekaufte und Bilder aus Zeitungsartikeln. Bob konnte es sich noch nicht einmal verkneifen, den Text mit auszuschneiden, wenn es ein Artikel über seine Brände war. Plötzlich wurde das Streichholz ganz heiß. Vor Schreck ließ er es fallen. Als das Streichholz den Boden berührte, ging seine gesamte Wohnung auf einmal in Flammen auf. Bob lief zu seinem Feuerlöscher und versuchte damit den Brand zu löschen. Aber es war vergeblich, die Flammen loderten fröhlich weiter. Er rannte zur Tür, aber sie war abgeschlossen. Bob wusste, dass er die Tür offen gelassen hatte, also hatte jemand die Tür abgeschlossen, damit er hier elendig verreckte. Er versuchte die Tür mit dem Schlüssel aufzuschließen, aber die Tür ging nicht auf. Als er versuchte, die Fenster zu zerschlagen, waren sie hart wie Stahl. Es half alles nicht. Bob verzehrten die Flammen. Sie stiegen bis zur Decke hoch und brannten die Worte BLOODY MARY WAS HERE ein.

Der Leichenbeschauer musste noch in der Nacht von Halloween in dem Leichenschauhaus arbeiten, aber er war nicht ganz bei der Sache, als er die Leichen, welche heute Nacht eingetroffen waren, untersuchte. Er musste ständig an das Mädchen mit den Namen Mary denken. Sie hatten eine Woche lang nach ihr gesucht, aber sie schien wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Drei von ihren Männern waren diese Nacht gestorben und immer dieselbe Botschaft: BLOODY MARY WAS HERE. Hatte das Mädchen vielleicht die Morde verübt, um sich zu rächen? Absurd, mit John hätte sie Probleme gehabt. Er widmete sich der nächsten Leiche. Es waren drei, Ben, John und Bob, alle tot. Als er sich über die Leiche von John beugte, legte sich wie von Geisterhand ein Strick um seinen Hals und zog ihn dreißig Zentimeter in die Höhe. Der Strick schwebte in der Luft. Der Gerichtsmediziner strampelte mit den Beinen und versuchte, den Strick loszuwerden. Doch es war vergeblich. Als er tot war, löste sich der Strick auf. Der Körper plumpste auf den Boden neben den drei anderen Leichen. Die Würgemale an seinem Hals hatten wieder die Worte BLOODY MARY WAS HERE.

Jerry, genannt der Junkie, bekam von den Morden nichts mit. Er hatte vor Kurzem sein Gehalt bekommen. Er und seine Freundin waren auf den Trip ihres Lebens. Soviel hatten sich die beiden noch nie gegönnt. In der dreckigen Wohnung lagen überall Spritzen, Päckchen, weißes Pulver und vieles weitere. Jerry hatte schon seit Monaten nichts mehr im Haushalt getan, die Müllsäcke stapelten sich im gesamten Haus manche von ihnen waren noch offen.
Aus dem Nichts tauchte das Mädchen auf, dass Jerry eine geschlagene Woche verzweifelt gesucht hatte. Zuerst nur verschwommen, wie Nebel, dann vollkommen klar.
»He! Bist du nicht diese Mary, die wir suchen?«, fragte Jerry.
»Bist du nicht der Typ, der meinem Vater die Spritzen untergejubelt hat?«, stellte Mary die Gegenfrage.
»Scheiße, ja«, antwortete Junkie. »Ich hab das Zeug sogar besorgt. War gar nicht leicht, so viel aufzutreiben.«
Neben Mary tauchten aus dem Nichts mehr als hundert schwebende Spritzen mit Heroin auf. »Willst du sie haben?«, fragte sie verführerisch.
»Ja«, antwortete Jerry gierig.
»Sag, bitte«, verlangte sie.
»Bitte. Gib sie mir. Gib sie mir«, flehte Junkie. Er schaute sich zu seiner Freundin um. Sie hatte von der ganzen Sache nichts mitgekriegt, also musste er auch nicht teilen.
Mary kam der Aufforderung nach. Die Spritzen flogen mit rasender Geschwindigkeit auf Jerry zu. Sie bohrten sich in seinen Magen. Er kippte von der Wucht der Spritzen, um. Sie gaben alle gleichzeitig ihren schädlichen Inhalt in Junkies Körper frei.
»Hihihi, warum liegst du auf den Boden? Hältst du ein Nickerchen?«, kicherte seine Freundin.
Doch Jerry konnte sie nicht hören. Er war schon längst an der Überdosis gestorben.
Die Spritzen waren so angeordnet, dass wieder die Worte BLOODY MARY WAS HERE zu lesen waren.

