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Lyrik

DIE ANTWORT
auf das gleichnamige Gedicht von Ingo Löchel

von
Katrin Glase

Gibt es das Grauen, den häßlichen Schrecken?
Muß man ihn nächtens in Träumen entdecken?

Die Aussicht, hierauf die Antwort zu finden,
läßt auch die mutigste Zuversicht schwinden.

Das Grauen, es lauert im nächtlichen Knarren,
im Mauerwerkächzen, im leisen Scharren,

in Feuer und Dunkelheit, Stille und Klang:
es ist überall um uns, ein Leben lang.

Schwankende Schatten – sie tanzen den Reigen,
wollen uns so ihre Ewigkeit zeigen.

Die Furcht, von lähmenden Stürmen getragen,
dringt tief in uns ein, erstickt alle Fragen.

Es bleiben nur Leere und Lautlosigkeit.
Kein Halt, nur „Warum?“ und gestohlene Zeit.

Kein Widerstand mehr, nur angstvolle Sichten.
Ein wortloses Fleh’n, an niemand zu richten.

Doch all das Grauen verliert seinen Schrecken,
wenn kindliche Blicke den Himmel entdecken.

Die Kraft eines einzigen Wunschgedanken
weist jegliches Grauen in seine Schranken...

© 30.8.1999/02.12.1999 Katrin Glase

 

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