Der Polizeipräsident lief in seinen Schlafzimmer auf und ab. Er dachte über die seltsamen Morde nach. Jeder seiner Handlanger war gestorben und jedes Mal dieselbe Botschaft: BLOODY MARY WAS HERE. Er war der Nächste und Letzte, das wusste er. Seine Gedanken wurden unterbrochen, als sein Handy klingelte. »Hallo?«
»Traust du dich, zwanzig mal BLOODY MARY vor deinen Spiegel zu sagen?« fragte eine eiskalte Stimme und legte auf.
Der Polizeipräsident schaute zu seiner Kommode, an der ein Spiegel befestigt war. Sie war aus dem 18. Jahrhundert, wie alles in seinem Schlafzimmer. Der Polizeipräsident vermutete dahinter einen Trick. Als er mit entsicherter Pistole vor dem Spiegel stand, fing er an, zwanzigmal BLOODY MARY, zu sagen. Während er das tat, spitzte er die Ohren. Er vermutete, dass sich der Mörder von hinten anschleichen würde, doch nichts dergleichen geschah. Nachdem er zum zwanzigsten Mal BLOODY MARY gesagt hatte, kam aus dem Spiegel eine blutige Hand auf ihn zu.
Der Polizeipräsident schoss, aber die Kugel blieb in der Luft stehen. Die Hand griff in die Brust des Mannes. Die Geisterhand ging durch den Brustkorb, ohne auf Widerstand zu stoßen. Von der Hand ging eine Grabeskälte aus, die den korrupten Polizeipräsidenten eine Gänsehaut bescherte. Die Hand zog sich nach einigem Wühlen langsam zurück. Der Polizeipräsident sah entsetzt, dass in der Hand sein schlagendes Herz war. Er brach zusammen, die blutige Hand ließ das Herz vor ihm fallen. Die Kugel, welche die ganze Zeit über in der Luft verharrte, setzte, nachdem die Hand wieder im Spiegel verschwunden war, ihren Flug fort. Der Spiegel zersprang, als die Kugel ihn traf. Auf der hölzernen Rückwand über dem Einschussloch, dass die Kugel verursacht hatte, stand eingeritzt: BLOODY MARY WAS HERE. Niemand fand je heraus, wie das Herz ohne Spuren zu hinterlassen, entfernt werden konnte, und sonst wurde keiner dieser Morde je aufgeklärt.

Mary war glücklich, denn sie hatte ihre Eltern gerächt. Sie flog in einen Park. Dort setzte sie sich auf eine Bank bei einem Kiesweg.
Die Tiere im Park waren die Einzigen, die sahen, wie sie auftauchte.
Die Nebelgestalt tauchte wieder auf: »Gerade noch so geschafft. Noch ein bisschen länger und du hättest dein Werk nicht mehr vollenden können. Ich hoffe du bist jetzt glücklich.« Mary brauchte nicht zu antworten, ihr Gesicht verriet alles. »Danke für deine Hilfe.«
»Dafür nicht. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dir zu helfen. Weißt du, die Meisten nutzen einfach ihre Unverwundbarkeit und stechen ihre Feinde nieder oder erschießen sie einfach. Du warst von allen Menschen der Kreativste.«
»Danke«, sagte Mary verlegen.
»Weißt du überhaupt, was du jetzt machen willst?«, fragte der Rachegeist.
Marys Gesicht verriet, dass sie sich darüber noch keine Gedanken gemacht hat.
Der Rachegeist sagte triumphierend: »Wusste ich doch. Es ist immer dasselbe. Niemand weiß, was er nach dem Racheakt machen soll. Na ja, das ist ein hübscher Park, hier kann man in Ruhe darüber nachdenken. Ich werde dich nun allein lassen.«
»Warte!«, sagte Mary. »Wie heißt du eigentlich?«
»Ich trage keinen Namen, aber die Bloody Mary-Sache, hat mir sehr gut gefallen. Ich glaube ich nenne mich einfach ... Bloody Mary.«
Die Sonne sandte ihre ersten Strahlen und Bloody Mary löste sich auf, wie morgendlicher Nebel.
Mary saß da, schaute sich den wunderschönen Sonnenaufgang an und überlegte, wie es in ihren Leben weitergehen sollte.

The End

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